Geld sparen klingt oft nach Verzicht, schlechtem Gewissen und dem Gefühl, sich ständig zusammenreißen zu müssen. Dabei geht es im Kern um etwas anderes: Du willst wissen, wohin dein Geld geht, welche Ausgaben dir wirklich wichtig sind und wo du dir mehr finanziellen Spielraum schaffen kannst, ohne dein Leben komplett klein zu machen.
Wenn am Monatsende regelmäßig weniger übrig bleibt, als du dachtest, liegt das selten an einem einzigen großen Fehler. Meist sind es viele kleine Entscheidungen, Abos, Impulskäufe und Gewohnheiten, die sich summieren. Die gute Nachricht: Genau dort kannst du ansetzen.
AJOURE´-Einordnung
Sparen soll nicht bedeuten, dass du dir nichts mehr erlaubst. Es soll dir helfen, bewusster zu entscheiden: Was brauche ich wirklich? Was tut mir gut? Und welche Ausgaben halten mich davon ab, Rücklagen, Sicherheit oder langfristige Ziele aufzubauen? Mehr Grundlagen findest du auch im Bereich Finanzen für Frauen.
Einnahmen und Ausgaben schriftlich festhalten
Damit du einen Überblick über deine finanziellen Verhältnisse bekommst, reicht es nicht, regelmäßig die Kontoauszüge zu prüfen. Die Belege sagen nämlich lediglich etwas darüber aus, welche Einzahlungen und Abbuchungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums erfolgt sind und wie hoch demzufolge der aktuelle Kontostand ist. Du hast aber mit Sicherheit mehr Geld ausgegeben: im Café, in der Boutique, im Kino oder beim Einkauf von Lebensmitteln. Führe ein Haushaltsbuch, in das du sämtliche Einnahmen und Ausgaben schreibst – einschließlich derjenigen, die auf den Kontoauszügen vermerkt sind. Am besten gelingt dies in Form einer Tabelle. Am Monatsende summierst du die Werte jeder Spalte und stellst sie einander gegenüber. Du wirst erstaunt sein, wie groß dein finanzieller Spielraum tatsächlich ist.
Erster Schritt
Wenn du keine Lust auf ein perfektes Haushaltsbuch hast, starte kleiner: Notiere 30 Tage lang nur drei Kategorien: Fixkosten, Alltag und Spontankäufe. Danach siehst du meist schon, wo dein Geld leise verschwindet. Als Rahmen kann dir auch die 50-30-20-Regel helfen.
Ausgaben nach Prioritäten ordnen
Du darfst nicht am falschen Ende sparen – einige Ausgaben lassen sich nicht vermeiden. Setze dir deshalb Prioritäten. Schreibe deine Ausgaben in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit auf. Zuerst erscheinen diejenigen, die unbedingt notwendig sind wie die Miete, die Nebenkosten sowie die Fahrtkosten zur Arbeit. Das sind die Fixkosten, an denen du nicht viel ändern kannst.
Dann erscheinen die Ausgaben für Versicherungen, Mitgliedschaften, Handy, Internet, Lebensmittel und weitere laufende Kosten. Hier lohnt es sich zu prüfen, ob eine Optimierung möglich ist. Wichtig ist aber: Nicht jede günstigere Option ist automatisch besser. Vergleiche nicht nur Preise, sondern auch Leistung, Kündigungsfristen und deinen tatsächlichen Bedarf.
Hinsichtlich deiner Mitgliedsbeiträge solltest du überlegen, welche Mitgliedschaften du tatsächlich nutzt. Wahrscheinlich warst du beim Beitritt zum Fitness-Studio optimistisch, etliche Kilogramm abzuspecken und deinen Körper neu zu definieren. Was ist aus deinem Ziel geworden? Bist du tatsächlich am Ball beziehungsweise auf dem Laufband geblieben? Oder hat dich nur regelmäßig das schlechte Gewissen daran erinnert, dass du eigentlich mal wieder etwas für deine Fitness tun müsstest? Wenn dem so ist, dann kannst du deinen Vertrag getrost kündigen und das Geld für andere Dinge sparen. Beispielsweise schaffst du dir eine Yogamatte oder einen Heimtrainer an, am besten in gebrauchtem Zustand und daher kostengünstig. Das sind einmalige kleine Ausgaben.
Du hast den Vorteil, in deinen eigenen vier Wänden trainieren zu können und zwar dann, wann du Lust hast. Falls du dich irgendwann doch wieder für das Fitnessstudio entscheidest, steht dem Neuabschluss eines Vertrags nichts entgegen. Womöglich gewährt man dir sogar einen Neukunden-Rabatt.
Beim Geld ausgeben sparen
Du kannst beim Ausgeben deines Geldes sparen, wenngleich dir dies im ersten Moment unlogisch erscheinen mag. Vor jedem Einkauf schreibst du eine Liste mit den Dingen, die du benötigst. Von dieser weichst du nicht ab. Da mögen noch so günstige Angebote in den Supermärkten locken. Was du nicht benötigst, kaufst du nicht. Nimm dir zum Bezahlen Bargeld mit. Auf diese Weise bekommst du ein besseres Gefühl für dein Geld und gibst wirklich nur das aus, was dir zur Verfügung steht. Zahlst du mit der Kreditkarte, erscheinen die Beträge unwichtig und geraten schnell in Vergessenheit. Da ist das Konto dann schnell mal überzogen, was wiederum seitens deiner Bank unnötige Zusatzkosten entstehen lässt. Hüte dich davor, augenscheinlich zinsgünstige Kredite aufzunehmen. Damit teilst du eine größere Ausgabe zwar in mehrere kleine Raten auf. Am Ende zahlst du jedoch drauf, auch bei einer relativ kurzen Laufzeit und deine monatlichen Fixkosten erhöhen sich.
On The Go
Mal schnell unterwegs einen Coffee to go hier und ein Brötchen auf die Hand dort – ruck zuck summiert sich der Betrag, den du ganz im Vorbeigehen ausgibst. Nichts spricht dagegen, sich mal zwischendurch mit Freunden gemütlich in ein Café zu setzen, aber muss es denn jeden Tag der teure Schickimicki-Smoothie auf dem Weg nach Hause sein?
Du kannst dir auch einen schönen Coffee to go-Becher zulegen, den du dir zuhause für den Weg zur Arbeit mit Kaffee füllst. Und wenn du dir auch gleich einen Imbiss vorbereitest, bist du nicht nur viel günstiger dran, sondern meistens auch gesünder, als mit dem süßen Stückchen vom Bäcker.
Kleiner Realitätscheck
Coffee-to-go, Snacks und kleine “Nur kurz”-Käufe sind nicht das Problem, wenn sie bewusst passieren. Sie werden erst dann teuer, wenn du sie gar nicht mehr wahrnimmst. Frage dich deshalb nicht nur: “Kann ich das sparen?”, sondern auch: “Ist mir das diese Summe wirklich wert?”
Im Supermarkt recken und bücken
Auf Augenhöhe befinden sich im Supermarkt und im Discounter diejenigen Waren, die besonders preisintensiv sind. Vergleiche die Angebote mit denen in den Fächern darüber beziehungsweise darunter. Die sogenannte Bückware ist vielleicht von einem Hersteller, den du bisher nicht kanntest, dafür aber mit Sicherheit günstiger. Ohnehin lohnt es insbesondere bei Artikeln für den täglichen Gebrauch, auf den Kauf großer Marken zu verzichten. Viele bekannte Hersteller produzieren nicht nur teure und damit anscheinend bessere Waren, sondern bieten Abwandlungen ihrer Produkte unter anderem Namen im Discounter an. Du erkennst es an einer auffallend ähnlichen Aufmachung und wenn du die Inhaltsstoffe und das Kleingedruckte miteinander vergleichst. Das Ersparnis für den einzelnen Einkauf mag sich durch derartige Maßnahmen in Grenzen halten. Auf den Monat oder das Jahr gerechnet kommt jedoch ein ansehnlicher Betrag zusammen, den du in wichtigere Angelegenheiten investieren oder sparen kannst.
Jeden Monat Reserven zurücklegen
Nimm dir vor, jeden Monat eine kleine Reserve für Notzeiten zurückzulegen. Dann musst du nicht sofort in Panik geraten, wenn dein Auto streikt, eine Rechnung höher ausfällt oder dein Kühlschrank den Geist aufgibt. Selbst bei einem kleinen Einkommen kannst du regelmäßig ein paar Euro zurücklegen. Wichtig ist, dass diese Rücklage wirklich für Notfälle gedacht ist und nicht für Spontankäufe.
Direkt weiterrechnen
Wenn du wissen willst, wie groß dein finanzieller Puffer sein sollte, nutze den AJOURE´ Notgroschen-Rechner. Er hilft dir, deine Rücklage nicht nur nach Gefühl, sondern passend zu deinen Fixkosten und deiner Lebenssituation einzuschätzen.
Die Wohnung aufräumen
Weniger ist manchmal mehr. Das gilt auch für deine Einrichtung. Vielleicht tummeln sich in deinen Regalen Bücher herum, die du nie wieder lesen wirst. Dein Kleiderschrank platzt aus allen Nähten, obwohl du die Hälfte der Klamotten die letzten drei Jahre nicht mehr angezogen hast. Oder hatte dich früher einmal die Sammelleidenschaft gepackt und du hast auf dem Flohmarkt altes Geschirr, Nippes oder Schallplatten gekauft, von denen du dich längst schon einmal trennen wolltest? Mach es! Jetzt ist die beste Gelegenheit. Räume deine Zimmer mal gründlich durch und sortiere aus, was sinnlos im Wege steht. Vieles davon kannst du nochmal zu Geld machen. Inseriere in kostenlosen Portalen, hänge Verkaufsangebote im Supermarkt aus und sieh dich auf Tauschbörsen um. Vielleicht bietet dir jemand für deine zu eng gewordene Markenjeans genau die Bluse, die du immer schon haben wolltest. Und so bekommst du sie sogar kostenlos.
Beim Stylen sparen
Falls du beim Schminken ausschließlich teure Markenartikel benutzt, kann sich das im Monat stärker bemerkbar machen, als es auf den ersten Blick wirkt. Dabei sind Kosmetikartikel aus der Drogerie qualitativ oft gut aufgestellt. Damit du dich wohlfühlst, kommt es nicht nur auf den Markennamen an, sondern darauf, was wirklich zu dir passt und was du regelmäßig nutzt.
Auch beim Kauf deiner Garderobe solltest du die Augen aufmachen. Mit der Billighose möchtest du nicht zur Party gehen, das ist klar. Das musst du auch nicht. Kaufe im Second-Hand-Laden, dort ist Markenmode für wenig Geld zu haben. Oder erwirb ein No-Name-Shirt und peppe es durch einen Druck oder Patches ein wenig auf. Anleitungen dafür bekommst du im Internet.
Last-Minute-Angebote nutzen
Nun hast du eine Menge Geld gespart und kannst dir endlich den heiß ersehnten Urlaub leisten. Nimm nicht das erstbeste Angebot an, sondern vergleiche auch hier. Vielleicht brauchst du gar keine Luxus-Suite, du könntest mit einem Einzelzimmer auskommen? Reagiere flexibel und hole dir Last-Minute-Angebote ein. Du wirst eventuell auf den Platz in deinem Lieblingshotel verzichten müssen. Dafür sparst du wieder Geld, das du eventuell schon für den darauffolgenden Urlaub zurücklegen kannst.
Nächster Schritt
Wenn du erste Geldlecks gefunden hast, geht es nicht darum, noch härter zu sparen. Sortiere deine Finanzen so, dass aus kleinen Beträgen echte Sicherheit und langfristige Ziele werden.
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