Vor was haben Männer eigentlich am meisten Angst? Dazu würde ich ja gerne mal eine Umfrage starten. Bestenfalls anonym, denn dass ein Mann seine wirklichen Ängste zugibt, zähle ich dann doch eher zu den außergewöhnlichen Erlebnissen. Und so lange ich mich nach Versuchskaninchen für meine Umfrage umschaue, entwerte ich eine interessante Infografik, die mir vorliegt:
Über die Ängste von Frauen und Männer.

Ich kenne unglaublich mutige Frauen. Vor allem meine Kolleginnen, die erfolgreiche Reiseblogs betreiben, sind oftmals Frauen, die alleine reisen, weil sie nicht darauf verzichten wollen, nur, weil sie derzeit keinen Partner haben oder die beste Freundin nicht auf Dschungelatmosphäre oder Backpacking in Myanmar steht. Deswegen gehen sie alleine raus und reihen sich ohne nennenswerte Unterschiede zwischen ihre männlichen Kollegen ein. Und das obwohl laut meiner vorliegenden Infografik wir Frauen bei so ziemlich allen möglichen Ängsten weiter vorne liegen als die Männer.

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Beispielsweise (und wo wir gerade vom Dschungel sprechen): Schlangen und Spinnen lösen bei uns am meisten Panik aus. Dicht gefolgt von Höhenangst, Dunkelheit und geschlossenen Räumen. Ja, um ehrlich zu sein, die meisten dieser Phobien kann ich ganz gut nachvollziehen.
Und bei den Männern? Die haben vor all diesen Dingen oder Situationen prozentual gesehen viel weniger Bammel als wir. Komischerweise liegen wir mit ihnen bei Spritzen und dem Zahnarzt gleich. Ergo: Sobald am Körper des Mannes gewerkelt wird, wird es brenzlig für ihn.

Das kann ich sehr gut bestätigen. Als mein Freund (und bitte verzeihe mir, dass ich das hier schreibe), letzte Woche ins Krankenhaus musste, stand ihm die Panik vor einer Spritze regelrecht ins Gesicht geschrieben. Tapfer lies er die Blutentnahme und den Tropf über sich ergehen, doch nur, weil ich sein Händchen hielt und er wegschaute. Nicht umsonst habe ich das Ganze natürlich per Foto dokumentiert, um die Angelegenheit im richtigen Moment gegen ihn verwenden zu können.
Interessant, wann der Mann zur Maus wird und die Herzensdame beruhigende Worte für ihn aussprechen muss.

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Eine Phobie fehlt allerdings bei der Infografik. Vielleicht die Wichtigste: Angst vor Gefühlen. Dass diese bei vielen Männern immens hoch ausgeprägt ist, wurde mir am Wochenende mal wieder herrlich vor Augen geführt, als mich ein Freund mit den Worten anrief:
„Scheiße. Ich glaube, ich habe mich verliebt. Was soll ich denn jetzt machen?“ Ich hätte am liebsten laut losgelacht, wäre der Ärmste nicht komplett verzweifelt gewesen. Verständlich, wurde ihm ja schon des Öfteren das Herz gebrochen (spätere Anmerk.: Nicht, dass wir Frauen diese Situation kennen würden).

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Er klang, als wäre er in ein Loch voller Spritzen gefallen und nicht bis über beide Ohren verliebt und beflügelt von tausend Schmetterlingen im Bauch. Nicht fähig, sich zu entspannen und die junge Liebe zu genießen, sucht er gerade wie ein wild gewordener Hahn nach einem Ausbruch aus dem Liebeskäfig. Seine Angebetete wird nun leider eines der vielen Mädchen sein, die nicht versteht, warum der eine Mann, mit dem alles so perfekt scheint, in einer Nacht- und Nebelaktion das Weite sucht. (spätere Anmerk.: Nicht, dass wir das kennen würden).

Da hätten wir ihn wieder, den lonesome Cowboy, der in den Sonnenuntergang reitet, wo es keine Spritzen gibt und man sich die Zähne immer noch selbst zieht, um die Wunden danach mit Whiskey zu desinfizieren. Hell yeah.