Smartphone-Junkie? So schützt du dich vor Kostenfallen

Mit Freundinnen chatten, die neuen Postings auf Instagram durchsehen oder beim Warten auf den Bus in einer App spielen – das Smartphone ist zum ständigen Begleiter geworden. Doch leider lauert hier auch so manche Kostenfalle. Ein leichtsinniger Klick und schon wartet eine hohe Rechnung am Ende des Monats. Nein, diese Zeilen sollen dir keine Angst machen, sondern die Frage beantworten: Wie kannst du dich davor schützen?

Die Kostenfalle beim Handy-Kauf

Du möchtest stets das neueste Smartphone haben, schließlich macht es bessere Selfies und sieht schlichtweg cooler aus? Ein Wunsch, den viele – vor allem junge – Menschen verspüren und das ist auch vollkommen nachvollziehbar. Doch ein Blick auf die aktuellen Preise für die neuesten Handys offenbart schnell, dass du hier jede Menge Geld versenken kannst.

Wer also nicht gerade ein überdurchschnittliches Einkommen hat, sollte nicht blind jedem Trend folgen. Und Hand aufs Herz: Wer hat das schon, vor allem in jungen Jahren?!

Die Kostenfallen beim Smartphone beginnen also bereits beim Kauf. Die Technologie entwickelt sich in einem solch rasanten Tempo weiter, dass jedes neue Gerät innerhalb von wenigen Monaten veraltet ist. Wer also technologisch am Ball bleiben möchte, braucht durchaus in regelmäßigen Abständen ein neues Handy.

Allerdings solltest du beim Kauf abwägen, ob das neue Gerät tatsächlich „besser“ ist. Hierbei gibt es große Unterschiede zwischen den Marken sowie den einzelnen Modellen. Zudem ist es sinnvoll, auf Sonderaktionen zu warten oder Ausstellungsstücke zu kaufen. Es gibt also bereits hier viele Möglichkeiten, um sich den Wunsch vom neuen Handy zu erfüllen, dennoch aber viel Geld zu sparen.

Den richtigen Vertrag auswählen

Smartphone Junkie Kostenfallen

Nach dem Kauf eines neuen Smartphones stellt sich dir die Frage, welchen Vertrag du abschließen möchtest. Auch hier gibt es nämlich große Unterschiede zwischen den Anbietern und den einzelnen Vertragsmodellen. Doch Vorsicht, denn häufig handelt es sich bei besonders günstigen Tarifen um reine Lockangebote.

So gilt beispielsweise nur für die ersten zwölf Monate der genannte Preis, doch du bist noch weitere Monate oder sogar Jahre zu höheren Kosten an den Vertrag gebunden. Auch „Einrichtungsgebühren“ oder ähnliche Pauschalen erhöhen die versteckten Sonderkosten für die Mobilfunkverträge.

Beliebt sind mittlerweile zudem Tarife mit sogenannter Datenautomatik, sprich der Nutzer muss nur das Datenvolumen bezahlen, welches er auch tatsächlich verbraucht. Überschreitet er eine gewisse Schwelle, lädt das Handy automatisch weiteres Datenvolumen für eine Pauschale auf.

Dieses Modell kann sich lohnen – aber auch zur Kostenfalle werden, wenn du den Überblick verlierst. Wähle also einen Vertrag aus, der transparent ist und zu deinen Gewohnheiten passt, sodass du unterm Strich am günstigsten wegkommst.

Die Einstellungen überprüfen… und anpassen

Noch größere Kostenfallen lauern aber bei der Nutzung deines (neuen) Smartphones. Hast du einen neuen Vertrag abgeschlossen, ist es daher wichtig, dass du die Voreinstellungen überprüfst – denn ja, solche gibt es auch bei Verträgen. Bei vielen Anbietern kannst du diese mittlerweile sogar selbst online ändern, ansonsten funktioniert das persönlich oder telefonisch über den Kundenservice.

Indem du beispielsweise teure Rufnummern oder das Datenroaming im Ausland sperrst, kannst du verhindern, dass du unbewusst die Rechnung in die Höhe treibst. So kann sich dein Smartphone beispielsweise nicht in ein ausländisches Netz einwählen, wenn du in einem Grenzbereich wohnst oder unterwegs bist. Sinnvoll kann auch ein Ausschalten der Datenautomatik oder weiterer Tarifoptionen sein, ebenso wie eine sogenannte Drittanbietersperre einzurichten.

Die Einstellungen zu überprüfen, ist zudem auf deinem Handy selbst wichtig. Auch hier kannst du nämlich gewisse Grundeinstellungen vornehmen, welche das Tappen in eine Kostenfalle zumindest unwahrscheinlicher machen. Du kannst beispielsweise das Datenroaming ausschalten oder In-App-Käufe deaktivieren.

Geh also einmal in Ruhe alle Einstellungen deines Smartphones durch. So kannst du zugleich weitere sinnvolle Veränderungen vornehmen, um Akku zu sparen oder zu verhindern, dass die Apps ungewollt Daten wie deinen Standort sammeln.

Wenn Apps zur Kostenfalle werden

Wenn Apps zur Kostenfalle werden

Mit den In-App-Käufen ist ein weiteres wichtiges Stichwort gefallen. Denn sie sind der häufigste Grund, weshalb plötzlich eine unerwartet hohe Rechnung in deinen Briefkasten flattert. Manchmal schließt du unbewusst ein Abonnement ab, ein anderes Mal tätigst du mit einem falschen Klick einen Kauf – die Möglichkeiten, weshalb die App plötzlich zur Kostenfalle wird, sind vielfältig.

Um dich vor solchen Fehlern zu schützen, solltest du schon vor dem Kauf gewisse Maßnahmen ergreifen. Dazu gehört, den Anbieter auf seine Seriosität zu überprüfen. Mittlerweile kann nämlich beinahe jeder eine App entwerfen und zum Download anbieten.

Besonders Apps, bei denen es um (Glücks-) Spiele geht, bergen hierbei das Risiko einer Kostenfalle und zusätzlich von Viren und anderer Schadsoftware. Dasselbe kann aber natürlich auch bei anderen Anwendungen passieren. Ein bisschen Recherche ist daher wichtig, anstatt im App-Store einfach spontan eine App zu laden. Einen seriösen Anbieter erkennst du wie folgt:

  • Erst einmal kannst du über die simple Eingabe in eine Suchmaschine herausfinden, wer die App entwickelt hat. Dies solltest du überprüfen. Lässt sich der Entwickler nicht erkennen, ist Vorsicht geboten. Dasselbe gilt, wenn auf seiner Seite kein beziehungsweise ein ausländisches Impressum zu finden ist.
  • Die App sollte zudem in einem offiziellen App-Store geladen werden, je nach Betriebssystem. Downloads aus dem Internet sind hingegen stets ein Sicherheits- und Kostenrisiko.
  • Kommentare sowie Bewertungen anderer Nutzer sind ebenfalls ein wichtiger Hinweis. Neben jenen im App-Store solltest du solche aber auch auf anderen Plattformen wie Internetforen lesen. Zudem ist eine gesunde Skepsis angebracht, denn vor allem sehr gute Bewertungen sind häufig „fake“. Dennoch kannst du dir in der Gesamtheit einen ganz guten Überblick verschaffen.
  • Lies die AGB, bevor du einen Download tätigst. Versteckte Kosten oder Abonnements, die sich quasi im Kleingedruckten verstecken, kannst du so rechtzeitig erkennen.
  • Zuletzt sollte es die Möglichkeit geben, persönlichen Kontakt zu einem Kundensupport oder Hilfecenter aufzunehmen. Am besten probierst du das einfach kurz aus. Daran, ob du eine Antwort erhältst und in welcher Qualität, kannst du ebenfalls wichtige Rückschlüsse über die App ziehen.

Vorteile durch Abo-Modelle

Letzteres gilt vor allem dann, wenn es sich um kostenpflichtige Apps handelt, bei denen du beispielsweise ein Abonnement abschließt oder Geld einzahlst. Ein Abonnement kann nämlich auch Vorteile bieten. Bist du dir über die Seriosität eines Anbieters sicher, bekommst du damit oft Zugang zu besonderen Inhalten oder profitierst von verschiedenen Vergünstigungen. Das ist beispielsweise bei Casino-Apps der Fall, denn wie bereits erwähnt, ist diese Branche für Betrüger besonders anfällig. Das bedeutet aber nicht, dass es nicht auch seriöse Anbieter gibt. Sie bieten Transparenz, wenn es um Kosten oder Auszahlungen geht, sowie einen persönlichen Ansprechpartner.

Gerade ein umfassender Kundenservice ist ein gutes Qualitätsmerkmal und zeigt dir, dass dem jeweiligen Unternehmen wichtig ist, dass die Nutzer zufrieden sind.

Auch Games und andere Anwendungen sollten möglichst diese Kriterien erfüllen. Selbiges gilt für Apps, bei denen du beispielsweise In-App-Käufe tätigen oder ein Abonnement abschließen musst beziehungsweise möchtest. Vorsicht ist besser als Nachsicht, lautet schließlich ein bekanntes Sprichwort – und mit diesen Maßnahmen musst du kaum noch Angst vor Kostenfallen haben.

Hilfe, du bist in die Falle getappt – und jetzt?

Egal, ob du also ein erfahrener „Smartphone-Junkie“ oder ein Neuling in der bunten Welt der Apps bist: Diese Recherche vorab sowie ein gewissenhafter Umgang mit dem Handy, dem Mobilfunkvertrag sowie den Apps kann dich vor einer unliebsamen Überraschung bewahren, wenn am Ende des Monats die Rechnung kommt. Dennoch ist es wichtig, diese stets auf ihre Richtigkeit zu überprüfen.

Solltest du einen Kostenpunkt finden, den du nicht zuordnen kannst beziehungsweise der unbeabsichtigt war – beispielsweise durch einen falschen Klick in einer App – hast du zwei Möglichkeiten: Bei kleineren Beträgen kannst du den Betrag begleichen und aus deinem Fehler lernen. Bei größeren Betrag solltst du dich jedoch gegen die Rechnung wehren. Hierfür ist es notwendig, schriftlich beim Mobilfunkanbieter Einspruch einzulegen. Die Richtigkeit der Rechnung wird daraufhin geprüft.

Besteht der Aussteller dennoch auf den Betrag, kann ein Anwalt dabei helfen, dich gegen unberechtigte Ansprüche zu verteidigen. Eine Rechtsschutzversicherung kann daher ebenfalls sinnvoll sein und kostet dich meist nur wenige Euro pro Monat. Dann kannst du dein Handy guten Gewissens (wieder) exzessiv nutzen und die Vorteile deiner Apps bestmöglich auskosten.

 

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