Risikobereitschaft: Warum es sich lohnt, mehr Risiken einzugehen

Risikobereitschaft: Warum es sich lohnt, mehr Risiken einzugehen

Risikobereitschaft: Warum es sich lohnt, mehr Risiken einzugehen

Es gibt die sichere Seite des Lebens – und die, die Spaß macht, aber mit Risiko verbunden ist. Bleibst du auf der sicheren Seite, ist alles berechenbar und es gibt keine bösen Überraschungen, aber auch selten gute. Alles bleibt, wie es ist. Stabilität im Leben ist wichtig, denn hast du sie dir einmal aufgebaut, kannst du immer wieder dorthin zurückkehren und dir sicher sein, dass dort noch alles so sein wird wie vorher. Dennoch kann es sich lohnen, auch mal nach den Sternen zu greifen und damit ein Risiko einzugehen.

Der Alltag in deiner Komfortzone

Deine Komfortzone ist ein Bereich des Lebens, der dir sehr vertraut ist und in dem du bestimmst. Stelle sie dir vor wie ein großes Wohnzimmer, nur für dich alleine. Du bestimmst, wie es eingerichtet wird, welcher Film auf dem Fernseher läuft, ob du es mit Kerzen, Blumen oder Bildern schmückst. Hier fühlst du dich wohl, denn hier kann dir nichts Schlechtes passieren. Allerdings verändert sich hier auch nichts, wenn du das nicht bewusst zulässt – oder vor die Tür gehst und dich darauf einlässt, dass du dann nicht mehr darüber bestimmst, was passiert. Hand aufs Herz, wie oft wählst du im Leben den bequemen Weg mit wenig Widerstand, auch wenn du mit der Lösung nicht ganz glücklich bist? Wenn du das tust, bleibst du in deiner sicheren Komfortzone, wo dir nichts unangenehm werden kann. Sie ist wichtig für uns, wir müssen dorthin immer wieder zurückkehren, um uns vom Alltag zu regenerieren. Doch was könntest du alles verpasst haben, während du allein im heimischen Wohnzimmer deinen Abend verbracht hast?

Was ist überhaupt Risikobereitschaft?

Risikobereitschaft bedeutet zunächst, dass jemand bereit ist, sich einem Risiko auszusetzen, also einer drohenden Gefahr. Stell dir vor, du bist in deiner Partnerschaft nicht glücklich. Eine Trennung ist ein Risiko, denn wer weiß, wen du dadurch irgendwann kennenlernst, wie es dir danach gehen wird, was mit der gemeinsamen Wohnung ist… oder wie glücklich du mit der Zeit darüber wirst, dass du diesen Schritt unternommen hast? Risikobereitschaft wäre, auf dein Gefühl zu hören und dich zu trennen, denn nach Abwägung aller Faktoren ist dir bewusst geworden, dass du so nicht glücklich wirst. Doch du willst glücklich werden – und das geht nur so. Risikobereitschaft bedeutet also nicht, dass du von der nächstbesten Klippe einen Bungeesprung wagen musst. Wäge Chancen und Gefahren gegeneinander ab, und wenn die Chance es wert ist und du das Gefühl hast, mit den Risiken umgehen zu können, dann nimm das Wagnis auf. Es könnten positive unerwartete Wendungen auf dich warten.

Lohnt sich das Risiko?

Es gibt einen gravierenden Unterschied zwischen gesunder und ungesunder Risikobereitschaft. Menschen, die ein Risiko akzeptieren, obwohl sie absehen können, dass es eher schlecht als gut ausgeht, tun sich damit keinen Gefallen. Sie bringen sich sehenden Auges in Gefahr, obwohl sie sich eigentlich davor schützen sollten. Gesunde Risikobereitschaft dagegen ist eher etwas Positives. Hierbei wägst du sorgfältig Chancen gegen Risiken ab. Du durchdenkst die Situation und versuchst, zu erkennen, ob sich Risikobereitschaft hier lohnen könnte. Dann schätzt du ab, welche Nachteile auf dich zukommen könnten. Auf diese Weise bist du vorbereitet, wenn etwas davon eintritt, denn du hast diese Möglichkeit kommen sehen. Vorbereitung bedeutet aber auch, dass du frühzeitig planen kannst, was du im Fall der Fälle tust.

Risikobereitschaft als Chance

Warum überhaupt ein Risiko eingehen, wenn du auf der sicheren Seite bleiben kannst? In manchen Lebensbereichen trifft das durchaus zu. Geldgeschäfte, ein Job, der gar nicht so schlecht ist, oder eine Partnerschaft, die in den wesentlichen Punkten stimmt, aber vielleicht nicht mehr neu und spannend ist. Wenn dich eine solche Situation nicht unglücklich macht, ist Sicherheit nicht verkehrt. Ein Risiko birgt allerdings trotzdem immer eine Gefahr – und gleichzeitig eine Chance für dich. Was wäre das positivste Ergebnis? Ein Geldgeschäft könnte funktionieren. In einem neuen Job geht es dir vielleicht auch nicht schlecht, doch du lernst noch etwas dazu. Oder du bist eine Weile Single, obwohl deine sichere Partnerschaft nicht schlecht war, und entfaltest dadurch deine Persönlichkeit oder hast einfach eine tolle Zeit, bis du wirklich wieder bereit für eine Beziehung bist?

Risiken als Wachstumspotenzial

So bequem und einfach die Komfortzone ist, hier verändert sich nichts und du kannst auch nicht wachsen, wenn du immer nur dort bleibst. Es gibt Lebensphasen, in denen du genau das brauchst: Sicherheit, Stillstand, Stabilität. Deswegen ist die Komfortzone da. Wenn du dich aber in der sicheren Zone des Lebens regeneriert hast, bist du wieder bereit für Wachstum. Das passiert aber nur durch einen großen Schritt heraus aus der Komfortzone. Geh zu Beginn ruhig kleinere, eher sichere Risiken ein, die wahrscheinlich ein gutes Ende nehmen. Das bestärkt dich in dem Gefühl, dass ein Risiko nichts Schlechtes sein muss. Positive Erfahrungen lassen dich insgesamt positiver einem Risiko gegenübertreten, denn Versagensängste haben wir alle. Wenn du aber siehst, dass ein gut durchdachtes Risiko ein gutes Ende nehmen kann, bestärkt dich das in einer viel positiveren Einstellung und du entwickelst eine gesunde Art von Risikobereitschaft.
 

Foto: jozefmicic / stock.adobe.com

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