Peloton App: Wie sinnvoll ist die Mitgliedschaft ohne Peloton-Bike?

So aktiv du in deinem „eigentlichen“ Leben auch bist, die aktuellen Umständen machen es jedem schwer, an seiner Routine festzuhalten. Waren Home-Workouts früher noch die Rettung, wenn es auf Arbeit mal wieder länger gedauert und du deswegen deinen Yoga- oder Spinning-Kurs verpasst hast, sind sie während einer Pandemie so ziemlich die einzige Möglichkeit, sich überhaupt fit zu halten.

Kein Wunder also, dass die Auswahl an digitalen Angeboten zurzeit derart groß ist. Peloton ist einer dieser Anbieter. Der Hype um die Spinning-Bikes ist seit dem Launch im November 2019 riesig. Die Investition in ein solches allerdings alles andere als erschwinglich. Was jedoch viele nicht wissen: Du brauchst gar kein High-Tech-Bike, um das Trainingsangebot von Peloton nutzen zu können.

Der Hype um Peloton

Es ist nicht immer leicht, sich nach der Arbeit noch zum Training zu motivierten. Stichwort: Prokrastination. Auf einmal gibt es noch tausende Dinge zu erledigen, der Yoga-Kurs muss also leider ausfallen. Dazu kommen die aktuell eher mäßigen Umstände, dass Kurse sowieso nur digital stattfinden. Das macht die ganze Sache nicht unbedingt leichter. Es fehlt die motivierende Atmosphäre im Gym, der direkte Kontakt zum Trainer und natürlich das gemeinsame Leiden mit all den anderen, die ihren ungezähmten Schweinehund einmal mehr überwunden haben. Und genau hier setzt Peloton an.

Peloton hat sich nicht nur die Flexibilität des Home-Workouts zu Nutze gemacht, was schlichtweg der Vorteil aller digitalen Trainingsangebote ist. Peloton lebt vor allem von der Macht der Community. Das gegenseitige Motivieren der Trainierenden ist der Kern der Erfolgsstrategie. Und nicht nur die KursteilnehmerInnen spornen einander an, auch die Coaches sind in den Live Classes mittendrin statt nur dabei und feuern die Sportler an den Bildschirmen an.

Wenn wir schon einmal bei den Coaches sind: Zu Peloton schaffen es nur Pros. Allein die ersten beiden deutschsprachigen Coaches Irène Scholz und Erik Jäger haben es in sich. Diese beiden Powerpersönlichkeiten bereichern Peloton nicht nur mit ihrer eigenen, bereits vorhandenen Fanbase, sie verfügen über unbändige Energie, ansteckend gute Laune und wahrliche Fitnessexpertise.

Wer beim Peloton Live-Workout richtig abliefert, wird von den Super Coaches namentlich erwähnt. Möglich macht dies das Leaderboard – eine Art Rangliste, die die Ergebnisse aller Teilnehmer in Echtzeit anzeigt. Außerdem kannst du High Fives verteilen und an Challenges teilnehmen. Das motiviert ungemein, bei der Sache zu bleiben und sich selbst immer wieder herauszufordern sowie an anderen zu messen. Und selbst, wenn du einmal ein Live-Workout verpasst, gibt es keine Ausreden. Schließlich bietet auch die Mediathek Unmengen an Trainings auf Abruf. Hier bleibt dann zwar die Live-Community aus, ins Schwitzen kommst du jedoch trotzdem.

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Das Peloton-Bike

Berühmt ist Peloton vor allem aufgrund seiner Spinning-Kurse und der High-Tech-Bikes mit großem Screen, der hinter dem Lenker prangt. Zugegeben, das Bike wirkt äußerst schick mit seinem simplen Design und den dazugehörigen Hanteln. Hinzu kommt das Treten ohne Leerlauf, was das Rad zu einem Profitool und dein Workout direkt einen Tick härter macht, denn ausruhen ist nicht. Aber trotz alledem ist der Preis ab derzeit 2.145 Euro durchaus happig. In diesem Preis ist die Peloton-Mitgliedschaft noch nicht enthalten, diese kostet zusätzlich 39 Euro pro Monat und ist die Voraussetzung dafür, dass du das volle Angebot von Peloton ausschöpfen und die Classes auf deinem Screen sehen kannst. Das soll natürlich nicht bedeuten, dass die Bikes und die Mitgliedschaft nicht ihren Preis wert wären, das sind sie durchaus. Dennoch handelt es sich um eine Investition, die durchdacht werden muss.

Kommen wir nun aber zur wirklich guten Nachricht: Dieses schicke Luxus-Bike brauchst du gar nicht, um in den Genuss des Peloton-Trainings zu kommen. Die Peloton App gibt es für jeden zugänglich und für vergleichsweise erschwingliche 12,99 Euro pro Monat im Apple App Store bzw. Google Play Store. Voraussetzung für die Nutzung dieser App ist lediglich ein Smart Device (wahlweise Smartphone, Smart TV oder Tablet).

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Peloton App ohne Peloton-Bike

Ohne große Probleme kannst du auch einen günstigeren Heimtrainer, der kein High-Tech-Gerät ist, verwenden und die Spinning-Kurse mit der Peloton App besuchen. Lade dir dafür einfach die App und strampele vor dem Smart TV oder mit Handy bzw. Tablet auf dem Lenker los. Einziges Manko hierbei: Da deine Daten und Leistungen nicht live an Peloton übermittelt werden, erscheinst du bei den Live Sessions auch nicht auf dem Leaderboard bzw. „nur“ als Letzte/r. Dir entgeht damit ein großer Teil des Community-Aspekts. Du siehst nicht, wie du dich im Vergleich zu den anderen schlägst, erhältst höchstwahrscheinlich keine High Fives und wirst auch nicht vom Coach für deine Leistung gefeiert. Du selbst kannst jedoch High Fives verteilen und die anderen verfolgen.

Zu empfehlen wäre in diesem Fall, dass du dir einen Drehzahl- und Trittfrequenzmesser zulegst und diesen an deinem Indoor-Bike installierst. Viele Indoor- bzw. Spinning-Bikes verfügen bereits über eine solche Anzeige, wie zum Beispiel das Schwinn Bike IC8. So behältst du deine Trittfrequenz und Geschwindigkeit im Blick und kannst die Anweisungen des Coaches beim Training genauer befolgen.

Wenn du also nicht unbedingt auf die Motivation der anderen angewiesen bist, kannst du dein Zuhause auch wunderbar ohne das Peloton-Bike mit einem günstigeren Indoor-Fitness-Bike und der Peloton App in ein Spinning-Studio verwandeln.

Vielfältiges Training mit Peloton

Nun aber genug zu dem, was Peloton berühmt gemacht hat. Genug zum Radeln, denn die Peloton App hat noch so viel mehr als nur Spinning zu bieten. Über Kraft und Bootcamp, Yoga, Meditation, Stretching, Outdoorfitness, Cardio bis hin zu Walking und Running überlassen dir die Trainingsinhalte der App sprichwörtlich die Qual der Wahl.

Auch das Portfolio an TrainerInnen ist unsagbar groß: Deutschsprachige und englischsprachige Coaches mit unterschiedlichsten Trainingsansätzen und Musikgeschmack bringen dich auf Hochtouren. Wie es digitale Angebote so an sich haben, kannst du auch mit der Peloton App jederzeit und überall trainieren. Entweder schaltest du dich zu einem der vielen Live-Kurse am Tag dazu oder aber du wählst eines der tausenden Workouts on demand.

Für jeden das richtige Workout

Filtern kannst du die Workouts nicht nur nach Trainingsart sowie nach Coach und Musikrichtung, sondern auch nach Dauer und Schwierigkeitslevel. So findest du wirklich immer das, wonach dir gerade ist – oder eben auch nicht, begib dich unbedingt mal aus deiner Komfortzone heraus und probiere etwas Neues aus.

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Hervorzuheben und ziemlich cool sind auch die Programme, die die App bietet. Beispielsweise könntest du mit einem Bauchmuskelaufbauprogramm über mehrere Einheiten hinweg an deiner formschönen Körpermitte arbeiten oder deine allgemeine Fitness mit einem Zwei-Wochen-Trainingsplan verbessern. Sogar Trainingspläne für deine ersten am Stück gelaufenen 5 Kilometer oder gar deinen ersten Marathon finden sich hier. Von LauftrainerInnen kannst du dich beim Intervalltraining via Audio-Anweisungen anleiten lassen.

Darüber hinaus kannst du jeden Monat an verschiedenen Challenges teilnehmen. Diese steigern nicht nur die Motivation, sondern bieten dir auch einen direkten Vergleich mit anderen App-Nutzern und zeigen dir deine eigenen Erfolge auf.

Nützliche Funktionen der Peloton App

Weiterhin recht smart ist auch die Pre-Loading-Funktion der App. Diese ermöglicht es dir, entsprechende Kurse oder Workouts herunterzuladen und zu einem späteren Zeitpunkt ohne WLAN abzuspielen. Um dein Workout ideal tracken zu können, lässt sich die Peloton-App mit Bluetooth-kompatiblen Herzfrequenzmessgeräten koppeln. Auch die Verbindung mit der App Health App ist möglich.

 

Fotos: Tada Images / stock.adobe.com; Peloton App