Je nach Definition ist man alt oder jung. Und wenn ich euch jetzt erzähle, dass ich mit meinen 25 Jahren seit März intensiv über das Altern nachdenke, dann schüttelt ihr bestimmt ungläubig den Kopf. Ihr schüttelt ihn heftig hin und her als sei das der neue Trendsport. Etwa so wie die Herrschaften die nach der Bedeutung meines Ringes, den ich seit einigen Monaten an meiner rechten Hand trage, fragen. „Wie, verheiratet? Wirklich?“.

„Na klar!“, meine ich dann meist, denn die Tage an welchen wir aus Jux und Dollerei unseren FB Status in „Verheiratet mit“ geändert haben sind lägst vorbei. Außerdem schüttle ich auch heute noch über derart unernste virtuelle Ansagen den Kopf. Bin ja schließlich erwachsen.

In meinem Bekanntenkreis war ich immer die Jüngste. Und auch im Kreis der Familie wurde ich immer liebevoll „die Kleine“ genannt. Und plötzlich bin ich eine verheiratete Frau, die oft über langweiligen Erwachsenenkram spricht und die nach dem abendlichen Zähneputzen wirklich nicht mal mehr einen Sahnepudding isst.

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Plötzlich fühle ich mich alt. Mein Vierteljahrhundert wälzt sich unruhig umher und ich frage mich wirklich, wann dieses Gefühl angefangen hat. Vielleicht war das einer der Momente, in denen du die Luft anhältst und trotzdem Niesen musst. Es heißt ja auch, dass Männer besser altern. Oder beginnt dieser Prozess im Kopf bei den Herren einfach erst irgendwann „in der Mitte ihres Lebens“? Ist es bei mir die verfrühte Midlife-Crisis? Wo Frauen Falten bekommen, haben Männer hübsche Linien. Graues Haar ist bei Männern cool und bei Frauen altbacken, obwohl, erst gestern war ich beim Friseur und hab‘ mir den Schopf nahezu weiß bleichen lassen.

Aber dann gibt es ja auch diese Männer und Frauen (!) im Fitnessstudio. Sie sind weit über Dreißig, stöhnen laut vor sich hin. Sie sind bis zu den Haarspitzen mit Botox vollgepumpt. Gehen immer gerne auf die Sonnenbank und sprechen in der Regel einige Dezibel lauter als alle anderen. Ihre Jugendlichkeit könnte ja sonst übersehen werden.

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Aber ganz ehrlich? Das klingt alles so negativ. Vielleicht ist es auch besser, sich vor allem als Mann im wachsenden Alter zu hegen und zu pflegen und regelmäßig das Fitnessstudio zu besuchen. Denn da gibt es auch noch diese Herde von Männern, bei denen das Altern in meinen Augen wirklich weh tut. Sie verlieren Haare, sie verformen sich und optisch scheinen sie sich immer mehr uns Frauen angleichen zu wollen. Mit hängenden Brüsten und so.

Hach ja, und der ein oder anderen Frau wächst dann inmitten der Wechseljahre ein burschikoser Oberlippenbart. Schon verrückt unsere Welt, oder?

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Aber das wahre Alter kommt ja bekanntlich, wie unsere Schönheit, von innen. Also lassen wir das Grooming und Styling einfach mal weg und schwören uns einmal mehr, nie wirklich erwachsen zu werden! Lasst uns losrennen ohne Vorurteile. Lasst uns wild herumspringen im Garten und uns ein paar Grasflecken auf unserer Lieblingsjeans einfangen. Und dann gibt es da ja auch noch die Sache mit dem Herzschmerz, dem Lästern am Arbeitsplatz und der Packung M&Ms unter dem Kopfkissen. Halten wir sie einfach fest, die kleinen und großen Ding des Jung-seins und akzeptieren einfach, dass das keine Krankheit ist, es ist nämlich angeboren und es nennt sich einfach „älter werden“.

Oder wie eine Freundin so schön sagte: „Früher hatten wir Ferien, heute haben wir Pläne.“

 

Artikelfoto: Mia Bühler fotografiert von Nina Stiller.