Darling.What.the.fuck.

Männer und Frauen. Frauen und Männer. Man kann dieses Thema drehen und wenden, man kann es totdiskutieren, aber am nächsten Tag ersteht es immer wieder auf. Ein bisschen so, wie der Phönix aus der Asche. Und wir fangen wieder an, neue Klischees aufzustellen, mit Alten aufzuräumen und manche zu manifestieren.

Aus gegebenem Anlass heute im Programm:

Männer unterhalten sich nur mit Frauen, um sie anschließend ins Bett zu kriegen.

Ha!

Unfassbar. Dass der Durchschnittsamerikaner blöd ist, das kriegt man schon in der Schule so halbwegs mit. Nun saß ich letzte Woche in einem Pub in London, mit mir am Tisch zwei Neuseeländerinnen und vier Amerikaner. Auf den ersten Blick erschien, nennen wir ihn mal George, ganz nett. Er war gebildet, weltoffen und so gar kein Fan von seinem Heimatland, wie man es doch meist von den Dummies präsentiert bekommt. George kommt aus Chicago, ist nach London ausgewandert und arbeitet nun dort. Und: unterhält sich wunderbar mit Anika aus München.

Das Gespräch verlief sehr angenehm, bis ich von der Toilette zurückgekommen war und meine Freundin mir entsetzt erzählte, dass George sich in der Zwischenzeit durch meine Whatsapp-Nachrichten geklickt hatte. Ich dachte, ich spinne. Falls jemand nun nicht versteht, warum ich ihm nicht auf der Stelle eine geklebt habe und gegangen bin… ähm, ja, ich habe keine Ahnung. Vielleicht war es meine investigative Schnüffelnase, die wissen wollte: What the fuck?

Also sagte ich what the fuck und die Diskussion ging los. Er hatte gesehen, dass ich mehrere SMS-Genossen untereinander gespeichert hatte, die der männlichen Gattung abstammen. Und? George vertritt, wie leider einige seiner Zeitgenossen, die These, dass Männer sich nur intensiv mit Frauen beschäftigen und auseinandersetzen, um sie irgendwann ins Bett zu kriegen. Also stellte er die These auf, dass diese Männer, mit denen ich regelmäßig Kontakt pflege, sich alle mehr versprechen von unseren netten Plaudereien. Aha, schon wieder so einer. Ich dachte gedanklich an die Männer in meinem Leben, deren Meinung ich schätze, jedoch nie ihr Bett teile, und teilte schlagkräftig aus. George blieb bei seiner Überzeugung. Also sagte ich zu ihm:

ani-mann-frau

Heißt das im Klartext, dass wenn du an einer Bar stehst und dich mit einer Frau unterhältst, du es einzig und allein deswegen tust, weil du sie flachlegen möchtest?“ George nickt. Ohne mit der Wimper zu zucken, fast schon eher so, wie ein stolzes Schulkind, das  gefragt wurde, ob es eine Eins mit nach Hause gebracht hätte. Er meint, das sei bei allen Männern so. Keiner würde sich allein der Konversation wegen unterhalten. Aha.

Poor George. Er tickt halt leider wie viele Männer, die ihren Intellekt falsch einsetzen. Gut, andere Attribute hatte er auch nicht wirklich zu bieten. Nur leider wird er damit nie bei einer attraktiven Frau landen, solche Männer riecht man schon aus der Ferne.

Ich meinte dann nur noch: „Du weißt schon, was das nun für unser Gespräch bedeutet?“ Da gluckste er doof. Tja, sein so gut behütetes Geheimnis hätte er wohl besser für sich behalten sollen, bevor es sich dummerweise gegen ihn selbst wendet.