Die 5 Sprachen der Liebe – Welche Sprache sprichst du?

Eines gleich vorweg: Dirty Talk ist damit nicht gemeint! Auch wenn Verbalerotik durchaus interessant sein kann: Die Sprachen der Liebe bezeichnen vielmehr die Art und Weise, wie wir mit unseren Partnern kommunizieren und sie vor allem eines wissen lassen: Ich liebe dich! Auch die vielzitierte Körpersprache inklusive deutlicher Flirtsignale fällt nicht in diese Kategorie.

Natürlich führen viele Wege nach Rom, Sprachen der Liebe gibt es aber gottseidank nur fünf. Zumindest hat der amerikanische Psychologe und Beziehungscoach Gary Chapman seine Erkenntnisse aus jahrelanger Praxis in fünf Arten eingeteilt, wie Menschen innerhalb einer Beziehung das schönste Gefühl der Welt an den Mann und an die Frau zu bringen vermögen. Und das ganz ohne Wörterbuch.
 



Die 5 Sprachen der Liebe – Wie Kommunikation in der Partnerschaft gelingt
von Gary Chapman
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1. Worte der Anerkennung

Der einfachste und kostengünstigste Weg, unseren Liebsten zu vermitteln, wieviel sie uns bedeuten, sind schöne, ernst gemeinte Worte. Es spielt dabei überhaupt keine Rolle, ob wahrhaft Großes vollbracht oder nur die Glühbirne erfolgreich getauscht wurde: Ein Lob aus tiefstem Herzen lässt jenes unserer Partner eindeutig höherschlagen.

Dasselbe gilt auch für Komplimente: Auch Männer hören es (immer wieder) gern, wenn wir ihnen sagen, wie sexy, erotisch, sportlich, attraktiv, begabt und kreativ wir sie finden. Zusatzbonus aus Großmutters Weisheiten-Kiste: Lobe einen Mann für das, was er nicht kann, und er wird es bald können!

In Krisenmomenten aufmunternde Worte des Trostes und des Mitgefühls sind nicht minder bedeutsam. Wichtig dabei jedoch: Die verbale Streicheleinheit muss ernst gemeint sein. Spuren von Sarkasmus oder Ironie sind hier fehl am Platz.

Wem das Ringen um aufrichtige Worte der Anerkennung allzu schwer fällt, kann aber noch bei den Punkten 2 bis 5 seine Liebessprache entdecken.

2. Geschenke

Sie sind der Klassiker unter den nonverbalen Liebesbezeugungen. Ein Geschenk, das mit Liebe ausgesucht und stilvoll überreicht wird, hat seine Wirkung in der Geschichte der Menschheit noch nie verfehlt. Der Preis spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Eine Liebesgabe wird die/der Beschenkte immer als solche zu erkennen und würdigen wissen.

Doch Vorsicht: Genau so schnell kann auch eine mögliche Absicht oder ein Anflug von schlechtem Gewissen das Präsent begleiten. Wenn Geschenke also nicht von Herzen, sondern aus Schuldgefühlen überreicht werden, kann aus Liebe schnell ein Geschäft werden.

3. Unterstützung

Sie wäre eigentlich ja Sinn und Zweck der Partnerschaft aus gesellschaftlicher Sicht. Egal, ob es dabei um elementare Dinge wie Kindererziehung oder das Bewältigen des gemeinsamen Haushalts geht, oder ob wir unsere Lieben durch schwierige Zeiten begleiten und sie nicht im Regen stehen lassen: Unterstützung ist ein klares Zeichen dafür, dass wir es ernst meinen und unseren Partnern Rückendeckung zu geben bereit sind, wann immer notwendig.

Es erstaunt daher auch nicht, dass gerade mangelnde Unterstützung oft als Trennungsgrund angegeben wird. Wenn man das Boot allein segeln muss, sobald der Wind ein wenig rauer wird und die Sonne sich verzogen hat, kommt man recht schnell der Qualität der eigenen Beziehung auf die Schliche. An diesem Punkt helfen dann auch keine schönen Worte oder hochpreisigen Geschenke mehr.

Einzelkämpfer kann man als Single auch sein, da weiß man immerhin, dass unsere Kampfmannschaft nur aus einer Person besteht. Es versteht sich von selbst, dass der Alltag nicht immer von Romantik und einem Himmel voller Geigen geprägt ist. Aber gerade hier bietet sich die Chance, uns gegenseitig mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und unsere Liebe in praktische Formen zu gießen.

4. Gemeinsame Zeit

Was gibt es Schöneres auf der Welt, als Zeit gemeinsam mit der Partnerin/dem Partner zu verbringen? Nun, betrachtet man sich Beziehungen im Umfeld: anscheinend so einiges. Hier sind auch klare Verhaltensunterschiede zwischen Männern und Frauen sehr gut erkennbar.

Während wir uns am liebsten 24 Stunden am Tag (ok, auch nicht ideal) um unsere Partner kümmern würden, sehen Männer ihre Freizeitgestaltung gerne breiter gestreut. In einer Beziehung Zeit auch mal getrennt zu verbringen, eigene Hobbies und Freundeskreise zu pflegen ist absolut empfehlenswert und wichtig. Schwierig wird es allerdings, wenn die Partnerin nur noch Hausfrau, Köchin und Gesprächsoase ist, und man Spaß und Qualitätszeit lieber mit den Kumpels oder allein genießt.

Umgekehrt wird aus diesem Fakt natürlich auch ein Schuh daraus: Wenn wir unseren Freundeskreis konstant besser finden als unsere bessere Hälfte, wird es Zeit für einen Kassensturz. Wenn an diesem Punkt nämlich erst einmal die Balance verloren gegangen ist, ist Achtsamkeit geboten.

Kleine Faustregel für zwischendurch: Wer sich am Wochenende und am Feierabend überwiegend wie ein Single fühlt, sollte seinen Beziehungsstatus dringend überdenken.

5. Physische Berührung

Körperliche Nähe und Berührungen erzeugen erwiesenermaßen Intimität und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Schuld daran sind – wie so oft im Liebesleben – die Hormone. Genauer gesagt: das „Bindungshormon“ Oxytocin. Wer also regelmäßigen Körperkontakt in der Beziehung pflegt, hat automatisch bessere Chancen, diese mittel- bis langfristig erhalten zu können. Jemanden mit Liebesentzug zu strafen kommt also nicht von ungefähr.

Es spielt für unsere Wahrnehmung übrigens kaum eine Rolle, ob es sich dabei um den romantischen Austausch von Zärtlichkeiten oder leidenschaftlichen Sex handelt. Unsere Körper registrieren Berührung bereits nach wenigen Minuten als Form von Zuwendung. Nach 10 Minuten beispielsweise sinkt unser Blutdruck und unsere Herzfrequenz, wir entspannen uns dadurch im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Ausschüttung von Oxytocin geht also verloren, wenn die Erotik in der Beziehung abhandenkommt. Das Ende so mancher Beziehung ist daher nicht direkt diesem Umstand geschuldet, sondern vielmehr der ausbleibenden biochemischen Prozesse im Körper. Unromantisch, aber wahr.

5 Sprachen der Liebe – 5 Chancen auf Verständigung

Die meisten Menschen beherrschen nicht alle 5 Sprachen der Liebe, jedenfalls nicht gleich gut. Zumindest eine davon liegt aber jeder/jedem von uns im Blut. Problematisch wird die Kommunikation aber auch hier, wenn die Partner auf ganz unterschiedlichen Frequenzen unterwegs, sich dessen aber nicht bewusst sind. Wenn wir uns nach gemeinsamer Zeit sehnen, stattdessen aber „nur“ Geschenke bekommen, werden wir über kurz oder lang nicht glücklich werden. Zumindest dann nicht, wenn wir das Schenken nicht als das erkennen, was es in Wirklichkeit ist: Ein „Ich liebe dich“ – hübsch verpackt.

Wie so oft empfiehlt es sich, die Dinge von unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Bei 5 Möglichkeiten, Zuneigung zu demonstrieren, sollte aber jedenfalls eine dabei sein, die wir klar als solche erkennen können.

 

Foto: Yakobchuk Olena / stock.adobe.com