Frauenfußball mit neuem Zuschauerrekord?

Der Frauenfußball hinkte gemeinsam mit unterklassigem Fußball über Jahrzehnte hinter der »richtigen« Bundesliga hinterher, doch plötzlich scheint sich das Blatt zu wenden. So wie die unterklassigen Ligen immer mehr Zuschauer vermelden, steigt auch der Zuschauerschnitt im Frauenfußball. In Bezug auf das baldige Testspiel der Damen-Nationalmannschaft steht jetzt schon fest, dass der bisherige Ticketrekord gebrochen wurde. Für den Test gegen Schweden wurden laut sueddeutsche.de 27.000 Tickets abgesetzt. Und auch abseits dieser Zahlen zeigt sich, dass Frauen im Fußball ihren Platz haben – selbst auf der Trainerbank eines Herren-Vereins.

Frauenfußball begeistert europaweit immer mehr Fans

Es ist schon interessant. Europaweit strömen Massen an Fans in die Stadien, wenn es Atletico Madrid gegen FC Barcelona heißt. Nun, was ist daran interessant, das Duell ist doch ein Klassiker? Ja, natürlich sind 60.740 Zuschauer im Stadion absolut normal. Wirklich? Denn diese Fans besuchten kein Spiel der Herrenteams, sondern das Ligaspiel der Damenteams der jeweiligen Vereine. Die Rivalität zwischen den Clubs ist wohlbekannt und absolut geschlechterunabhängig. Und auch wenn Juventus Turin gegen Florenz spielt, kommen 40.000 Zuschauer nicht ins Stadion, um CR7 zu sehen – es sei denn, sie jubeln der weiblichen Ausgabe zu. Generell gilt:

  • Es ist Fußball – in vielen europäischen Ländern ist es mittlerweile egal, ob es sich um Frauenfußball oder nicht handelt. Es wird Fußball geschaut. Und viele Fans schätzen insbesondere die andere Spielweise, die die Damen auf den Rasen bringen.
  • Unterstützung – für einen echten Fan eines Vereins gilt es, diesen Verein zu unterstützen. In Deutschland besuchen daher etliche Anhänger die 2. Mannschaften oder die A-Jugend und feuern sie auf dem Rasen an. Ist ein Frauenteam mit dabei, wird das schlichtweg mit in die Leidenschaft aufgenommen. Einen Unterschied machen die Vereinsfans nicht, denn sie sind auch auf der Tribüne, wenn es um die Inklusionsteams (Behindertensport) geht.
  • Rivalität – ein Sieg gegen den Stadt-, Lokal- oder Dauerrivalen ist immer wichtig. Er geht in die Vereinshistorie ein. Und diese Denkweise führt auch dazu, dass 60.000 Zuschauer ein Damenspiel besuchen.

Das sind natürlich Beispiele aus anderen europäischen Ländern. Deutschland hängt, wie so oft, weit hinterher. Beim Spitzenspiel der deutschen Damenbundesliga zwischen den Bayern und Wolfsburg verirrten sich gerade einmal 2.155 Menschen ins Stadion. Das liegt mit daran, dass es keine Lokalduelle gibt, aber auch, dass es in Deutschland immer noch zu viele Fans gibt, die »ihren« Verein ausschließlich mit der Starmannschaft verbinden. Zudem ist die Vermarktung in Deutschland nicht so weit fortgeschritten wie in anderen Ländern.

Fußball als Hobby – auch für Frauen spannend

Fußball selbst ist natürlich auch als Hobby für Frauen spannend. Frau kann ihn selbst spielen und dazu gibt es etliche Möglichkeiten:

  • Vereine – zumindest in den größeren Städten gibt es längst Damenteams bei allen gängigen Vereinen. Kleinere Vereine arbeiten auch häufiger mit gemischten Teams. Gerade im Kinderbereich ist das gängig.
  • Hobbyteam – was die Jungs/Männer können, können Frauen schon lange. Auch sie treffen sich regelmäßig in Parks, auf Wiesen oder auf dem Sportplatz und kicken.

Doch auch abseits des Rasens ist der Fußball ein tolles Hobby. Hier spielt es auch nur eine untergeordnete Rolle, ob nun eine Herren- oder Damenmannschaft angefeuert wird. An dieser Stelle trifft wieder das Vereinsdenken ein: Wer Fan des Vereins A ist, unterstützt ihn möglichst vom Bambini- bis zum Alte-Leute-Bereich. Aber warum ist die Fananhängerschaft für Frauen so interessant? Nun, sie bietet tolle Optionen:

  • Auswärtsspiele – es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, Städtereisen zu machen, als diese mit dem Fußball zu kombinieren. Warum nicht zum nächsten Spiel mit nach Freiburg reisen?
  • Leute treffen – beim Fußball ist es leicht, neue Menschen kennenzulernen und einfach einen schönen Tag zu erleben. Wer mit einer aufgeschlossenen Truppe unterwegs ist, der kann auch nach der saftigen Niederlage oder dem Kantersieg noch Spaß mit netten gegnerischen Fans haben. Nicht selten springt dabei sogar eine etwas andere Stadtführung heraus – mit der Vorstellung der besten Restaurants, Bars oder Szenekneipen.

Dabei ist es eigentlich egal, ob sich Frau nun ins Stadion stellt und die Herren oder die Damen anfeuert. Fußball bleibt Fußball.

Hobbys rund um den Fußball

Rund um den rollenden Ball lassen sich noch weitere Hobbys ausleben:

  • Tippspiele – besonders gängig sind sie zur WM und EM. Jeder Tipper zahlt einen Betrag in den Topf (alternativ sind »Zahlungen« via Grillfleisch und Getränke möglich), und tippt die Spiele. Wer am Ende besonders gut getippt hat, erhält den Topf – oder hat eine tolle Party. Auch mit den Bundesligen ist das natürlich möglich. Die meisten Tipprunden enden mit einer schönen Feier, bei der alle Mittipper schlichtweg Spaß haben und sich bis spät in die Nacht fragen, warum sie eigentlich teilweise so einen Mist getippt haben.
  • Sportwetten – das ist die offizielle Variante des Tippspiels und erfordert nicht, dass man dauerhaft dabeibleibt. Bei Sportwetten können Tipper wahlweise auf Sieg – Unentschieden – Niederlage tippen, aber auch Ergebnisse sind durchaus möglich. Bei Live-Tipps läuft das Spiel bereits und es kann bis kurz vor Abpfiff ein Tipp abgegeben werden. Sportwetten gehören allerdings zum Glücksspiel und sind nur für volljährige Fans verfügbar. Interessante Quoten wie hier bei Betway sorgen dabei zudem für einen gewissen Nervenkitzel und erhöhen die Spannung der Spiele – immer mehr auch im Frauenfußball.
  • Hobbyliga – wie wäre es, gemeinsam mit Freunden eine eigene Liga zu gründen? Das kann übrigens auf dem Blatt geschehen, denn jeder Mitspieler stellt sich aus den realen Spielern ein Team zusammen. Erzielt ein Spieler nun am Spieltag ein Tor, gibt es Punkte. Das System kann wieder jede Gruppe für sich selbst aufbauen.

Und wer in einer kreativen Fanszene ist, der kann auch seine eigene Kreativität ausleben und helfen, Choreografien, Banner und Aktionen zu planen.

Frauen-Fußball
Wird Frauenfußball schon bald genau so beliebt sein wie die Männervariante?

Fazit – Fußball ist keine Männerdomäne mehr

Es mag zwar etliche Männer geben, die dem Fußball rein maskuline Eigenschaften zuordnen und ihn für sich behalten wollen, doch ehrlich: Da sind die Spanier und Italiener bereits deutlich schlauer. Frauen gehören zum Fußball, kicken selbst hervorragend und ziehen immer mehr Fans in ihren Bann. Und auch als Fans machen sie sich gut und finden im Hobby Fußball genau ihr Metier.

 

Fotos: @ ISGSPorts, skeeze / CC0-Lizenz / pixabay.com