Big Data: 11 Beispiele für sinnvolle Anwendungen im Alltag

Big Data – ein Begriff, den du gewiss schon gehört hast, mit dem du aber vielleicht noch nichts anfangen kannst. Er beschreibt die Erhebung und Auswertung riesiger Datenmengen und diese sehen viele Menschen eher skeptisch. Doch es gibt inzwischen zahlreiche Anwendungen, von denen jeder profitieren kann, auch du; und die du vielleicht bereits ganz selbstverständlich im Alltag nutzt. Es lohnt sich daher ein Blick auf die Frage: Was genau steckt hinter der Big Data und von welchen praktischen Lösungen kannst du heute bereits profitieren?

Der gesellschaftliche Wandel durch Big Data…

Das Wort legt bereits nahe, dass es sich um Daten handelt, und zwar in großer Menge. Und genau darum geht es bei Big Data: Das Sammeln, Speichern und Auswerten eines riesigen Datenbergs. Häufig kommt dafür innovative Software zum Einsatz, um dieser Datenmenge überhaupt noch Herr zu werden. Diese Daten stammen beispielsweise aus Social Media, dem E-Commerce und zahlreichen weiteren Quellen, wo diese bewusst oder unbewusst preisgegeben werden.

Für viele Menschen wirkt aber nach wie vor abstrakt, was mit diesen großen Datenmengen passiert. Tatsächlich handelt es sich bei Big Data nicht nur um einen Trend, sondern Experten sehen darin den Startschuss eines gesellschaftlichen Wandels. Davon ist jeder Einzelne betroffen. Auch, wenn du es vielleicht noch nicht gemerkt hast, hat Big Data also bereits dein Leben verändert – Tendenz steigend. Und auch, wenn du diese Entwicklung skeptisch siehst, womit du nicht alleine bist, kannst du doch von ihr profitieren und tust das mit großer Wahrscheinlichkeit bereits.

…und wie er auch dein Leben beeinflusst

Zugegeben, wenn es um Big Data geht, steht für die Unternehmen meistens ihr eigener Nutzen im Vordergrund. Sie versprechen sich dadurch Wettbewerbsvorteile, eine „gläserne“ Zielgruppe oder ähnliche Einsatzmöglichkeiten im Alltag. Durchaus kann aber jeder Mensch davon profitieren, sofern die Datenmengen richtig genutzt werden. Aber wie? Folgende Beispiele zeigen dir, wann du Big Data bereits jetzt anwendest und wie deine Vorteile dadurch aussehen – beziehungsweise in Zukunft aussehen könnten:

Jetzt lesen:  Der Verzicht auf Lebensmittel – Wo macht er wirklich Sinn?

1. Besser schlafen – und aufwachen

Der klassische Wecker hat längst ausgedient und die meisten Menschen lassen sich mittlerweile von ihrem Handy aufwecken. Dafür kannst du eine genaue Uhrzeit einstellen, immer größerer Beliebtheit erfreuen sich aber sogenannte „Schlaftracker“ oder „Sleep Apps“. Sie können nicht nur hilfreiche Informationen bezüglich deiner Schlafdauer, Schlafqualität & Co aufzeichnen. Sie können dich auch zur richtigen Zeit wach machen. Dafür analysieren sie deine Schlafphase und wecken dich innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums – aber eben nicht direkt in der Tiefschlafphase. Dadurch startest du ausgeruhter und fitter in den Tag, und zwar dank Big Data.

2. Verbesserung des eigenen Wohlbefindens

Es ist aber längst nicht nur diese neue Art des Weckens, welche durch Big Data dein Wohlbefinden steigern kann. Auch in vielen weiteren Anwendungen kommen die Daten mittlerweile so zum Einsatz, dass sie dein Wohlbefinden steigern können. Das passiert durch Daten, die du entweder aktiv eingibst oder die passiv durch Apps, Tools & Co gesammelt werden. Du kannst beispielsweise per App deine Ernährung verbessern oder mit einem Fitness-Armband dein Bewegungslevel, deinen Kalorienverbrauch und viele weitere Werte analysieren. Damit sich diese tatsächlich positiv auf dein Wohlbefinden auswirken, musst du die gewonnenen Daten aber auch richtig einsetzen, beispielsweise also dein Bewegungslevel erhöhen oder deine Ernährung auf den Kalorienverbrauch anpassen. Big Data ist somit in den meisten Fällen kein Selbstläufer, sondern bietet dir nur neue Möglichkeiten, die du richtig nutzen musst, wenn du davon profitieren willst.

Big Date Fitness Tracker

3. Medizinische Forschung und Gesundheitsvorsorge

Selbiges gilt für deine Gesundheit, denn auch diese kannst du dank Big Data aktiv fördern. Die Grenzen zwischen dem Wohlbefinden und der Gesundheit sind dabei fließend. Immer häufiger gibt es daher auch Apps, Tools & Co, welche der Gesundheitsvorsorge dienen oder der Überwachung einer speziellen Erkrankung, falls du beispielsweise unter Diabetes leidest. Auch in der medizinischen Forschung spielt das Thema mittlerweile eine essentielle Rolle, um Therapielösungen zu finden. Und einige intelligente Alltagshelfer können mittlerweile sogar den Ausbruch einer Krankheit vorhersagen. Große Teile der Krebsforschung wären nicht ohne Big Data möglich gewesen und in den USA wurde durch die Analyse von Patientendatenstreams sogar ein Rückgang der Patientensterblichkeit erreicht.

Jetzt lesen:  Dehnen: Die häufigsten Mythen und wichtigsten Fakten

4. (Genauere) Wetterprognose

Doch es sind auch ganz alltägliche Dinge, die auf Big Data basieren, ohne dass du es realisierst. Der morgendliche Blick in die Wetterprognose basiert beispielsweise auf solchen Datenmengen. Denn je mehr Daten gesammelt und ausgewertet werden, desto genauer ist die Wetterprognose und umso weiter im Voraus kann diese berechnet werden. Wenn du also nächstes Mal in die Wetter-App siehst, profitierst du aktiv von Big Data.

5. Verkehr: Mehr Sicherheit, weniger Stau

Viele Menschen sehen nicht nur tagtäglich in die Wetter-App, sondern nutzen auch die Navigationsfunktion des Smartphones auf dem Weg zur Arbeit & Co. Diese wäre ohne Big Data nicht möglich. Die Daten ermöglichen, einen Stau zu umfahren und dadurch Zeit zu sparen. Sie sorgen aber mittlerweile auch für mehr Sicherheit im Verkehr, für genauere Vorhersagen der Ankunftszeit, für die Optimierung der Fahrpläne von öffentlichen Verkehrsmitteln und vieles mehr…

6. Wegweiser beim Online-Shopping

Das Online-Shopping macht das Leben leichter – dank Big Data. Wann immer du im Internet einkaufst, gibst du zwar Daten preis, profitierst aber auch von jenen anderer Personen. Vor allem ermöglicht dir Big Data, in der unendlichen Auswahl des World Wide Webs genau das zu finden, was du suchst. Vorschläge, wie „Das könnte dir auch gefallen“ basieren beispielsweise auf Big Data und werden von vielen Shoppingbegeisterten als hilfreich empfunden.

7. Minutengenaue Sendungsverfolgung

Hast du dann online bestellt, wartest du ungeduldig auf dein Paket. Die klassische Sendungsverfolgung funktioniert dabei oft überhaupt nicht oder nur ungenau. Dank Big Data wird sich dies in Kürze ändern. Schon jetzt ist dank Daten aus einer „Crowd“ eine überraschend genaue Vorhersage der Ankunftszeit von Paketen möglich – Tendenz steigend. Denn je mehr Daten gesammelt werden, umso genauer wird die Sendungsverfolgung und so wirst du schon bald vor der tatsächlichen Bestellung fast auf die Minute genau wissen, wann das gekaufte Produkt eintreffen würde.

Jetzt lesen:  Fitnesscheck Ballett - mit Grazie zu einem straffen Körper

8. Hilfe beim Sparen (nicht nur) online

Und noch auf eine dritte Art und Weise profitierst du beim Online-Shopping von Big Data: Sie hilft dir, Geld zu sparen, beispielsweise durch Preisvergleiche oder indem Rabattaktionen ersichtlich werden. Sparen kannst du dank Big Data auch in vielen weiteren Lebensbereichen, sei es durch einen geringeren Stromverbrauch, durch individualisierte Sonderangebote im Einzelhandel oder bei Reisen, mit Hilfe einer Kontrolle deines Kraftstoffverbrauchs beim Autofahren und, und, und…

Big Data Online-Shopping

9. Schutz vor Kriminalität; und für die Kreditkarte

Online-Shopping, Reisen, Tanken – es sind bereits viele Schlagworte gefallen, wann heutzutage die Kreditkarte gerne genutzt wird. Die Sicherheit ist dabei ein wichtiges Thema, denn vor allem Kreditkarten eignen sich hervorragend für einen Betrug. Das war zumindest vor Big Data der Fall. Das Sammeln und Abgleichen großer Datenmengen ermöglicht nämlich nun, deine normalen Buchungen von „auffälligen“ Buchungen zu unterscheiden und die Kreditkarte automatisch zu sperren. Das funktioniert bereits jetzt mit einer faszinierenden Treffsicherheit; und auch hier ist die Tendenz weiter steigend. Mehr Sicherheit bringt Big Data zudem in vielen weiteren Lebensbereichen und schützt dich somit unbewusst im Alltag vor (Cyber-) Kriminalität.

10. (Noch) mehr Spaß beim Online-Gaming

Wenn du gerne „zockst“, kommst du bei deinem Hobby unweigerlich mit Big Data in Berührung, vor allem beim Online-Gaming. Denn die Hersteller nutzen die gesammelten Daten, um mögliche Probleme der Spieler zu identifizieren, um Schwierigkeiten festzustellen, Ausstiegspunkte zu analysieren und das Game in vielerlei Hinsicht besser zu machen, sei es beim nächsten Update oder in der neueren Version. Das sorgt für noch mehr Spielspaß dank Big Data.

11. Eine neue Generation der Verhütung

Zuletzt sind es vor allem Frauen, die von der Big Data profitieren können, wenn es um die Verhütung geht. Moderne Verhütungscomputer, die anhand gesammelter Daten den individuellen Zyklus berechnen, machen nämlich die hormonelle oder anderweitige „unnatürliche“ Verhütung überflüssig. Und je mehr Frauen diese Verhütungscomputer nutzen, desto zuverlässiger werden sie. Big Data bedeutet also auch, gemeinsam die Welt zu verbessern – zumindest in gewissen Lebensbereichen.

 

Fotos: © BillionPhotos.com / 314174663, Robert Kneschke / 283503915, NIKCOA / 284766089 // Adobe Stock