Warum Neugierde ein wichtiger Erfolgsfaktor ist

Kinder gehen mit einer geradezu unstillbaren Neugier durch ihr junges Leben. Fast schon erbarmungslos löchern sie ihre Eltern mit Fragen wie: „Warum ist der Himmel blau?“ oder „Was machst du da?“ Alles was für Kinder neu ist, ist ungemein interessant und spannend. Doch mit dem Alter geht die Neugierde verloren. Sie wird vergraben unter der Routine des Alltags und beraubt viele Erwachsene um Chancen, das Leben erfüllend und abwechslungsreich zu gestalten.

Neues von vornherein gar nicht erst auszuprobieren, begrenzt die eigenen Entwicklungsmöglichkeiten. Es wurde im Vorweg bereits entschieden, wo die Leistungsgrenzen sind, ohne es darauf ankommen zu lassen. Eigenschaften wie Offenheit, Interesse und Neugierde sorgen dafür, auch im hohen Alter noch flexibel und aktiv zu sein. Wohlgemerkt ist hiermit nicht die sensationslustige Seite der Neugier gemeint. Es hat nichts mit dem Verlangen nach stets aktuellen Informationen über die Nachbarschaft zu tun. Vielmehr geht es um die aufgeschlossene, interessierte Facette der Neugier.

Wie uns kleine Kinder zeigen, ist Neugier ein Hunger nach Verständnis und Wissen, im Zusammenhang mit der Bereitwilligkeit zu hinterfragen, zu lernen, sich überraschen zu lassen. Ohne einen solchen Wissensdurst, gäbe es keine neuen Entdeckungen, Ideen oder Erkenntnisse. Es gäbe keinen Fortschritt oder Innovationen.

Mit dem Gegenteil der Neugier – dem Nichtwissen – durchs Leben zu gehen, mag vielleicht auf den ersten Blick einfach und bequem erscheinen, birgt aber auch eine Schattenseite in sich. Viele Menschen lassen sich durch Unwissenheit verunsichern. Aus dieser Unsicherheit resultieren (soziale) Ängste, die wiederum die Neugier blockieren. So entsteht ein Teufelskreis.

Wie kannst du es schaffen, in einer schnelllebigen Gesellschaft Schritt zu halten? Lässt sich der Charakter zur Neugier hin verändern? Und wie gelingt es dir, Veränderungen positiv gegenüberzustehen?

Der Background der Neugier

Laut Wissenschaft ist Neugier ein angeborener, in uns wohnender Instinkt. Sowohl Menschen als auch Tiere sind von Geburt an neugierig. Während die Freude am Neuen bei den meisten Tieren mit der Zeit erlischt, kann dieser Drang bei Menschen hingegen ein Leben lang bestehen bleiben. Dennoch haben die meisten Menschen auch ein Bedürfnis nach Vertrautem, nach Sicherheit und Gewohnheit, weil dies Geborgenheit bedeutet. Nicht selten stehen dann diese Bedürfnisse mit dem nach Abwechslung im Widerstreit.

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Einige Forscher nehmen an, dass die „Komfortzonen-Bedürfnisse“ nach Idylle und Kontrolle diejenigen nach Spontaneität und neuen Reizen überlagern. Sie sind oft einfach stärker. Denn Abenteuer oder Herausforderungen bedeuten eben nicht nur Abwechslung und Spaß, sondern auch Ungewissheit, eventuelle Fehler und Risiken. Neugierde verlangt nach Flexibilität und Anpassungsfähigkeit.

Im Gegensatz zu Kindern machen diese Eigenschaften vielen Erwachsenen Angst. Es sollte lieber immer alles beim Alten bleiben. Allerdings ist das Resultat dessen dann irgendwann Langeweile.

Letzten Endes steckt hinter der Neugier Bereitschaft und Mut zur Veränderung, weil neue Erfahrungen nicht spurlos an einem vorübergehen. Sie beeinflussen uns. Man ist um Erkenntnisse reicher geworden und die eigene Welt hat sich dadurch verändert.

Praktische Tipps, um deine Neugier neu zu entdecken

Entdeckungslust im Alltag integrieren

Probiere bewusst jeden Tag eine Kleinigkeit aus, die für dich neu ist. Fahre doch mal einen anderen Weg zur Arbeit. Koste ein neues Gericht oder gehe mal in ein Restaurant, in dem du noch nie warst. Versuche dich in einer anderen Sportart. Lese etwas über ein Themengebiet, das dir völlig fremd ist oder höre einfach mal Songs aus einer ganz anderen Musikrichtung. Mit der Zeit wirst du offener sein und dabei viele nützliche Erfahrungen sammeln.

Habe einen freien Geist und ein offenes Herz

Das ist wichtig für die Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem. Manche Dinge, über die du Bescheid zu wissen glaubst, könnten einem Irrtum unterliegen. Sei darauf vorbereitet. Entwickle eine Bereitschaft zur Korrektur und zum Lernen, damit du, wenn nötig, deine Meinung ändern kannst.

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Von den Kindern lernen

Mache es wie die Kinder: Zeige Wissbegierde. Benutze wieder mehr „W“-Fragewörter, um tiefer in Hintergründe einzusteigen. Wer hat das gemacht? Woher stammt das? Wie funktioniert diese Sache? Suche zudem den Kontakt zu jüngeren Menschen. Lerne Wörter aus der aktuellen Jugendsprache oder informiere dich über deren Musikvorlieben – auch wenn sie stark von deinen abweichen. Befasse dich mit Technik, vielleicht mit der Playstation, oder besser: Spiele doch gleich eine Runde mit.

Keine Macht dem Alltag

Nimm nicht alles als selbstverständlich. Im Laufe der Zeit steckt der Alltag voll von Routinen, Traditionen und Halbwissen. Schließlich wurde „das schon immer so gemacht.“ Akzeptierst du alles so wie es ist, ohne zu hinterfragen, wird deine Neugierde irgendwann verlorengehen. Hinterfrage Dinge und bohre tiefer. Suche nicht nach Gründen, warum etwas nicht gehen sollte. Frage dich stattdessen: „Warum eigentlich nicht?“

Erlesene Offenheit

Lese mehr – aber nicht nur Bücher aus deinem Lieblingsgenre. Wage dich an Fachliteratur oder Sachbücher heran. Oder wähle spontan etwas aus der Bestsellerliste aus. Manche erfolgreiche Menschen lesen einmal pro Woche ein neues Buch. Du wirst feststellen, dass du davon profitierst und automatisch neugieriger wirst.

Lernen mit Spaß und Enthusiasmus

Betrachte Lernen nicht als eine Belastung. Solch eine Einstellung wird es dir schwerer machen, Neues zu lernen. Es gibt dann keinen Grund, über eine Sache mehr erfahren zu wollen. Eine positive Einstellung zum Lernen hingegen fördert die Bereitschaft sich darauf einzulassen. Genieße das Lernen mit einem Blick durch die Spaß-Brille.

Passe deinen Wortschatz an

Sätze wie: „Das ist nichts mehr für mich“, „Dafür bin ich schon zu alt“ oder „Das verstehe ich sowieso nicht“ solltest du aus deinem Wortschatz streichen. Oder ergänze diesen ersten, flüchtigen Gedankengang durch Fragen wie: „Woher weiß ich das eigentlich?“, „Habe ich das schon mal ausprobiert?“ Um es mit den Worten von Pipi Langstrumpf zu sagen: „Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe.“

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Mit der inneren, kritischen Stimme richtig umgehen

Sie ist zwar oft hilfreich und hat ihre Berechtigung, doch hemmt die übertrieben warnende, negative Stimme den eigenen Fortschritt, indem sie etwas als zu riskant einstuft. „Es bringt doch eh nichts“, will sie dir weißmachen. Halte ihr mit Fragen entgegen wie: „Wie wahrscheinlich ist es, dass meine Befürchtungen eintreten?“, „Was könnte überhaupt Schlimmes passieren?“ Sicher, Risikobereitschaft wird nicht immer belohnt. Doch sie ist Voraussetzung dafür, dein Leben durch abwechslungsreiche Erfahrungen farbiger zu machen.

Aktivität und Inspiration

Die vorangegangenen Tipps beinhalten überwiegend eine aktive Komponente. Dafür benötigt es erstmal Motivation, die zugegebenermaßen nicht immer leicht aufzubringen ist. Da kann es hilfreich sein, sich inspirieren zu lassen. Mache dir bewusst, dass es in der Welt noch viel zu entdecken gibt. Erweitere deinen Horizont durch entsprechenden Umgang. Umgebe dich mit aufgeschlossenen Menschen, die dich animieren, etwas aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten oder Dinge zu hinterfragen. Bestimmt hast du schon einmal jemandem zugehört, der voller Leidenschaft über etwas redet und gemerkt, dass dieser Funken der Begeisterung auf dich übergesprungen ist. Dazu gehört allerdings auch, dass du dich von Energie raubenden Menschen distanzierst. Jene, die neue Ideen sofort im Keim ersticken, weil sie gleich schon wissen, dass „das sowieso nichts wird“.

Wenn du Mut zur Lebendigkeit hast und dich aus dem Rahmen fallen lässt (natürlich ohne dich zu überfordern und soweit dir das körperlich und seelisch guttut), wirst du viel gewinnen. Dir öffnen sich neue Chancen, du wirst für andere interessanter. Vielleicht findest du neue Freunde, wirst selbstbewusster und toleranter. Du trainierst deine Lern- und Konzentrationsfähigkeit. Du kannst mitreden, lernst mit Unsicherheit umzugehen, bleibst flexibel. Du bist voller Energie, weil du ein Ziel vor Augen hast. Und jeden Tag hast du die Möglichkeit, deine Welt größer und bunter zu gestalten. Gier nach Neuem? Warum eigentlich nicht?

 

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