Warum Erinnerungen so wichtig für unser Glück sind

In unserem Leben haben wir schon so einige Erfahrungen gesammelt – positive und auch negative. Beide Arten haben unser Leben, unser Erwachsen-Werden in gewisser Weise geprägt. Doch sollten wir speziell die glücklichen Momente in unserer Erinnerung bewahren und bei Bedarf wieder zum Vorschein kommen lassen. Positive Erfahrungen sorgen nämlich für unser Glück!

Kindheitserinnerungen

In unserer Kindheit haben wir vieles erlebt. Manches davon ist uns bis heute in Erinnerung geblieben.

Stell dir folgendes vor: Es ist Sommer. Du sitzt im Park und isst ein Eis. Deine Lieblingssorte: Vanille. Du nimmst dir einen Löffel voll und verbindest diesen Vanillegeschmack mit positiven Gefühlen. Gleich erwärmt sich dein Herz, du musst lächeln und betrachtest die Welt um dich herum viel positiver. Der Geschmack nach Vanille hat in dir nämlich versteckte Erinnerungen hervorgerufen.

Dieses Beispiel soll dir zeigen, dass positive Gefühle mit unterschiedlichen Reizen verbunden sind. Diese können sein: Musik, Geschmack, Geruch, Kleidung, Farbe und noch vieles mehr. Nehmen wir den ersten Kuss. Jeder kann sich daran erinnern. Wieso? Weil wir in diesem Moment ein Glücksgefühl erlebt haben. Jeder von uns weiß, an welchem Ort der erste Kuss geschah. Kehrst du zu diesem Ort zurück, wenn auch nur gedanklich, wird sofort wieder dieses Glücksgefühl zum Vorschein kommen – ganz egal, ob die Beziehung im Guten oder Schlechten auseinander ging.

Erinnerungen festhalten

Erinnerungen werden automatisch von uns in unserem Unterbewusstsein festgehalten. Doch manchmal werden diese weiter hinten in einer Schublade verstaut und es ist nicht so einfach, diese Erinnerungen und die damit verbundenen Glücksgefühle hervorzuholen. Um Erinnerungen festzuhalten, möchten wir dir gerne eine simple, aber sehr wirkungsvolle Idee vorstellen.

Als erstes suchst du dir ein Glas. Dies kann eine Flasche, eine Vase, ein Einmachglas oder ein sonstiges Gefäß sein. Du kannst selbst wählen, was dir am besten gefällt und mit was du ein positives Gefühl verbindest. In diesem Glas sammelst du ab sofort all deine schönen Erinnerungen, auf die du gerne zurückgreifen möchtest. Wie diese Erinnerungen aussehen sollen, liegt ganz allein an dir. So kannst du besondere Momente auf kleine Zettelchen schreiben und diese immer wieder lesen. Durch das Lesen wird deine Erinnerung geweckt und das positive Gefühl wird sich in deinem Körper ausbreiten.

Du kannst aber auch Symbole in dieses Glücksglas werfen, welche für die jeweilige Situation stehen. Hier geben wir dir auch ein Beispiel: Du hast etwas Besonderes beim letzten Waldspaziergang erfahren oder erlebt. Symbolisch kannst du einen Ast, ein Blatt, eine Kastanie oder einen sonstigen Gegenstand in dein Glas füllen. Siehst du dieses Objekt, wirst du es mit diesem speziellen Erlebnis im Wald verbinden.

Das Lesen von Erinnerungen, das Betrachten von Fotos und das Fühlen von Gegenständen kann dafür sorgen, dass positive Erinnerungen in dir ein Gefühl von Glück auslösen.

Glücksglas

Für unsere Kinder positive Erinnerungen schaffen

Du kannst auch deine Kinder dabei unterstützen, die positiven Erinnerungen zu bewahren und bei Bedarf abzurufen. Du fragst dein Kind mit Sicherheit, wie es denn in der Schule oder im Kindergarten gewesen ist. Meist kommt dann nur die Antwort: Okay. Wenn du die Frage jedoch anders stellst, wirst du auch eine andere Antwort bekommen. Frag danach, was das Kind heute Schönes erlebt hat und das Kind wird beginnen, nachzudenken. Je öfter und regelmäßiger du diese Frage stellst, desto eher wird das Kind verstehen und lernen, das Positive zu erkennen und abzurufen. Triste Tage gibt es natürlich auch manchmal, aber durch die Erinnerung kann man sich auch dann Glücksgefühle verschaffen.

Neue, glückliche Erinnerungen schaffen

Je älter du wirst, desto eher können Erinnerungen auch verblassen. Deswegen solltest du nie damit aufhören, neue Erinnerungen zu schaffen. Du könntest eine Reise unternehmen, an einen Ort, an welchem du noch nie gewesen bist, du aber immer schon einmal hin wolltest. Dieser Ort muss nicht weit weg sein, kann aber auch am anderen Ende der Welt liegen. Sieh dir etwas an, was dich interessiert und speicher dir ein Bild von diesem Platz in deinem Kopf ab. Sammle Dinge, welche dich genau daran erinnern. Schreib dir deine Gedanken und Gefühle auf, welche du dort verspürst.

Auch als Erwachsener kannst du dir somit immer wieder neue Glücksgefühle schaffen, indem du dir neue positive Erinnerungen schaffst.

Die Kunst der guten Erinnerung

Wenn das Thema dein Interesse geweckt hat, können wir dir dazu das Buch „Die Kunst der guten Erinnerung“ von Meik Wiking empfehlen. Der Autor leitet das Kopenhagener Institut für Glücksforschung und ist ein absoluter Experte zum Thema Glücklich Leben.

Gerade am Anfang ist es nicht leicht, sich auf das Positive in seinem Leben zu konzentrieren. Da kann dieser Ratgeber ein guter Anhaltspunkt für dich sein. Du kannst lernen, wie du dein eigenes Glück hervorrufen kannst. Dadurch sorgst du auch unbewusst dafür, dass du fröhlicher, offener und selbstbewusster durchs Leben gehen wirst.


Unser Buchtipp:

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Und wie sie uns dauerhaft glücklicher macht

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Fotos: jakkapan; Ana-Maria Tegzes / stock.adobe.com; Bastei Lübbe Verlag