Wer eine Operation plant, entscheidet sich häufig bewusst für die kühleren Monate. Viele befürchten, dass hohe Temperaturen, intensive Sonneneinstrahlung oder das Tragen von Kompressionskleidung den Heilungsprozess im Sommer erschweren könnten. Tatsächlich halten sich rund um medizinische Eingriffe in der warmen Jahreszeit zahlreiche Mythen. Viele verschieben geplante Operationen auf Herbst oder Winter – aus Sorge, Hitze und Sonne könnten den Heilungsprozess beeinträchtigen.
Dabei ist die Jahreszeit allein kein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Genesung. Viel wichtiger sind eine gute Vorbereitung, eine konsequente Nachsorge und die Einhaltung der ärztlichen Empfehlungen. Unter diesen Voraussetzungen können viele medizinische Eingriffe auch in den Sommermonaten durchgeführt werden. Für einige Patientinnen und Patienten bietet die warme Jahreszeit sogar besondere Vorteile: Die Urlaubszeit ermöglicht ausreichend Ruhe, weniger Alltagsstress und mehr Zeit für die eigene Erholung.

Laura Bernunzo weiß das aus eigener Erfahrung. Die Kölnerin hat Lipödem und ließ sich bereits an Armen und Beinen operieren. Alle ihre Lipödem-Operationen plante sie bewusst in den Sommermonaten. Für sie überwogen die Vorteile. Aus ihren eigenen Erfahrungen hat Laura einige Tipps zusammengestellt, die Betroffenen nach einer Operation in der warmen Jahreszeit helfen können.
Ausreichend trinken
Gerade bei hohen Temperaturen benötigt der Körper ausreichend Flüssigkeit. Viel Wasser sowie elektrolythaltige Getränke oder Kokoswasser können dabei helfen, den Flüssigkeitshaushalt zu unterstützen und den Kreislauf zu stabilisieren.
Direkte Sonne vermeiden
Frische Narben reagieren empfindlich auf UV-Strahlung. Deshalb sollten Operationsnarben konsequent vor direkter Sonne geschützt werden. Je nach Heilungsstand sollte Sonnenschutz nur nach ärztlicher Empfehlung eingesetzt werden – häufig ist zunächst eine Abdeckung durch Kleidung die bessere Wahl.
Starke Hitze meiden
Lange Sonnenbäder, Saunagänge oder heiße Vollbäder können den Körper zusätzlich belasten und Schwellungen verstärken. Besonders in der ersten Heilungsphase sollte starke Hitze vermieden werden.
Kompressionskleidung konsequent tragen
Nach einer Lipödem-Operation gehört Kompressionskleidung für viele Patientinnen und Patienten zur wichtigen Nachsorge. Auch wenn sie bei sommerlichen Temperaturen zunächst ungewohnt oder unangenehm sein kann, kann sie den Heilungsverlauf positiv begleiten.
In Bewegung bleiben – aber mit Maß
Schonende Bewegung ist nach vielen Eingriffen wichtig. Kurze Spaziergänge können die Durchblutung fördern und den Kreislauf in Schwung bringen. Intensive sportliche Aktivitäten oder größere körperliche Belastungen sollten jedoch erst wieder aufgenommen werden, wenn die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt dies empfiehlt.
Geduld haben
Auch wenn der Sommer zu Aktivitäten im Freien einlädt: Schwimmbad, Meer und ausgiebige Sonnenbäder sollten erst dann wieder möglich sein, wenn die Wunden vollständig verheilt sind. Der richtige Zeitpunkt sollte immer individuell mit dem medizinischen Team abgestimmt werden.
Fazit: „Gute Genesung hängt nicht vom Wetter ab!“
Eine Operation im Sommer muss kein Nachteil sein. Entscheidend ist nicht die Jahreszeit, sondern der Umgang mit der Heilungsphase. Wer ausreichend Zeit für die Regeneration einplant, auf die Signale des eigenen Körpers hört und die ärztlichen Empfehlungen befolgt, kann die warmen Monate sogar gezielt für die Erholung nutzen.


