Mit Düften die eigene Stimmung beeinflussen – geht das?

Gerade im Sommer ist die Luft häufig von den betörendsten Düften erfüllt. Rosen, Lavendel, Jasmin, Osmathus – wer das Glück hat, einen eigenen Garten zu besitzen, der kann beim täglichen Gießen die Nase in der einen oder anderen Blüte versenken und dabei seine Stimmung ganz wesentlich beeinflussen. Doch leider kann man nicht den ganzen Tag im Garten bleiben. Für viele Frauen ist genau das einer der wichtigsten Gründe, ein Parfum zu tragen – es begleitet sie durch den Tag und erzeugt gute Laune.

Warum wirken Gerüche? Die Düfte dringen durch die Nase ein und gelangen sofort ins Gehirn. Dort stimulieren sie das Nervensystem, setzen Hormone frei und beeinflussen so die Stimmung. Die Düfte von Kräutern und Blumen wirken belebend (etwa Zitrone), machen glücklich (Osmanthus und Rose) oder beruhigen die Nerven (besonders Lavendel). Erinnerungen, die mit einem Duft verknüpft sind, bleiben besonders lebendig.

Der Weg zum Duft

Es gibt verschiedene Chancen, sich mit geliebten Düften zu umgeben. Da ist einmal die Möglichkeit, im Garten oder auf dem Balkon die entsprechenden Pflanzen zu züchten und in ihrer absoluten Frische zu genießen. Leider ist diese Freude von kurzer Dauer, denn jede Blühphase ist begrenzt. Doch die Blüten können gesammelt und weiter verarbeitet werden. So lässt sich ihr Duft konservieren. Die zweite, gern genutzte Möglichkeit sind Parfums.

Sie stehen zu jeder Jahreszeit zur Verfügung und können je nach Tagesstimmung und gewünschter Wirkung eingesetzt werden.

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Wer anstelle eines Weichspülers ein paar Tropfen ätherisches Öl in die Waschmaschine gibt, konserviert den Duft in der Kleidung. Das funktioniert am besten, wenn ein Waschmittel mit einem neutralen Duft, etwa Waschnüsse, verwendet wird. Die Waschmaschine selbst sollte regelmäßig gewartet werden, damit sie keinen unangenehmen Geruch an der Kleidung hinterlässt. Natürlich sind auch Raumdüfte eine gern genutzte Methode, um sich mit einem zarten Duft zu umgeben.

Einige wichtige Duftpflanzen im Porträt

Frühlings-Duftblüte (Osmanthus)

Dieser früh blühende Strauch – es gibt rund 30 bis 40 Arten – kommt aus Asien oder Nordamerika. Er kann gut im Garten oder auf der Terrasse kultiviert werden, denn er ist winterhart. Die Blätter sind immergrün und erinnern an Lorbeerblätter. Die kleinen Blüten sind weiß, erscheinen von April bis Mai und verströmen einen intensiven, betörenden Duft.

Wirkung: Euphorisierend, anregend, stimmungsaufhellend. Der Duft der Blüten löst Glücksgefühle aus und entspannt.

Verwendung: Kommt in vielen kosmetischen Produkten zum Einsatz. Ist die Herznote beliebter Parfums wie dem La Vie est Belle Parfum von Lancôme. Gilt in China als Baum der Weisheit und wird dort als Tee geschätzt. Die getrockneten Blüten können einfach als Tee zubereitet werden, der köstlich süß und anregend schmeckt. Osmanthus-Blüten sind auch geeignet, um süße Gerichte zu verfeinern.

Lavendel

Einer der bekanntesten Duftsträucher. Ist völlig unkompliziert und wächst sowohl in Kübeln als auch direkt in der Gartenerde. Allerdings ist die Haltung im Zimmer, die ab und an propagiert wird, nicht möglich – hier geht der Lavendel ein, denn er liebt die pralle Sonne. Er wird häufig zusammen mit Rosen gepflanzt, weil er gegen deren Blattläuse helfen soll. Die Sträucher sind winterhart und kommen jedes Jahr in noch größerer Pracht wieder.

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Wirkung: Lavendel beruhigt die Nerven. Er soll beim Einschlafen helfen, wirkt aber gleichzeitig belebend. Er kann bei Kopfschmerzen helfen und sorgt für Ausgeglichenheit von Körper und Seele.

Verwendung: Kann vielfältig verwendet werden. Die blühenden Stängel werden geschnitten und können sowohl frisch als auch getrocknet eingesetzt werden. Frische Stiele können etwa zu einem Lavendelstab geflochten werden. Getrocknete Blüten kommen in einem Potpourri oder in einem Duftsäckchen (fürs Bett oder den Schrank) zum Einsatz. Hier verbreiten sie ihren angenehmen Duft, verjagen böse Träume und halten Motten von der Kleidung fern.

Rosen

Um keine Blume ranken sich so viele Mythen und Geschichten wie um die Rose. Sie wird als Königin des Gartens verehrt, taucht in Märchen wie „Dornröschen“ auf und wird in unzähligen Sorten gezüchtet.

Rote Rosen gelten als Blumen der Liebe, schwarze sind der unerfüllte Traum vieler Züchter. Selbst ihre Dornen werden besungen und gelten vielen als Preis für ihre Schönheit. Neben ihrem schönen Aussehen haben Rosen noch viele weitere, positive Eigenschaften. Sie reinigen das Blut und wirken als Tee gegen Blasenentzündungen, Verstopfung und Nierensteine. Und ihr Duft? Einmalig, wenn man duftende Sorten nimmt. Rosen können im Beet, als Rankpflanze und einige Jahre auch im Kübel gehalten werden. Die meisten Sorten schätzen die pralle Sonne, fühlen sich aber auch im Halbschatten wohl. Das Beschneiden der Sträucher ist eine kleine Wissenschaft für sich, regt aber zu immer neuer Blüte an.

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Wirkung: Der Duft der Rose wirkt aphrodisierend, beruhigend, stimmungsaufhellend und erzeugt eine liebevolle Atmosphäre.

Verwendung: In vielen Parfums, Cremes, Badezusätzen. Als Potpourri, im Duftsäckchen, als Tee oder in Gebäck.

Pfefferminze

Die wohl intensivste aller Sorten von Minze. Kann im Beet, im Kübel und in einem großen Topf im Haus am Fenster kultiviert werden. Wächst üppig, liebt die Sonne und ist insgesamt unkompliziert. Kann im Sommer regelmäßig geerntet und sofort verarbeitet oder getrocknet bzw. eingefroren werden. Behält im Gegensatz zu vielen anderen Kräutern auch getrocknet ihr Aroma.

Wirkung: Die Pfefferminze erfrischt und stärkt das Gedächtnis. Wirkt gegen geistige Erschöpfung und Unkonzentriertheit. Unterstützt bei Erkältungen und Migräne.

Verwendung: Frisch in einem Glas Wasser, im grünen Smoothie oder im frischen Saft. Getrocknet in Duftsäckchen, zum Inhalieren oder zum Kochen. Kann auch zu einem Öl oder einer Essenz verarbeitet werden. Ein paar Tropfen an den Schläfen verrieben lindern Kopfschmerzen.

 

Foto: pixabay.com © AdinaVoicu