Zucker – die geheime Gesellschaftsdroge

Zucker – die geheime Gesellschaftsdroge

Zucker – die geheime Gesellschaftsdroge

Ernährungswissenschaftler warten hier und da mit neuen Erkenntnissen auf. Nicht selten widersprechen sich Fachleute gegenseitig und revidieren revolutionäre Erkenntnisse, um nachträglich neue Erkenntnisse zu publizieren. Beim Thema Zucker jedoch sind sich Wissenschaftler einig: Zucker macht süchtig. Er macht uns außerdem krank – und dick. Inzwischen gilt es als Tatsache, dass Zucker nicht nur körperliche Erkrankungen auslöst, sondern auch psychologische Probleme und Erkrankungen verursachen kann.
 

Zucker ist überall

Es ist ein Irrtum, zu glauben, dass Zucker nur in Süßigkeiten oder in Limonade enthalten ist. Zucker ist in vielen Lebensmitteln enthalten, in denen wir ihn überhaupt nicht vermuten würden: Im Ketchup, in eingelegtem Gemüse, sogar viele Wurst- und Käsesorten werden unter der Verwendung von Zucker hergestellt. Das bedeutet im Klartext, dass dein Körper schon sehr viel Zucker aufnimmt, auch wenn du niemals Süßigkeiten oder Kuchen zu dir nimmst und nur Mineralwasser trinkst. Zusätzliche Süßigkeiten, Kuchen, Kekse oder zuckerhaltige Getränke sorgen für ein Übermaß an Zucker, mit dem der Körper dauerhaft nicht gut fertig wird. Zudem sättigt Zucker nicht, im Gegenteil: Je mehr Zucker wir konsumieren, umso hungriger sind wir. Die Folge ist, wir essen immer mehr, immer öfter und häufig auch immer größere Mengen. Nach dem Genuss von Süßigkeiten ist ein auftauchender Heißhunger auf noch mehr Süßigkeiten ganz normal.
 

Zucker macht süchtig

 

Was Zucker im Körper anrichtet

Zucker belastet die Leber: Blutzucker und Insulinspiegel geraten aus der Balance. Damit sich beides wieder einpegeln kann, wird der Zucker als Fett eingelagert. Die Folge bei regelmäßigem und vor allem übermäßigem Zuckerkonsum ist eine stetige Gewichtszunahme. Fettleibigkeit führt zu zahlreichen Erkrankungen. Doch nicht nur das:

  • Durch die Belastung der Leber macht Zucker uns vor allem müde.
  • Zucker vermindert außerdem die Aufnahme von Nährstoffen. Ein hoher Zuckerkonsum kann dafür verantwortlich sein, wenn Mangelerscheinungen auftreten. Ein hoher Zuckerkonsum unterwandert aus diesem Grund das Immunsystem: Ständige Erkältungen können eine Folge von Zucker sein.
  • Das Anliegen der meisten Menschen ist eine schöne Haut – ohne Pickel und vorzeitige Faltenbildung. Zucker ist da kontraproduktiv: Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen einem hohen Blutzuckerspiegel, wie er durch Zucker ausgelöst wird, und schlechter Haut.
  • Zucker richtet auch in der menschlichen Psyche großen Schaden an: Ständige Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten sind meist wie weggeblasen, sobald der Körper einige Tage lang keinen Zucker erhält. Aus dieser Kenntnis heraus kann man auch den Schaden vermuten, den ein hoher Zuckerkonsum bei Schulkindern verursacht: Zucker beeinflusst die Konzentrationsfähigkeit und damit die Lernfähigkeit. Er kann aber auch für Hyperaktivität verantwortlich sein.
  • Ein nachlassendes Gedächtnis steht ebenfalls sehr häufig mit einem hohen Insulinspiegel in engem Zusammenhang – und dieser steigt bekanntlich direkt nach dem Konsum von zuckerhaltigen Lebensmitteln. Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen können ebenfalls durch einen zu hohen Zuckerkonsum ausgelöst werden.

 

versteckter Zucker

 

Welche Krankheiten kann Zucker auslösen?

Zucker hält sich gern in der Nähe von Krebszellen auf, denn sie ernähren sich von ihm. Natürlich kann Zucker keinen Krebs auslösen, aber er fördert das Wachstum von bösartigen Krebszellen.

Mit gutem Gewissen kann man Zucker allerdings für Diabetes verantwortlich machen: Ein regelmäßiger und vor allem viel zu hoher Zuckerkonsum überfordert die Leber und die Bauchspeicheldrüse. Der Insulinspiegel ist ständig viel zu hoch – die Bauchspeicheldrüse stellt irgendwann ihre Arbeit ein oder kann sie nur noch mangelhaft ausführen.

Akne oder andere Hautprobleme sind dagegen harmlos, beeinflussen aber die Lebensqualität wesentlich mehr als Zuckerkonsum im Gegenzug an Freude bringen würde: Da zu viel Zucker zudem noch für Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten verantwortlich gemacht werden kann, arbeitet er im Grunde nur gegen uns.

Fettleibigkeit, wie sie durch zu hohen Zuckerkonsum entsteht, bringt wiederum noch ein paar ganz eigene gesundheitliche Probleme oder sogar chronische Erkrankungen mit sich: Gelenkbeschwerden bis hin zu Rheuma und Arthritis, sowie Herzbeschwerden sind die Folge. Es drohen Herzinfarkt und Schlaganfall.

Zucker kann darüber hinaus Hyperaktivität, Konzentrationsstörungen und sogar Depressionen auslösen oder zumindest begünstigen.
 

Ketchup Zucker

 

Versteckter Zucker

„Ich esse keine Süßigkeiten, trinke nur Mineralwasser und mag auch keinen Kuchen.“ Wer solche Aussagen trifft, ist häufig davon überzeugt, so gut wie keinen Zucker zu sich zu nehmen. Aber Zucker ist nicht nur in süßen Lebensmitteln oder Getränken enthalten: Er versteckt sich in vielen Lebensmitteln, in denen wir ihn niemals vermuten würden und die als gesunde Lebensmittel eingeordnet werden.

Cornflakes oder Müsli – das gesunde Frühstück? Viele Sorten enthalten große Mengen an Zucker. In einer Flasche Tomatenketchup sind gute 30 Stücke Würfelzucker enthalten, in manchen Sorten sogar noch mehr. Eingelegte Tomatenpaprika oder saure Gurken – auch sie enthalten Zucker. Nahezu alle Sorten an Fruchtsäften enthalten große Mengen Zucker. Konservenobst enthält Unmengen an Zucker, viele Gemüsesorten aus der Dose sind ebenfalls mit Zucker „eingemacht“: an vorderster Stelle steht der Rotkohl aus der Dose. Etwa 25 Stück Würfelzucker stecken in einer Dose oder einem Glas Rotkohl.

Joghurt, Quark und natürlich so gut wie alle Sorten Eis enthalten große Zuckermengen. Auch Alkohol enthält viel Zucker, selbst wenn man diesen nicht schmeckt: Das ist der Grund, warum regelmäßiger Alkoholkonsum sich gerne als Bauchspeck niederschlägt.
 

versteckter Zucker in Fruchtjoghurt

 

Kann Zuckerkonsum zur Sucht werden?

Zucker ist natürlich an und für sich kein Suchtmittel – vergleicht man ihn mit Alkohol, Nikotin oder illegalen Drogen. Allerdings macht auch er süchtig – und Entzugserscheinungen können durchaus auch auftreten. All das äußert sich nur anders als bei Suchtmitteln im klassischen Sinne. Zucker fördert die Produktion von Glückshormonen. Viele Menschen greifen bewusst oder unbewusst zu Süßigkeiten, wenn sie sich schlecht fühlen oder sogar traurig sind: Zucker wirkt wie eine Belohnung – wir fühlen uns besser. Nach noch mehr Süßigkeiten fühlen wir uns noch besser, es sei denn, es wird uns vorher schlecht. Bei Zuckerentzug reagiert der Körper natürlich nicht mit Schmerzen oder Krämpfen, wie es bei klassischen Suchtmitteln der Fall ist: Aber der Heißhunger auf Süßigkeiten kann uns permanent überwältigen, uns aggressiv machen und sogar für schlaflose Nächte sorgen.
 

Zuckerkonsum einschränken – so gewöhnst du dir den Zucker ab

Wer über einen längeren Zeitraum und regelmäßig große Zuckermengen konsumiert hat, und von heute auf morgen jeglichen Zuckerkonsum einstellt, wird schnell merken, wie sehr der Körper daran gewöhnt ist:

Heißhungerattacken sind die Folge, der Körper verlangt mit aller Macht nach etwas Süßem: Das kann ein Schokoriegel sein, ein Eis mit Sahne oder ein Stück Kuchen. Tatsache ist, es entsteht sogar ein Hungergefühl und ein kurzfristiges, vermeintliches Sättigungsgefühl, sobald der Körper bekommen hat, wonach er verlangt hat.

Wer seinen Zuckerkonsum einschränken möchte, sollte also seine Ernährungsgewohnheiten beobachten und ein paar ganz einfache Tricks anwenden. Zucker ist ganz klar in allen süßen Lebensmitteln enthalten. Wenn du also deine Schokoriegel, die Kekse und den Kuchen weglässt, tust du deinem Körper bereits sehr viel Gutes. Auf den kleinen Snack zwischendurch musst du trotzdem nicht verzichten: Ein Apfel, eine Banane oder ein Stück frische Ananas, die übrigens überdies noch gegen freie Radikale und als „Fettschmelze“ wirkt, schmecken auch süß. Sie enthalten natürlich Fruchtzucker und das heißt, es findet kein radikaler Zuckerentzug statt. Fruchtzucker ist allerdings nicht schädlich, sofern man sich nicht ausschließlich von Obst ernährt.

Der geliebte Fruchtjoghurt lässt sich einfach nur ein Naturjoghurt ersetzen, in das man ein bisschen frisches Obst oder Obstmus gibt. Auch Naturjoghurt enthält Zucker – in diesem Fall allerdings Milchzucker, der ebenfalls nicht so schädlich ist wie der ungesunde Haushaltszucker. Wenn du zum Frühstück Cornflakes oder Müsli magst, achte beim Einkauf auf zuckerfreie Produkte.

Auch bei salzigen Produkten solltest du beim Einkauf darauf achten, ob und in welchen Mengen Zucker enthalten ist: Es ist immer hilfreich, die Angaben zu den Inhaltsstoffen zu lesen, denn es gibt auch zahlreiche Produkte, die überhaupt keinen Zucker enthalten. Man muss sie nur identifizieren und das bedeutet zu Anfang natürlich mehr Aufwand beim Einkaufen.

Dosenobst und Konservengemüse solltest du, wenn möglich, vollständig meiden. Stattdessen greife lieber zu frischem Obst und Gemüse. Es schmeckt nicht nur besser, sondern enthält auch all die Nährstoffe und Vitamine, die bei der Haltbarmachung für die Konserven natürlich verloren gegangen sind – und du nimmst nur natürlichen Fruchtzucker zu dir.

Ketchup und Grillsaucen kann man übrigens prima selbst zubereiten – und bei den dafür gefundenen Rezepten solltest du natürlich den Zucker weglassen, falls er im Rezept aufgeführt ist. Stattdessen kann mit Kräutern oder Gewürzen gearbeitet werden – es schmeckt nicht nur besser, sondern ist auch viel gesünder. Kaffee oder Tee schmecken vielleicht auch ohne Zucker – oder mit etwas weniger Zucker.

Fruchtsäfte sollten frisch gepresst sein – nur dann enthalten sie keinen Haushaltszucker. Auf Limonade und andere zuckerhaltige Getränke, wie z. B. Eistee, solltest du verzichten und stattdessen nur Wasser trinken.
 

Zuckebombe Gummibärchen

 

Wie lange dauert es, bis du den Verzicht auf Zucker spürst?

Der Stoffwechsel eines Menschen ist eine hochkomplizierte Angelegenheit. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass die meisten Stoffe, die für uns schädlich sind, innerhalb von 24 Stunden abgebaut oder umgewandelt sind. Zuckermengen, mit denen die Leber nicht fertig wird, werden, das haben wir bereits erfahren, in Bauchfett umgewandelt. Wenn du deinen Zuckerkonsum so einschränkst, dass du fast nur noch natürlichen Frucht- und Milchzucker zu dir nimmst, merkst du an deinem Gewicht sehr schnelle Erfolge.

Falls du unter ständiger Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten leidest, merkst du die Erfolge sehr schnell: Schon nach 24 Stunden weitgehendem Zuckerverzicht wirst du weniger müde sein und kannst dich besser konzentrieren. Nach einer Woche Zuckerverzicht, wo immer es möglich ist, wirst du morgens viel besser aus dem Bett kommen und nachts ruhiger schlafen.

Erste Veränderungen zum Positiven machen sich auch bereits nach 24 Stunden bemerkbar. Allerdings kommt es hier darauf an, welche Hautprobleme vorliegen und wie intensiv diese sind. Sogar eine schwere Akne kann durch Zuckerverzicht verschwinden – allerdings dauert das eben ein paar Wochen. Frischer und gesünder siehst du allerdings schon nach einer Woche aus: Das gesamte Hautbild wird feiner und wirkt frischer, Fältchen, die vom Alter her noch nicht da sein sollten, glätten sich. Je länger der Zuckerverzicht andauert, umso schöner wird das Hautbild.

Falls du unter Verstimmungen leidest, wirst du auch bereits nach wenigen Tagen eine deutliche Besserung spüren.

Der Nachteil ist allerdings: Dein Körper ist den Zucker gewohnt und er versucht, sich den Zucker mit allen Mitteln zu holen: Du wirst die eine oder andere Heißhungerattacke zu spüren bekommen. Diese sind in den ersten 24 Stunden am schlimmsten. Positiv ist, dass sie mit jedem Tag weniger werden. Heißhungerattacken dauern in der Regel nur ein paar wenige Tage an. Du kannst ihnen am besten begegnen, wenn du dich darauf gut vorbereitest: Kauf genug Obst ein und iss ein Stück Obst, sobald sich eine Heißhungerattacke bemerkbar macht.

Abschließend noch ein Tipp: Halte genügend Wasser bereit. Früher sagte man, ein Liter Wasser am Tag sei wichtig für den Körper. Heute weiß man, dass es sich dabei um das absolute Minimum handelt. Zwei Liter Wasser am Tag sind eine angemessene Menge – drei Liter sind optimal. Ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen ist natürlich auch ein wichtiger Aspekt, wenn es um Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme geht: Das kann nämlich auch durch Flüssigkeitsmangel ausgelöst werden, und dieser zeigt sich auch in trockener Haut. Allerdings kann man vielen Heißhungerattacken auch mit Wasser begegnen: Häufig spüren wir den Durst nicht, sondern greifen stattdessen zu etwas Essbarem. Wasser sollte deswegen immer griffbereit stehen!

Die langfristigen Aspekte eines Verzichts auf Zucker sind natürlich sehr deutliche Verbesserungen: Eine gute Figur, ein frisches und gesundes Aussehen, gute Laune und das Gefühl, körperlich fit zu sein.

 

Fotos © hollymolly, Ivan Bajic, Maartje van Caspel/iStock.com; Public Domain

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