Wenn Miete, Energie und Lebensmittel teurer werden, reicht es oft nicht, einfach nur “ein bisschen weniger auszugeben”. Du brauchst einen klaren Überblick darüber, wohin dein Geld fließt und welche Ausgaben wirklich zu deinem Leben passen. Genau hier setzt Kakeibo an: Die japanische Methode funktioniert wie ein bewusst geführtes Haushaltsbuch und hilft dir, Ausgaben nicht nur zu notieren, sondern auch zu reflektieren.
AJOURE´-Einordnung
Kakeibo ist kein magischer Finanztrend und auch keine Garantie, plötzlich viel Geld zu sparen. Die Stärke der Methode liegt darin, dass du bewusster hinschaust: Was ist notwendig? Was tut dir wirklich gut? Und welche Ausgaben passieren nur aus Gewohnheit?
Was ist Kakeibo?
Dein hart erarbeitetes Einkommen rinnt dir oft schneller durch die Finger, als dir lieb ist, und du fragst dich am Monatsende, wo dein ganzes Geld eigentlich geblieben ist? Viele Menschen verlieren vor allem bei Kartenzahlung, Onlinekäufen, Abos und kleinen Alltagsausgaben den Überblick. Genau diesem Problem will die Sparmethode Kakeibo entgegenwirken.
Wörtlich übersetzt bedeutet der japanische Begriff Kakeibo “Haushaltsbuch”. Die Methode ist nicht neu, sondern mehr als hundert Jahre alt. Entwickelt wurde das Prinzip von der japanischen Journalistin Hani Motoko. Im Kern geht es darum, Einnahmen, Ausgaben, Sparziele und Konsumentscheidungen regelmäßig schriftlich festzuhalten.
Das Grundprinzip von Kakeibo
Die Kakeibo-Methode funktioniert nach dem Prinzip des klassischen Haushaltsbuchs, in das du deine Ausgaben notierst. Du brauchst dafür ein gewisses Maß an Disziplin. Der Unterschied zu einem reinen Ausgabenprotokoll ist, dass du jeden Monat ein klares Sparziel formulierst und am Monatsende reflektierst, was funktioniert hat und was nicht. Dabei eignet sich Kakeibo auch als Jahresplan.
So funktioniert Kakeibo
Folgende sechs Schritte sind wichtig für die Kakeibo-Methode:
- Besorge dir ein Notizbuch
Zum Notieren deiner Finanzen reicht ein einfaches Notizbuch völlig aus. Du kannst aber auch ein vorgefertigtes Haushaltsbuch verwenden. - Berechne dein Einkommen und zieh die monatlichen Fixkosten ab
Zu den Fixkosten gehören beispielsweise Miete, Strom, Gas, Telefon etc. - Setze ein Sparziel fest
Nachdem du die Fixkosten von deinem Einkommen abgezogen hast, weißt du, wie viel Geld du für Essen, Kleidung, Kultur und variable Ausgaben übrig hast. Setze dir nun ein realistisches Sparziel. Überlege dabei, welche Ausgaben wirklich nötig sind und worauf du verzichten kannst, um dein Sparziel zu erreichen. - Teile deine Ausgaben in Kategorien ein
Das Kakeibo-Prinzip kennt vier Kategorien, in die deine Ausgaben eingeteilt werden. Diese sind Notwendiges, Kultur, Optionales und Extras. Du solltest am Monatsanfang festlegen, wie viel Geld du für welche Kategorie ausgeben möchtest. - Kategorisiere deine Einkäufe
Ordne nun jede Ausgabe der jeweiligen Kategorie zu und überprüfe, ob sie noch innerhalb des von dir festgelegten Budgets liegt. Hierbei geht es nicht um Kontrolle um der Kontrolle willen, sondern um Klarheit. - Stelle dir vier Fragen
Bei der Kakeibo-Methode gibt es vier Schlüsselfragen, die du dir jeden Monat stellen solltest, um dein Haushaltsbuch zu optimieren und deine finanzielle Situation zu reflektieren. Das ist der schwierigste Part dieser Methode, denn du musst hierfür mit dir im Reinen sein. Wenn du weniger Geld als geplant ausgibst, ist alles in Ordnung. Übersteigen die Ausgaben allerdings dein festgelegtes Budget, musst du überlegen, wo du noch mehr einsparen kannst.
Praktischer Start
Du brauchst kein perfektes Notizbuch. Ein einfaches Heft reicht. Wichtig ist, dass du am Anfang nicht zu kompliziert wirst: Einnahmen, Fixkosten, variable Ausgaben, Sparziel. Mehr nicht. Wenn du eher mit festen Budgetrahmen arbeitest, kann dir zusätzlich die 50-30-20-Regel helfen.
Die Kategorien
In die Kategorie Notwendigkeiten gehören deine essenziellen Ausgaben, also alle Dinge, die du zum täglichen Leben brauchst wie Essen, Fahrtkosten, Körperpflege etc. Bei der Kategorie Kultur handelt es sich um Ausgaben für kulturelle Dinge wie Bücher, Zeitschriften, Theater-, Kino- und Konzertbesuche oder auch Gebühren für Streamingdienste. Die Kategorie Optionales umfasst Dinge, die du dir nebenbei gönnst wie Restaurantbesuche, Kaffee trinken, Shoppen oder das Fitnessstudio. Hinter der Kategorie Extras verbergen sich unregelmäßige oder unerwartete Ausgaben wie Geburtstagsgeschenke, Reparaturen oder medizinische Kosten. Achte darauf, dass du alle Ausgaben von der Autoreparatur bis zum kleinen Schokoriegel genau notierst, damit du ein zuverlässiges Resümee ziehen kannst.
Die Fragen
Wenn du die Kakeibo-Methode nutzen möchtest, musst du dir vier Fragen stellen.
- Wie viel Geld habe ich zur Verfügung?
Zuerst notierst du, wie viel Geld du im Monat zur Verfügung hast. Oft reicht schon der Blick auf die Gehaltsabrechnung, aber auch Nebeneinkünfte oder Einnahmen aus einem privaten Verkauf werden mitgerechnet. - Wie viel Geld gebe ich aus?
Hier ist es wichtig, wirklich jede einzelne Ausgabe, und sei es auch ein noch so kleiner Cent-Betrag, in eine der oben genannten Kategorien einzutragen. So bekommst du einen exakten Überblick über deine Finanzen. - Wie viel möchte ich sparen?
Dieser Punkt ist besonders wichtig. Überlege genau, welcher Betrag am Monatsende übrigbleiben soll. Setze dir dabei realistische Sparziele. Am besten fängst du mit kleinen Beträgen an, die du nach und nach steigern kannst. - Wie kann ich mich verbessern?
Nach dem ersten Monat kannst du sehen, ob du dein Sparziel erreicht hast und wie viel Geld du sparen konntest. Für den nächsten Monat machst du das Ganze noch einmal, auch wenn es mit dem Sparen beim ersten Mal nicht geklappt hat. Dann kannst du überlegen, welche Ausgaben du reduzieren kannst.

Wie kannst du noch sparen?
Kakeibo ist eine gute Möglichkeit, deine Finanzen im Blick zu behalten, wenn du das Haushaltsbuch regelmäßig führst. Überlege dir aber auch, was du unbedingt brauchst und was nicht. Brauchst du die neue Tasche wirklich oder lässt sich die alte vielleicht reparieren? Ist der Coffee-to-go jeden Tag ein bewusstes Ritual oder eher ein Automatismus?
Kartenzahlung kann dazu führen, dass du den Überblick über kleine Ausgaben verlierst. Bei Barzahlung spürst du dein Budget oft direkter. Du musst aber nicht komplett auf Bargeld umsteigen. Entscheidend ist, dass du deine Ausgaben sichtbar machst und nicht erst am Monatsende bemerkst, dass dein Konto leer ist.
Nächster Geldschritt
Wenn du mit Kakeibo erkennst, wie viel du realistisch sparen kannst, gib diesem Geld direkt eine Aufgabe. Der erste sinnvolle Topf ist meist dein Notgroschen. Mit dem AJOURE´ Notgroschen-Rechner kannst du ausrechnen, welche Rücklage zu deiner Situation passt.
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