Du willst eine Website für deine Selbstständigkeit erstellen. Dafür musst du drei Entscheidungen treffen: Was soll eine Besucherin dort erledigen können? Welche Technik kannst du selbst pflegen? Und was darf die Seite einschließlich deiner Arbeitszeit kosten?
Dieser Leitfaden richtet sich an Selbstständige, die Dienstleistungen anbieten und über ihre Website Anfragen erhalten möchten. Ein Onlineshop mit Warenkorb oder ein Mitgliederportal braucht eine andere Planung.
Website selbst erstellen: Baukasten, WordPress oder Unterstützung?
Entscheide nicht zuerst nach einer schönen Vorlage. Schreibe auf, was deine Website können muss: Leistungen erklären, Arbeitsproben zeigen und Anfragen ermöglichen. Notiere getrennt, was später dazukommen könnte, etwa mehrere Sprachen oder eine Buchungsfunktion.
| Weg | Passt eher, wenn … | Vorher klären |
|---|---|---|
| Baukasten | du einen überschaubaren Auftritt selbst betreuen möchtest und die vorhandenen Funktionen reichen. | Preis nach der ersten Vertragsperiode, eigene Domain, Exportmöglichkeiten, Buchungs- und Formularfunktionen. |
| Selbst gehostetes WordPress | du Inhalte und Funktionen flexibel ausbauen möchtest und Wartung organisieren kannst. | Hosting, Backups, Updates, kostenpflichtige Erweiterungen und Zuständigkeit bei Fehlern. |
| Umsetzung mit Dienstleisterin oder Agentur | dir Zeit oder Fachwissen fehlen oder besondere Anforderungen bestehen. | Welche Texte, Bilder, Seiten, Korrekturen und laufenden Leistungen sind enthalten? |
WordPress ist als Software ohne Lizenzgebühr nutzbar. Daraus folgt nicht, dass eine fertige WordPress-Website kostenlos ist: Hosting, Einrichtung und gegebenenfalls Erweiterungen kommen hinzu. Das ist von einem gehosteten Komplettangebot zu unterscheiden. Die WordPress-Dokumentation beschreibt die Möglichkeiten der Software.
Was kostet eine Website für Selbstständige?
Eine einzelne Monatsgebühr sagt wenig über die Gesamtkosten aus. Vergleiche für zwölf Monate und prüfe, ob alle Beträge auf derselben Basis angegeben sind, also inklusive oder ohne Umsatzsteuer. Zähle eine enthaltene Domain nicht noch einmal als Zusatzkosten.
- Einmalig: Konzeption, Texte, Bilder, Einrichtung, Übertragung bestehender Inhalte und rechtliche Prüfung.
- Laufend: Tarif oder Hosting, Domain, E-Mail, Erweiterungen, Wartung und gegebenenfalls externe Unterstützung.
- Eigene Zeit: Inhalte vorbereiten, Technik einrichten, testen und aktuell halten.
Setze deine tatsächlichen Angebote ein. Auch die IHK Rhein-Neckar weist darauf hin, dass Gründungskosten vom Vorhaben abhängen und allgemeine Angaben nur Richtwerte sind.
Welche Inhalte gehören auf die erste Website?
Für eine einzelne Dienstleistung kann ein gut gegliederter Onepager als Einstieg reichen. Mehrere deutlich unterschiedliche Leistungen lassen sich oft auf eigenen Seiten verständlicher beschreiben. Die folgenden Bausteine brauchst du unabhängig davon, wie viele Menüpunkte du anlegst.
- Angebot: Wem hilfst du bei welcher Aufgabe? Was erhält die Kundin konkret?
- Leistungsumfang: Was ist enthalten, was nicht? Welche Angaben brauchst du vor einem Angebot?
- Nachweis: Eigene Arbeitsproben oder freigegebene Referenzen. Musterarbeiten deutlich als solche kennzeichnen.
- Zusammenarbeit: Wie laufen Anfrage, Abstimmung und Umsetzung ab?
- Kontakt: Ein klarer nächster Schritt, den du zuverlässig bearbeiten kannst.
- Rechtliche Informationen: Impressum, Datenschutzhinweise und weitere Anforderungen passend zu deinem Angebot prüfen lassen.
Ein konkreter Aufbau für eine Dienstleistungsseite
Fiktives Beispiel: Eine virtuelle Assistentin pflegt freigegebene Artikel in WordPress ein. Dieses Muster zeigt den Aufbau einer Angebotsseite, nicht ein reales Kundenprojekt.
- Überschrift
- WordPress-Artikel einpflegen lassen
- Erklärung
- Du lieferst Text und freigegebene Bilder. Ich übernehme Formatierung, Bildbeschreibungen und Linkprüfung und lege den Beitrag zur Freigabe an.
- Umfang
- Vor dem Auftrag werden Textlänge, Zahl der Bilder, gewünschte Formatierung und Korrekturrunde vereinbart. Texterstellung und die Beschaffung von Bildrechten sind nicht automatisch enthalten.
- Arbeitsprobe
- Ein selbst angelegter Musterartikel zeigt Überschriften, Bildunterschriften und die mobile Ansicht.
- Kontakt
- „Anfrage zum Einpflegen senden“ mit der Bitte, Umfang und Wunschtermin zu nennen. Keine unhaltbare Zusage einer jederzeitigen Verfügbarkeit.
So wird aus „Ich unterstütze dein Business“ eine Leistung, deren Umfang jemand beurteilen kann. Wenn dein Angebot noch nicht feststeht, beginne mit der Businessplan-light-Vorlage, bevor du mehrere Unterseiten baust.
So gehst du beim Erstellen vor
- Texte zuerst: Schreibe Angebot, Umfang und Ablauf in ein Dokument. Prüfe, welche Bilder du verwenden darfst.
- Technik auswählen: Teste deine benötigten Funktionen vor einem langfristigen Vertrag.
- Seiten anlegen: Erstelle die vereinbarten Inhalte mit klaren Überschriften. Benenne Bilder verständlich und ergänze passende Alternativtexte.
- Kontakt testen: Schicke eine echte Testanfrage. Prüfe Zustellung, Bestätigung und Spamordner.
- Mobil prüfen: Lies die gesamte Seite auf dem Smartphone. Sind Texte, Preise und Kontaktmöglichkeiten gut erkennbar?
- Betrieb organisieren: Dokumentiere Zugänge, Zuständigkeiten, Verlängerungstermine und bei Bedarf Backups.
Was du vor der Veröffentlichung prüfen solltest
Keine erfundenen Referenzen: Ein Übungsprojekt ist eine Arbeitsprobe, kein Kundenauftrag. Lass dir die Verwendung echter Kundenaussagen und Bilder freigeben.
Datenschutz und rechtliche Anforderungen: Formulare, Analysewerkzeuge, eingebettete Videos und Buchungsdienste gehören in die Prüfung deiner tatsächlichen Website. Eine kopierte Datenschutzerklärung ersetzt diese Prüfung nicht.
Barrierefreiheit: Gute Kontraste, beschriftete Formulare und Bedienbarkeit per Tastatur sind sinnvolle Grundlagen. Ob zusätzlich Pflichten nach dem BFSG gelten, hängt unter anderem vom Angebot und möglichen Ausnahmen ab. Nicht jede Unternehmenswebsite fällt pauschal darunter. Informationen bietet die Bundesfachstelle Barrierefreiheit.
Wie kommen die ersten Besucherinnen auf die Website?
Eine veröffentlichte Seite bringt nicht automatisch Anfragen. Verlinke sie dort, wo Menschen dich bereits kennenlernen: im beruflichen Profil, in deiner Signatur oder bei passenden Netzwerkauftritten. Für Google sollte jede Leistungsseite eine konkrete Frage beantworten. „WordPress-Artikel einpflegen lassen“ benennt die Leistung genauer als „Dein Business auf dem nächsten Level“.
Prüfe anschließend, ob Google die Seite indexiert, für welche Suchanfragen sie erscheint und ob daraus passende Kontakte entstehen. Ein guter Platz für eine kaum gesuchte Formulierung ist noch kein Geschäftsmodell.
Dein nächster Schritt
Schreibe heute den Aufbau deiner wichtigsten Leistungsseite auf. Erst wenn Angebot, Nachweis und Kontaktweg klar sind, lohnt sich die Auswahl des Designs. Für die wirtschaftliche Seite hilft dir unser Artikel Preise kalkulieren für Selbstständige. Weitere Grundlagen findest du unter Business für Frauen.
Häufige Fragen
Brauche ich direkt eine Agentur?
Nicht zwingend. Ein überschaubares Angebot kannst du selbst umsetzen, wenn du Zeit für Inhalte, Einrichtung und Tests hast. Hole Unterstützung für konkrete Lücken hinzu, statt eine unklare Komplettleistung zu bestellen.
Kann ich die Website später erweitern?
Das hängt vom gewählten System ab. Prüfe vorab, ob neue Seiten, weitere Sprachen und benötigte Funktionen möglich sind und ob du Inhalte exportieren kannst.
Ist eine günstige Website automatisch die bessere Wahl?
Nein. Vergleiche laufende Gebühren, deinen Zeitaufwand und die Funktionen, die du tatsächlich brauchst. Ein niedriger Einstiegspreis kann nach der ersten Vertragsperiode steigen.
Recherche: 3. November 2026. Rechen- und Textbeispiele sind ausdrücklich fiktiv. Keine individuelle Rechtsberatung.
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