primark

27.500 Mitarbeiter zählt das irische Imperium mittlerweile europaweit und immer wieder kommt hier und da eine neue Filiale hinzu. Mittlerweile hat sich der Billig-Garant, bei dem es T-Shirts für 2,50.-€ und Jeans ab 9.-€ abzustauben gibt, durchaus einen Namen gemacht. Allerdings nicht zwingend im positiven Sinne.

Erst vor kurzem fiel Primark in die Negativschlagzeilen, als mehrere Kunden Klamottenschilder in deren Kleidung eingenäht vorfanden, auf denen auf die unmöglichen Umstände in der Produktion hingewiesen wird. Nicht desto Trotz eröffnet Primark weiterhin munter neue Filialen, wie heute Morgen zum Beispiel in Dresden.

Es wurde mit einem riesigen Ansturm kauffreudiger Kunden gerechnet. Auf mehr als 20.000 Shoppingbegeisterter war man vor Ort vorbereitet. Sicherheitslinien, Stahlabsperrungen, Sicherheitsdiensten und Presse. Für alles war gesorgt – nur die Kunden blieben aus. Gähnende Leere wohin das Auge blickt.

Erfährt Primark tatsächlich die erste verdiente Klatsche begründet durch deren unmenschlichen Machenschaften bei der Herstellung der Ware, oder sind Dresdens Shoppingwütige einfach nicht in der richtigen Stimmung, sich an einem Donnerstagmorgen von Dumpingpreisen berieseln zu lassen?

Primark genießt durchaus große Popularität, vor allem bei der jüngeren Generation hat die Kette den Nerv der Zeit getroffen: Modisch tragbare Kleidung, die schnell Trends umsetzen, zu unschlagbar niedrigen Preisen. Zwar wird ein wenig bei der Qualität der Klamotten gespart, dennoch immer noch vergleichbar mit anderen Herstellern wie H&M oder Bershka. Dass die Ware zum Discounter-Preis angeboten werden kann, begründete Primark bisher hartnäckig mit der Behauptung, man produziere in sehr großen Stückzahlen und nehme nur einen geringen Gewinnaufschlag.

Bisher stürmten die Massen noch jede Primark-Eröffnung: Gerade noch vor einigen Wochen konnten sich Mitarbeiter und Sicherheitsleute in Hannover vor Kundschaft kaum retten und hatte alle Hände voll zu tun, die kauffreudige Menge in Schacht zu halten.

Schon möglich, dass der Eröffnungsflop in Dresden also an der ungünstigen Shoperöffnung unter der Woche lag oder auch am schlechten Wetter. Vielleicht waren aber tatsächlich die Negativ-Schlagzeilen in letzter Zeit einfach ein bisschen too much. Und heute ist nun also noch eine dazu gekommen.

Foto top: Primark Perth – 1st Floor by Matthew Jackson via flickr.com. CC BY 2.0