Oralsex-Gap: Kommt deine Vagina zu kurz?

Oralsex ist weit verbreitet. Ob beim Vorspiel, zwischendurch als kleiner Stellungswechsel oder zum krönenden Abschluss: viele Partner mögen es, den anderen mit dem Mund zu verwöhnen. Allerdings scheint dies verschiedenen Umfragen nach in erster Linie bei Frauen der Fall zu sein. Damen liebkosen statistisch häufiger sein bestes Stück als dass sie selbst in den Genuss von Oralsex kommen. Da stellt sich die Frage, woran das liegen mag. Wie wird diese Ungerechtigkeit begründet? Und was kannst du tun, damit er beim nächsten Abenteuer oder romantischen Stelldichein unter der Bettdecke verschwindet, um dich zu verwöhnen?

Welche Gründe für den Oralsex-Gap gibt es?

Einer der Gründe für das Ungleichgewicht in Sachen Oralverkehr ist der mitunter etwas schlechte Ruf der Vagina. Das gesamte soziokulturelle Umfeld behandelt den weiblichen Intimbereich wie ein Tabu. Wird dann mal über das „Da Unten“ der Damen gesprochen, kommt die Vagina in der Familie, im Freundeskreis, aber auch in der Medizin und in den Medien einfach nicht gut weg. Aussehen, Geruch und Geschmack werden mit Skepsis betrachtet. Das schließt selbst die Ausbildung der Schamlippen und die Freiheit in Sachen Intimbehaarung mit ein. Kein Wunder, dass ein ganzes Marktsegment sich mit diesem Thema beschäftigt und der Verkauf von Enthaarungs- und Pflegeprodukten boomt. Manche Damen gehen sogar so weit, ihre Schamlippen durch eine Intim-OP chirurgisch an vermeintliche Trends anpassen zu lassen. Dass sich die eine oder andere Frau da ein wenig geniert, ihre Vagina beim Oralsex so offen zu präsentieren, bleibt nicht aus. Viele Frauen fühlen sich regelrecht unwohl und schämen sich für ihren Intimbereich.

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Der Oralsex-Gap ist aber nicht nur auf ein Problem der Damenwelt zurückzuführen. Viele Männer geben an, dass Cunnilingus sie vor große Herausforderungen stellt. Sie finden sich im Intimbereich der Dame nicht zurecht und haben Sorgen, sich beim Oralverkehr zu blamieren. Gerade unter jüngeren Männern gilt die Praktik zudem als eher uncool. Sie ist nichts im Vergleich zu einem ordentlichen Blowjob von einer Lady. Denn damit kann man dann vor den Kumpels angeben.

Warum Cunnilingus dringend einen Imagewechsel benötigt

Schon aus Fairness ist es an der Zeit, dass ein Umdenken stattfindet. Denn: Davon würden beide Parteien profitieren. Schließlich geben viele Herren in Umfragen an, dass sie eigentlich sehr wohl darauf stehen, die Dame im Intimbereich mit dem Mund zu beglücken. Scheinbar gibt es nur einige Barrieren im Denken, die sie davon abhalten.

Und Frauen trauen sich nicht, hier auf ihr „gutes Recht“ zu pochen. Scham und Angst stehen ihnen im Weg. Dabei zählt Cunnilingus zu den einfachsten Methoden, um Frauen zum Höhepunkt zu bringen. Wenn der Mann die Klitoris, die Schamlippen oder den Scheideneingang mit der Zunge und den Lippen liebkost, werden diese Berührungen besonders intensiv wahrgenommen. Das liegt daran, dass die Klitoris mehr als 8.000 Nervenenden aufweist. Da sollte es für ihn doch nicht weiter schwer sein, lustvolle Stellen und erogene Zonen auszumachen.

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Aktiv werden und den Oralsex-Gap überwinden!

Also, was tun, damit auch du beim nächsten Schäferstündchen mit ihm voll auf deine Kosten kommst? Wir geben dir hier vor allen Dingen einen Tipp, der grundsätzlich bei viele Problemen und Hemmungen im Bett hilft: Kommunikation! Durch ein offenes Gespräch in der Partnerschaft oder direkte Ansagen beim regelmäßigen Sexdate lassen sich die meisten Bedenken und Unklarheiten auf einfache Art und Weise aus dem Weg räumen. Wenn er weiß, dass du darauf stehst und er selbst auch Lust darauf hat, dich oral zu befriedigen, steht dem Spaß doch schon nichts mehr im Wege.

Falls du nur heimlich etwas erwartest oder dich darauf verlässt, dass er bestimmt den ersten Schritt macht, ohne dass du das Thema ansprichst, wirst du womöglich enttäuscht. Und das sorgt für Frust.

Teil der Kommunikation ist aber auch, dass du nachfragst: Gibt es Gründe für sein Zögern? Fürchtet er vielleicht so etwas Triviales wie Nackenschmerzen, während er zwischen deinen Schenkeln abtaucht? Dann kann schon ein einfacher Stellungswechsel die Lösung sein. Platziere doch ein Kissen unter deinem Po, damit er besser das erreicht, was er sucht. Auch Cunnilingus im Stehen ist sehr reizvoll: Du an die Wand gelehnt, mit einem Bein auf seiner Schulter, er kniet zwischen deinen Beinen.

Ebenso ist es wichtig, ein wenig Druck aus der Sache zu nehmen. Er muss dich ja nicht gleich zum Orgasmus bringen. Mach ihm klar, dass es für dich auch sehr schön ist, wenn der Oralverkehr „nur“ das Vorspiel darstellt.

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Macht er sich Sorgen, dass er eventuell falsch vorgehen oder dir weh tun könnte? Dann leite ihn doch beim Lecken. Verdeutliche ihm, welche Bereiche besonderer Zuneigung bedürfen. Um das Ganze besonders intim zu gestalten, also als Oralverkehr für Fortgeschrittene, kannst du die 69er-Stellung ausprobieren. Du verwöhnst ihn mit dem Mund, während er deinen Intimbereich oral liebkost. Du steuerst das Geschehen, indem du Intensität und Geschwindigkeit vorgibst. Er muss sich nur an den Rhythmus halten.

Den ersten Schritt machen

Du stehst total auf Oralverkehr, er scheint es aber nicht zu bemerken. Dann mach es ihm doch deutlich, während ihr in den Laken aktiv seid. Ein aufforderndes „Leck mich, bitte!“ oder etwas dezenteres „Küss mich am ganzen Körper!“ versteht jeder Typ richtig. Auch wenn du dich untenrum ganz offen präsentierst, sollte das Zeichen genug sein.

Ist er dann voll bei der Sache, kannst du ihm ein gutes Gefühl geben, indem du seine Technik lobst. Ein Griff in seine Haare oder ein Lenken des Kopfes wird ihn ebenfalls anmachen. Denn grundsätzlich stehen viele Männer darauf, wenn Frauen genau wissen, was sie wollen.

Du siehst, durch offene Kommunikation und ein bisschen Mut lässt sich der Oralsex-Gap leicht überwinden.

 

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