Basenfasten vs. Heilfasten
Ein basisches Frühstück ist ein guter Start in den Tag.

Die Entscheidung für eine Fastenkur hat meistens einen sehr guten Grund: Wir wollen unserer Gesundheit etwas Gutes tun. Fasten hat eine ganzheitlich positive Wirkung, denn richtig durchgeführt erfahren Körper, Geist und Seele Unterstützung. Wer zur Erhaltung seiner Gesundheit und zur Vorbeugung von Krankheit eine Fastenkur anstrebt, schenkt sich selbst viel Aufmerksamkeit auf allen Ebenen. Basenfasten ist für viele die erste Wahl, doch auch klassisches Heilfasten liegt im Trend. Beide Fastenarten unterscheiden sich voneinander. Doch wie sehen diese Unterschiede im Einzelnen aus?

Fasten und genießen: Basenfasten

Fasten ist per Definition eine Phase, in der wir freiwillig keine feste Nahrung zu uns nehmen. In diesem Sinne aber ist Basenfasten nicht zu verstehen, denn Essen ist erlaubt! Im Grunde können Fastenwillige während des Basenfastens ihre Mahlzeiten richtig genießen. Im Kern einer Basenfastenkur steht die Aufgabe, bestimmte Lebensmittel auszugrenzen, die einen entsäuernden Effekt auf den menschlichen Organismus ausüben. Ziel ist, den Säure-Basen-Haushalt wieder auszugleichen.

Wenn wir uns nicht basisch ernähren, gerät der Säure-Base-Haushalt in eine Schieflage. Unsere Stoffwechselvorgänge laufen nicht ideal ab, was auf lange Sicht spürbare Gesundheitsstörungen verursachen kann. Während des Basenfastens verzichten wir auf stark säurebildende Lebensmittel. Dazu gehören in erster Linie Fleisch und Fisch, Milchprodukte wie Käse oder Joghurt, Produkte, die aus Weißmehl hergestellt sind, Zuckerhaltiges wie Limonade oder Süßigkeiten, Alkohol und Nikotin.

Basenfasten
Sich selbst etwas Gutes tun – mit Basenfasten gelingt das ganzheitlich.

Wer sich für das Basenfasten entscheidet, wird keinen Hunger verspüren, weil er sich im Rahmen bestimmter Lebensmittel satt essen darf. Durch den Verzicht auf die oben aufgelisteten Lebensmittel ist Basenfasten mit einer vegetarischen Ernährung verbunden. Vegetarische Gerichte lassen sich sehr schmackhaft zubereiten und sie sättigen gut.

Andere Fastenkuren hingegen – auch Heilfastenkuren – verursachen Hungergefühle und verlangen Fastenwilligen sehr viel Durchhaltevermögen ab. Im Vergleich dazu ist Basenfasten leicht zu bewältigen und es hat viele sehr positive Effekte. Zum einen wird der Körper entsäuert, zum anderen wird er entschlackt. Nicht zuletzt lässt sich mit Basenfasten Gewicht abbauen. Ein Gefühl von Leichtigkeit und Vitalität ist ein Bonus, den es gratis dazu gibt.

Ideal funktioniert Basenfasten in Kombination mit Massagen, Bewegung und Meditation. Wer sich gerne bewegt, sollte sich moderate Ausdauersportarten suchen wie beispielsweise Schwimmen, Radfahren oder Wandern und parallel ein wenig Kraftausdauer-Sport betreiben. Der Fokus auf die Ganzheitlichkeit ist es, der Basenfasten so erfolgreich auf allen Ebenen macht.

Tipp: Fastenhelfer nutzen

Wer sich selbst etwas Gutes tun will, kann sich einige Präparate zur Unterstützung holen. Der Online-Apothekenhandel hält eine Reihe von Fastenhelfern bereit, die dazu dienen, den Erfolg einer Fastenkur zu steigern. Es gibt Produkte, die bei empfindlichem Magen dienlich sind, andere unterstützen die Darmfunktion. Auch Produkte zum Abführen wie Glaubersalz und Klistiere sind in Apotheken erhältlich. Letztere spielen beim Heilfasten in der Initialphase eine wichtige Rolle. Bei Rückfragen stehen Apotheker zur telefonischen oder schriftlichen Beratung zur Verfügung. Wer sich nicht sicher ist, welches Präparat in Frage kommt, sollte diesen kostenfreien Beratungs-Service nutzen.

Heilfasten
Wenn ständig mehr Energie aufgenommen als verbraucht wird, lagert sich Fett sichtbar an. Doch vor allem das unsichtbare Bauchfett sorgt für Schwierigkeiten. Mit einer grundlegenden Ernährungsumstellung gelingt es, langfristig gesund zu leben.

Heilfasten: für willensstarke Asketen

Beim Heilfasten dürfen keine festen Nahrungsmittel aufgenommen werden. Ziel ist, dass der Körper aus den vorhandenen Reserven seine Energie bezieht. Es ist lediglich gestattet, Flüssigkeiten zu sich zu nehmen, wobei diese auf wenige Varianten beschränkt sind. Tee ohne Zucker, Gemüsebrühe, Gemüsesäfte und Molkeprodukte sind erlaubt. Fruchtsäfte können bei manchen Kuren wie der Buchinger Kur ebenfalls aufgenommen werden.

Heilfasten kennt verschiedene Herangehensweisen. Ein Einstieg dazu kann Intervallfasten sein, denn hier tastet man sich langsam an Phasen des Nahrungsverzichts heran. Neben der Buchinger-Kur ist die F. X. Mayer-Kur beliebt. In diesem Kurprogramm dürfen trockene Semmeln verzehrt werden. In der Schroth-Kur dürfen Reisgerichte, Haferschleim, fettarme vegetarische Gerichte und salzloses Gemüse gegessen werden.

In allen drei Fasten-Varianten (Buchinger, F. X. Mayer und Schroth) ist eine ärztliche Begleitung sehr zu empfehlen, denn die Reaktionen auf strikte Diäten wie diese fallen recht unterschiedlich aus, mitunter extrem.

Darmreinigung mit Salzen und Klistier

Die Darmreinigung mit Salzen und Klistier, die initial vor dem Heilfasten vorgenommen wird, soll den heilenden Effekt unterstützen. Dadurch, dass der Darm entleert wird, soll die Energie gespart werden, die der Körper üblicherweise für die Verdauungsprozesse aufwendet. So kann der Körper die anstrengende Entgiftungsarbeit aufnehmen. Die Darmentleerung wird während des Heilfastens mehrfach durchgeführt. Ungefähr alle zwei Tage können Klistiere zum Einsatz kommen. Sie dienen dazu, unangenehmen Nebenwirkungen die Grundlagen zu entziehen. Dazu gehören vor allem in der Anfangsphase Hungergefühle und Übelkeit, aber auch Schwächegefühl, Schwindel und Kopfschmerzen.

Heilfasten wird auf mehreren Ebenen mit zusätzlichen Maßnahmen unterstützt. Körperwickel und Bauchmassagen sind zu empfehlen. Auch helfen Bäder in warmem Wasser dabei, mögliche Krämpfe, Hunger und Leeregefühle zu dämpfen. Meditation und Entspannungsübungen zeigen ebenfalls positive Wirkungen und verbessern den Fasten-Effekt. Moderater Sport ist genauso wie beim Basenfasten zu empfehlen, in Frage kommen unter anderem Schwimmen, Laufen oder Radfahren.

Wann ist Heilfasten und wann ist Basenfasten die richtige Wahl?

Eine intensiv begleitete Heilfastenkur ist dann zu empfehlen, wenn die Selbstheilungskräfte des eigenen Körpers aktiviert oder gestärkt werden sollen. Sie ist auch im Anschluss an eine Basenfastenkur mit einem Abstand von mehreren Monaten eine gute Wahl. Jeder, der in einer guten psychischen und physischen Verfassung ist und das Ziel hat, die Regeneration anzuregen, ist beim Heilfasten gut aufgehoben. Wer noch nie Heilfasten praktiziert hat, sollte eine moderate Form wählen. Hier kommt vor allem die Schroth-Kur in Betracht.

Diese Personen dürfen nicht heilfasten

Wichtig: Personen die unter Schilddrüsenproblemen leiden, die mit geschädigten Organen oder Tumoren leben müssen, eine psychische Erkrankung haben oder unter Essstörungen leiden, dürfen keine Heilfastenkur durchführen. Schwangere und Stillende sollten genauso Abstand nehmen wie Kinder und Senioren. Für diese Gruppen kommt eine Basenfastenkur in Frage, wobei dazu vorab ärztlicher Rat eingeholt werden sollte.

Basenfasten als Einstieg in eine gesunde Ernährung

Basenfasten ist immer dann die richtige Wahl, wenn langfristig eine Ernährungsumstellung stattfinden soll. Für Personen, die ihren Säure-Basen-Haushalt ins Gleichgewicht bringen wollen, die ihren Körper präventiv entsäuern möchten und ihr Wohlbefinden verbessern wollen, ist Basenfasten zu empfehlen. Gerade Einsteiger ohne Erfahrung im Fasten sind mit dieser Form gut beraten, vor allem dann, wenn der vollständige Verzicht auf Lebensmitteln wie beim Heilfasten als unüberwindliche Hindernisse erscheint. Auch Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen regelmäßig essen müssen oder diese starke Form des Fastens nicht praktizieren wollen, ist Basenfasten gut geeignet.

 

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