Diesen Typen bist du bei Videokonferenzen garantiert schon mal begegnet

Wegen der Corona-Krise ist es uns nicht mehr möglich unsere Freunde und Arbeitskollegen ohne Mindestabstand vor die Augen zu treten. Doch trotz Kontaktsperre sind manche privaten und beruflichen Besprechungen unabdingbar, weshalb Videokonferenzen immer beliebter und notwendiger werden. Doch nicht jeder, der Homeoffice betreibt, ist ein Fan der Videofunktion. So mancher musste damit auch schon die eine oder andere lustige oder skurrile Erfahrung machen. Denn wie im realen Leben tummeln sich auch in den Videokonferenzen alle Sorten von Menschen und wir sind uns sicher, dass auch du den einen oder anderen Videokonferenz-Typ schon vor der Webcam hattest.

Videokonferenzen Typ Nr. 1: Der Multitasker

Der Multitasker ist genau der, der immer damit prahlt ein Multitasker zu sein und behauptet, selbst fünf Dinge zur selben Zeit erledigen zu können. Ihm vom Gegenteil zu überzeugen ist reine Zeitverschwendung. Wir finden den Multitasker anfangs noch geordnet sitzend vor dem Laptop, kaum hält die Konferenz aber länger als ein paar Minuten an, fühlt er sich wohl unterfordert und beginnt parallel anderen Aktivitäten nachzugehen. Er platziert seinen Laptop dann strategisch an einem Platz in der Wohnung, von dem er auch nebenbei den Abwasch erledigen, seine Einkaufsliste für die nächste Woche schreiben und seinen Bekannten die lustigsten Memes des Tages zukommen lassen kann. Ob der Multitasker vom Inhalt der Videokonferenz überhaupt etwas mitbekommen hat, bleibt fraglich. Aber immerhin ist er im Haushalt ein paar Schritte weitergekommen.

Videokonferenz Typ Nr. 2: Der Unpünktliche

Der Termin für die Videokonferenz ist seit Wochen in Stein gemeißelt. Alle Kollegen wissen Bescheid und erscheinen pünktlich vor den Computermonitoren. Nur von einem findet sich keine Spur: der Unpünktliche bzw. der Spätzünder. Auch wenn er sich nur von einem Zimmer zum nächsten in der Wohnung begeben muss, kommen ihm kurz vor Terminbeginn noch tausend Dinge in den Kopf, die er unbedingt noch erledigen muss. Das Arbeitszimmer muss noch schnell gesäubert werden, die Katze braucht noch Futter und wie soll man eine Videokonferenz ohne frisches Sprudelwasser und Kaffee überhaupt überleben?

Sobald der Unpünktliche alle Punkte auf seiner To-do-Liste abgearbeitet hat, fällt ihm die Uhrzeit auf und er versucht panisch, die Kollegen auf seine Abwesenheit aufmerksam zu machen, um doch noch zum Chat hinzugefügt werden zu können. Diese Kategorie von Menschen schaffen es zu jeder Gelegenheit zu spät zu kommen, auch wenn sie nicht mal das Haus verlassen müssen.

Videokonferenzen Typ Nr. 3: Der Pechvogel

Dieser Kandidat meint es wirklich nicht böse, mit seinen Missgeschicken bringt er so manchen aber ins Schwitzen. Der Pechvogel scheint bei Videokonferenzen das Unglück der ganzen Umgebung absorbiert zu haben und kämpft von Anbeginn an mit technischen Schwierigkeiten aller Art. Plötzlich bricht die Internetverbindung ab, dann funktioniert das Mikrofon nicht. Die meiste Zeit sehen wir den Pechvogel verzweifelt vor der Kamera, wie er versucht irgendwas wieder in Ordnung zu bringen. Während er an den technischen Einstellungen herumfeilt, wird dem Pechvogel leider bewusst, dass er heute auch sonst kein Glück zu haben scheint und schwupps… ist der gesamte Inhalt der Kaffeetasse über die Tastatur gelaufen. Mach dich auf einen Videoanruf gefasst, in dem du nur jedes dritte Wort verstehen wirst und mehr Zeit mit Fragen wie „Kannst du mich hören?“ und „Siehst du mich jetzt besser?“, als mit dem eigentlichen Gesprächsthema verbringen wirst.

Videokonferenz Typ Nr. 4: Der Ungeeignete

Man weiß nicht genau, warum der Ungeeignete so ist wie er ist, Fakt ist aber: Er befindet sich komischerweise immer in Situationen, in denen eine Videokonferenz das Letzte ist, das er halten sollte. Und er selbst bekommt es nicht mal wirklich mit, denn er ist schon Experte darin, Hintergrundgeräusche auszublenden. Den anderen Videokonferenzteilnehmern ergeht es leider nicht so. Sie müssen schreiende Kinder, die sich mit Bauklotzelementen bewerfen, den ständig kläffenden Nachbarshund oder das nervtötende Dröhnen von Bohrmaschinen im Hintergrund ertragen. Der Ungeeignete wird auch nie auf die Idee kommen, sein Mikrofon auf Stumm zu schalten, auch wenn er selbst gerade nichts zum Mitreden hat. Es darf sich also jeder über unangenehme Schmatzgeräusche freuen.

Videokonferenzen Typ Nr. 5: Der Betrüger

Dieser Typ von Videokonferenzmitglied scheint auf den ersten Blick perfekt organisiert, jedes kleinste Detail wurde geplant, alles steht dort, wo es stehen soll. Er sitzt adrett gekleidet mit Jackett und Designerhemd auf seinem ledernen Bürostuhl, zu seiner Rechten eine bis zum Rand gefüllte Kaffeetasse und zu seiner Linken Notizbuch und Kugelschreiber, im Hintergrund eine dezente Vase mit Pampasgras und ein schickes Bild. Sehr oft schafft er es, seinen Schein aufrecht zu halten und er bleibt als vorbildlicher Videokonferenz-Typ in Erinnerung.

Doch manchmal passiert das Missgeschick: Plötzlich klingelt der Postbote Sturm und unser Betrüger muss seinen Safe Space verlassen. Doch was sehen wir da in Kombination zu Hemd und Jacke? Richtig, er trägt Jogginghose. Noch dazu das uralte Modell samt Löchern, das er seit Jahrzehnten besitzt. Doch damit haben wir es noch gut getroffen. Denn so mancher Betrüger verzichtet sogar auf die Joggers und trägt stattdessen nur peinliche Unterhosen oder… einfach gar nichts. Sogar die Umgebung, die uns der Betrüger vorzeigt, ist eine Lüge, denn schwankt die Kamera nur wenige Zentimeter vom Betrüger vorgesehenen Aufnahmeort ab, herrscht reines Chaos…

Videokonferenz Typ Nr. 6: Der Redselige

Diese Art von Nutzer von Videokonferenzen treibt so manche in die Verzweiflung. Der Redselige hat nämlich heute schon Bananenbrot gebacken, hat natürlich alle neuen Artikel über Corona gelesen und weil er gesund lebt auch bereits zwei Liter Wasser getrunken. Das interessiert dich alles nicht? Den Redseligen kannst du trotzdem nicht von seinen ausführlichen Schilderungen über Banales abhalten. Bei diesem Typ möchte man meinen, dass er seit Jahren keinen menschlichen Kontakt mehr hatte und jetzt alles loswerden muss, was sich in ihm angesammelt hat.

Er stellt sich gerne in den Mittelpunkt und beginnt ohne Scham mit seinen Monologen – über Themen wie Reality-Shows bis hin zur aktuellen Lage der Wirtschaft. Der Redselige kennt kein Ende und wird dir wahrscheinlich die Ohren blutig reden, wenn du ihn nicht unterbrichst. Sollte es doch jemand schaffen, ihn zu unterbrechen und die Aufmerksamkeit auf das eigentliche Thema zu lenken, wird er auch darüber ausschweifend erzählen. Denn dem Redseligen ist es gar nicht so wichtig worüber geredet wird, das Wichtigste ist, DASS geredet wird.

 

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