StartBeautyHaartransplantation bei Frauen: Für wen sie sinnvoll ist und was sie kostet

Haartransplantation bei Frauen: Für wen sie sinnvoll ist und was sie kostet

Der Scheitel wird breiter, an den Schläfen entstehen Lücken oder der Haaransatz entspricht schon lange nicht den eigenen Vorstellungen: Es gibt unterschiedliche Gründe, sich mit einer Haartransplantation zu beschäftigen. Auch für Frauen kann der Eingriff eine Möglichkeit sein, bestimmte Bereiche zu verdichten oder die Haarlinie zu verändern.

Entscheidend ist allerdings, welche Ursache hinter dem Haarverlust steckt und wie viel geeignetes Spenderhaar vorhanden ist. Eine Haartransplantation kommt nicht für jede Frau mit dünnem Haar infrage. Was sie leisten kann, welche Verfahren es gibt und ob die Haare dafür abrasiert werden müssen, lässt sich erst nach einer individuellen Untersuchung beurteilen.

Was passiert bei einer Haartransplantation?

Bei einer Haartransplantation werden eigene Haarfollikel aus einem geeigneten Spenderbereich, meist am Hinterkopf, in lichte oder kahle Bereiche umgesetzt. Verpflanzt werden kleine Gewebeeinheiten, sogenannte Grafts, die einen oder mehrere Haarfollikel enthalten.

Das Verfahren verteilt vorhandene Haarwurzeln neu. Es entstehen dadurch keine zusätzlichen. Ziel kann beispielsweise sein, einen lichten Scheitel zu verdichten, Lücken an den Schläfen aufzufüllen oder einen hohen Haaransatz anzupassen.

Die erreichbare Veränderung hängt deshalb nicht nur von der Größe der gewünschten Behandlungsfläche ab. Auch die Dichte und Qualität des Spenderhaars setzen Grenzen. Eine vollständige Wiederherstellung der früheren Haarfülle ist nicht bei jeder Ausgangssituation möglich.

Für welche Frauen kann der Eingriff sinnvoll sein?

Bei Frauen mit erblich bedingtem Haarausfall kann eine Transplantation infrage kommen, wenn sich bestimmte Bereiche deutlich ausgedünnt haben und genügend geeignetes Spenderhaar vorhanden ist. Die bisherige Entwicklung des Haarverlusts und sein voraussichtlicher weiterer Verlauf gehören zur Planung.

Sind dagegen auch Hinterkopf und Seiten stark betroffen, kann die notwendige Reserve fehlen. Allein die Tatsache, dass die Kopfhaut am Scheitel sichtbar ist, reicht deshalb nicht aus, um eine Operation zu empfehlen.

Daneben können dauerhaft kahle Stellen nach Verletzungen oder bestimmten Formen von Haarverlust durch langjährigen Zug an den Haarwurzeln behandelt werden. Bei einer solchen Traktionsalopezie muss die auslösende Belastung, etwa durch sehr straffe Frisuren, beendet sein. Ob das betroffene Gewebe für eine Transplantation geeignet ist, wird ärztlich geprüft.

Eine von Natur aus hohe Stirn ist wiederum keine Erkrankung. Wenn du deinen Haaransatz verändern möchtest, geht es um eine ästhetische Entscheidung. Dabei sollte die neue Haarlinie zu deinen Gesichtsproportionen und deiner Haarstruktur passen.

Seitliche Ansicht einer eingezeichneten Haarlinie vor der Behandlung
Markierung einer geplanten Haarlinie.

Wann hilft zunächst eine andere Behandlung?

Bei plötzlich verstärktem oder noch ungeklärtem Haarausfall steht die dermatologische Untersuchung an erster Stelle. Vorübergehender Haarverlust nach einer Geburt benötigt beispielsweise normalerweise keine Transplantation. Auch bei aktiven entzündlichen Kopfhauterkrankungen muss zunächst die Ursache behandelt werden.

Bei erblich bedingtem Haarausfall können Medikamente wie äußerlich angewendetes Minoxidil eine Option sein. Welche Behandlung geeignet ist, hängt vom Befund und der persönlichen Situation ab. Schwangerschaft, Stillzeit oder Kinderwunsch müssen dabei berücksichtigt werden.

Eine Transplantation stoppt den Haarverlust im übrigen Haar nicht automatisch. Deshalb kann auch nach einem Eingriff eine ergänzende Behandlung sinnvoll sein. Wer keine Operation möchte oder dafür nicht geeignet ist, kann außerdem über kosmetische Lösungen wie Haarteile oder eine angepasste Frisur nachdenken.

Welche Methoden gibt es – und müssen die Haare dafür ab?

Für die Entnahme der Haarfollikel werden vor allem zwei Verfahren eingesetzt: FUE und FUT.

Bei der FUE-Technik werden einzelne follikuläre Einheiten mit kleinen Instrumenten aus dem Spenderbereich entnommen. Dabei entstehen viele kleine Entnahmestellen und entsprechend punktförmige Narben.

Bei der FUT-Technik wird ein schmaler behaarter Hautstreifen entnommen und anschließend in einzelne Grafts aufgeteilt. Die Entnahmestelle wird verschlossen; zurück bleibt eine lineare Narbe, die längeres Haar verdecken kann.

Eine vollständige Rasur ist nicht grundsätzlich erforderlich. Bei FUE können je nach Behandlungsumfang verdeckte Teilbereiche gekürzt werden. Es gibt außerdem Varianten mit einzeln gekürzten oder länger belassenen Haaren. Auch bei FUT muss nicht der gesamte Kopf rasiert werden.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Spender- und Empfängerbereich: Eine Klinik kann mit „ohne Rasur“ meinen, dass die Haare im behandelten Bereich lang bleiben, während am Hinterkopf dennoch eine Teilrasur erfolgt. Lass dir deshalb konkret zeigen, welche Stellen gekürzt werden sollen.

DHI bezeichnet dagegen eine Form des Einsetzens, häufig mithilfe eines Implantierstifts. Der Begriff beantwortet für sich genommen weder die Frage nach der Entnahmetechnik noch nach dem notwendigen Umfang der Rasur.

Teilweise gekürzter Spenderbereich am Hinterkopf unter längeren Haaren
Beispiel für einen verdeckten, teilweise gekürzten Spenderbereich.

Welche Ergebnisse sind realistisch?

Nach dem Eingriff braucht das Haar Zeit. Die zunächst sichtbaren transplantierten Haare können in den ersten Wochen wieder ausfallen. Neues Wachstum zeigt sich häufig etwa ab dem vierten Monat. Bis sich das vollständige Ergebnis beurteilen lässt, können zehn bis 18 Monate vergehen.

Erfahrungsberichte und Vorher-Nachher-Bilder anderer Frauen können einen Eindruck vermitteln. Aussagekräftiger werden sie, wenn Ausgangssituation, behandelte Fläche, Zahl der Grafts und Zeitpunkt der Aufnahme angegeben sind. Beleuchtung, Haarlänge und Styling sollten möglichst vergleichbar sein.

Eine einzelne gelungene Behandlung ist trotzdem keine Prognose für dein eigenes Ergebnis. Gerade bei einer Verdichtung zwischen bestehenden Haaren kommt es darauf an, wie sich transplantiertes und vorhandenes Haar langfristig zusammen entwickeln.

Welche Risiken und Einschränkungen gehören zur Entscheidung?

Eine Haartransplantation ist ein operativer Eingriff. Möglich sind unter anderem Blutungen, Infektionen, sichtbare Narben und ein unzureichendes Anwachsen der Transplantate.

Zusätzlich können vorhandene Haare im behandelten Bereich auf den Eingriff mit verstärktem Ausfallen reagieren. Dieser sogenannte Shock Loss ist häufig vorübergehend. Bereits stark geschwächte Haare können sich jedoch unter Umständen nicht vollständig erholen. Das ist besonders bei einer geplanten Verdichtung zwischen dünner werdenden Haaren relevant.

Auch ohne Vollrasur können Schwellungen und Krusten sichtbar sein. Für die Rückkehr zur Arbeit können ein bis zwei Wochen erforderlich sein. Hinweise zur Haarwäsche, zum Kämmen, zu Sport und zum Färben sollten auf deinen Eingriff abgestimmt sein. Ein unauffälliger Verlauf lässt sich nicht allein durch den Erhalt langer Haare garantieren.

Was kostet eine Haartransplantation bei Frauen?

Die Kosten richten sich vor allem nach Behandlungsumfang, Zahl der Grafts, Methode und Aufwand. Das Arbeiten zwischen längeren Haaren kann technisch anspruchsvoller sein. Ein verlässlicher Preis setzt deshalb einen konkreten Behandlungsplan voraus.

Als allgemeine Orientierung nennt der Verband Deutscher Haarchirurgen Preise ab etwa 3.000 Euro für sehr kleine Flächen. Große Behandlungen können 10.000 Euro und mehr kosten. Diese Angaben sind keine spezielle Preisliste für Frauen und kein verbindlicher Kostenvoranschlag.

Beim Vergleich sollte erkennbar sein, ob Untersuchung, Betäubung, Nachkontrollen und Pflegeprodukte enthalten sind. Bei einer Behandlung im Ausland kommen gegebenenfalls Flug, zusätzliche Übernachtungen und weitere Reiseausgaben hinzu. Entscheidend ist der bestätigte Gesamtumfang, einschließlich möglicher Kosten bei notwendigen Nachbehandlungen.

Haartransplantation in der Türkei: Worauf Frauen bei der Klinikwahl achten sollten

Wenn eine Transplantation grundsätzlich infrage kommt, kannst du Angebote im In- und Ausland vergleichen. In Istanbul gibt es spezialisierte Kliniken, die internationale Patientinnen betreuen und Unterkunft sowie Transfers in ihre Behandlungspakete integrieren.

Für Frauen sind dabei insbesondere Erfahrungen mit vergleichbaren Haarausfallmustern, Möglichkeiten zum Erhalt der Haarlänge und eine verständliche ärztliche Beratung relevant. Ebenso sollte feststehen, wer die einzelnen Behandlungsschritte übernimmt und wie die Betreuung nach der Heimreise organisiert ist.

Ein Beispiel ist das Angebot zur Haartransplantation Türkei der Cosmedica Clinic in Istanbul. Die Klinik behandelt auch Frauen und beschreibt Möglichkeiten, bei geeigneter Ausgangssituation auf eine vollständige Rasur zu verzichten.

Cosmedica: Medizinische Fragen direkt auf Deutsch besprechen

Arzt im Behandlungszimmer der Cosmedica Clinic
Einblick in die Cosmedica Clinic. 

Bei Cosmedica spricht der medizinische Leiter Dr. Levent Acar nach Angaben der Klinik fließend Deutsch. Patientinnen können ihre medizinischen Fragen und persönlichen Vorstellungen damit unmittelbar auf Deutsch mit ihm besprechen – beispielsweise zur gewünschten Haarlinie, zur erreichbaren Dichte oder zu den Grenzen einer Behandlung ohne Vollrasur.

Auf ihrer Informationsseite zum Thema Haartransplantation Frauen erläutert die Klinik ihre Behandlungsmöglichkeiten. Als Bestandteile der Vorbereitung nennt sie die persönliche Haarlinienplanung durch Dr. Acar und eine FotoFinder-Analyse des Spenderbereichs. Zum Angebot gehört DHI Mikro Saphir. Die konkrete Durchführung und Dr. Acars Beteiligung an weiteren operativen Schritten hängen vom gewählten Paket ab.

Eine erste Einschätzung anhand von Fotos kann das Gespräch vorbereiten. Die persönliche Untersuchung bleibt jedoch entscheidend. Eine hilfreiche Beratung sollte dir anschließend erklären können, welche Veränderung erreichbar ist, welchen Aufwand sie erfordert und weshalb die vorgeschlagene Behandlung zu deiner Haarsituation passt.

Weitere Informationen: Unser Artikel über Haarausfall ab 40 ordnet mögliche Ursachen in dieser Lebensphase ein. Allgemeine Informationen zu Ablauf, Erholung und Risiken bietet außerdem der britische Gesundheitsdienst NHS.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.

 

Fotos zur Verfügung gestellt von cosmedica.com 

AJOURE´ Redaktion
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