Krankheits-Fotos auf Social-Media-Plattformen: Wichtig für die Betroffenen

Krankheits-Fotos auf Social-Media-Plattformen: Wichtig für die Betroffenen

#GetYourSkinOut

Krankheits-Fotos auf Social-Media-Plattformen: Wichtig für die Betroffenen

Alice Weekes leidet seit Jahren unter starker Schuppenflechte. Die junge Engländerin postet drastische Bilder von sich im Internet, erhält dafür Anerkennung und Aufmunterung. So wie Alice bekennen sich zahlreiche Betroffene öffentlich zu der Hauterkrankung, die sich in unschönen roten Stellen auf der Haut äußert. Facebook und Instagram sind davon offenbar wenig begeistert: Die Netzwerke sollen vorübergehend etliche Schuppenflechte-Aufnahmen gelöscht haben.
 

Öffentliches Bekenntnis hilft Betroffenen

Alice Weekes aus Fareham im Süden Englands leidet unter einer extremen Form der Hautkrankheit Psoriasis, so der medizinische Begriff für Schuppenflechte. Kommt es zu einem Krankheitsschub, sind mitunter mehr als zwei Drittel ihres Körpers mit roten Flecken übersät!

Lange fühlte sich die 18-Jährige so unwohl in ihrer Haut, dass sie kaum mehr das Haus verlassen wollte und sich beim Einkaufen hinter dickem Make-up und unter einem Berg von Kleidung versteckte.

Als Alice erfuhr, dass auch im Rampenlicht stehende Promis wie Kim Kardashian unter Psoriasis leiden, wusste sie: „Ich bin nicht allein“. Und beschloss: „Ich will mich nicht mehr verstecken!“ Sie veröffentlichte auf Instagram Fotos von ihrer mit den Schuppenflechte-Symptomen übersäten Haut, um sich öffentlich zu ihrer Erkrankung zu bekennen und andere Betroffene zu ermuntern, es ihr gleich zu tun. Das öffentliche Bekenntnis hat Alice Selbstbewusstsein verliehen – und ihr geholfen, mit der Krankheit gelassener umzugehen.
 

GetYourSkinOut
 

Psoriasis-Fotos passen nicht zum schönen Social-Media-Schein

So wie Alice posteten viele Patienten ihre Psoriasis-Fotos. Die Beiträge versehen sie mit Hashtags wie #GetYourSkinOut und #psoriasiscommunity. Für die Social-Media-Welt anscheinend zu viel des Guten – Facebook und Instagram sollen vorübergehend viele der Krankheitsaufnahmen gelöscht haben.

Die Bilder entsprechen nicht dem Schönheitsideal, wie es bei Facebook und insbesondere Instagram gepflegt wird. Doch die von vielen als Zensur empfundene Löschaktion provozierte heftigen Protest. Die britische Psoriasis Association startete sogar die Petition „Stop the Censorship of Psoriasis on Social Media“. Die Kritik zeigte offenbar Wirkung: Facebook und Instagram sollen die Aufnahmen wieder zulassen.

 

Schuppenflechte: Hoher Aufklärungsbedarf

Schuppenflechte ist kein Randphänomen, die chronisch-entzündliche Hauterkrankung ist weit verbreitet: Weltweit gibt es geschätzt etwa 125 Millionen Erkrankte. Kommt es zu einem Schub, bilden sich auf der Hautoberfläche juckende rote Flecken mit silbrigen Schuppen. Das hat oft zur Folge, dass Betroffene angestarrt und gemieden werden – viele Menschen glauben fälscherweise, die Krankheit sei ansteckend. Aufklärung ist daher umso wichtiger, auch über die sozialen Netzwerke.
Psoriasis ist übrigens nicht heilbar, lässt sich aber meist gut therapieren. Patienten mit starker Schuppenflechte erhalten Tabletten, Spritzen oder Infusionen. Zudem können neuartige Biologika wie Secukinumab helfen, die Entzündungsreaktionen im Körper blockieren.
 

psoriasiscommunity

 

Fotos: Copyright hgm-press / MEDIA DRUM

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