Das Café am Rande der Welt: Was wir aus dem Bestseller lernen können

Ein Leben in Eile, das fast ausschließlich der Arbeit gewidmet ist, ohne Verschnaufpausen, aber mit reichlich Stress – Umstände, die für einige von uns alltäglich sind. So auch für den dauergestressten Werbemanager John, der als Protagonist in John Streleckys Dauerbestseller „Das Café am Rande der Welt“ auf unverhofftem Weg zur Selbstreflexion gelangt und so ein internationales Millionenpublikum begeistert. Seitdem das Buch vor mehr als zehn Jahren veröffentlicht wurde, wurde es in 40 Sprachen übersetzt und gilt als echtes Phänomen unter den Bestsellern, das es immer wieder unter die beliebtesten Sachbücher des Jahres schafft. Auch wenn du Streleckys Besteller noch nicht gelesen und dich noch nicht mit der Thematik der Selbstfindung beschäftigt hast, gibt es einige wichtige Lektionen, die du aus dem Café am Rande der Welt mitnehmen kannst.

Worum geht es?

Der erfolgreiche Werbemanager John strandet unerwartet in einem kleinen Café am Rande der Welt und ahnt nicht, dass dieser Besuch sein Leben grundlegend verändern wird. Mit dem Vorhaben, nur kurz einen Blick in die Speisekarte zu werfen, entdeckt John dort drei Fragen, die ihn mit den wichtigen Themen des Lebens, besonders aber mit seiner selbst konfrontieren. Durch die Fragen zur Selbstreflexion angeregt, ergründet John mit der Unterstützung des Personals und eines weiteren Gasts den Sinn des Lebens. Dabei stellt er auf ebenso überraschende wie humorvolle Weise fest, dass der Besuch im Café am Rande der Welt soviel mehr ist als nur ein Zwischenstopp auf seinem Weg.

Was wir aus dem Bestseller lernen können

Der große Erfolg des Buches, das auf dem schmalen Grat zwischen Belletristik und Sachbuch wandelt, lässt sich leicht erklären: Die beschauliche Atmosphäre des Cafés geht auf den Leser über und auch die Fragen, mit denen John sich konfrontiert sieht, regen das Nachdenken über die eigene Existenz an. Statt wie übliche Sachbücher abstrakt an das Thema der Selbstfindung heranzugehen, tastet sich Strelecky auf humorvolle und unterhaltsame Weise an die Grundlagen der Selbstfindung heran und vermittelt nebenbei einfache Wege zu einem glücklicheren Leben, die sich auch ohne viel Vorwissen über die Thematik umsetzen lassen. Aus Streleckys unterhaltsamer Perspektive auf den Sinn des Lebens lässt sich einiges mitnehmen und wer weiß, vielleicht führt dich Johns Reise auch auf den Weg zu dir selbst?

Das Café am Rande der Welt
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Was will ich wirklich?

Die erste Frage, die John auf den Weg der Selbstfindung führt, lautet „Warum bist du hier?“ – eine simple Frage, die er schnell und ohne viel Aufwand oberflächlich beantworten könnte. Indem der Protagonist ergründet, dass die Antwort nicht in dem Grund seines Besuchs im Café, sondern im Grund seiner Existenz an sich liegt, vermittelt Strelecky dem Leser einen Ansatz, über den es sich nachzudenken lohnt: Um glücklich zu sein ist es wichtig, sich immer wieder aufs Neue vor Augen zu führen, was man wirklich möchte.

So häufig fühlen wir uns unerfüllt, uninspiriert oder ausgelaugt und bleiben mit dem Gedanken zurück, weshalb wir nicht einfach anders gehandelt haben. Diese Begebenheit, die wir häufig aus den Augen verlieren, beschreibt der Autor als Zweck der Existenz, welcher uns zu einem erfüllteren und glücklicheren Leben verhelfen soll. Sobald du den Zweck deiner Existenz kennst, kannst du dich auf das Wesentliche konzentrieren und deine Zeit und Energie deinem Ziel zuführen, statt sie für andere Dinge zu verschwenden.

Wovor hast du Angst?

Während John mit der Frage konfrontiert wird, ob er Angst vor dem Tod habe, kommt man nicht daran vorbei, sich mit dem behandelten Thema der Angst im Allgemeinen zu beschäftigen. Im Gespräch mit seinem Weggefährten wird dem Protagonisten klar, dass die meisten Menschen ein Leben in Angst führen – bewusst oder unbewusst. Ob nun, wie beschrieben, die Angst vor dem Tod oder die Angst vor dem Scheitern betrachtet wird, eins wird klar: Angst lähmt uns und hindert uns daran, uns selbst zu verwirklichen, was uns schließlich unglücklicher macht. All jene Leser mit Zukunftsängsten vermag Strelecky in seinem Buch zu beruhigen, denn wer tut, was er wirklich will und wozu er bestimmt ist, muss keine Angst davor haben, seine Wünsche nicht umsetzen zu können.

Ist dein Leben erfüllt?

Auch wenn diese letzte Frage, die John auf der Speisekarte entdeckt, vielleicht erst nach näherer Betrachtung zu beantworten ist, ist sie es definitiv wert, sie sich versuchsweise selbst zu stellen. Bist du bereits da, wo du eines Tages hinmöchtest? Befindest du dich auf dem richtigen Weg? Laut Strelecky können wir nämlich nur dann ein erfülltes und glückliches Leben führen, wenn wir auf den Zweck unserer Existenz zusteuern, also uns selbst verwirklichen.

Dass diese Selbstverwirklichung häufig fern von den von der Gesellschaft vorgegebenen Wegen, sozialen Erwartungen und Fremdvorstellungen verlaufen kann und sollte, ist eine wichtige Erkenntnis, die der Protagonist aus seinem Besuch im Café am Rande der Welt zieht. Versuche also demnächst, dich von den Erwartungen anderer zu lösen, wenn du einen anderen Weg für dich selbst als besser empfindest – damit sind keine drastischen Brüche und vorschnelle Schritte gemeint, sondern kleine Bekenntnisse zu dir selbst, die du leichter in deinen Alltag einbringen kannst, als du denkst.

 

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