So erkennst du, dass dein Partner dich emotional manipuliert

So erkennst du, dass dein Partner dich emotional manipuliert

Erpresst, ohne es zu merken?

So erkennst du, dass dein Partner dich emotional manipuliert

Vermittelt dein Partner dir häufig Schuldgefühle? Gibst du ihm zuliebe Hobbys, Aktivitäten und sogar Freundschaften auf? Wenn ja, wirst du manipuliert, ohne dass du es vielleicht direkt bemerkst. Dieser schleichende Prozess, bei dem der eine Partner sein Verhalten an die (meist indirekten) Forderungen des anderen anpasst, wird von beiden Seiten oft nicht unmittelbar wahrgenommen. Schließlich will man den Freund oder die Freundin glücklich machen und eine funktionierende Beziehung führen. Was macht es da schon, wenn man den Freitagabend doch nicht wie verabredet mit dem Freundeskreis im Kino und beim anschließenden Plausch in einer Bar verbringt? Sich die Zeit für den Partner zu nehmen und ihm auch mal den Vorrang vor anderen Aktivitäten zu geben, ist natürlich vollkommen in Ordnung. Wenn sich die Absagen und der Verzicht auf Dinge, die dir eigentlich Freude bereiten, häufen, ist jedoch Vorsicht geboten.

Emotionale Erpressung in der Beziehung

Jeder ist in der Regel beeinflussbar von den Emotionen der Mitmenschen. Versetzt du dich in die Lage deines Partners, wenn er einen schlechten Tag auf der Arbeit hatte und leistest ihm Beistand, ist das eine essentielle Eigenschaft einer funktionierenden Beziehung. Leider gibt es Menschen, die sich eben diese Fähigkeit zur Empathie bei dir zu Nutze machen wollen.
Sätze wie „Wie konntest du nur?“, „Wenn man sich liebt, macht man sowas nicht“ und „Ich bin enttäuscht von dir“ hast du vielleicht schon mal in einer Beziehung gehört. Die grundlegende Eigenschaft emotionaler Erpressung ist die Erzeugung von Schuldgefühlen. Vorwürfe, Bestrafung durch Schweigen und Missachtung und leidende Blicke sind klassische Werkzeuge, um der eigenen Missbilligung über das Verhalten des Partners Ausdruck zu verleihen. Es wird herumgenörgelt, kritisiert – und eigentlich ist der andere sowieso an allem schuld. Dabei kann der Partner auch subtil vorgehen. Negative Aussagen über ein zu freizügiges Kleid oder Fragen darüber, mit wem du eigentlich die ganze Zeit schreibst, deuten auf Misstrauen hin. Wird das angesprochen, kommt häufig die Ausrede, er vertraue ja dir, aber nicht den anderen Leuten, die ja ach so schlechte Absichten verfolgen. Diese Täuschung impliziert aber nur, dass DU das Problem bist. Auch Aussagen wie „das habe ich nur deinetwegen gemacht“, bei dem der vermeintliche Einsatz in der Beziehung gegeneinander aufgewogen werden soll, deuten auf manipulative Absichten deines Partners hin, die bei dir Schuldgefühle erzeugen sollen, damit du das tust, was ER will.

Täter oder Opfer?

Der „Erpresser“ ist sich seines Verhaltens dabei oftmals nicht bewusst – er sieht sich in der Position des Korrigierenden, der das falsche Verhalten der anderen Person anspricht, damit sie es ändert. Zum Wohle der Beziehung. Kommt diese Situation häufiger vor, denkt der „Erpresste“ schnell, dass er dem Partner nicht gerecht wird und schleppt dauerhaft Schuldgefühle mit sich herum.
Hier ist der Siedepunkt erreicht, an dem sich dieses Verhalten schädlich auf die Beziehung, aber auch auf die psychische Gesundheit beider Betroffenen auswirken kann. Wenn sich Beschwerden darüber, dass der Erpresste nicht genug Zeit mit dem Partner verbringt, zu Aussagen wie „Ich weiß nicht, was ich tue, wenn du jetzt gehst“ steigern, wirkt das schon mehr wie eine Drohung. Der Erpresser empfindet sich in dieser Situation selbst als Opfer, der sich von der geliebten Person vernachlässigt fühlt. Häufig soll dann Mitleid oder sogar Angst um das Wohlbefinden des Erpressers das Verhalten des Partners beeinflussen.

Was ist normal und was krankhaft?

Dieser Artikel soll dich nicht verunsichern. Manipulatives Verhalten ist Normalität im alltäglichen Umgang mit Menschen. Man erlebt es auf der Arbeit, im Freundeskreis und sogar in einer guten Beziehung, in der sich die Partner lieben. Du selbst hast schon Leute manipuliert, ohne es zu bemerken. Wenn du Anzeichen von manipulativem Verhalten bei deinem Partner erkennst, solltest du es offen ansprechen: „Was glaubst du, wie ich mich dabei fühle?“. Erkläre deine Sicht und mache ihm sein Verhalten klar, da er es sonst nicht als manipulativ wahrnimmt. Wichtig ist hierbei auch, deine eigenen Interessen und nicht nur die des Partners in den Vordergrund zu stellen. Wenn du Aktivitäten außerhalb der Beziehung nachgehen willst, die dir Spaß machen, dann sollte dein Partner das respektieren. In einer gesunden Beziehung, in der beide Partner abwechselnd mal die Führung übernehmen und gleichauf sind, wird das kein Problem darstellen. Man redet offen darüber und achtet in Zukunft mehr auf solches Verhalten. Behandelt dich dein Partner aber weiterhin auf diese Weise und verfestigt sich das zuvor geschilderte Schema zur Routine, sprich: er macht dir Vorwürfe, du hast Schuldgefühle und passt dein Verhalten an seine Vorstellungen an, ist es an der Zeit zu handeln.

Welche Auswege gibt es?

Bei permanentem manipulativem Verhalten deines Partners gibt es nur zwei Möglichkeiten: professionelle Unterstützung durch einen Therapeuten oder die konsequente Trennung von der Person. Letzteres wird sich schwierig gestalten, da dein Partner auch hier sein manipulatives Verhalten einsetzen wird. Auch wenn dich Schuldgefühle plagen, musst du dennoch deine eigenen Interessen in den Vordergrund stellen. Dem Partner zuliebe in der Beziehung zu bleiben, ist euch beiden gegenüber nicht fair. Sieht man noch Chancen in der Beziehung, empfiehlt es sich, professionellen Rat einzuholen. Eine erstaunliche Beobachtung in der Paar-
therapie zeigt, dass sich gerade Erpresser für die Therapie der Erpressten einsetzen. Sie glauben wirklich, dass sich der Partner und nicht sie selbst sich falsch verhalten. Kommt es zur Therapiesitzung, wird schnell klar, dass das manipulative Verhalten des Erpressers das eigentliche Problem ist. Die Täter- und Opferrolle verschiebt sich dann im Bewusstsein der beiden Personen. So wird bereits der erste Grundstein gelegt, um an den Beziehungsproblemen zu arbeiten.

 

Foto: FotolEdhar / stock.adobe.com

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