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Was haben die Leute nicht geredet… Die Zicke von Germany’s Next Topmodel auch noch im Dschungelcamp? Dass in Fiona Erdmann alles andere steckt als eine 0815-TV-Göre zeigt sie uns im exklusiven Gespräch: Wie das Leben in der Öffentlichkeit sie prägt, wie sie mit Gerüchten und Vorwürfen umgeht und wie wichtig dabei das Privatleben ist, erzählt uns Fiona im Interview.

Es gibt so viele junge Mädchen, die im Rampenlicht stehen wollen. Hast du ein Tipp für unsere Leserinnen, was man tun sollte, um den Glamour so genießen zu dürfen wie du?
Also nur mal vorweg. Das Leben im Rampenlicht hat nicht immer viel mit Glamour zu tun. Dahinter steckt viel harte Arbeit und vor allem konsequenter Kampf dabei zu bleiben. Außerdem ist es wichtig, dass man nicht wegen dem Glamour sondern wegen einer Leidenschaft zu einem Beruf der mit dem Rampenlicht zu tun hat, dabei sein möchte. Du musst dein Ziel einfach immer verfolgen. Models sollten es erst einmal bei ein paar Modelagenturen versuchen und jeder der Schauspieler werden möchte, sollte sich überlegen eine Schauspielschule zu besuchen. Castingshows sind natürlich auch eine Option, aber auch nicht immer nur hilfreich.

Es gibt so viele Stars und Sternchen, die durch das Leben in der Branche total abheben und in schiefe Bahnen geraten. Verliert man sehr schnell den Boden unter den Füßen in der Welt von Glitzer und Glamour, wenn man nicht aufpasst? Was ist wichtig, damit das nicht passiert?
Ich denke, dass das sehr schnell passieren kann. Vor allem wenn das Umfeld dann nicht auf einen aufpasst. Die Familie und gute Freunde sind das wichtigste. Sie erden einen immer wieder und bringen einen auf den Boden zurück – wenn es denn die richtigen Freunde sind.

Du wurdest oft als Zicke dargestellt. Stimmt das wirklich? Was denkst du darüber, wie kommt so ein Urteil?
Naja mittlerweile ist das zum Glück kein großes Thema mehr. Zu GNTM Zeiten war das natürlich extrem. Aber man muss sich mal überlegen, dass das mittlerweile über 7 Jahre her ist. Ich bin ja nun auch erwachsen und vor allem reifer geworden.
Ich würde aber von mir selbst nicht wirklich behaupten, dass ich eine Zicke bin. Ich bin eine Frau, die weiß, was sie will, die sagt was sie denkt, aber dennoch immer respektvoll zu den Menschen ist. Nur weil man ehrlich ist und eine starke Persönlichkeit hat, muss man ja nicht gleich eine Zicke sein. Aber dennoch, manchmal steckt natürlich auch in mir mal eine Zicke. Das ist allerdings nicht meine einzige Charaktereigenschaft , auch wenn es manchmal so dargestellt wird.

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Ist es ein hartes Los in der Öffentlichkeit zu stehen? Wie geht man mit Kritik und Vorwürfen um?
Wenn du eine Person des öffentlichen Lebens bist, wirst du natürlich auch immer beurteilt und bewertet. Dass es Menschen gibt, die mich nicht mögen und immer etwas auszusetzen haben, daran habe ich mich mittlerweile gewöhnt. Egal, was man macht, man kann es nicht jedem Menschen recht machen. Ich habe mich damit abgefunden, dass es immer wieder Menschen gibt, die mich angeblich sogar besser kennen oder mehr über mich wissen, als ich selber .
Als ich nach dem Dschungel zurück nach Hause kam und sah, dass sich tatsächlich Ärzte vor die Kamera gesetzt haben und behaupteten zu wissen, ich habe Bulimie oder Magersucht, dachte ich echt: Gehts noch?
Interessant, wenn das sogar Menschen sagen, die mich nicht einmal untersucht, geschweige denn einmal in natura gesehen und erlebt haben. Auch gibt es Menschen, die über mich sagen, dass ich von mir denke ich sei die größte Nummer. Wer mich wirklich kennt, der kann da sicherlich anderes behaupten. Ich kann dazu nur sagen, dass man die Leute reden lassen sollte und am besten sich selbst treu bleibt. Ich bleib so wie ich bin, egal was die anderen sagen!

Du hast wahnsinnigen Ehrgeiz. Das finden wir persönlich großartig. Woher kommt das? Warst du schon immer so ehrgeizig?
Danke 🙂 Ich glaube einfach fest daran, dass wenn man hart für etwas arbeitet, am Ende auch belohnt wird. Und ich möchte mein Leben nutzen und mir vor allem meine Träume erfüllen. Da reicht es nicht auf seinem Hosenboden zu sitzen und darauf zu warten, dass etwas in seinem Leben passiert. Meine Mutter sagte immer: Von nichts kommt nichts! Also hab ich den Ehrgeiz auch sicherlich von meiner Mutter vereerbt bekommen.

Eine Frau mit so viel Ehrgeiz hat doch sicherlich auch Vorsätze? Das Jahr hat neu begonnen und kannst du uns verraten, worauf wir uns denn freuen können. Was werden wir von dir sehen? Was hast du dir vorgenommen?
Ich werde dieses Jahr auf jeden Fall meinen Onlineshop neu eröffnen. Neue Marken, neues Designs und viele tolle Aktionen sind in Planung. Zusätzlich werde ich dieses Jahr wieder viel vor der Kamera stehen. Sowohl für eine Serie als auch für einige TV Shows.
Außerdem werde ich dieses Jahr auch noch ein paar Modeljobs machen. Ich hatte das Modeln zwar schon an den Nagel gehängt, aber Ende letzten Jahres wurden die Anfragen nun doch wieder mehr. Somit wird das Modeln auch dieses Jahr von Bedeutung sein.

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Würdest heute den jungen Mädels oder auch Jungs raten in Shows zu gehen wie GNTM und Dschungelcamp? Was hältst du inzwischen von solchen Formaten? Verfolgst du immer die aktuellen Staffeln?
Wer Interesse hat, bei GNTM mitzumachen, sollte das auch tun. Wichtig ist nur, dass man sich bewusst ist, was alles auf einen zukommen kann.
Mittlerweile kann man das ja ganz gut einschätzen. Zu meiner Zeit, wusste ich noch nicht wirklich, was mich nach so einer Castingshow erwartet.
Man sollte sich also gut vorbereiten. Die Show vorab anschauen, sich Ratschläge von Freunden und Familie einholen und vor allem wissen, dass es sein kann, dass man 3-4 Monate von Zuhause weg sein kann. Wer also eine eigene Wohnung hat, sollte sich darauf gefasst machen, nichts zu verdienen und trotzdem weiter laufende Kosten zu haben. Das sind Dinge, an die man im ersten Moment nicht denkt. Aber am Ende so wichtig für einen sind.
Das Dschungelcamp kannst du ja nicht einfach so mitmachen. Dafür muss man angefragt werden. Bewerben geht da nicht 😉
Aber ich kann für mich sagen, dass es eine wunderschöne und aufregende Zeit für mich war. Viele glauben mir das nicht, aber das liegt daran, dass die Zuschauer max 10-15% von den Momenten, die wir im Dschungel erlebt haben, zu sehen bekamen. Und das waren meistens nur die schlimmen, brisanten und extremen Momente. Dass wir auch wirklich harmonische, lustige und tolle Momente hatten, haben dabei nur wenige gesehen. Alles in allem kann ich nur sagen, dass es auf den Menschen ankommt, ob man an solchen Shows teil nimmt.
Selbstbewusstsein, dickes Fell, guter Rückhalt und ein engagiertes Management sind bei einer Teilnahme bei solchen Formaten ein muss.

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Inwiefern haben dich die TV-Formate, an denen du teilgenommen hast (GNTM und Dschungelcamp), verändert? Bist du abgehärteter? Oder vielleicht stärker geworden?
Naja, diese Formate haben natürlich mein Leben geprägt. Hört sich krass an, ist aber so.
GNTM hat mich unheimlich schnell erwachsen werden lassen. Ich musste auf einmal mit so vielen neuen Situationen klar kommen und habe auch viele Niederlagen einstecken müssen.
Explizit in der Zeit nach GNTM. Da musste ich dann erst einmal alleine schauen, wie es mit mir weiter geht. Mit 18 und einer eigenen Wohnung weit weg von Zuhause war das nicht immer leicht. Der Dschungel war natürlich auch eine krasse Erfahrung. Ich habe durch dieses Erlebnis erst einmal gemerkt, was ich im Stande bin zu leisten. Ich hätte vorab niemals gedacht, dass ich all diese Prüfungen schaffe. Aber wenn man sich wirklich konzentriert und einen eisernen Willen hat, dann schafft man alles! Wirklich alles! Und das hat mich der Dschungel definitiv gelehrt.

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Du bist zwar immer noch auf Modeveranstaltungen wie der Fashion Week anzutreffen, hast dich von der Branche aber distanziert. Wie kommt das? Was sind die guten, was die schlechten Seiten an dieser Welt?
Ich habe das Modeln wirklich sehr gerne gemacht. Gestört hat mich allerdings immer, dass ich so ehrgeizig sein konnte wie ich wollte. Wenn mein Gesicht nicht gepasst hat, dann hat es halt nicht gepasst. Ich wollte eine Arbeit machen, die ich ehrgeizig verfolgen kann und am Ende auch etwas daraus resultiert. Nicht schöpferisch tätig zu sein, am Ende nichts mitentscheiden zu dürfen und immer nur das Modepüppchen zu sein, hat mich auf Dauer einfach nicht glücklich gemacht. Ich wollte an diesem Tisch sitzen und entscheiden, welches Mädchen für meine Firma modelt und nicht das Model sein, das aussortiert werden kann.
Wenn jetzt mal ein Job als Model reinkommt, dann mache ich das gerne. Aber nur Model zu sein und sich immer nur auf das Äußere reduzieren zu lassen, das bin nicht ich!

Von dir hört man kaum Privates. Ist es dir wichtig, Arbeit und Privatleben strikt auseinander zu halten? Wie schwierig ist das für jemanden, der in der Öffentlichkeit steht?
Eigentlich ist das nicht so schwer. Ich habe meinen Mann schon immer aus der Öffentlichkeit rausgehalten. Wir kennen uns seit über 12 Jahren und sind nun seit über 10 Jahren zusammen, davon 3 verheiratet. Er ist der wichtigste Mensch in meinem Leben und ich weiß, wie gut die Presse so etas zerstören kann. Ich wollte meine Beziehung nicht auch noch von anderen Menschen bewerten lassen. Das können wir ganz gut selbst.
Das schöne daran ist vor allem, dass ich so in meiner „ alten normalen Welt“ leben kann.
Bei meinem Mann kann ich einfach immer ich sein und das genieße ich sehr.

Foto credits: Fiona Erdmann by Eike Thomsen