Kupferperlenball

Immer mehr junge Frauen suchen eine alternative Verhütungsmethode zur Pille. Sie wollen keine Hormone nehmen und ihren natürlichen Zyklus nicht mehr unterdrücken. Gehörst auch du zu dieser Gruppe, dann kann der Kupferperlenball ein passendes Verhütungsmittel für dich sein. Die Verhütung erfolgt hormonfrei und bringt deinen Körperhaushalt nicht durcheinander. Wir erzählen dir, wie genau der Kupferperlenball funktioniert und wer die Methode zur Verhütung einsetzen kann.

Was ist ein Kupferperlenball?

Den Kupferperlenball gibt es in Deutschland seit 2016. Dabei handelt es sich um eine hormonfreie Verhütung, die über einen langen Zeitraum erfolgt und quasi eine Sonderform der Kupferspirale ist. Sie wirkt durch die Abgabe von Kupferionen, weswegen du auf den Einsatz von Hormonen verzichten kannst.

Der Name der Verhütungsmethode ist dabei etwas irreführend. Bei einem Kupferperlenball handelt es sich nämlich nicht um einen Ball aus Kupfer, sondern er besteht aus 17 kleinen Kupferkugeln. Die Kugeln sind auf einen dünnen Draht gefädelt, der mit einer Schicht aus Polymeren ummantelt ist.

Insgesamt ist der Kupferperlenball dreidimensional rund. Das soll gewährleisten, dass er frei beweglich in der Gebärmutter liegen kann, ohne sich zu verkeilen. Aufgrund seiner Positionierung wird er übrigens auch intrauterine Kontrazeption genannt. Intrauterin bedeutet „im Uterus“. Erst wenn er eingesetzt wird, erreicht er seine volle Größe, damit er nicht einfach herausrutschen kann.

Im Gegensatz zu anderen Verhütungsmitteln wird er nicht in der Gebärmutter verankert. Unten am Kupferperlenball befindet sich ein Rückholbändchen. Dieses ermöglicht die Entfernung durch ärztliches Fachpersonal.

Den Ball gibt es in verschiedenen Größen. Dabei variieren die Durchmesser der Kupferperlen. In Deutschland ist derzeit nur ein Modell mit 15 Millimetern Durchmesser zugelassen. Die Wirkung kann bis zu fünf Jahren halten und der Ball ist jederzeit entfernbar.

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Wie wirkt der Kupferperlenball?

Der Ball hat einige Ähnlichkeiten mit der Kupferkette oder der Kupferspirale. Er sitzt in der Gebärmutter, wo Kupferionen freigesetzt werden, die die Beweglichkeit der Spermien einschränken und ihre Überlebensdauer verkürzen. Deine Eizelle kann auf diese Weise nicht befruchtet werden. Für die Gebärmutter stellt der Ball einen Fremdkörper dar und es wird eine sterile Entzündung erzeugt. Die Gebärmutterschleimhaut verändert sich und die Einnistung einer befruchteten Eizelle wird nicht möglich. So wird das ungewollte Eintreten einer Schwangerschaft ganz hormonfrei verhindert.

Wie sicher ist der Kupferperlenball als Verhütungsmittel?

Bisher gibt es noch keine ausreichenden Studien, die die Sicherheit des Kupferperlenballs perfekt bestimmen können. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass er eine ähnliche Sicherheit wie die Kupferkette oder Kupferspirale bietet. Der Perl-Index dieser Verhütungsmethoden liegt zwischen 0,3 und 0,8. Das bedeutet, von 100 Frauen, die ein Jahr auf diese Weise verhütet haben, wird nur eine trotzdem schwanger. Der Schutz des Kupferperlenballs wirkt übrigens direkt nach dem Einsetzen.

Die Einsetzung des Kupferperlenballs

Im Vorfeld solltest du dich genau darüber informieren, ob deine Frauenärztin Erfahrung beim Einsetzen eines Kupferperlenballs hat. Die Verhütungsmethode ist noch relativ neu und nicht jeder Arzt ist darin geschult. Bevor der Ball eingesetzt wird, gibt es eine körperliche Untersuchung, bei der festgestellt wird, ob die Gebärmutter lang genug ist.

Beim Einsetzen schiebt die Frauenärztin ein Röhrchen in die Gebärmutter, worin sich der Ball befindet. Wie bereits erwähnt, hat dieser noch nicht seine runde Form, sondern ähnelt einem Faden. Auf diesem sind die Perlen aufgefädelt. Der Ball hat eine Art Formgedächtnis und entfaltet sich, wenn er das Röhrchen verlässt. Der Nitinol-Rahmen geht auf und der Kupferperlenball ist in der Gebärmutter frei beweglich.

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Das Einsetzen erfolgt meist am Beginn des Zyklus. Zu dieser Zeit ist der Gebärmutterhalskanal etwas geöffnet und die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft am geringsten. Der Prozess dauert nur wenige Minuten und normalerweise ist keine Narkose notwendig. Nach dem Einsetzen sollte die Lage des Balls überprüft werden, sobald die nächste Periode vorbei ist. Danach ist eine jährliche Kontrolle empfehlenswert.

Falls du dich fragst, ob die freigesetzte Kupfermenge schädlich für den Körper ist, können wir dich beruhigen. Die Menge bei der Verhütungsmethode sehr gering und allein durch Nahrung nehmen wir mehr Kupfer zu uns. Es ist ein Spurenelement, dass in vielen Lebensmitteln vorhanden ist.

 

 

Wer kann den Kupferperlenball als Verhütungsmethode nutzen?

Jede Frau, die mindestens 16 Jahre alt ist, kann prinzipiell den Ball als Verhütungsmethode verwenden. Voraussetzung ist, dass die Gebärmutter lang genug ist. Ist sie kürzer als sechs Zentimeter, können Schmerzen entstehen oder der Ball wird ausgestoßen. Weiterhin solltest du auf eine andere Methode zurückgreifen, wenn bereits eine Eileiterschwangerschaft bei dir bestand oder eine Operation im Becken-Bauch-Raum durchgeführt werden musste. Bei einer vorliegenden Kupferunverträglichkeit eignet sich der Ball ebenfalls nicht als Verhütungsmittel. Solltest du zu Unterleibsinfektionen neigen, wird von der Nutzung abgeraten.

Vorteile des Kupferperlenballs

  • Der größte Vorteil ist, dass die Verhütung hormonfrei erfolgt.
  • Die Methode ist sicher und schützt vor einer ungewollten Schwangerschaft.
  • Die Wirksamkeit des Balls beträgt dabei einige Jahre. Du musst dir also lange keine Gedanken um die Verhütung machen.
  • Das Einführen des Balls ist weniger schmerzhaft als das Einsetzen der Kupferspirale und die Verletzungsgefahr ist geringer, da der Ball keine Ecken und scharfe Kanten hat.
  • Nach der Entfernung bist du sofort wieder fruchtbar, wenn du einen Kinderwunsch hast.
  • Außerdem ist das Verrutschen des Balls unwahrscheinlich, weil er seine optimale Position selbst findet.
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Nebenwirkungen des Balls

  • Es ist möglich, dass der Ball vom Körper abgestoßen wird. Er hat eine Ausstoßungsrate von 19 bis 25 Prozent, was im Vergleich zur Kupferspirale sehr hoch ist. Deren Rate liegt bei etwa fünf Prozent.
  • Die Verhütungsmethode ist in Deutschland noch relativ unbekannt. Es kann schwer werden, einen Arzt zu finden, der das Einsetzen durchführt.
  • Weiterhin besteht das Risiko der Perforation der Gebärmutter. Es kann sein, dass die Gebärmutter durchstoßen wird. Regelmäßige Kontrollen sind deswegen sehr wichtig.
  • Außerdem besteht die Gefahr einer Eilleiterschwangerschaft. Allerdings passiert dies nur sehr selten.
  • Du musst dir bewusst sein, dass der Kupferperlenball nicht vor Geschlechtskrankheiten und HIV schützt.
  • Das Einsetzen kann Schmierblutungen bewirken.
  • Er könnte einen Einfluss auf die Stärke deiner Menstruation und der Menstruationsbeschwerden haben.
  • Sollten beim Einsetzen Keime auf dem Ball sein, dann folgen möglicherweise Infektionen.

Was kostet der Ball?

Die Kosten für einen Kupferperlenball liegen zwischen 330 und 500 Euro. Dir mag die Summe zunächst hoch vorkommen, doch muss du bedenken, dass der Ball bis zu fünf Jahre wirksam ist. Wird mit dieser Zeitdauer gerechnet, dann belaufen sich die jährlichen Kosten auf etwa 100 Euro. Monatlich betragen sie also rund acht Euro.

Der Kupferperlenball hat viele Vorteile, aber du solltest auch die Nachteile nicht vernachlässigen. Solltest du den Ball als Verhütungsmethode in Erwägung ziehen, informiere dich also vorher bei deiner Frauenärztin darüber.

 

 

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