Thomas Hanisch Fashion Week SS 2017

Ajouré: Gratulation zu deiner tollen Kollektion. Erzähl uns etwas darüber!

Thomas Hanisch: Cruella De Vil aus 101 Dalmatiner war meine Inspiration. Das lag ein bisschen auch an meiner Oma, die mit mir alle Disney-Filme geschaut hat, als ich noch klein war und die heute auch mit meiner Schwester bei der Show war. Ich hatte alle Filme auf Video und die Figur der Cruella De Vil ist mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben. Wenn sie den Raum betritt hat jeder Angst vor ihr, aber man spürt auch die Luxuriösität und alle schauen sie an und denken sich „Wow, was hat sie an?!“.

Ajouré: Wie auch in deiner vorherigen Autumn/Winter 2015 Kollektion hast du erneut Webpelz verwendet. Warum wieder Webpelz?

Thomas Hanisch: Zum einen, da ich echtes Fell nicht zeigen möchte. Zwar verwende ich auch echtes Leder, aber da weiß ich ganz genau woher es kommt. Und zum anderen zeige ich Webpelz auch im Sommer, weil Cruella ohne Pelz einfach nicht funktioniert. Ich finde, es ist ein super Material und ich möchte zeigen, dass es einen Ersatz gibt, der sich auch noch echt anfühlt und echt aussieht.

Ajouré: Welchen Typ Frau siehst du in deiner Mode?

Thomas Hanisch: Ich habe da kein bestimmtes Klientel. Ich möchte offen sein – auch für mich, um frei designen zu können. Designer mit einer festen Zielgruppe kommen nicht mehr out of the box. Sie wissen genau, welcher Typ Frau die Sachen kauft und designen dann auch speziell für sie, sodass jede Kollektion in diese Richtung geht. Deshalb möchte ich mich da komplett raushalten und sage: Ob jung, ob alt – jeder rein damit!

Ajouré: Was ist dein Lieblingsstück aus der Kollektion?

Thomas Hanisch: Der Final-Look mit dem Mantel mit den Rüschen-Ärmeln liegt mir besonders am Herzen – außerdem noch der fette Pelzmantel. Auch wenn sich bestimmt manch einer über Pelz im Sommer wundern wird. An sich liegt mir aber natürlich an jedem Stück etwas.

Ajouré: Wie siehst du als Berlin based Designer die Berliner Mode? Was denkst du darüber?

Thomas Hanisch: Was ich wirklich gut finde, ist dass man hier zeigen kann, was man möchte! Du kannst hier bei Null anfangen, deinen Stil entwickeln und ihn weiterbringen. Das mag ich an Berlin – dass die Stadt offen für neue Sachen ist und nicht wie Paris oder London mit ihren namenhaften Designern festgefahren ist. Ob Berlin von außen weiter belächelt wird, kann ich so nicht sagen. Für mich selbst soll es hier weitergehen, aber ich möchte auch den internationalen Absprung schaffen.

 

Die komplette THOMAS HANISCH Runway Show Spring/Summer 2017:

 

 

 

Fotos: Mercedes-Benz Fashion Week Berlin