Lebensmittel gehören zu den Ausgaben, die im Alltag besonders schnell aus dem Blick geraten: hier ein spontaner Einkauf, dort ein Lieferdienst, zwischendurch Snacks, Angebote oder Lebensmittel, die am Ende doch im Müll landen. Genau deshalb ist der Wocheneinkauf ein guter Hebel, wenn du deine Finanzen sortieren willst.
Wichtig ist aber: Beim Essen zu sparen heißt nicht, sich alles zu verbieten oder nur noch das Billigste zu kaufen. Es geht darum, bewusster zu planen, typische Geldlecks zu erkennen und deine Lebensmittel so einzukaufen, dass sie wirklich zu deinem Alltag passen.
In diesem Artikel findest du praktische Spartipps rund um Einkauf, Wochenplanung, Vorräte und Essen im Alltag. Nutze sie als Werkzeugkasten: Nicht jeder Tipp muss zu dir passen, aber schon zwei oder drei feste Routinen können spürbar mehr Ruhe in dein Monatsbudget bringen.
AJOURE´-Einordnung
Beim Wocheneinkauf geht es nicht nur um einzelne Rabatte. Spannender ist die Frage: Wie viel Geld fließt jeden Monat regelmäßig in Lebensmittel, Snacks, Lieferdienste und spontane Einkäufe? Wenn du diesen Bereich besser steuerst, wird Sparen oft deutlich leichter, ohne dass sich dein Alltag sofort eng anfühlt.
Geld sparen beim Einkaufen
Wochenplan machen
Ein guter Tipp, um Geld zu sparen, ist ein Wochenplan, auf dem die wichtigsten Mahlzeiten für die kommenden Tage stehen. Du musst nicht deine komplette Ernährung durchplanen. Oft reicht es, wenn du die Hauptmahlzeiten festlegst und weißt, welche Lebensmittel dafür wirklich gebraucht werden. Wenn du eine Familie hast, könnt ihr euch an einem Tag in der Woche zusammensetzen und gemeinsam überlegen, was es zu essen geben soll.
Auch wenn du allein lebst, lohnt sich eine Liste. Aus dem Wochenplan entsteht eine Einkaufsliste, die du zuerst mit deinen Vorräten abgleichst. Danach kannst du schauen, welche deiner benötigten Lebensmittel gerade im Angebot sind. Noch besser: Plane nicht nur nach Rabatten, sondern nach Gerichten, die du wirklich kochen wirst. Sonst kaufst du zwar günstig ein, wirfst am Ende aber trotzdem Geld weg.
Saisonal einkaufen
Wer im Dezember Erdbeeren essen möchte, muss viel dazu bezahlen. Auch Tomaten sind in den kalten Wintermonaten eher teuer. Wer saisonal einkauft, spart also viel Geld. Kürbis, Zucchini und Weintrauben werden eben im Winter geerntet. Saisonales Obst und Gemüse ist nicht nur günstiger, sondern enthält häufig auch mehr Vitamine und schmeckt besser. Hier findest du unseren Saisonkalender als PDF zum Download, der dir genau verrät, wann welches Obst oder welches Gemüse reif ist. Folgst du dem Plan, kannst du viel sparen, denn meistens sind exakt diese Lebensmittel auch im Angebot.
Saisonkalender für Gemüse, Obst, Nüsse, Salat und Kräuter
Angebote kaufen im Supermarkt
Wenn du Angebote kaufst, kannst du ebenfalls beim Essen Geld sparen. Das gilt vor allem für Lebensmittel, die du wirklich magst und sowieso regelmäßig kaufst. Greife bei passenden Angeboten zu und kaufe im Aktionszeitraum etwas mehr, wenn du genug Platz hast und die Produkte sicher verbrauchst. Dann sparst du in der Summe gesehen Geld, ohne dich von Aktionsschildern zu unnötigen Käufen verleiten zu lassen.
Die für dich passenden Angebote findest du in Werbeprospekten, Apps der Discounter oder Supermärkte sowie direkt im Supermarkt. Achte auch auf Ware, deren Mindesthaltbarkeitsdatum demnächst abläuft. Kurz vor Ladenschluss werden Obst, Gemüse, Backwaren oder Kühlprodukte manchmal reduziert. Wichtig ist nur: Ein Schnäppchen ist nur dann ein Schnäppchen, wenn du es wirklich brauchst oder zeitnah verbrauchst.
Nicht hungrig einkaufen gehen
Einer der wichtigsten Tipps ist es, nicht hungrig einkaufen zu gehen. Wenn der Magen knurrt, sind die Augen größer und du kaufst mehr Lebensmittel, als du benötigst und mit großer Wahrscheinlichkeit kaufst du auch ungesündere Snacks ein. Plötzlich locken Schokolade, Tiefkühlpizza und Chips und wirken noch verführerischer. Besser ist es deshalb, immer satt einkaufen zu gehen. Du wirst dann vielleicht immer noch das Eis mitnehmen, aber insgesamt weniger Essen kaufen.
Streck- und Bückware und Eigenmarken
Hast du schon mal die Begriffe Streckware und Bückware gehört? Im Supermarkt sind Produkte so angeordnet, dass die teuersten Markenprodukte in angenehmer Augenhöhe liegen oder zumindest in Greifweite. Günstige Produkte befinden sich in der Regel ganz oben im Regal und du musst dich strecken, um sie zu erreichen. Deshalb heißen sie Streckware. Eigenmarken sind oft unten im Real eingeordnet, die sogenannte Bückware. Dem zugrunde liegt die psychologische Annahme, dass der Mensch bequem ist und lieber das kauft, was er gut erreichen kann und was sich in seinem Sichtfeld befindet. Deshalb finden sich in Sichtware immer die teuren Waren.
Mit Eigenmarken kannst du jedoch viel Geld sparen. Manchmal verbergen sich hinter diesen sogar Top-Markennamen. (Hier findest du eine Liste, welche Marke hinter den No-Name-Produkten steckt.) Hausmarken stehen den teuren Produkten in den meisten Fällen in nichts nach, sind aber deutlich günstiger als das Markenprodukt. Bedenke also, dass der Supermarkt die Waren immer so platziert, dass sie dir ins Auge stechen. Auch Aufsteller sind aus bestimmten Gründen dort platziert, wo sich Menschen länger aufhalten.
Großpackungen und der Kilopreis
Meistens kannst du Geld sparen, wenn du die Großpackung kaufst, statt zur kleinen praktischen Packung zu greifen. Darauf verlassen solltest du dich aber nicht. Der Kilopreis oder Literpreis gibt Aufschluss darüber, ob die Großpackung wirklich günstiger ist.
Wenn du alleine lebst, solltest du bei Großpackungen das Mindesthaltbarkeitsdatum im Auge halten. Wie realistisch ist es, dass du die Packung verbrauchst, bis das Haltbarkeitsdatum abläuft? Manchmal lohnt es sich als Single auch, die Packung mit einer Freundin oder Nachbarn zu teilen, sodass beide vom günstigen Preis für große Packungen profitieren.
Aber Achtung: Manchmal ist tatsächlich auch die kleine Packung günstiger. Dann lohnt es sich, statt einer Großpackung zwei kleine zu kaufen. Günstiger ist es auch, Hartkäse am Stück zu kaufen und ihn selbst zu reiben. Du sparst gegenüber dem Preis für geriebenen Käse deutlich.
Kräuter selbst anpflanzen
Du kannst viel Geld sparen, wenn du die gängigsten Kräuter selbst pflanzt und aufziehst, zum Beispiel Dill, Schnittlauch und Petersilie. Selbst wenn du keinen Balkon hast, kannst du sie in deiner Wohnung auf einem Fensterbrett großziehen. Geht das nicht, weil du zum Beispiel viel unterwegs bist, solltest du dir Küchenkräuter kaufen, die nachwachsen. Es gibt spezielle Kräutertöpfe dafür. Das spart viel Geld, denn frische Kräuter in kleinen Mengen sind nicht nur völlig überteuert, sie sind auch noch in Plastik verpackt und verursachen viel Müll.
TK-Ware und Tiefkühlkost
Tiefkühlware ist nicht frisch, das stimmt. Aber gefrorenes Obst und Gemüse sind super gesund und haben den Vorteil, dass sie lange frisch bleiben und vor allem günstiger sind als frische Beeren. Wenn du die Beeren für das Dessert oder das Müsli im Gefrierschrank hast, sparst du also deutlich, als wenn du sie frisch kaufen musst. Die Beeren werden in der Regel noch beim Erzeuger direkt nach der Ernte eingefroren. Deshalb ist ihre Qualität genauso gut wie bei frischen Beeren. Ähnliches gilt für Konserven mit Mais, Tomaten und Kichererbsen.
Budget-Check
Wie viel Geld gibst du wirklich für Essen aus?
Statt dich an Durchschnittswerten zu orientieren, prüfe lieber deine eigenen Zahlen: Lebensmittel, Bäcker, Kaffee unterwegs, Lieferdienste, Snacks, Kantine. Genau dort verstecken sich oft die echten Geldlecks. Wenn du deine Ausgaben systematischer erfassen möchtest, passt dazu auch die japanische Methode Kakeibo: Sie hilft dir, Einkäufe nicht nur zu notieren, sondern bewusster zu planen.
Beim Essen Geld sparen
Einfache Gerichte kochen
Muss es im Alltag immer ein Fünf-Gänge-Menü sein oder ein besonderes Gericht, zu dem du mindestens fünf Zutaten extra kaufen musst? Weniger ist manchmal mehr. Mit einfachen Gerichten kannst du deshalb besonders viel Geld sparen, zum Beispiel Pellkartoffeln mit Quark, Eier mit Senfsoße, Frikadellen oder One-Pot-Pasta. Extravagante Gerichte kosten mehr Geld, vor allem Gewürze und Pasten können hier mit höheren Kosten verbunden sein.
Meal-Prep und Einfrieren: Vorbereitung ist alles
Wenn du dein Essen planst und vorbereitest, kannst du dir teure Lieferdienste und Fertiggerichte sparen. Meal-Prep heißt übersetzt „Mahlzeit vorbereiten“, du bereitest also regelmäßig Essen vor, das du kühlst oder einfrierst. Du musst nicht zwangsläufig extra dafür kochen, sondern kannst auch einfach beim nächsten Kochen mehr auf Vorrat kochen und eine Portion einfrieren. Besonders gut eignen sich dafür zum Beispiel Bolognese, Curry und Pesto. So bist du immer gerüstet, falls du mal keine Zeit zum Kochen und Einkaufen hast.
Das Vorkochen und Einfrieren ist vor allem für Singles praktisch. Sie können größere Mengen kaufen und kochen und sich die Folgetage einfach ihr Essen warm machen. Das spart Energie und Zeit. Außerdem sind größere Lebensmittelmengen günstiger. Beim Einfrieren solltest du darauf achten, dass dein Gefrierschrank oder dein Gefrierfach regelmäßig abgetaut wird. Ein Gefrierfach mit einer dicken Eisschicht braucht nämlich viel mehr Energie als nötig.
Wenn du mehr Struktur willst
Ein günstiger Wocheneinkauf ist gut. Noch stärker wird er, wenn er Teil eines klaren Geldsystems ist. Lies hier weiter: Mit diesen Tipps bekommst du deine Finanzen in den Griff oder starte mit einer einfachen Spar-Challenge.
Reste verwerten oder einfrieren
Egal ob als Familie oder als Single: In der Küche bleiben oft Reste übrig. Aus Schalen und Strünken lassen sich zum Beispiel leckere Suppen zubereiten. So werden die Schalen von Spargeln zu einer köstlichen Spargelsuppe oder der Strunk vom Blumenkohl zu einer feinen Blumenkohlsuppe. Auch Eintöpfe lassen sich prima aus Resten kreieren.
Wenn du von einem Gericht noch Essen übrig hast, kannst du das entweder am nächsten Tag zu Mittag essen oder einfrieren. Ist die Menge gering, lohnt sich das Einfrieren trotzdem: Wenn du das nächste Mal dieses Gericht kochst, taust du deinen alten Rest einfach wieder dazu auf.
Aus der Resteküche kannst du auch viele andere Gerichte zaubern. Das ist nicht nur gut für deinen Geldbeutel, sondern trägt auch dazu bei, dass weniger Lebensmittel weggeworfen werden. Wenn du die Haltbarkeit von eingefrorenen Lebensmitteln verlängern willst, solltest du sie besser vakuumieren.
Brotzeit mitnehmen
Du gehst in der Mittagspause gern zum Bäcker, Imbiss oder zum Fastfood-Restaurant? Dieses Geld kannst du dir locker sparen, wenn du dir von zu Hause dein Mittagessen mitnimmst. Das können Salate sein, belegte Brote oder Brötchen, aber auch Wraps und Müsli. Hauptsache das Essen ist gesund und hält dich einige Zeit satt. Auch Snacks wie Schokoriegel oder Gummibärchen sind günstiger, wenn du sie nicht am Automaten im Büro kaufst, sondern sie dir von zu Hause mitbringst.
Sparen bei den Getränken
Leitungswasser ist in Deutschland streng kontrolliert und im Alltag eine sehr günstige Alternative zu Mineralwasser, Softgetränken, Säften und anderen Mixgetränken. Wenn du lieber Wasser mit Kohlensäure magst, kann sich für dich auch ein Wassersprudler lohnen. Rechne dabei aber ehrlich: Anschaffung, Kartuschen und Nutzung müssen zu deinem Alltag passen.
Am Rezept sparen und Lebensmittel tauschen
Manchmal kannst du auch am Rezept sparen. Butter und Margarine lassen sich beim Backen zum Beispiel ohne Probleme austauschen. Bei Zucker reicht oft die Hälfte der angegebenen Menge und der Kuchen oder die Muffins werden trotzdem noch süß und lecker. Bei anderen Rezeptideen kannst du sicher auch das Gemüse gegen saisonales Gemüse tauschen und so Geld sparen. Mit etwas Kreativität lassen sich also viele Lebensmittel ersetzen und gleichzeitig schmeckt das Essen immer wieder anders.
Foodsharing, Apps und Co.
Viele Supermärkte, Restaurants und Dienstleister haben abends Lebensmittel übrig. Sie geben sie entweder für kleines Geld über die App „TooGoodToGo“ für einen geringen Betrag ab oder geben sie kostenfrei an sogenannte Foodsharer weiter. Foodsharer haben es sich zur Aufgabe gemacht, Lebensmittel vor dem Mülleimer zu retten. Sie bringen das Essen in Foodverteiler, wo du es dir kostenlos abholen kannst. Dadurch kannst du die Kosten für Essen pro Monat deutlich reduzieren und tust etwas gegen die Verschwendung von Lebensmitteln. Ein Nachteil ist, dass man nicht beeinflussen kann, welche Lebensmittel man geschenkt bekommt.
Selber machen spart Geld
Je mehr du selber machst, desto mehr kannst du sparen. Im Idealfall hast du einen Garten und kannst Gemüse und Obst anbauen, aber auch mit gekauften Waren lohnt es sich in der Saison Lebensmittel selbst herzustellen wie zum Beispiel Marmelade, Chutneys oder Pesto. Gewürzmischungen kannst du sehr einfach selbst mischen. Die Einzelzutaten sind dafür wesentlich günstiger als das fertige Gewürz in der bunten Verpackung. Für Gemüsebrühe, Aufstriche, eingelegtes Gemüse oder Antipasti gibt es viele tolle Rezepte – probiere es einfach mal aus und freue dich über das gesparte Geld beim Essen.
Folgende Artikel könnten dich ebenfalls interessieren:
- Geld sparen im Alltag: Die besten Tipps für dein Plus auf dem Konto
- Mit diesen Tipps bekommst du deine Finanzen in den Griff
- So kannst du Geld sparen, ohne dass es dir weh tut
- Kakeibo: So funktioniert die japanische Sparmethode
- Notgroschen-Rechner: Wie groß sollte deine Rücklage sein?
- Finanzen für Frauen: alle Grundlagen im Überblick
Foto: Drazen / stock.adobe.com



