Die besten nachhaltigen Weihnachtsbaum-Alternativen

Wenn das Weihnachtsfest naht, sprießen die Verkaufsstellen für Weihnachtsbäume wie Pilze aus dem Boden. An fast jeder Ecke werden die Bäume verkauft. Viele möchten auf die Tradition, die sie seit ihrer Kindheit kennen, nicht verzichten. Die Nachhaltigkeit betreffend sind klassische Weihnachtsbäume jedoch mehr als bedenklich. In Monokulturen gewachsen, mit Pestiziden belastet oder aus dem Ausland geliefert, belasten sie Umwelt und Gesundheit. Ungünstige Dünger in den Wachstumsgebieten gefährden Gewässer, Böden und Insekten. Am Ende steht bei uns ein hübsch dekorierter Chemiecocktail in der weihnachtlichen Stube.

Gibt es dazu keine Alternativen? Doch, natürlich gibt es sie.

Zertifizierte Bio-Bäume

Ein Bio-Weihnachtsbaum ist schon ein deutlich besserer Ansatz, an der Tradition festzuhalten. Diese Bäume wachsen in Mischkulturen, allein deswegen sind sie schon weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Es kann auf Herbizide verzichtet werden, weil Schafe die Pflanzen zwischen den Bäumen fressen und klein halten.

Bäume, die aus ökologisch günstigen Kulturen stammen, sind mit den Siegeln der Bio-Anbauverbände gekennzeichnet. Dazu gehören vor allem Bio, Demeter, Bioland, Naturland und Biokreis.

Naturland-Bäume wachsen unter Bedingungen besonders ökologischer Waldnutzung auf, zu denen der Verzicht auf Pestizide, Düngungen, Kahlschlag und Entwässerungsmaßnahmen gehören.

Das FSC-Siegel garantiert eine sozial verträgliche, umweltgerechte und wirtschaftlich tragfähige Waldnutzung, in der weder Pestizide noch Mineraldünger zum Einsatz kommen.

PEFC-Bäume werden unter weniger ökologischen Bedingungen gezogen, dürfen aber immerhin nur unter bestimmten Kriterien mit Dünger oder Herbiziden behandelt werden. Das ist besser als nichts.

Sogenannte „Fair Trees“ werden mit Rücksicht auf Mensch und Umwelt produziert. Ziel ist es dabei, die Arbeitsbedingungen rund um die Weihnachtsbäume zu verbessern. Die Bäume sind bei speziellen Händlern erhältlich.

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Weihnachtsbäume aus der Region

Die Entscheidung für eine einheimische Baumart aus einer regionalen Forstwirtschaft vermeidet lange Transportwege. Viele wissen gar nicht, dass die Weihnachtsbäume meist schon eine lange Reise hinter sich haben und aus Dänemark, Tschechien, Ungarn, Österreich oder Polen kommen. Das ist nicht gerade günstig für den ökologischen Fußabdruck.

Beim örtlichen Förster kannst du deinen Baum vielleicht sogar selbst schlagen. Dort gibt es zudem Bäume, die beim Durchforsten von Wäldern ohnehin gefällt werden müssten.

Künstliche Weihnachtsträume

„Weihnachtsbäume gibt es auch aus Plastik“ werden nun einige sagen. Aber mal im Ernst, willst du das wirklich? Zwar ist so ein Plastikbaum haltbar, nadelt nicht und ist mehrfach verwendbar, doch er ist rasend schnell vollgestaubt und wirklich schön ist er auch nicht. Es fehlt der Tannenduft und ob es sinnvoll ist, noch mehr Plastik in Umlauf zu bringen, darüber kann man ebenfalls streiten. Zudem kommen die meisten Plastikbäume aus Fernost. Lange Transportwege und bedenkliche Arbeitsbedingungen im Herstellerland sprechen meist nicht dafür, sich für diese Alternative zu entscheiden.

Der Weihnachtsbaum im Topf

Eine schöne Alternative ist ein Baum im Topf. Er wächst nicht nur für ein Weihnachtsfest, zu dem er gefällt wird, sondern darf weiterleben und viele Feste lang in schönem Lichterglanz erstrahlen. Wichtig dabei ist es, einen Baum zu wählen, der bereits im Topf gewachsen ist. Sein Wurzelwerk hat sich beim Wachstum an den Topf angepasst. Im Handel befinden sich auch Bäume, die im freien Feld gewachsen sind und erst vor dem Verkauf ausgestochen und in den Topf gesetzt werden. Dabei wird jedoch meist so viel Wurzelwerk beschädigt, dass sie kaum länger überleben, als ein gefällter Baum.

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Weihnachtsbaum im Topf

Weihnachtsbäume im Topf sind in der Regel klein und passen in jede Wohnung. Ein Nachteil ist jedoch, dass der Baum im Topf auch nach dem Fest einen Platz braucht. In der Wohnung wird er nicht glücklich werden. Nötig sind ein Garten, eine Terrasse oder ein Balkon, wo er das Jahr über untergebracht oder sogar ausgepflanzt werden kann. Auch sollte man bedenken, dass der Baum wachsen wird, wenn man ihm die Pflege zukommen lässt, die er verdient. Er braucht hin und wieder einen neuen Topf und noch mehr Platz. Dennoch wirst du viele Jahre deine Freude daran haben, bis es soweit ist.

Wer etwas Geduld mitbringt, kann seinen Weihnachtsbaum selbst anziehen. Als Setzling im Topf kannst du ihm Jahr für Jahr beim Wachsen zusehen. Leider geht auch das nur draußen.

Weihnachtsbaum-Verleih

Du hast keine Möglichkeit, den Baum selbst über das Jahr zu bringen? Dann schau mal nach, ob es in deiner Nähe einen Weihnachtsbaum-Verleih gibt. Die pfiffige Idee ermöglicht es, sich für das Weihnachtsfest einen Baum zu leihen und ihn hinterher wieder abzugeben. Du kannst bei Förstern, lokalen Baumschulen oder Gärtnereien nachfragen, ob sie diese Möglichkeit anbieten.

Geliefert wird der Leih-Weihnachtsbaum im Topf. Er muss sich erst ein paar Tage lang langsam an die wärmere Temperatur gewöhnen, bevor er im gemütlichen Wohnzimmer aufgestellt und geschmückt werden kann. Nach dem Weihnachtsfest holt der Verleiher ihn wieder ab.

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Ein Nachteil ist, dass so ein Ortswechsel für den Baum viel Stress bedeutet. Nicht alle vertragen das gut. Selbstverständlich sollte daher sein, dass du deinen Untermieter auf Zeit gut und sorgfältig behandelst. Er sollte nicht länger als zehn Tage im warmen Wohnzimmer stehen, ein Platz direkt an der Heizung ist tabu und regelmäßiges Gießen ist wichtig. Es versteht sich von selbst, dass du ihn weder mit Lametta noch mit Kunstschnee oder bleibenden Dekorationen versehen darfst.

Auch beim Verleih ist es wichtig darauf zu achten, woher der Baum kommt und ob er mit Pestiziden belastet sein könnte. Achte auf Öko-Siegel und eine regionale Herkunft, wenn du dich und die Umwelt schonen willst.

Muss es ein echter Baum sein?

Nein, natürlich nicht. Zwar ist das die einzige Möglichkeit, echten Tannenduft ins Haus zu zaubern und viele schwören der Tradition wegen darauf. Aber es gibt viele kreative Ideen, die einen originellen Ersatz darstellen.

Es gibt beispielsweise haltbare Bäume aus Holz, die man aufstellen und ebenso schmücken kann, wie eine klassische Tanne. Auch aus Metall finden sich einige Varianten, die mit der richtigen Dekoration zum stimmungsvollen Hingucker werden.

Kreative Wandbehänge in der Form von Weihnachtsbäumen sind eine weitere Möglichkeit, sich günstig und nachhaltig einen Baumersatz ins Haus zu holen. Selbst Poster oder Wandmalereien von Bäumen können das weihnachtliche Zimmer verschönern.

Sei selbst kreativ oder stöbere einfach mal im weltweiten Netz nach Ideen, es gibt so viele!
Es soll sogar Leute geben, die ihre Zimmerpflanze schmücken. Nun, wer’s mag.


 

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