Also schön. Kolumnisten sollen sich ja grundsätzlich einfach aufregen. Über was auch immer. Und ich rege mich gerne auf, einfach, weil ich zu vielem eine Meinung habe. Was mich derzeit unglaublich nervt, sind Dreistigkeit und Unhöflichkeit. Fehlender Anstand spielt da auch mit rein. Das fängt bei Schmatzgeräuschen an und hört bei einer nicht tragbaren Wohnsituation auf.
Mein Plädoyer für eine Welt ohne Menschen, die mich nerven!

Ja, das meine ich so. Pew Pew. Es gibt so unglaublich viele Marotten im Alltag von Mitmenschen, über die ich mich stundenlang aufregen könnte. Da wäre zum Beispiel der Taxifahrer von heute, der in seinem pupskleinen Wagen im Sitz lag, als säßen wir in einem Go-Kart. Super lässig? Super unnötig, denn kaum eine meiner Wegweisungen hat er verstanden, weil er damit beschäftigt war, die Serpentinen so entlangzurasen, dass mein Mittagessen (fast) neben mir Platz nahm. Natürlich ist er an der Hauseinfahrt vorbeigefahren – warum auch nicht, ist ja nur sein Job, mich von A nach B zu bringen, ohne dass ich ihn ständig korrigieren und mich gleichzeitig auf meine Magengegend konzentrieren muss.

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Kommen wir aber zum schlimmsten Zeitgenossen, der immer wieder meinen Weg kreuzt: Der Schmatzer. Ja, es gibt Menschen, die schmatzen. Das liegt an mangelnder Erziehung oder an mangelnder Aufmerksamkeit. Unter beidem leiden nicht nur sie, sondern auch ihre Mitmenschen (ich).

Letzte Woche saß ich am Flughafen in Florida total entspannt vor meinem Laptop, als ein Mann (Typ Südländer) es doch wirklich schaffte, mit seinem Zahnstocher so laute und für meine Ohren rein perverse Töne von sich zu geben, dass ich absolut nicht in der Lage war zu arbeiten. An dieser Stelle sei noch hinzugefügt, dass meine Todesblicke in seine Richtung natürlich falsch gedeutet wurden.

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Es könnten noch hundert Beispiele der letzten Wochen folgen und die verrückte Vermieterin, die mich von heute auf morgen aus meinem Zimmer geworfen hat, macht die Liste nur noch länger.

Ach Freunde, im Allgemeinen plädiere ich doch einfach nur für Höflichkeit! Meine Güte, das war doch mal eine Tugend und nicht das Ende der Welt? Ich meine, wenn irgendein pubertierender Gangsterbubi meint, dass es verdammt männlich sei, mit einem Zahnstocher im Mund seine Essensreste herauszupuhlen, dann nur zu und guten Appetit. Aber was ist denn mit den scheinbar erwachsenen Menschen um mich herum? Warum ignorieren so viele die Anwesenheit anderer? Warum nehmen sich manche Zeitgenossen so viel Raum ein, dass andere das Gefühl haben müssen, gar nicht an Ort und Stelle sein zu dürfen?

Ich hasse laute Menschen, ich hasse raumeinnehmende Menschen, aber – above all – hasse ich wirklich schmatzende Menschen. Und ja, schon klar, die meisten von euch werden mich hier belächeln und sich fragen, warum ich mich denn nicht einfach entspannen könne? Sei doch alles nicht so tragisch.
Stimmt, es ist nicht tragisch. Aber wenn wir uns den lieben langen Tag nur um die wirklich wichtigen Dinge im Leben kümmern würde, dann gäbe es a) keine Ungerechtigkeiten mehr auf dieser Welt und b) fließendes Wasser für alle.
Was ich damit sagen will ist: Manchmal ist es gesund, sich aufzuregen. Zu wissen, dass die Grenzen und Freiräume unserer Mitmenschen respektiert werden sollten. Schließlich handelt es sich doch um eine klassische Wie-du-mir-so-ich-dir-Situation.

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Das sollte genauso selbstverständlich sein, wie nicht mitten auf dem Gehweg zu pinkeln oder die Cola der Mitbewohnerin leer zu trinken. Frechheit. Ich sag’s ja nur.
 

Foto: Lip Lock Rock von gre.ceres (flickr) via cc by 2.0