Du willst online arbeiten, ortsunabhängiger werden oder dir Schritt für Schritt ein eigenes Einkommen aufbauen? Ein Job im Internet kann dafür ein guter Einstieg sein. Aber nicht jede Online-Chance ist automatisch sinnvoll. Entscheidend ist, ob du eine Fähigkeit aufbaust, die gefragt ist, bezahlt wird und sich langfristig zu einem stabilen beruflichen Weg entwickeln kann.
AJOURE´-Einordnung
Online arbeiten klingt frei, wird aber erst dann spannend, wenn daraus ein klares Angebot entsteht. Für AJOURE´ sind vor allem Wege interessant, die Frauen mehr Einkommen, Flexibilität und eigene Verhandlungsmacht geben: Freelancing, virtuelle Assistenz, digitale Produkte, Beratung, Content und Online-Services. Einen guten Überblick findest du auch im Bereich Business für Frauen.
Das Internet als Karrierechance
Die Arbeitswelt verändert sich stetig – besonders stark in den letzten Jahrzehnten. Einer der wichtigsten Gründe dafür ist die zunehmende Bedeutung des Internets. Die Globalisierung und die Digitalisierung nehmen auf zahlreiche Berufe Einfluss und bringen gleichzeitig neue Branchen hervor.
Speziell durch die Digitalisierung befindet sich die Arbeitswelt in einem stetigen Wandel. Im Vergleich zu den analogen Arbeitsprozessen der Vergangenheit erlaubt die Anbindung ans Internet schnellere Abläufe und eine vereinfachte Kommunikation nach innen und außen. Um Zeit und Ressourcen zu sparen, laufen viele Prozesse zum Großteil oder komplett online ab:
- unternehmensinterne Kommunikation
- unternehmensexterne Kommunikation
- Kundenakquise
- Weiterbildungen
- Marketing
- Personal-Recruiting
Neben betriebsinternen Veränderungen geht die Digitalisierung mit neuen Herausforderungen für Unternehmen einher. Diese müssen sich im Internet gegen eine starke Konkurrenz behaupten und ihre Arbeitsabläufe unserer schnelllebigen Zeit anpassen. In vielen Branchen ist die Online-Präsenz sowie der Einstieg in die Arbeitswelt 4.0 unerlässlich, um mit der globalen Entwicklung Schritt zu halten.
Mit der steigenden Digitalisierung modernisiert sich auch die Berufswelt. Durch die Relevanz des Internets gewinnen bestimmte Branchen wie Werbung immer mehr an Bedeutung. Daher suchen Unternehmen nach fähigen Mitarbeiter*innen und kreativen Köpfen, um:
- die Unternehmenswebsite oder einen Onlineshop zu gestalten
- die unternehmensspezifischen Informationen online für Kunden attraktiv aufzubereiten
- die Unternehmenspräsenz in den sozialen Netzwerken abzudecken
- die angebotenen Produkte und Dienstleistungen online zielgruppenspezifisch zu bewerben
- die Kunden online zu beraten
Aufgrund dieses Bedarfs in der Unternehmenswelt entstehen neue Berufszweige, die noch vor dem digitalen Zeitalter undenkbar waren. Inzwischen bieten sie großes Zukunftspotenzial. Suchst du nach virtuellen Berufen, in denen du dich fachlich oder kreativ entfalten kannst, erhältst du in den folgenden Abschnitten eine Übersicht über beliebte Alternativen. Wichtig ist dabei: Prüfe immer, welche Fähigkeiten du dafür brauchst, wie realistisch der Einstieg ist und wie du später Geld damit verdienen kannst.

Nicht nur bei unserer privaten Kommunikation sind soziale Medien kaum noch wegzudenken. In Sachen Marketing gehören sie inzwischen zu den wichtigsten Instrumenten. Auf Kanälen wie YouTube, Instagram oder TikTok können sich Marken einem breiten Zielpublikum präsentieren. Neben der Imagedarstellung steht dabei die Vorstellung des eigenen Produkt- oder Dienstleistungsportfolios an erster Stelle.
Damit diese Präsentation auf Social Media gelingt, suchen globale Konzerne, mittelständische und kleine Unternehmen nach Social Media Marketing Managern oder Social Media Content Creatorn. Einige Start-ups richten ihr Marketing mit der Hilfe dieser Social-Media-Expert*innen komplett auf den Onlinesektor aus.
Bei diesem Trendberuf ist die Kundenbindung an das Unternehmen der entscheidende Punkt. Zunächst muss durch Trends und kreative Ansätze die Aufmerksamkeit der Zielgruppe erregt werden. Anschließend geht es darum, sie mit interessanten Fakten rund um das Unternehmen oder ein beworbenes Produkt zu versorgen. Diese Mischung aus Entertainment, Marketing und Transparenz trägt zu einer dauerhaften Kundenbindung bei.
In der Social-Media-Branche gibt es bisher keine einheitliche Ausbildung. Dementsprechend kann der Verdienst abhängig von Branche, Berufserfahrung und Geschäftsbeziehung stark variieren. Wenn du in diesem Bereich selbstständig arbeiten möchtest, solltest du früh klären, welche Leistung du konkret verkaufst: Content-Planung, Reels-Schnitt, Posting-Management, Community Management, Strategie oder Reporting. Je konkreter dein Angebot, desto leichter wird die Kundinnengewinnung. Lies dazu auch erste Kundinnen finden.
Beruflicher Erfolg als Blogger*in
Blogs gehören inzwischen bei vielen Unternehmen zu den wichtigen Bestandteilen der Unternehmenskommunikation. Sie erfüllen meist mehrere Unternehmensziele gleichzeitig, indem sie:
- die Unternehmenssichtbarkeit erhöhen
- die Unternehmensreichweite steigern
- die Zielgruppe spezifisch ansprechen und an das Unternehmen binden
- die Unternehmensreputation stärken
Dementsprechend integrieren zahlreiche Firmen aus unterschiedlichen Branchen einen Blog auf ihrer Website. Um diesen mit spannenden, unternehmensrelevanten und aktuellen Informationen zu füllen, arbeiten sie mit Blogger*innen zusammen. Alternativ suchen sie für eine gelegentliche Erwähnung des Unternehmens oder eines beworbenen Produkts nach freiberuflichen Content-Creatorn mit großer Reichweite.
Empfiehlst du als bekannter Blogger oder bekannte Bloggerin deinen Followern eine Firma, geht diese Art der Werbung mit einer hohen Glaubwürdigkeit einher. Deine Leser*innen vertrauen deiner Meinung und werden dementsprechend durch dich zum Besuch der jeweiligen Unternehmenswebsite oder Onlineshops animiert. Aufgrund dieser Synergie profitierst du als Blogger*in von erfolgversprechenden Zukunftsaussichten, sofern du das nötige Rüstzeug mitbringst. Dazu gehören:
- Kreativität
- Trendbewusstsein
- Durchhaltevermögen
- Authentizität
- Offenheit
Ebenso solltest du deine Zielgruppe genau kennen, um sie glaubwürdig ansprechen und deine Botschaft gezielt verbreiten zu können. Wie im Bereich Social Media unterscheiden sich die Verdienstmöglichkeiten stark. Sie orientieren sich daran, mit welchen Unternehmen du zusammenarbeitest, wie stark deine Reichweite ist und wie häufig du veröffentlichst.
Gerade beim Schreiben, Bloggen und Content-Aufbau gibt es heute aber noch einen zweiten Weg: Du musst nicht nur Reichweite verkaufen. Du kannst auch eigene Vorlagen, Workbooks, Checklisten oder Mini-Produkte entwickeln. Wenn dich dieser Ansatz reizt, passt unser Guide digitale Produkte erstellen gut dazu.
TIPP: Neben dem Bloggen – dem Schreiben kurzer Beiträge im Internet – trifft das Vloggen auf große Beliebtheit. Dabei spezialisierst du dich als Influencer*in auf das Veröffentlichen von Videos auf Plattformen wie TikTok oder YouTube.
Karriere im Bereich Gaming
Gaming und iGaming sind zwei stark wachsende Branchen, in denen du im Online-Segment mehrere berufliche Chancen vorfindest. Als App-Designer*in oder Spieleentwickler*in kreierst du neue, spannende Games für den Browser oder Apps auf Smartphone und Tablet. Neben dem Know-how in der IT-Branche sind Fähigkeiten wie Kreativität, Sinn für grafische Gestaltung und Kundenorientierung gefragt.
Die Entwicklung eines Online-Games basiert auf dem Spielkonzept. Hier stellen sich einige wichtige Fragen:
- Welche Art von Spiel soll entstehen?
- Welche Trends gibt es bereits und welche lassen sich ins Spiel integrieren?
- Wie lässt sich das Spiel herausfordernd und spannend gestalten?
- Welche Features sprechen die Zielgruppe besonders an?
- Wie sollen Charaktere, Landschaften und Co. gestaltet sein?
TIPP: Du willst kein Spiel entwickeln, sondern spielst lieber selbst? In dem Fall kannst du eine Karriere im Bereich E-Sports in Erwägung ziehen.
Digitaler Customer Support / Customer Experience Manager
Unternehmen in zahlreichen Branchen vertreiben Waren und Dienstleistungen online. Dementsprechend findet auch der Kundenservice im Internet statt. Dieser ist für die Firmen ein wichtiges Qualitätskriterium, sodass dieser Bereich mehrere Karrierechancen bietet. Als Digital Customer Support:
- unterstützt du potenzielle und tatsächliche Käufer*innen bei ihrer Kaufentscheidung
- berätst du Kund*innen zu Angeboten
- nimmst du zu Anmerkungen Stellung und klärst Fragen und Probleme
Das geschieht ausschließlich auf digitalem Weg, beispielsweise über den Live-Chat, Social Media oder E-Mail. Ebenso werden Messaging-Apps zunehmend zur Unternehmenskommunikation herangezogen.
Wer beruflich das Hauptaugenmerk auf das Kaufverhalten der Kundschaft legen möchte, schlägt eine Karriere als Customer Experience Manager ein. Dieser wertet Kundenprofile aus, wobei er auf folgende Faktoren achtet:
- Alter
- Geschlecht
- Bildungsstandard
- soziale Herkunft
Anhand dieser Eckpunkte gelingt eine kundenspezifische Ansprache über die digitalen Kanäle. Da beide Berufsfelder – Digital Customer Support und Customer Experience Manager – viele Gemeinsamkeiten haben, können sie in einigen Unternehmen zu einer Stelle zusammengefasst sein.
Virtual Assistant

Bei bestimmten Aufgaben brauchen Unternehmen Unterstützung – jedoch nicht so viel, dass es sich lohnen würde, den klassischen Assistenzposten zu belegen. In dem Fall sind virtuelle Assistent*innen gefragt. Diese können allgemein bei der Unternehmensorganisation und -kommunikation helfen oder sich auf Teilaufgaben spezialisieren, beispielsweise:
- Social Media
- Buchhaltung
- Terminkoordination
- Texterstellung
- Event-Planung
Bei diesem Beruf arbeitest du fest mit einer oder mehreren Firmen zusammen. Alternativ suchst du dir als Freelancerin deine Projekte und die Kundschaft aus. Abhängig von der Unternehmensgröße, dem Aufgabenbereich und deiner Spezialisierung variieren die Verdienstaussichten. Wenn du den Einstieg konkreter prüfen möchtest, lies unseren ausführlichen Artikel Virtual Assistant werden und den Guide Freelancerin werden.
Instructional Designer / E-Learning Concepter
Das digitale Lernen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Gleiches gilt für Berufszweige, die diese Art des Lernens voranbringen. Instructional Design und E-Learning-Concept gehören zu den Bereichen, die zukunftsorientierte Karrierechancen bereithalten. In beiden können dich folgende Aufgaben erwarten:
- die Analyse des individuellen Trainings- und Entwicklungsbedarfs der Klient*innen
- die Durchführung von Workshops und IT-Trainings, die diesem Bedarf gerecht werden
- die Erstellung von Lernkonzepten für das E-Learning und Blended Learning
- das Schreiben von Storyboards und Drehbüchern für verschiedene Lehr- und Lernformate sowie Lehr- und Lernmedien
Du fungierst durch dieses weite Aufgabenfeld in Unternehmen als Treiberin der digitalen Transformation. Die Voraussetzungen für den erfolgreichen Start in den Berufszweig des E-Learnings können unternehmensspezifisch variieren. Meist wird jedoch ein abgeschlossenes Studium in einem der folgenden Bereiche erwartet:
- Pädagogik
- Erziehungs- und Bildungswissenschaften
- Mediendidaktik
- Medientechnik
- Informationsdidaktik
Neben dem Gespür für die Zielgruppe brauchst du ein aufgeschlossenes Auftreten und Teamfähigkeit. Vorzugsweise bringst du Fremdsprachenkenntnisse und Kreativität mit. Wie bei jedem Beruf dürfen Eigeninitiative und Engagement nicht fehlen.
Welche Online-Arbeit passt zu dir?
Wähle nicht nur nach Trend, sondern nach deinem Hebel.
- Bist du gut in Struktur, Organisation und Kommunikation? Dann könnte virtuelle Assistenz passen.
- Kannst du schreiben, gestalten, beraten oder analysieren? Dann prüfe Freelancing.
- Hast du Wissen, Methoden oder Vorlagen? Dann können digitale Produkte ein langfristiger Hebel sein.
Fazit
Das Internet und die daraus resultierende Digitalisierung verändern den Arbeitsmarkt und bringen neue Berufsbilder hervor. Vorwiegend in den Bereichen Marketing, Kommunikation, Organisation, Weiterbildung und digitalen Services finden sich Chancen für Frauen, die beruflich flexibler werden oder sich selbstständiger aufstellen möchten.
Trotzdem gilt: Online arbeiten ist kein Shortcut. Du brauchst eine Fähigkeit, die am Markt gebraucht wird, ein klares Angebot und einen realistischen Blick auf Preise, Akquise und Steuern. Wenn du nebenberuflich starten möchtest, findest du hier die nächsten sinnvollen Schritte.
Nächster Schritt
Wenn du online Geld verdienen willst, starte nicht mit „Was ist gerade Trend?“, sondern mit „Welches Problem kann ich lösen?“ Lies als Nächstes Virtual Assistant werden, Freelancerin werden, digitale Produkte erstellen oder Nebeneinkommen für Frauen.
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