Ölziehen: So funktioniert die Entgiftungskur mit Öl

Ob daheim oder unterwegs, wir nehmen oft verarbeitete Nahrung zu uns. Achten wir beim Essen nicht auf Lebensmittel in Bioqualität, enthalten diese Lebensmittel Pestizide, die der Körper aufnimmt. Wer draußen unterwegs ist, atmet unter anderem Abgase und Schadstoffe aus den Schornsteinen ein. Oft verfügen sogar die Pflegeprodukte für den Körper einige schädliche Inhaltsstoffe, die langfristig zu Erkrankungen führen können. Durch das allmähliche Vergiften unseres Körpers gibt es zunehmend chronisch Kranke und Allergiker.

Glücklicherweise setzt der Körper den natürlichen Entgiftungsprozess in Gang, damit die schädlichen Stoffe einen nicht gleich umbringen. Allerdings funktioniert das nicht auf Dauer. Früher oder später spüren wir die Auswirkungen unseres Lebensstils. Du kannst jedoch mit einfachen Mitteln den Körper dabei unterstützen, sich langsam wieder von den Giften in den Zellen zu befreien, ohne dabei langwierige Entgiftungskuren durchzuführen oder schwere Arzneimittel einzunehmen. Zu diesen Hausmitteln gehört das Ölziehen, mit dem wir uns jetzt näher beschäftigen.

Was ist Ölziehen?

Das Ölziehen wird auch als Ölsaugen oder Ölkauen bezeichnet. Nicht nur in der ayurvedischen Heilkunst, sondern inzwischen immer mehr hierzulande dient es insbesondere der Reinigung und Entgiftung vom ganzen Körper. Du kannst dadurch sowohl Zahnkrankheiten als auch andere Erkrankungen behandeln, welche mit einer Belastung durch Schadstoffe zusammenhängen. Das gründliche Entgiften vom Körper ist eine wichtige Voraussetzung für die tiefgreifenden Heilungsprozesse. Denn ein Organismus, welcher ständig mit dem Ausleiten von Giftstoffen beschäftigt ist, kann sich selten um die Regeneration der Zellen, Organe und anderer Körperteile kümmern. Dabei altert der Körper sichtbar. Chronische Erkrankungen bahnen sich ihren Weg. Mit dem regelmäßigen Ölziehen durchbrichst du jedoch diesen Teufelskreis und aktivierst die Selbstheilungskräfte.

Welche Wirkungen hat das Ölziehen?

Letztlich funktionieren die Schleimhäute wie ein riesiger Schwamm. Durch sie wird alles aufgenommen, was du durch die Nahrung einnimmst oder durch den Organismus mit der Zeit in den Schleimhäuten aktiv eingelagert wurde. Aus diesem Grund ist die Ölkur hervorragend zum Entgiften geeignet, weil es die angesammelten Schadstoffe und Schlacken aus den Schleimhäuten löst und ausscheidet. Daraus folgt, dass unter anderem die Empfindlichkeit der Zähne abnimmt, die Mundflora schrittweise wiederhergestellt, das Zahnfleisch regeneriert, die mundgeruchauslösenden Bakterien beseitigt, der Zahnstein verringert, die Karies spürbar reduziert, die Entzündungen verschwinden und die Verfärbungen aufgelöst werden. Aber auch im restlichen Körper hat die Ölkur positive Auswirkungen. Sie lindert unter anderem Akne, Ekzeme, Neurodermitis und Schuppenflechte. Auch kann sie gegen chronische Schlaflosigkeit helfen.

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Ölziehen Anleitung

Wie funktioniert Ölziehen?

Auch wenn das Ölziehen wenig Anstrengung und Zeit kostet, kann es doch sowohl die Mundhygiene und als auch die restliche Gesundheit im Körper deutlich verbessern. Und so funktioniert eine erfolgreiche Ölkur:

Vorbereitung

Als Erstes ist es wichtig, sich das richtige Öl zu besorgen. Welche Pflanzenöle sich dazu eignen, zeigen wir dir in der Übersicht unten. Vor dem Ölziehen solltest du sicherstellen, dass du das Naturmittel auch verträgst und keine allergischen Reaktionen zeigst.

Zeitpunkt

Wir empfehlen, für die erste Anwendung ein Wochenende auszusuchen, um sich dafür Zeit zu nehmen. So kannst du dann auch sehen, wie du die Ölkur unter der Woche mit in den Tagesablauf integrierst. Am besten ist es, das Ölziehen gleich nach dem Aufstehen noch vor dem Zähneputzen, Essen und Trinken anzuwenden. Denn in dieser Zeit kannst du die höchstmögliche Anzahl an Bakterien beseitigen, welche sich nachts im Mund angesammelt haben. So werden diese nicht über die Nahrung und Getränke in den Magen und Darm transportiert.

Dosis

Bei der Kur nimmst du einen Esslöffel vom gewählten Speiseöl in den Mund. Zu Beginn kann es sein, dass du dich an den Geschmack und die Konsistenz des Öls gewöhnen musst. Deshalb ist es wichtig, sich Zeit dafür zu nehmen. Dann bewegst du das Öl im Mund zwischen den Zähnen immer wieder hin und her.

Dauer

Um die bestmögliche Wirkung zu erhalten, empfiehlt es sich, das Ölziehen für 20 Minuten anzuwenden. Am Anfang kann es sein, dass du dich erst noch an den Geschmack des Öls im Mund gewöhnen musst. Du kannst das Naturmittel dafür so lange wie möglich im Mund bewegen, auch wenn es erst mal nur wenige Minuten sind.

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Ende

Zum Schluss spuckst du das Öl aus. Du solltest es nicht im Ausguss entsorgen, da dieser dadurch verstopft werden kann. Es ist besser, das Öl in einem Taschentuch aufzufangen und dann in den Restmüll zu werfen. Danach spülst du den Mund mit Wasser gründlich aus. Nun kannst du, wie gewöhnlich, die Zähne mit Zahnpasta putzen.

Zeitraum

Damit du eine Verbesserung der körperlichen Gesundheit feststellen kannst, empfiehlt es sich, das Ölziehen auf jeden Fall einen Monat lang durchzuführen. Allerdings wenden die meisten die Kur weiterhin an, weil sie diese als angenehm empfinden und gesundheitliche Verbesserungen erfahren.

Welches Öl ist am besten zum Ölziehen geeignet?

Die traditionelle Ölkur in der ayurvedischen Lehre erfolgt mit Sesamöl, während Heilpraktiker bei ihren Patienten gerne Kokosöle einsetzen. Eigentlich kannst du zum Ölziehen nahezu jedes Pflanzenöl verwenden. Allerdings sind manche Öle wegen ihres Geschmacks beliebter im Gegensatz zu anderen. Bei der Auswahl des Öls solltest du allerdings darauf achten, dass es nativ und kalt gepresst ist. Vorteilhaft ist außerdem bei der Kur die Anwendung eines Öls in Bio-Qualität.

Sonnenblumenöl

In Russland praktizierte man ursprünglich Ölziehen mit Sonnenblumenöl. Das lag daran, dass Doktor Karach, ein russischer Arzt, diese Empfehlung aufgrund des hohen Gehalts an antioxidativ wirksamem Vitamin E aussprach. Dazu kommt, dass es geschmacklich überzeugen kann. Zudem ist es preiswert und in nahezu allen Supermärkten erhältlich.

Kokosöl

Das Kokosöl gilt als eines der beliebtesten Öle bei der Ölkur. Es verfügt über eine leichte Konsistenz und über einen exotischen Geschmack. Außerdem besteht dieses Öl aus mittelkettigen Fettsäuren, die eine antimykotische, antivirale und antimikrobielle Wirkung aufweisen. Unter 24 Grad Celsius ist das Kokosöl weißlich und fest. Über dieser Temperatur wird es flüssig und klar. Hat es also eine normale Zimmertemperatur, musst du nach dessen Einnahme warten, bis es im Mund flüssig wird. Nach Anwendung der Ölkur ist das Kokosöl undurchsichtig und trüb.

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Sesamöl

Im ostasiatischen und indischen Raum wird Sesamöl bereits seit Jahrtausenden eingesetzt, während es in der westlichen Welt immer beliebter wird. Das liegt daran, dass es Antioxidantien und immunstärkende Vitamine enthält. Zum Ölziehen wird helles Sesamöl empfohlen, da es über mehr Nährstoffe verfügt und im Geschmack im Gegensatz zur dunklen Variante milder ist. Es wirkt sehr antibakteriell und pflegend. Auch gerade bei Entzündungen des Zahnfleisches und des Zahnbettes soll es einen lindernden Effekt haben, da es über entzündungshemmende Eigenschaften verfügt.

Leinöl

Die Leinpflanze wird seit Jahrtausenden in Europa angebaut. Von der Nutz- und Heilpflanze lassen sich deren Samen zu einem hochwertigen Öl verarbeiten, das ein hervorragendes Verhältnis von ungesättigten Omega-drei- und Omega-sechs-Fettsäuren bietet. Außerdem enthält Leinöl viele Nährstoffe und wirkt entzündungshemmend. Im Mund bietet das goldgelbe Öl einen leicht grasigen und herb-frischen Geschmack. Einige empfinden das als erfrischend, während andere das Leinöl eher mit Sonnenblumenöl vermischen und dann zum Ölziehen einsetzen.

Olivenöl

Zur Ölkur wird auch gerne Olivenöl angewendet. Aufgrund seiner gesundheitsfördernden Eigenschaften ist es möglich, Mundgeruch mit diesem Pflanzenöl zu bekämpfen. Überdies wirkt sich Olivenöl positiv auf einen erhöhten Cholesterinspiegel aus. Zudem soll es chronische Entzündungen lindern.

Mandelöl

Weniger bekannt, jedoch trotzdem effektiv ist Mandelöl. Aufgrund der leichten Textur und des milden Aromas eignet es sich auch hervorragend zum Ölziehen. Es beinhaltet entzündungshemmende und immunstärkende Stoffe, welche gegen Bakterien vorgehen und so die Mundflora in ihrer Funktion unterstützen können.

Schwarzkümmelöl

In diesem Pflanzenöl befinden sich reichlich ungesättigte Fettsäuren. Außerdem enthält Schwarzkümmel ätherische Öle, die zur Hälfte aus Thymochinon bestehen. In hohen Mengen ist diese Substanz ungenießbar, während sie in kleinen Dosen Allergien verringern kann.

 

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