So funktioniert die IKEA Rückgabe von gebrauchten Möbeln

Jeder hat eine zweite Chance verdient. Das muss sich wohl auch das schwedische Möbelhaus IKEA gedacht haben, als es nach einigem Hin und Her bei den Rückgaberichtlinien die Aktion „Zweite Chance“ ins Leben gerufen hat. Wir verraten dir, was es mit dieser Aktion auf sich hat und ob sie sich für dich lohnt.

Secondhand für eine grüne Zukunft

IKEA hat edle Ziele: Bis 2030 will das Unternehmen klimaneutral werden. Von der Verwendung erneuerbarer oder recycelter Materialien bei der Produktion bis zum Recyceln alter, unbrauchbar gewordener Möbel sind in der Nachhaltigkeitsstrategie „People & Planet Positive“ jede Menge Punkte festgehalten, die dir als Kundin nachhaltigeren Konsum ermöglichen sollen.

Die Aktion „Zweite Chance“ ist einer von vielen Schritten auf dem Weg zu diesem Ziel. Bei dieser geht es darum, die Nutzungsdauer von IKEA-Möbeln zu verlängern. Das geht so: IKEA kauft alte, aber noch gut erhaltene Möbel von seinen Kunden zurück und verkauft sie dann secondhand an andere Kunden weiter.

Zweite Chance in zweiter Runde

Die Aktion „Zweite Chance“ gibt es nicht erst seit gestern. Schon im September 2018 startete IKEA eine Testphase in fünf deutschen Möbelhäusern. Die Resonanz war gut. Die meisten Möbel fanden innerhalb von zwei Tagen ihren neuen Besitzer und besonders Klassiker wie das Billy-Bücherregal fanden großen Anklang. Kein Wunder also, dass IKEA die Aktion ab Sommer 2019 ausweitete. Ab dem 15. Juli startete Zweite Chance in allen deutschen IKEA Filialen und wurde nicht wieder abgesetzt.

Aktuell legt IKEA sogar noch eine Schippe obendrauf: Statt zum Black Friday Ende November ruft der Konzern zum „Buyback Friday“ auf. Einer Aktion, die — anders als vielleicht erwartet — ganze zwei Wochen dauert. Zwischen dem 21. November und 6. Dezember gibt es hier 20% mehr für Möbel, die IKEA für den Rückkauf akzeptiert. Die beste Gelegenheit also, um selbst ein paar alte Möbelstücke loszuwerden. Aber wie genau funktioniert das jetzt eigentlich?

IKEA Rückgabe: Auswahl, Anfahrt, Los!

Hast du dich für ein paar Möbel entschieden, die du loswerden möchtest? Dann führt dich dein Weg zuerst auf die IKEA Zweite Chance Aktionswebseite. Dort musst du den gewünschten Artikel suchen. Das geht etwa über den Namen oder die Artikelnummer. Anschließend wählst du den Zustand deines Möbelstücks aus: Ist es noch wie neu oder weist es doch schon leichte Gebrauchsspuren auf? Danach richtet sich nämlich, mit wie viel Geld du für den Rückkauf rechnen kannst. Die Summe wird dir übrigens gleich auf der Webseite angezeigt.

Danach geht es ab in die Filiale. Dein (hoffentlich noch zusammengebautes) Möbelstück bringst du zum Rückgabeschalter. Dort prüft ein IKEA-Mitarbeiter, ob deine Angaben zum Zustand wirklich stimmen. Ist alles richtig, bekommst du für deine IKEA Rückgabe eine Guthabenkarte ausgehändigt. Diese kannst du entweder in neue Möbel investieren oder du gehst dein Glück in der sogenannten Fundgrube versuchen, wo bald auch dein abgegebenes Möbelstück zu finden sein wird.

Ab in die Grube!

Die Fundgrube ist IKEAs Abteilung für Sonderangebote. Dort findest du beispielsweise Ausstellungsstücke, Produkte mit kleinen Mängeln sowie umgetauschte Ware. Mehrere Millionen Kunden sichern sich dort jährlich Schnäppchen.

Die Möbel aus der Aktion Zweite Chance werden in der Fundgrube übrigens für den Preis angeboten, den IKEA an den Rückgeber zahlt. Nur die Mehrwertsteuer kommt noch obendrauf. Das Unternehmen macht hier also keinen Umsatz, sondern sorgt nur dafür, dass die Möbel wieder in Umlauf kommen, statt weggeworfen zu werden. Kreislaufwirtschaft also.

Übrigens: Nach der „People & Planet Positive“ Nachhaltigkeitsstrategie will IKEA den Bereich für Zurückgegebenes noch ausweiten. In Zukunft kannst du dort also vielleicht auch reparierte oder renovierte Möbel erwerben.

IKEA Rückgabe: Ausnahmen bestätigen die Regel

Jeder verdient eine zweite Chance, aber funktioniert die IKEA-Aktion wirklich mit allen Möbeln? Leider müssen wir sagen: Nicht ganz.

Klar, bei deinem Möbelstück muss es sich erst einmal um ein Produkt von IKEA handeln. So viel dürfte noch selbstverständlich sein. Doch nicht einmal das ganze Sortiment des schwedischen Unternehmens wird für die Aktion akzeptiert. Stattdessen gibt es einen Katalog mit etwa eintausend Artikeln, denen eine zweite Chance gewährt werden soll. Deshalb ist es wichtig, vorher auf der Aktionswebseite zu überprüfen, ob dein Artikel überhaupt dabei ist.

Abgesehen davon nimmt IKEA nur zurück, was noch im Originalzustand ist. Hast du dein Produkt zwischenzeitlich aufgehübscht — etwa mit einer neuen Lackierung oder einem kleinen Anbau — wird es mit der zweiten Chance bei IKEA leider nichts.
(Übrigens: Die schönsten Ideen für deine IKEA Garderobe haben wir hier für dich.)

Darüber hinaus muss das Produkt mindestens in gutem Zustand sein oder am besten noch wie neu. Kleinere Flecken oder Kratzer sind in Ordnung, bei kaputten Ecken, tiefen Kratzern oder Dellen und Gerüchen zieht IKEA aber die Grenze. Selbstverständlich können auch defekte oder unvollständige Artikel nicht zurückgegeben werden.

Deinen Möbeln bei IKEA eine zweite Chance geben: Lohnt sich das?

Ist dein Produkt noch wie neu, bekommst du bei der IKEA Rückgabe 50% vom aktuellen Neuverkaufspreis, bei einem gut erhaltenen Produkt immerhin noch 30%. Im Aktionszeitraum des Buyback Friday ist es entsprechend mehr.

Wenn du deine Möbel gut gepflegt hast und sie im Katalog der Aktion sind, kannst du sie bei IKEA also recht unkompliziert wieder loswerden. Praktisch daran ist, dass du die Guthabenkarte gleich nutzen kannst, um dir ein neues Lieblingsstück auszusuchen. Allerdings: Der Gutschein bindet. Wenn du deine nächsten Möbel also lieber anderswo kaufen möchtest oder das Geld in etwas anderes stecken möchtest, ist IKEAs Zweite Chance Aktion wohl eher nichts für dich.

So oder so: In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit immer wichtiger wird, hat IKEA mit der Aktion Zweite Chance einen wichtigen Schritt getan. Und mit dem Buyback Friday schafft das Unternehmen doppelt Anreiz, sich die Aktion zumindest einmal anzusehen.

 

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