Ilira im Interview

Sie ist humorvoll, jung, verfügt über eine Vier-Oktaven-Stimme, sieht super aus und ist bereit, die Welt zu erobern. Die Wahlberlinerin, die aus der behaglichen Stadt Bern in die deutsche Hauptstadt zog, weiß, wie wichtig ein gutes Bauchgefühl ist. Dass sie zwischen Kühen und Eseln aufgewachsen ist, sieht man ihren extravaganten Drag-Queen-Outfits nicht an. Im Gegenteil, viele sortieren sie zunächst in eine Schublade und merken dann, dass Ilira ein vollkommen anderer Mensch ist, als man zuerst denken würde. Wir haben uns mit dem Schweizer Ausnahmetalent getroffen und wollten alles wissen, denn mit weniger hätten wir uns nicht zufriedengegeben.

Laut, schrill und vom Look her polarisierend auf ganzer Linie. Ist das nur vor der Kamera so oder auch im Privatleben?

Das ist tatsächlich auch schon immer so in meinem Privatleben gewesen und hat sich dann auf meinen Beruf projiziert. Ich glaube, dass das ganz gut so ist, da es Hand in Hand mit meiner Musik geht. Mein Look verkörpert komplett meine Musik, weshalb mich Leute auch auf Anhieb gut kategorisieren können (lacht). Im Privatleben kann das natürlich auch mal sehr anstrengend werden, vor allem, wenn man auf der Straße unterwegs ist und sich hübsch machen will. Ich muss dazu sagen, dass „hübsch machen“ bei mir bedeutet, völlig overdressed und Drag-Queen-mäßig auszusehen (lacht). Das hört dann logischerweise bei Rouge nicht auf, sondern beinhaltet Extensions, Lashes, zweifarbiger Lippenstift und vieles mehr. Wenn ich dann so auf die Straße gehe, ist es schon ab und zu mal anstrengend und unangenehm, immer so angeglotzt zu werden – vor allem von Männern. Das verunsichert mich dann gelegentlich und ich frage mich, ob ich es denn echt so hart übertrieben habe. Auf der anderen Seite sage ich mir, dass es nicht unsere Gesellschaft sein kann, wenn sich eine Frau Sorgen machen muss, ob sie zu sehr gestylt ist oder nicht, denn eigentlich sollte man sich frei fühlen dürfen und das tun, worauf man Lust hat. Das ist aber auch schon das einzig Negative an meinen Outfits. Ansonsten liebe ich es, so schrill herumzulaufen und mich ausleben zu dürfen.

Ilira

Wann kam denn die Entscheidung nach Berlin zu ziehen?

Vor vier Jahren, weil Prinz Pi mich damals auf Instagram entdeckte. Er meinte, er baue mich hier in Berlin mit seinem Team auf, doch dafür müsse ich hierherziehen. Manchmal vermisse ich die Schweiz, oder besser gesagt, ihre Regeln, die Sauberkeit und die Sicherheit. Gerade zwischen letzterem liegen Welten zwischen Berlin und Bern. In der Schweiz fühlte ich mich damals sehr sicher. Klar wurde ich auch dort angeglotzt (noch mehr als hier in Berlin), aber ich wusste, ich bin nachts in der Bahn sicher. Hier habe ich ab und zu schon etwas Schiss. Gerade nachts am Alexanderplatz ist es nicht so super, wie eine Drag Queen herumzulaufen. Die Natur fehlt mir ebenso, denn ich bin neben Kühen und Eseln aufgewachsen – glaubt man kaum, wenn man mich sieht, oder (lacht)?! Ansonsten liebe ich Berlin und ich denke, ich fühle mich hier am wohlsten.

Alleine auf Spotify hast du über 70 Millionen Streams – etwas, worauf du zurecht stolz sein darfst. Menschen verwechseln Stolz aber häufig mit Arroganz. Wie viele Vorurteile musst(-est) du über dich ergehen lassen und wie gehst du damit um?

Eigentlich stehe ich tagtäglich vor diesem Problem. Menschen verwechseln mich jeden Tag mit einer arroganten Frau, da ich natürlich sehr selbstbewusst auftrete und durchaus meinen Wert kenne. Ich nehme das niemandem übel, denn wenn ich ab und zu Videos von mir anschaue und unbeobachtet bin, würde ich als „normaler Mensch“ anfangs wohl auch so über mich denken. Im Endeffekt ist das nur Selbstvertrauen und das ist ein gewaltiger Unterschied zu Arroganz. Die Leute sollten versuchen, diesen Unterschied in Betracht zu ziehen, bevor sie urteilen. Das macht vieles leichter. Ich muss aber ganz ehrlich sagen, dass ich dieses „abgestempelt werden“ auch ein wenig mag. Ich liebe diesen Überraschungseffekt und den Moment, wo mich Leute unterschätzen und denken „das ist nur ne Tusse“. Vor allem erfolgreiche Männer nehmen sich dieses Denken immer gerne heraus. Doch dann komme ich mit Fakten um die Ecke und ernte große Gesichter, die mich auf einmal fragend anschauen, weil sie damit nicht gerechnet haben. Ein Stück weit kategorisieren wir wohl alle.

Ich natürlich auch, aber ich versuche bewusst, dieses Schubladendenken außer Acht zu lassen. Deshalb sage ich auch: „It´s ok – I don‘t judge it.“

Stichwort Stimmungsschwankungen – du selbst sagst, du seist keine einfache Person. Wie wirkt sich das aus und in wie weit spielt da dein kosovo-albanisches Temperament eine Rolle?

Jeder, der mich kennt, schmunzelt, wenn er die Frage hört. Ich bin auf jeden Fall eine der schwierigsten Personen, die ich kennengelernt habe (lacht). Ich bin sehr temperamentvoll und habe unfassbar viel Emotionen. Ich fühle in einer einzigen Stunde wohl 10.000 Emotionen auf einmal und die Leute wissen meistens nicht, woran sie sind. In einem Moment bin ich voll happy, quirlig und positiv nervig und im nächsten Augenblick hocke ich so in einer Ecke und habe düstere Gedanken (lacht). Alle fragen sich dann: „Was ist denn jetzt los?“ Ich denke, dass ist genau das, was meine Musik ausmacht. Das ist der Grund, weshalb ich so viele Themen habe, über die ich sprechen kann.

In deinen Liedern behandelst du oftmals ernste Themen, die durchaus einen Einblick in dein Privatleben geben. Als Beispiel dein Ende Juli erschienener Song „Pay Me Back“, indem du beschreibst, wie sehr du sowohl finanziell als auch emotional deinen Exfreund unterstützt hast. Sind deine Songs ein Weg für dich, das Geschehene zu verarbeiten, ganz besonders diese Beziehung?

Ja. Dadurch, dass ich so emotional bin und hin und wieder zur Melancholie neige, ist das meine einzige Therapie. Man will ja auch nicht immer Leute volllabern und Musik ist mein einziger Katalysator, wie ich Geschehenes in der Vergangenheit lassen kann, ohne die ganze Zeit darin herumzuwühlen. Ich nehme die Musik ein bisschen als Sportart – ich powere mich unfassbar aus. Am Ende therapiere ich nicht die Leute, sondern mich selbst so ein bisschen.

Brauchst du denn eine gewisse oder bestimmte Gefühlsebene, um deine Texte mit deinem Co-Writer zusammen schreiben zu können?

Ich bin froh, wenn ich in einer Phase schreibe, in der es mir nicht gut geht oder wo es mir sehr gut geht und ich etwas zu sagen habe. Aber da Musik mein Beruf geworden ist, muss ich funktionieren und auch schreiben können, wenn ich gerade mal nichts fühle. Dann versuche ich, über andere Themen nachzudenken. Man sieht das in meinen Songs. Ich schreibe über meinen Ex, aber auch über Bodypositivity und Feminismus. Viele Künstler schreiben nur über Liebe, weil es das intensivste Gefühl ist. Das ist natürlich nichts Verwerfliches, aber dadurch, dass ich oft im Studio bin, versuche ich über diverse Themen zu schreiben und nicht nur über Liebe, sondern eben auch über ernste und gesellschaftskritische Sachen. Den meisten Spaß beim Schreiben habe ich allerdings tatsächlich mit dem Thema Feminismus.

Brandaktuell kam vor ein paar Tagen dein neuer Song „EXTRA FR!ES“ heraus, in dem du für eine bessere Selbstwahrnehmung, Selbstakzeptanz und Selbstbewusstsein eintrittst. Erzähl mal, was genau du damit meinst.

Der Song ist aus verschiedenen Gründen entstanden. Ich habe mich mit meinem Songwriter lustig darüber gemacht, wie wir in einer Partnerschaft sind. So auf die Art: „Schatz, ich mach Diät, bestellst du dir die Pommes“, und am Ende ist es dann so, dass ich mir seine Extra-Fries klaue (lacht). Andererseits bekomme ich viele Messages von jungen Leuten, die mir sagen, dass sie sich hässlich finden und dass sie so nicht leben können. Von Bulimie bis zum Übergewicht ist da von allem etwas dabei. Das schockiert mich immer wieder aufs Neue. Wir Künstler haben hier eine große Verantwortung unseren Fans und der Öffentlichkeit gegenüber, denn wir erreichen so unglaublich viele Menschen. Ich fühle mich dann beinahe dazu verpflichtet, einen Song darüber zu schreiben, mit dem ich quasi den Leuten sagen kann, dass sie vielleicht aufhören sollten, so streng mit sich zu sein. Wie kann es denn sein, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der Zwölfjährige schreiben, dass sie Bulimie haben oder sich zu hässlich fühlen. So entstand dieser Song, da wir dachten, wir müssen den Leuten etwas zurückgeben. Musik ist da, um Messages zu verschicken und um etwas zu bewirken. Liebessongs hören wir täglich unzählige Male, aber wenn man als Künstler die Power hat, solche Themen anzusprechen, dann sollte man das auch tun, denn manchmal hängen viele junge Leben daran. Verzweifelte Jungs und Mädels, die sich nicht wohlfühlen und nicht das Leben leben können, das sie verdient haben. Ich finde, dass man als Musiker den Leuten etwas zurückgeben kann!

Ilira - Extra Fr!es


Gehst du denn auf die ganzen Anfragen auf Instagram und Co. selbst ein und beantwortest sie alle?

Es sind tatsächlich sehr viele Nachrichten, die ich den ganzen Tag über geschickt bekomme. Vor allem vor Releases kommen viele Messages, aber auch sonst sind es unzählige. Ich habe mal versucht, diese Verantwortung abzugeben, doch ich bin, wie du mittlerweile weißt, ein Kontrollfreak (lacht). Hinzu kommt, dass ich mit meinen Fans gerne direkt in Kontakt stehen möchte und nicht nur nehmen, nehmen, nehmen will – seien es Support-Angelegenheiten, Likes oder nette Kommentare. Ich fühle mich ein Stück weit verpflichtet, denn es sind junge Leute und ich habe sowieso einen Mama-Instinkt und will da sein für meine Fans und mit ihnen kommunizieren. Es ist krass, aber über einen längeren Zeitraum werden das deine Freunde. Du schreibst täglich mit ihnen und irgendwann entsteht da eine Bindung. Ich lebe ja quasi von diesem Support und den Kommentaren, wie: „deine Songs helfen mir“, „dein Song hat mein Leben verändert“ und so weiter. Ich freue mich sehr darüber und ich sauge dieses Gefühl auf wie ein Schwamm. Dennoch wird es manchmal sehr anstrengend, denn es ist unfassbar zeitintensiv. Man gibt eben auch so viel, indem man versucht, Wärme zurückzugeben. Ich merke, ich hänge sehr viel am Handy und ich möchte nicht den ganzen Tag vor einem schwarzen Bildschirm hängen. Aber es ist nun mal so, es ist mein Beruf, meine Verpflichtung und meine Herzensangelegenheit. Ich bin also momentan tatsächlich etwas im Zwiespalt.

Du bist eine bekennende Feministin, die den Begriff allerdings richtig interpretieren kann. In deinen Songs geht es unter anderem um Frauenrechte und Unterdrückung. Hast du in deinem Leben selbst unter diesen prähistorischen, aber leider immer noch aktuellen Problemen gelitten?

Generell habe ich Unterdrückung in Bezug auf die Frau durch meine Kultur schon sehr früh mitbekommen. Ich bin mit meiner kosovarischen Kultur definitiv gesegnet, aber da gibt es auch Schattenseiten. Es gibt nach wie vor Regionen in unseren Ländern, wo Frauen nichts zu sagen haben und ich habe schon früh bemerkt, wie mein Opa mit meiner Oma umgegangen ist. Die Leute kennen es nicht anders und wissen es nicht besser. Das ist nicht immer verwerflich, aber man merkt schon, dass die Frau zu einer gewissen Zeit an einem gewissen Ort einfach einen anderen Stellenwert hatte. Ich habe schon früh als kleines Mädchen nicht verstanden, weshalb ich von gewissen Menschen anders behandelt werde und das, obwohl ich in der Schweiz aufgewachsen bin. Einem vermeintlich emanzipierten Land. Aber die Frauen durften in der Schweiz auch erst seit 1992 wählen – überleg mal, wie krass das ist! Das war gerade einmal zwei Jahre, bevor ich geboren wurde. Wir sind noch nicht da, wo wir sein sollten, deshalb war das damals als kleines Mädchen gar nicht so falsch, was ich da gespürt habe und dass da was falsch läuft. Seitdem spüre ich das immer mal wieder und es ist sozusagen konstant in meinem Leben, dass es dieses Ungleichgewicht zwischen Mann und Frau gibt. Deshalb versuche ich mit meiner Reichweite hier etwas zu verändern.

Wie schwer war für dich der Einstieg ins Musikbusiness?

Das ist ne gute Frage. In Berlin fühle ich mich zum ersten Mal richtig frei. Zum ersten Mal in meinem Leben werden Themen angesprochen, über die ich früher nicht einmal nachgedacht hätte. Zum Beispiel Feminismus oder Homosexualität. All diese Themen werden in Berlin so krass von den Menschen behandelt und offen angesprochen, dass die Menschen hier auch offener für eine frische feministische Künstlerin sind, die sehr weiblich ist. Ich glaube, dass das Musikbusiness generell sehr hart für Frauen ist, denn sie werden weniger ernst genommen. Zumindest im Vergleich zu Männern. Aber ich muss an dieser Stelle auch sagen, dass ich dankbar dafür bin, Menschen getroffen zu haben, die mich auf Anhieb ernstgenommen haben. Ich bin froh, dass ich die krassen und üblen Dinge, wie man sie im Musikbusiness manchmal erleben muss, nicht erleben musste. Ich hatte wirklich Glück, dass ich von den richtigen Leuten unter die Fittiche genommen worden bin. Was mich als Frau tatsächlich richtig stresst, ist, dass wenn ich im Studio in einem Gespräch mit Business-Leuten sage, dass mir etwas nicht passt, ich deshalb als Diva abgestempelt werde. Wenn ein Mann das aber macht, dann heißt es: „Krass, der weiß, was er will. Das ist ein richtiger Boss!“ Gut ist auch immer die Frage an mich, wenn ich etwas auszusetzen habe: „Hast du wieder deine Tage?“ Da könnte ich ausflippen! Frauen wissen auch, was sie wollen und Männer müssen das endlich akzeptieren. Denn es ist schwer, eine motivierte Frau zu sein und sich durchzusetzen und dann immer wieder auf Typen zu stoßen, die einen bremsen. Ich will meinen Drive nutzen und Leute erreichen.

Wo wir gerade beim Thema sind, wie siehts aus mit Album und Tour?

Das kommt alles nächstes Jahr, sowohl Tour als auch Album. [Anm.d.Red.: Wo genau sie tourt, wissen wir zwar, dürfen es euch aber nicht verraten 😉]

Dein Outfit passt natürlich mega zum Thema „Glittery Urban Pop Music“. Hast du Vorbilder, was deine Styles angeht? Wie schwer ist es, sich immer extravagant zu kleiden?

Meine Rule #1 ist, nichts doppelt anzuziehen. Es darf erst etwas nochmal getragen werden, wenn mindesten eineinhalb Wochen dazwischenliegen. Auf der anderen Seite habe ich so viele Kleider und Kombinationen angesammelt, dass ich es gar nicht schaffen würde, etwas schon wieder doppelt zu tragen. Ich habe echt viele Kleider und versuche diese immer möglichst witzig und unterschiedlich zu kombinieren. Ein Style-Vorbild hatte ich allerdings nie wirklich. Ich schaue mir auf Instagram immer gerne Alexander McQueen an, Fashion Weeks und Fashion Shows. Aber ich versuche mich hierbei nicht an Personen zu orientieren, denn ich bin der Meinung, dass jede Person ihren individuellen Style hat und ich möchte das nicht kopieren. Ich stelle mir das gerne alles selbst zusammen und habe dabei auch großen Spaß.

Ilira

Endet dein Wunsch nach Style manchmal in einem Kontrollzwang?

Was glaubst du, wie oft ich hier am Rosenthaler mit einem Dutt, in Jogginghose und ungeschminkt herumlaufe! (lacht) Das Witzige ist, dass mich dann viel mehr Männer ansprechen, als wenn ich gestylt bin.

Wie lange dauert es, bist du ausgehfertig bist?

Zwei Stunden.

Wo fängst du an, wo hörst du auf?

Erst mal muss ich die Extensions kämmen. Dann werden sie geglättet und danach „installiert“ (lacht). Dann kommt das Make-up, die Fake-Lashes, dann rasieren, duschen, Styling, Schmuck anlegen. Ich liebe das einfach. Das ist mein absoluter Favorite-Part. Kaffee machen, hinsetzen, die richtige Playlist aussuchen – das ist für mich Wellness!

Was ist auf deiner Playlist denn drauf?

Das klingt jetzt bestimmt arrogant. (lacht) Die Antwort: Meine Soundcloud-Liste. (lacht)
Ich höre dann immer meine Demos und denke die Tracks weiter. Und bei meinem täglichen Zwei-Stunden-Wellness-Programm habe ich die Zeit dazu.

Du bist eine Frau, die weiß, wie sie auf ihr Bauchgefühl hört und dies zu schätzen und einzusetzen weiß. In wie weit erleichtert dir dieses Können dein Leben und dein Business?

Was ich krass finde ist, dass du so gute Fragen stellst. (lacht) Meine Intuition hat mir vor allem als Newcomer so sehr geholfen. Denn am Anfang machst du so krasse Newcomer-Deals oder Knebelverträge oder lässt vielleicht die falschen Leute rein. Natürlich habe auch ich hier und da meine Fehler begangen, da ich einfach naiv und jung war, aber meine Intuition hat mich immer davor gewarnt. Ich habe Leute, die falsche Intensionen hatten, immer früh aus meinem Team gekickt. Später hat sich dann immer herausgestellt, dass diese Menschen tatsächlich schlechte Absichten hatten. Ich bin sehr stolz auf dieses Gefühl und es wird mir auch in Zukunft helfen, davon bin ich fest überzeugt. Als Artist ist es super wichtig, dass du dahingehend ein solches Gespür entwickelst.

In wie weit zieht dein Bauchgefühl denn in eine Partnerschaft mit ein?

Einhundertprozent. In einer Partnerschaft ist es aber schwieriger, denn da bin ich gerne blind, während ich im Musikbusiness gerne kritisch bin und sortiere ohne Wenn und Aber Leute aus, da es eine berufliche Bindung ist und keine private oder emotionale. Ich bin der Meinung, dass jede Frau eine Intuition in Bezug auf einen Typen hat. Eine Frau fühlt, wenn ein Typ keine guten Intensionen hat oder irgendetwas ist. Aber wir schalten das oftmals aus, weil wir die Person positiv sehen wollen. Wir stehen uns also selbst im Weg, indem wir unsere Intensionen nicht zulassen, was in einer Partnerschaft bei Frauen doch sehr oft passiert. Frauen wollen immer das Gute im Mann sehen, ein Nest aufbauen und alles soll harmonisch sein. Ich bin da also etwas blauäugiger als im Business.

Wenn deine Fans dich live oder auf den sozialen Medien sehen, sehen sie durchgehend eine topgestylte, gutaussehende und selbstsichere Frau. Viele haben nicht so ein tolles Auftreten – welchen Tipp gibst du ihnen bzw. welche Botschaft möchtest du gerne vermitteln?

Ich weiß, dass ich auf meinen Fotos immer top-gestylt aussehe und die Fotos immer on-fleak sind. Das ist natürlich ein Stück weit immer Selbstinszenierung. Meine Leute wissen das auch und ich schreibe dies auch gerne unter meine Kommentare. Ich versuche also direkt offen damit umzugehen, dass viel mehr Arbeit dahintersteckt, als man vielleicht denken mag. Ohne Filter geht nichts. (lacht)

Wann war das letzte Mal, dass du etwas zum ersten Mal erlebt hast?

Boah, ist das schwer! Ich habe gerade zum ersten Mal einen Award, den New Faces Award gewonnen. Das war tatsächlich zum ersten Mal, weshalb ich auch so emotionalisiert war und geheult habe. Und dann wurde ich heute für die MTV European Music Awards nominiert. Ich bin echt aufgeregt.

Liebe Ilira, wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg. Bleib wie du bist – die Welt braucht mehr Frauen wie dich!

Ilira und Daniel Heilig
Ilira und Daniel Heilig

 

Fotos: Jen Krause