Marta Akar

Frauenpower hat einen Namen: Marta Akar ist bereits seit einigen Jahren erfolgreiche Unternehmerin und Mentoring-Coach. Sie hat gemeinsam mit ihrem Mann ein erfolgreiches Drei-Säulen Programm erstellt und begleitet damit zahlreiche Menschen und Unternehmen auf deren Weg zur finanziellen Freiheit. Marta Akar spricht mit uns über ihren Werdegang, Frauen in der Selbstständigkeit und die Wichtigkeit eines positiven Mindsets. Herzlich willkommen!

  1. Frau Akar, Sie und Ihr Mann sind seit einigen Jahren erfolgreiche Unternehmer und haben den Schritt in Richtung finanzieller Freiheit geschafft. Welche Beweggründe haben Sie damals motiviert, diesen Schritt zu wagen?

Wir waren beide als Führungskräfte angestellt und haben auch gemeinsam gutes Geld verdient – und doch waren wir nicht glücklich. Leider waren wir damals in einer „Zeit-gegen-Geld“ Falle gefangen und das Hamsterrad hat sich immer schneller gedreht, je mehr wir uns hochgearbeitet haben. Umso mehr Verantwortung wir übernommen haben, desto weniger Zeit hatten wir für unsere Kinder und uns selbst. Die Lebensqualität hat sehr darunter gelitten und das war der Moment, als wir entschieden haben, dass wir endlich frei sein wollten. Vor allem war es uns wichtig, sowohl finanziell als auch zeitlich frei zu sein.

  1. Thematiken wie „Gender Gap“ oder „Equal Pay“ sind zwar aktuell, wirklich viel hat sich bisher jedoch noch nicht geändert. Woran liegt das? Was muss sich Ihrer Meinung nach in Zukunft ändern, damit in diesen Bereichen entsprechend reagiert wird?

Woran es genau liegt, ist schwer zu beurteilen. Ich würde sagen, dass hier mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Zum einen ist das ein Phänomen, das seit Jahrtausenden zu einer Konditionierung geführt hat und sich bis heute durchzieht. Zum anderen fühlen sich viele Frauen immer noch, auch im 21. Jahrhundert, als unscheinbarer und nicht ganz so wichtig wie Männer und lassen die ungerechte Behandlung dadurch zu. Meine Erfahrungen mit vielen Frauen ist es, dass sie sich leider schnell entmutigen und kleinhalten lassen. Sie haben verlernt ihren eigenen Wert zu erkennen und dafür einzustehen.

Ich finde es müsste ein Umdenken stattfinden. Denn wir Frauen haben besondere Eigenschaften, die ebenfalls wichtig sind. Was wäre nur in dieser Welt alles möglich, wenn Frauen frei entscheiden können, wie sie ihr Leben gestalten wollen? Ohne klein gehalten zu werden – egal ob vom Umfeld, egal ob es Familie, Partner, Arbeitsstelle oder Freunde sind, die sie beeinflussen! Wieviel mehr gute Energie würde sich freisetzen auf der Welt, wenn Frauen in ihre eigene Kraft treten dürfen? Wieviel mehr intuitives Handeln würde entstehen, wenn Frauen sich frei entfalten dürfen? Wieviel mehr wertvolle Kreativität würde zur Verfügung stehen, wenn auch Frauen vollkommen eigenständig ihren Weg bestimmen dürfen? Das bedeutet natürlich nicht, dass sie sich dafür gegen ihren Partner stellen. Wieviel mehr glückliche Kinder und Familien würde es geben, wenn alle Frauen glücklich sind?

  1. Wie war Ihr Weg in die Selbstständigkeit damals? Welche Chancen und Herausforderungen waren mit dieser letztendlich positiven Entscheidung verbunden?

Nachdem wir erkannt haben, dass wir uns nicht mehr in dieser Weise verheizen wollen, haben wir uns in Bezug auf finanzielle Bildung weiterbilden lassen. Und mein Mann und ich haben uns dann dafür entschieden, in die Selbständigkeit zu gehen und nur noch für unsere Ziele zu arbeiten, anstatt für die Ziele unserer Chefs. So haben wir dann die Prozessreich GmbH Unternehmensgestaltung gegründet und danach mittelständige Unternehmen begleitet.

Die größte Herausforderung war am Anfang, dass wir „No-Names“ waren und einige Monate gebraucht haben, bis wir den ersten Auftrag gewonnen haben. An dieser Stelle nicht aufzugeben war die größte Lernerfahrung, wir haben uns immer wieder vor Augen geführt, wieviel wir wert sind, welche Erfahrungen und Fähigkeiten wir haben und sind im Vertrauen geblieben, dass uns bald jemand buchen wird. Schließlich hatten wir das Zielbild vor Augen endlich frei zu sein. Der Weg dahin war allerdings nicht immer einfach, denn schnell haben wir erkannt, dass auch die Selbständigkeit ein neu erschaffenes Hamsterrad sein kann. Also haben wir wieder Entscheidungen getroffen und unser Unternehmen komplett umgestellt, um besser skalieren zu können und gleichzeitig mehr gemeinsame Zeit für uns zu gewinnen.

  1. In Ihrem Mentoring-Programm wird die finanzielle Freiheit durch die drei Säulen Business, Trading und Immobilien definiert. Wie wichtig ist es, sich über diese drei Bereiche im Vorfeld ausreichend zu informieren? Wie unterstützen Sie Ihre Kundinnen bei diesen drei Säulen in Ihrem Mentoring-Programm?

Natürlich ist es von Vorteil, wenn man sich vorher mit diesen Bereichen auseinandergesetzt hat, allerdings ist es nicht unbedingt notwendig Vorkenntnisse zu haben, da wir unsere Kunden Schritt für Schritt in diese Themen einführen. Das Wichtigste ist individuell zu schauen, wo steht der Mensch und was ist für ihn/sie gerade der nächste Schritt, um finanziell frei zu werden. Müssen wir zuerst das Business optimieren, um das Geld aus dem Mehrgewinn dann durch das Trading für sich arbeiten zu lassen? Oder läuft das Business bereits optimal? Umso schneller können wir den gewünschten Cashflow dann mit Trading und Immobilien erreichen.

  1. Die aktuelle Pandemie hat gezeigt, wie sehr auch der Arbeitsmarkt und somit Arbeitnehmer von derartigen Umständen beeinflusst werden können – viele Menschen haben ihren Job verloren. Wie geht Ihr Unternehmen mit dieser Situation um? Denken Sie, dass dadurch mehr Frauen den Weg in Richtung Selbstständigkeit in Betracht ziehen werden?

Es findet seit einiger Zeit eine Wandlung statt. Immer mehr Frauen erkennen, dass sie sehr viel zu geben haben und die Sehnsucht nach einem finanziell freien Leben wird bei vielen Frauen immer größer. Bisher hat allerdings oft der Mut gefehlt und die Frau hat sich selbst damit herausgeredet: „Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt“ oder „Was habe ich schon zu bieten“ oder „Die Konkurrenz ist zu groß“ und so weiter und so fort – die Liste der blockierenden Bullshit-Geschichten ist hier lang!

Und gerade jetzt kommt die Pandemie einigen Frauen zugute, sie werden quasi in die Selbständigkeit geschubst, indem sie ständig um ihren Job bangen müssen oder sogar gekündigt werden. Sie haben nichts mehr zu verlieren und einigen wird bewusst, dass sie an dieser Stelle nur noch gewinnen können, und hier trägt unsere Begleitung zu einem starken Selbstwert und Selbstvertrauen bei.

  1. Finanzielle Freiheit bzw. der Schritt in die Selbstständigkeit ist laut Ihren Aussagen stark mit dem Mindset verbunden. Was raten Sie Frauen, die Schwierigkeiten damit haben, ein positives Mindset an den Tag zu legen? Wie schafft man es, langfristig mental erfolgreich zu sein?

Beim Schritt in die Selbständigkeit ist vor allem wichtig: Wie denke ich über mich und meine Ziele? Sehe ich Hindernisse als Probleme, als Herausforderungen oder Aufgaben? Wir lösen bei den Menschen auf dem Weg zum Erfolg viele blockierende Glaubenssätze auf, wie zum Beispiel: „Ich bin nicht gut genug“, „Wer bin ich schon“, „Ich schaffe das nicht“, „Niemand braucht mich“ und bringen die Menschen dazu irgendwann über sich selbst zu denken „Meine Zielgruppe/Kunden brauchen genau mich, da ich mit meinen Fähigkeiten und meinem Wissen genau diesen Menschen helfen kann“. Es ist auch sehr wichtig unnütze Konditionierungen zu lösen und neue sinnvolle Konditionierungen zu etablieren. Wir bringen Menschen vom ständigen Dramatisieren und Probleme totdenken weg und führen sie dazu, nur noch in Lösungen zu denken. Dadurch entsteht eine neue Haltung und ein erfolgreiches Mindset.

Außerdem sind ein starker Wille, Entschlossenheit, Dankbarkeit und ein unerschütterliches Vertrauen hier ein wichtiger Schlüssel, um langfristig erfolgreich zu bleiben.

 

Foto: Marta Akar by Ronny Barthel