Stressfrei und gesund im Homeoffice

In den eigenen vier Wänden arbeiten – das bringt viele Vorteile mit sich, aber auch den einen oder anderen Nachteil. Das betrifft nicht nur Störquellen wie die spielenden Kinder im Hintergrund oder den klingelnden Postboten, sondern auch deine Gesundheit. Denn vor allem im Homeoffice neigen viele Menschen dazu, gesundheitliche Aspekte zu vernachlässigen. Klar, auf dem Sofa arbeitet es sich schließlich viel gemütlicher als am Schreibtisch und Pausen braucht sowieso niemand, richtig? Falsch! Denn auch oder gerade im Homeoffice ist es wichtig, auf deine Gesundheit zu achten. Folgende Tipps helfen dir dabei.

Ist das Homeoffice per se (un-) gesünder?

Viele Menschen entscheiden sich freiwillig für das Homeoffice, ja wünschen sich dieses sogar, denn es verspricht ein entspannteres Arbeiten. Kein hoher Blutdruck am Morgen, wenn du stundenlang im Stau stehst. Kein Lärm im Großraumbüro und ständig klingelnde Telefone. Und kein Chef, dessen Anwesenheit alleine für eine angespannte Atmosphäre sorgt. Es sind diese kleinen Stressoren im Berufsalltag, die du durch die Arbeit in den eigenen vier Wänden zu großen Teilen umgehen kannst. Tatsächlich kann das Homeoffice somit ein Plus für deine Gesundheit sein, vor allem durch die Reduzierung von Stress.

Trotzdem lauern auch hier einige Gefahren, und zwar bevorzugt auf der körperlichen Ebene. Denn im Unternehmen wird mehr darauf geachtet, dass die Büroausstattung ergonomisch ist, dass die Mitarbeiter nicht zu viele Überstunden machen und dass ihre Gesundheit noch in vielerlei Hinsicht geschont wird. Zudem hast du im eigenen Zuhause zwangsläufig weniger Bewegung, da beispielsweise die Wege vom und zum Arbeitsplatz oder zwischen den Büros entfallen. Und damit ist die Liste an Beispielen noch lange nicht zu Ende.

Es lässt sich daher nicht sagen, die eine oder andere Arbeitsweise sei per se gesünder beziehungsweise ungesünder. Stattdessen liegt es an dir, das Meiste aus der Möglichkeit zur Arbeit im Homeoffice herauszuholen – auch in gesundheitlicher Hinsicht.

Typische Gesundheitsprobleme, die im Homeoffice entstehen…

Fakt ist also, dass du im Homeoffice selbst die Verantwortung für deine Gesundheit trägst und diese nicht – oder in geringerem Ausmaß – an den Arbeitgeber abwälzen kannst. Das betrifft nicht nur die Reduzierung von Stress, sondern auch viele kleine Maßnahmen, die deinen Alltag gesünder gestalten; oder eben ungesünder.

Das Arbeiten auf dem Sofa wurde bereits genannt und ist ein typisches Beispiel, wie verlockend es im eigenen Zuhause sein kann, gewisse Grundregeln für gesundes Arbeiten zu vernachlässigen. Zugegeben: Solche Gewohnheiten rächen sich nicht sofort. Hin und wieder sind sie daher kein Problem. Wenn die Ausnahme aber zur Regel wird, können die Folgen für die Gesundheit verheerend sein. Es ist daher wichtig, dich einmal intensiv mit den Gesundheitsgefahren auseinanderzusetzen, die im Homeoffice lauern (können) – und entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Denn Prävention ist bekanntlich besser als Reaktion. Welche gesundheitlichen Risiken sind also typisch im Homeoffice und wie sehen die jeweiligen Lösungen aus?

Typische Gesundheitsprobleme, die im Homeoffice entstehen

…und ihre überraschend simplen Lösungen

Die gute Nachricht lautet: Gesundheitsprävention ist im Homeoffice einfacher, als du vielleicht denken würdest. Schon einige simple Grundregeln und Maßnahmen reichen im Regelfall aus, um (Folge-) Schäden durch das „falsche“ Arbeiten in den eigenen vier Wänden zu verhindern:

1. Problem: Stress

Die Annahme, der Stress würde im Homeoffice auf magische Weise einfach verschwinden, ist ein Irrtum. Auch im eigenen Zuhause gibt es schließlich Stressoren, seien sie aus dem privaten Umfeld oder durch die Arbeit selbst – wenn sich vielleicht die „To-Dos“ häufen und du das Gefühl hast, nicht mehr hinterher zu kommen.

Lösung: Du solltest daher ein Gespür dafür entwickeln, ob du gestresst bist und weshalb. Das gilt auch im Arbeitsalltag zuhause. Anschließend ist es natürlich wichtig, diese Stressoren zu eliminieren. Du kannst beispielsweise das Smartphone ausschalten, Aufgaben delegieren, dein Zeitmanagement verbessern oder andere, in deinem Fall sinnvolle, Maßnahmen ergreifen. Oft sind es dabei schon kleine Veränderungen, die einen großen Unterschied machen.

2. Problem: Ungeregelte Arbeitszeiten

Stress wird im Homeoffice häufig auch dadurch verursacht, dass du mehr Eigenverantwortung für deine Arbeitszeiten trägst. Viele Menschen neigen nämlich zum Prokrastinieren und hinken dadurch bei der Arbeit stets hinterher. Vielleicht machst du sogar viele (unbezahlte) Überstunden oder dein Berufs- und Privatleben verschmelzen vollkommen miteinander. Pausen sind ebenfalls ein wichtiges Thema, das im Homeoffice nur allzu gerne vernachlässigt wird.

Lösung: Auch im Homeoffice ist es wichtig, dass du dir geregelte Arbeitszeiten setzt. Du kannst diese zwar freier gestalten und somit mehr an deinen Rhythmus anpassen – aber einen solchen Rhythmus solltest du dennoch kreieren und beibehalten. Es sollte also einen Arbeitsbeginn, regelmäßige Pausen, einen Feierabend und ein Wochenende geben.

3. Problem: Rückenbeschwerden

Sei es durch Stress oder einfach eine falsche Haltung: Rückenbeschwerden sind zu einer regelrechten Volkskrankheit geworden und daran ändert auch das Homeoffice nichts. Hast du deinen Stress durch die bisherigen Tipps bereits minimiert, ist die Ergonomie daher noch ein essentielles Thema. Das Arbeiten auf dem Sofa, im Bett oder an einem anderweitig ungeeigneten Arbeitsplatz kann nämlich zu Muskelverspannungen, Rückenschmerzen oder gravierenden Folgen wie einem Bandscheibenvorfall führen.

Lösung: Wichtig ist deshalb, auch im Homeoffice einen ergonomischen Arbeitsplatz einzurichten, was beispielsweise den Stuhl, den Tisch, den Bildschirm & Co betrifft. Inwiefern die Kosten hierfür durch deinen Arbeitgeber übernommen werden, gilt es im Einzelfall zu klären. Aber auch, wenn du diese ganz oder teilweise selbst tragen musst, handelt es sich um eine Investition in deine Gesundheit; hierbei solltest du nicht an der falschen Stelle sparen.

4. Problem: Kopfschmerzen

Kopfschmerzen sind ebenfalls ein häufiges Problem, das (nicht nur) im Homeoffice entsteht. Diese können in unterschiedlicher Intensität und Art auftreten, gegebenenfalls mit oder ohne Begleiterscheinungen. Auch die Ursachen der Kopfschmerzen können vielfältig sein, ein häufiger Grund ist aber das Homeoffice, denn Stress, Bewegungsmangel, eine Überanstrengung der Augen oder eine falsche Haltung können Kopfschmerzen hervorrufen – und treten bei der Arbeit in den eigenen vier Wänden oft in Kombination auf.

Lösung: Falls du häufig unter Kopfschmerzen leidest oder diese sehr stark sind, ist es wichtig, deren Ursache ärztlich abklären zu lassen. Du kannst aber durch simple Maßnahmen solche Kopfschmerzen oft präventiv verhindern oder zumindest lindern. Die Reduktion von Stress und ein ergonomischer Arbeitsplatz wurden als Tipps bereits genannt und spielen auch hierbei eine wichtige Rolle. Ebenso solltest du ausreichend Bewegung in die Pausen und deine Freizeit integrieren sowie weitere Maßnahmen ergreifen, um eine Überanstrengung der Augen im Sinne eines „Office-Eye-Syndroms“ zu vermeiden.

5. Problem: Einsamkeit

Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass im Homeoffice noch andere, aber weniger offensichtliche Gefahren für die Gesundheit lauern. Die Einsamkeit ist hierbei ein wichtiges Stichwort, denn diese macht vielen Menschen bei der Arbeit in den eigenen vier Wänden zu schaffen. Der Klatsch und Tratsch in der Kaffeepause, der Plausch mit den Kollegen, das gemeinsame Mittagessen – all das fällt im Homeoffice weg und vor allem, wer zuhause eben keinen Partner, keine Mitbewohner oder Kinder hat, fühlt sich schnell einsam. Das kann zu schweren psychischen Belastungen führen und somit zu stressbedingten Erkrankungen oder sogar bis hin zum Tod.

Lösung: Wichtig ist daher, dass du auch, oder vor allem, bei der Arbeit im Homeoffice auf ausreichend soziale Kontakte achtest. Du kannst dich in deiner Freizeit mit Freunden treffen, einen Kollegen mittels Videochat anrufen, in der Mittagspause mit der Familie essen oder viele weitere Maßnahmen ergreifen. Hauptsache, du hältst dich eben nicht nur alleine in den eigenen vier Wänden auf – auch, wenn das komfortabel erscheint.

Schlechte Ernährung im Homeoffice

6. Problem: Schlechte Ernährung

Zuletzt etablieren viele Menschen im Homeoffice nicht nur durch den bereits erwähnten Bewegungsmangel einen ungesunden Lifestyle, sondern auch durch die schlechte Ernährung. Sie verlieren hier ebenfalls ihren Rhythmus oder setzen nur noch auf schnelle Fertiggerichte…

Lösung: …dabei ist gerade die Arbeit im Homeoffice eine hervorragende Möglichkeit für gesunde Ernährung – und zwar deutlich gesünder als in der Kantine. Du kannst schließlich in Ruhe selbst kochen und es gibt durchaus viele Rezepte, die schnell gehen und lecker sind, aber eben gesund. Am besten machst du dir für jede Woche im Voraus einen Essensplan und kaufst alle benötigten Zutaten ein. Oder kochst sogar am Abend vor, dann geht in der Mittagspause am nächsten Tag alles ganz schnell. Deine Gesundheit wird es dir danken!

 

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