Bei Entscheidungen auf deine innere Stimme zu hören ist erlernbar.

Hast du je den richtigen Riecher für etwas gehabt? Bist du je einem Bauchgefühl gefolgt? Hast du jemals auf dein Herz gehört und dadurch dein Ziel erreicht? Mit Sicherheit hast du, denn Intuition ist der unsichtbare Kompass jedes Lebens. Die Stimme des Herzens, das Gefühl in der Magengrube und der richtige Riecher – all das ist Intuition. Ein Gespür, eine Vorahnung oder ein sechster Sinn.

Die Intuition hat viele Namen und genauso viel hat sie geleistet. Sie hat den Menschen bewegende Kunstwerke kreieren lassen. Sie hat Pioniere angeleitet und gewaltige Entwicklungen ermöglicht. Die Intuition hat sogar Leben gerettet und wird zu diesem Zweck mittlerweile sogar bewusst im Militär trainiert. Intuitives Leben ist kein Hokuspokus, sondern ein lernbares Konzept, das heutzutage vor allem mit besseren Entscheidungen assoziiert wird.
 

Intuition und Verstand – die zwei Ebenen der Entscheidung

Wir Menschen kennen zwei Wege, um Entscheidungen zu treffen:

1. Entscheidungsebene Verstand:

Da wäre einerseits die logische Entscheidung, die uns der Verstand bereitstellt. Verstandsentscheidungen basieren auf Gedanken, Erfahrungen und logischen Schlüssen. Die Verstandsentscheidung besteht so aus der objektiven Analyse der gegenwärtigen Situation, der Berücksichtigung von vergangenen Situationen und der mentalen Ausarbeitung von Zukunftsszenarien. Verglichen mit der Gefühlsebene arbeitet die Verstandsebene relativ objektiv. Das ist ein großes Manko, denn Erfolg und Glück sind subjektive Begriffe. Dass die Verstandsebene auf Basis von Gedanken entscheidet, ist ein zweites Manko der Verstandsentscheidung. Deine Gedanken sind nämlich so irreal wie ein Hollywoodfilm. Die Zukunftsszenarien, die du auf Basis von Erfahrung und logischen Schlüssen in Gedanken ausarbeitest, müssen daher nicht zwingend eintreten. Wenn du Pech hast, erarbeitet die Verstandsentscheidung ihre Szenarien mithilfe von Allgemeinwissen oder fremden Erfahrungen. Hast du Glück im Unglück dann tut sie es auf Basis deiner eigenen, aber vergangenen Erfahrungen. Allgemeines Wissen hilft dir auf dem Weg zu deinem persönlichen Glück und Erfolg wenig. Schon die Worte allgemein und persönlich beißen sich beträchtlich. Auch deine vergangenen Erfahrungen helfen dir bei einer gegenwärtigen Entscheidung aber nicht viel weiter, denn sie sind vergangen und du hast dich in der Zwischenzeit weiterentwickelt. Die Entscheidung auf Basis vergangener Erfahrung lässt dich an der Vergangenheit festhalten, wie ein ängstliches Kind an der Mutter. Sicher möchtest du neue Erfahrungen sammeln und dir die Zukunft nicht von deiner Vergangenheit aussuchen lassen. Gedanken trüben deinen Blick für die aktuelle Situation und ohne klaren Blick auf deine Situation wirst du keine guten Entscheidungen treffen.
 

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2. Entscheidungsebene Intuition:

Unser zweiter Weg der Entscheidung basiert nicht auf mentalen Konzepten, sondern ausschließlich auf einem Gefühl oder anders gesagt der Intuition. Was auf dem Entscheidungsweg der Intuition zählt, ist nicht objektiv, sondern subjektiv, also persönlich. Das passt schon besser zum persönlichen Glück, oder? Die Zukunftsszenarien des Verstands spielen für die Intuition keine Rolle. Während der Verstand noch ausarbeitet, hat die Gefühlsebene ihre Entscheidung längst getroffen. Woran das liegt? Ganz einfach: für deine Intuition spielen weder die Vergangenheit, noch mögliche Zukunftsszenarien eine Rolle. Intuitives Entscheiden ist Entscheiden im Moment und für den Moment. Dass intuitive Entscheidungen in der Regel vielversprechender sind, als Verstandsentscheidungen liegt an ihrer Distanz zu deinen Gedanken. Eine gute Entscheidung ist immer perfekt auf den Moment abgestimmt. Diese optimale Abstimmung gelingt dir nur, wenn du den Augenblick auch wirklich wahrnimmst. Gedanken überschatten aber den gegenwärtigen Moment. Sie trüben die Wahrnehmung, die für die intuitive Entscheidung allesentscheidend ist. Von den Millionen Wahrnehmungen, die täglich auf uns einprasseln, erreichen nur wenige unser denkendes Bewusstsein. Stell dir das denkende Bewusstsein einfach als Königreich vor. Dein Verstand ist die Mauer um dieses Reich herum. Er hält also alle Wahrnehmungen außerhalb, die er als irrelevant oder unvorstellbar empfindet. Ob sie tatsächlich irrelevant sind, spielt dabei keine Rolle. Anders als dein denkendes Bewusstsein ist deine Intuition nicht von außen abgeschottet und hat so Zugriff auf die beachtliche Summe aller möglichen Wahrnehmungen. Auf Basis dieser Summe erkennt die Intuition den Augenblick besser und ungetrübter. Sie rät dir so zu einer Entscheidung, die deiner Situation wirklich angemessen ist.
 
die Kraft der Intuition
 

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Intuitives Entscheiden ist ein lernbares Lebenskonzept

Verstandsentscheidungen sind nach außen orientiert und hängen von der Vergangenheit ab. Oft basieren sie sogar auf den Erfahrungen anderer, auf Ängsten, Zweifeln oder anderen Negativaffekten. Dass die Intuition die besseren Entscheidungen trifft, ist da relativ selbsterklärend, denn intuitives Entscheiden basiert relativ ausschließlich auf Aufmerksamkeit für den Moment. Diese Aufmerksamkeit ist lernbar. Daher lässt sich auch die Intuition trainieren. Um intuitiv entscheiden zu lernen, musst du zuerst engen Kontakt zu dir selbst knüpfen. Du musst bewusst in dich hinein horchen und deine Gedanken ausschalten. Je öfter du auf deine innere Stimme hörst, desto lauter wird sie werden. Nehme dich aus der alltäglichen Hektik heraus, suche die Einsamkeit und nehme Kontakt zu deiner inneren Stimme auf, um in Zukunft bessere Entscheidungen zu treffen.

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1. Schritt: Um dich besser kennenzulernen, führe ein Tagebuch. Damit knüpfst du einen Draht zur eigenen Person.

2. Schritt: Um deine Gedanken auszuschalten, meditiere, treibe Sport oder übe dich in Yoga.

3. Schritt: Um dein Unterbewusstsein kennenzulernen, führe ein Traumtagebuch. Probiere dich in kreativem Schreiben aus, male und zeichne. Kreiere.

4. Schritt: Sobald eine Entscheidung ansteht, setzt du das Gelernte um. Schalte deine Gedanken aus und nimm die Situation einfach nur wahr ohne sie zu bewerten oder lange darüber nachzudenken. Horche in dich hinein und vertraue deiner inneren Stimme.

 

Viel Spaß und Erfolg bei den zukünftigen Dialogen mit deiner Intuition.

 

Fotos: olaser, Panptys/iStock.com