Was ist eigentlich eine Thot - und bist du vielleicht eine?

Gerade wer viel im Internet surft, hat auch viel mit den Feinheiten neuer Ausdrücke und mit Slang-Begriffen zu tun. Gerade weil diese Wörter in rasender Geschwindigkeit neu entstehen – und zwar wie aus dem Nichts – fällt es schwer, immer up to date zu bleiben. Deswegen stolperst du wahrscheinlich auch immer wieder über Wörter, die dir nicht geläufig sind und fragst dich, was wohl damit gemeint ist. Uns geht es da nicht anders! Deswegen bringen wir etwas Licht in den Jugendsprache-Dschungel und erklären dir in diesem Artikel den Begriff „Thot“.

Woher kommt der Begriff Thot?

Das Wort kommt aus dem Englischen und es handelt sich dabei um ein sogenanntes Akronym. Im Grunde heißt das, dass jeder einzelne Buchstabe, der in diesem Wort enthalten ist, für ein Wort steht. Diese bilden dann einen kurzen Satz mit einer bestimmten Bedeutung.

In diesem Fall bildet sich ausgeschrieben der Begriff „That Hoe Over There“. Im Deutschen bedeutet das so viel wie „Die Schlampe Da Drüben“.
Prinzipiell handelt es sich also um eine abwertende Bezeichnung einer Frau, die sich zu aufreizend präsentiert.

Seit dem Jahr 2012 ist dieses Akronym im Internet zu finden und findet seitdem mal mehr, mal weniger Verwendung. Im selben Jahr wurde es zudem in das „Urban Dictionary“ aufgenommen. Dabei handelt es sich um eine Plattform, die ähnlich wie der Duden Wörter erklärt – nur eben keine offiziellen Begriffe, sondern Ausdrücke aus dem Slang.

Wirklich bekannt wurde das Wort jedoch erst 2017 durch ein Meme von einem mittlerweile gelöschten Account.

Was sind die Merkmale einer Thot?

Eine weitere mögliche Interpretation des Ausdrucks ist die Übersetzung „Aufmerksamkeitshure“. Damit soll zusammengefasst werden, was eine solche Frau will. Thots suchen die Aufmerksamkeit von Männern, indem sie ihren Körper mit den dazugehörigen Reizen der Öffentlichkeit präsentieren. Dazu machen sie aufreizende Fotos mit viel nackter Haut und stellen sie auf Plattformen wie zum Beispiel Instagram. Dabei wollen sie möglichst viele Likes und Kommentare ergattern.

Nicht selten posieren solche Frauen auch nackt oder in Reizwäsche, sie zeigen ein tiefes Dekolleté oder nehmen Videos auf, in denen sie sich aufreizend bewegen und mit der Kamera flirten. All das dient nur dem Zweck, Aufmerksamkeit zu generieren.

Warum sind Thots so beliebt bzw. unbeliebt?

Was eine Thot angeht, scheiden sich für gewöhnlich die Geister. Gerade im eigenen Freundeskreis wird der Begriff häufig als Scherz verwendet oder drückt bisweilen Anerkennung aus, wenn sich eine Frau so aufreizend präsentiert. Viele Männer freuen sich natürlich über derart tiefe Einblicke und auch manche Frauen würdigen den Mut, der hinter solchen Bildern steht.

Im Allgemeinen erfreuen sich Frauen, die mit diesem Begriff bedacht werden, allerdings keiner großen Beliebtheit. Sie werden oft als billig und schlampenhaft angesehen und haben den Ruf, sich so verzweifelt nach Aufmerksamkeit zu sehnen, dass sie alles dafür tun würden. Wir können also sagen, dass es insgesamt abwertend gemeint ist, als solche bezeichnet zu werden.

 

 

Wie wurde der Ausdruck berühmt?

Wirklich berühmt und auch außerhalb der eingefleischtesten Memegruppen bekannt, wurde dieses Akronym mit einem Meme, das mittlerweile seit Jahren unaufhörlich im Netz kursiert. Darauf zu sehen sind eine leicht bekleidete Frau und eine Spraydose, die optisch stark an Insektenvernichtungsspray erinnert. Auf dieser Dose prangt der Schriftzug „Begone, Thot“. Dieses Meme wirbt im Prinzip scherzhaft für ein Abwehrspray, welches Thots vertreiben kann.

Seitdem findet sich dieser Begriff nicht nur als Kommentar unter den Selfies sexuell aufreizend posierender Frauen, sondern wird auch gern als Scherz verwendet. Zudem geben sich einige als „police“ aus, die solche Frauen aufspüren und identifizieren. Auch sogenannte „slayer“ sind in diesem Bereich aktiv, die sich darum bemühen, Thots zu „vernichten“.

Was ist das Gegenteil einer Thot?

Da Thots im Prinzip „Schlampen“ sind, ist das Gegenteil von ihnen leicht definiert. Zwar gibt es keinen so eingängigen Begriff dafür, allerdings kann man sich „Anti-Thots“ als Frauen vorstellen, die sich nicht so stark um die Aufmerksamkeit von Männern bemühen. Sie posten keine Bilder oder Videos von sich, auf denen sie leicht bekleidet zu sehen sind und haben kein so anzügliches Verhalten. Auch ihr Stil an sich wirkt zurückhaltender und ihre Accounts bei sozialen Medien sind weniger darauf ausgerichtet, Männern zu gefallen. Alles in allem fallen also Frauen darunter, die man gemeinhin nicht als „Schlampe“ bezeichnen würde.

Du solltest den Begriff und alles, was damit verbunden ist, also nicht allzu ernst nehmen. Er ist vielmehr ein Scherz und vielleicht auch ein Protest dagegen, dass sich junge Frauen im Netz selbst sexualisieren. Heutzutage sind wir nicht mehr von Männern und ihrer Anerkennung abhängig und das sollten wir auch nicht vergessen. Und wenn du dich damit wohlfühlst, viel nackte Haut in der Öffentlichkeit zu präsentieren, dann gehörst du zwar im Sinne des Wortes zu den Thots – aber das heißt nicht, dass du dir diese Bezeichnung zu Herzen nehmen musst! Du kannst schließlich selbst entscheiden, wie viel zu von deinem Körper zeigen willst!
 

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