Mit Moderatorin Annett Möller im Gespräch

Mit Moderatorin Annett Möller im Gespräch

Mit Moderatorin Annett Möller im Gespräch

Annett, wir kennen dich vor allem als Moderatorin und Nachrichtensprecherin. War es immer dein Traum, vor der Kamera zu stehen und zu moderieren?

Ja, ich habe schon in der Schule gesagt: „Ich gehe später mal zum Fernsehen.“ Das haben natürlich alle als Hirngespinst abgetan. Aber als ich dann wirklich bei RTL angefangen habe, bekam ich einige Zuschriften von ehemaligen Mitschülern, die mir gratuliert haben und sich daran erinnerten. Allerdings hatte ich damals eher eine Unterhaltungsshow als die Nachrichten im Sinn. 😉

Neben Deiner Tätigkeit vor der Kamera bist du auch redaktionell tätig. Wie sieht ein typischer Tag bei dir aus?

Mein Arbeitstag beginnt und endet mit Nachrichten. Als erstes geht morgens schon im Bett der Fernseher an und ich checke die Nachrichtenseiten auf dem Handy, um auf den aktuellen Stand zu kommen. Um 10 Uhr bin ich in der Redaktion. Dann findet die erste Redaktionskonferenz gemeinsam mit den Außenstudios per Videoschalte statt. Über den Tag betreue ich die politischen Stücke, die von unseren Autoren aus dem Hauptstadtbüro kommen und bin dabei quasi das Bindeglied zwischen Außenstudio und Redaktion. Um 15 Uhr bin ich eine knappe Stunde in der Maske und bereite danach die Moderationen vor. Etwa 5 Minuten bevor es losgeht stehe ich dann verkabelt mit Mikrofon und startklar im Studio. Zuhause beende ich den Tag dann meist mit den Spätnachrichten oder einem Blick ins Internet.
 

Annett Möller AMCO fashion
 

Was einige vielleicht noch nicht wissen: Du hast ein eigenes Modelabel – AMCO fashion. Wie hat sich das ergeben, hattest du schon immer einen besonderen Faible für Mode?

Mode war schon immer meine heimliche Leidenschaft. Schon als Kind habe ich meiner Mutter assistiert, als sie aus Bettlaken tolle Shirts genäht hat. Später habe ich meine eigenen Kleider und Tanzoutfits entworfen und nächtelang an der Nähmaschine gesessen. Vor ungefähr drei Jahren hatte ich die Idee selbst Kleider zu entwerfen und eine eigene Kollektion zu entwickeln, weil ich nie das gefunden habe, was ich suchte. Von der Idee bis zur Umsetzung war es allerdings doch ein ganzes Stück Arbeit.

Designst du alles selber?

Ja, ich hole mir überall Ideen und lasse mich von Farben und Schnitten inspirieren – ob in Frauenzeitschriften, in Fernsehserien oder auch auf der Straße oder im Internet.

Wo kann man deine Mode überall bekommen?

Momentan gibt es meine Kleider in unserem Online-Shop www.amco-fashion.com, bei Amazon und auch im ersten MyManou-Laden in Hameln. Wir arbeiten daran, bald auch in vielen weiteren Städten im Handel zu sein.
 

Annett Möller
 

Mit AMCO fashion hast du ja einen eigenen Online Shop gegründet. Bist du so auf das Netzwerk Women in E-Commerce (kurz WIE) aufmerksam geworden?

Die Gründerin von WIE, Tijen Onaran, habe ich beim Victress Award 2015 in Berlin kennengelernt. Ein Preis mit dem erfolgreiche Frauen ausgezeichnet werden. Wir haben uns von Anfang an sehr gut verstanden und planen gemeinsame Projekte. Es ist unheimlich hilfreich auf ein Netzwerk von Frauen vertrauen zu können, wo man sich Rat und Hilfe holen und auch selbst beratend zur Stelle sein kann.

Kannst du uns kurz beschreiben, was WIE macht?

WIE vernetzt Frauen, die vorwiegend über das Internet Karriere machen oder machen wollen, in dem sie zum Beispiel eigene Unternehmen gründen. Durch erfolgreiche Veranstaltungen, Vorträge, Workshops können sich die Frauen weiteres Wissen aneignen, um ihr Business voranzutreiben. Sie können Erfahrungen weitergeben und sich untereinander vernetzen und unterstützen. Tijen Onaran ist dabei eine wahre Visionärin, die es schafft Online und Offline miteinander zu verknüpfen und begeistert immer wieder neue Frauen für ihr Herzensprojekt.

Wie wichtig, glaubst Du, ist es „noch“, dass speziell Frauen sich organisieren und vernetzen?

Ich glaube, Männer haben uns noch eine ganze Menge voraus, was zum Beispiel erfolgreiche Vernetzung angeht. WIE soll keine Konkurrenz dazu sein. Natürlich ist es auch toll von männlichen Kollegen oder Gleichgesinnten zu lernen und Erfahrungen auszutauschen, aber wir Frauen ticken eben doch anders und es gibt bestimmte Dinge, über die wir gar nicht erst reden müssen, da verstehen wir uns einfach blind.

Pauschal gefragt: Meinst du, Frauen haben es schwerer in der Berufswelt, müssen sich mehr beweisen?

Leider ja! Wir Frauen sind in der Businesswelt oft noch benachteiligt. Wir müssen teilweise viel mehr Einsatz zeigen und beweisen, dass wir im Job genau so gut wie unsere männlichen Kollegen sind, werden dafür aber noch immer schlechter bezahlt. Die alten Rollenbilder in den Köpfen wandeln sich nur langsam, wir haben schon eine ganze Menge erreicht, aber von wirklicher Gleichberechtigung im Berufsleben sind wir oft noch weit entfernt.

Was ist Dein (berufliches) Ziel für die nächsten fünf Jahre?

Ach da gibt es einiges: in Sachen TV möchte ich natürlich gern weiter die News moderieren, aber ich möchte unbedingt auch unterhaltsamere Formate machen, die sich damit vereinbaren lassen. Und in der Mode hoffe ich in fünf Jahren ein etabliertes Modelabel zu führen, das neben tollen Business- und Tageskleider vielleicht auch noch andere Modelle anbietet.
 

Annett Möller AJOURE´ Fashion Week Party
Annett auf der AJOURE´ Fashion Week Opening Party
 

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„Als Kind wollte ich Autoverkäuferin werden“ – Sandra Thier im Interview


 

Fotos: AMCO fashion; Andreas Rentz/Getty Images for AJOURE

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