Ständig nervös? So kannst du innere Unruhe bekämpfen

Ständig nervös? So kannst du innere Unruhe bekämpfen

Ständig nervös? So kannst du innere Unruhe bekämpfen

Innere Unruhe überkommt uns manchmal in den merkwürdigsten Situationen. Jede von uns kennt sicher den Moment, in dem sie nachts um drei mit pochendem Herzen aufwacht und partout nicht mehr einschlafen kann. Stattdessen drehen sich die Gedanken um Themen, die uns beim Aufwachen nicht mehr halb so bedeutsam erscheinen wie noch in der Nacht davor.

Die Nervosität und die Unmöglichkeit, wieder zur Ruhe zu kommen, nennt man innere Unruhe.

Und auch wenn sie uns manchmal ganz schön bedrohlich erscheinen kann, heutzutage ist es fast normal, zeitweise an innerer Unruhe zu leiden. Ständige Verfügbarkeit, Karrieredruck und dann eventuell noch die Famile setzt gerade uns Frauen unter Erwartungen, die unsere Psyche förmlich verrückt spielen lassen.

Doch zum Glück gibt es Wege, zurück in die Achtsamkeit zu finden und die Nervosität zumindest für einige Zeit hinter sich zu lassen.

Woher kommt’s?

Erst einmal ist es wichtig, die Ursache der inneren Unruhe auszumachen. Steht am nächsten Tag das Vorstellungsgespräch für den Traumjob überhaupt an, oder hast du dich am Tag zuvor mit deinem Partner gestritten, ist sie vermutlich auf psychische Faktoren zurückzuführen.

Es gibt allerdings auch körperliche Ursachen für ein Gefühl innerer Unruhe. So kann beispielsweise eine Störung der Schilddrüsenfunktion Herzklopfen und Schweißausbrüche verursachen. Auch der Blutdruck oder eine Unterzuckerung können Empfindungen hervorrufen, die der Nervosität zum Verwechseln ähnlich sind. Daher ist es wichtig, bei ständiger innerer Unruhe ohne äußerlich sichtbare Ursache zum Arzt zu gehen. Oft kann dieser die Beschwerden bereits durch milde Mittel lindern, sollte die Ursache körperlicher Natur sein.

Die Sofort-Hilfe

Tritt deine Nervosität in ganz bestimmten Situationen auf, kannst du versuchen, dir mit erprobten Hausmitteln zu helfen.

  • Dazu gehört beispielsweise ein Entspannungstee mit Lavendel, Melisse oder, bei nervösen Verdauungsbeschwerden, auch Fenchel.
  • Auch das Hören von klassischer Musik oder einem beruhigenden Hörspiel aus der Kindheit kann Wunder wirken und einen unruhigen Geist sanft herunterfahren.
  • Eine tolle Möglichkeit, um Seele und Körper gleichermaßen zu entspannen, ist die Progressive Muskelentspannung. Dazu kannst du entweder jedes Körperteil nacheinander fünf Sekunden anspannen und wieder loslassen. Oder du folgst einem der zahlreichen Video-Tutorials, die auf YouTube kostenlos verfügbar sind.
  • Zuletzt gibt es auch die Möglichkeit, pflanzliche Präparate wie Bachblüten, Baldrian oder Hopfen einzunehmen. Hier sollte aber unbedingt eine vorherige Beratung durch die Apothekerin oder den Arzt erfolgen.

Nimm dein Leben unter die Lupe

Innere Unruhe kann sich oft anfühlen wie eine quälende Rastlosigkeit. Es ist daher häufig notwendig, auch deinen Lebensstil umzustellen, wenn du dir mehr Ruhe und Gelassenheit wünschst.

Helfen kann hier zunächst ein Blick auf die eigene Ernährung: Was trinkst und isst du am Morgen? Wie viele Tassen Kaffee sind es am Tag? Und sitzt du viel oder gibst du deinem Körper zwischendurch die Gelegenheit zur Bewegung? All das sind Faktoren, die unmittelbaren Einfluss auf die eigene geistige und körperliche Verfassung haben.

Wenn all diese Faktoren erfasst sind, geht es ans Eingemachte:

Gewohnheiten ändern für ein besseres Leben

Der Mensch ist und bleibt ein Gewohnheitstier. Daher finden wir es auch so fürchterlich unbequem, wieder mit dem Joggen anzufangen, das Rauchen aufzugeben oder das Smartphone, wie empfohlen, aus dem Schlafzimmer zu verbannen. Wer aber den inneren Schweinehund an die Leine legt, berichtet oft, dass sich das Ändern von Gewohnheiten wirklich lohnt.

Daher fang einmal damit an, die Lebensweise, die du vorher kritisch betrachtet hast, kleinschrittig zu verändern.

Ein gutes Beispiel sind fünf Minuten Meditation am Morgen. Bevor der Laptop eingehende Mails anzeigen und dein anstehender Tag dich unter Druck setzen kann, setz dich gerade und aufrecht hin, schließ die Augen und hör für fünf Minuten ruhige Musik oder eine kurze geführte Meditation. Konzentriere dich dabei auf deinen Atem und versuche, aufkommende Gedanken einfach fließen zu lassen. Der ganze Tag steht dir bevor und du hast noch genügend Zeit, dich allen Eventualitäten anzunehmen. Jetzt geht es aber um dich und deine geistige Gesundheit.

Außerdem kannst du dir einen neuen Schreibtischstuhl zulegen. So verspannt dein Nacken weniger und dein Rücken wird bei einem langen Tag im Büro wesentlich weniger in Mitleidenschaft genommen. Das Beste an diesem Tipp: Bis auf eine Investition von Geld musst du hier nichts unternehmen und trotzdem hilft dieser Schritt bereits.

Eine etwas schwierigere Umstellung ist das Einführen von festen Ritualen nur für dich. Das ist nicht notwendigerweise der teure Spa-Besuch einmal in der Woche. Auch ein Tag mit der selbstgemachten Gesichtsmaske, einer schönen Duftkerze und dem zeitlichen Freiraum für eine Yoga-Einheit wirkt schon Wunder, wenn du dich dabei entspannst und das gute Gefühl entwickelst, deinen Körper und deine Seele wertzuschätzen.

Am Anfang kann es aber eine gute Inspiration sein, einige Behandlungen oder Methoden auszuprobieren und dann zu merken, was dir am besten tut. Diese Investition wird sich langfristig auf jeden Fall auszahlen, denn du wirst mit der Zeit ein ganzes Repertoire an Aktivitäten entwickeln, denen du nachgehen kannst, wenn der Stress dich zu überwältigen droht oder besonders angespannte Zeiten bevorstehen.

Und falls gar nichts hilft?

Innere Unruhe kann auch ein Anzeichen drohender oder bereits bestehender psychischer Erkrankungen sein. Falls sich dein Leidensdruck daher nicht lindert oder sogar verstärkt, solltest du unbedingt ein Gespräch mit einer Psychologin oder einem Psychologen in Betracht ziehen. Außerdem kann es helfen, auch die Rahmenbedingungen deines Lebens in den Blick zu nehmen. Mobbing am Arbeitsplatz, eine fiese Chefin oder das Gefühl, in der eigenen Partnerschaft nur noch aus Gewohnheit zu bleiben, können sich irgendwann auf das psychische Wohlbefinden niederschlagen. Ein Schlussstrich kann hier manchmal auf einen Schlag Linderung herbeiführen.

Das Ändern des eigenen Lebens, im Großen oder Kleinen, erfordert natürlich oft Mut und Selbstüberwindung. Oft ist es aber der erste Schritt zu Glück, Erfüllung und echter Zufriedenheit. Und wünschen wir uns das nicht alle?
 

Foto: Tierney / stock.adobe.com

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