In vielen Fitness-Shops steht mit Kratom ein neues Produkt zur Verfügung, das weder zu den Nahrungsergänzungsmitteln noch zu den Lebensmitteln gehört. Trotzdem wird es unter Influencern und Kennern gehypt. Was hinter dem Produkt steckt, ist dabei oft unbekannt und auch über den Ursprung ist das Wissen noch nicht umfassend. Wir klären auf.
Ein Baum aus Südostasien – das steckt hinter Kratom
Botanisch gesehen handelt es sich bei Kratom um den Baum Mitragyna speciosa, der zur Familie der Rötegewächse gehört und damit eng mit dem Kaffeestrauch verwandt ist. Das Interesse an dieser Pflanze konzentriert sich auf die in den Blättern enthaltenen Alkaloide, allen voran Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin.
Diese chemischen Verbindungen interagieren im menschlichen Körper mit den Opioidrezeptoren, weshalb die Wirkung oft als untypisch beschrieben wird.
Da das Pulver in Deutschland nicht als Lebensmittel oder Arzneimittel zugelassen ist, deklarieren Händler es häufig als Anschauungsmaterial, Sammlerobjekt oder Naturfarbstoff. Der Konsum und Verkauf des unbehandelten Pflanzenmaterials sind in einem seriösen Kratom Online Shop legal, solange keine Heilsversprechen abgegeben oder Missbrauchszwecke gefördert werden.
Dennoch warnen Institutionen wie das Bundesinstitut für Risikobewertung vor den unkalkulierbaren Risiken, da die Dosierung schwierig ist und Schadstoffbelastungen vorkommen können.
Zu welchen Zwecken wird Kratom eingesetzt?
Die Motivationen für die Nutzung im Alltag sind vielfältig, da die Inhaltsstoffe je nach zugeführter Menge gegensätzliche Effekte im Organismus auslösen. Anwender nutzen das Pulver meist in getrockneter Form, um es als Tee aufzubrühen oder direkt mit Flüssigkeit einzunehmen.
In niedrigen Dosen, wenn nur wenige Gramm genutzt werden, soll Kratom vor allem stimulierend und anregend wirken. So mancher Nutzer spricht über mehr Energie und eine bessere Aufmerksamkeit, die Wirkung wird gerne mit einer starken Tasse Kaffee verglichen.
In diesem Zustand wird das Mittel oft zur Bewältigung von Müdigkeit oder zur Motivationssteigerung bei der Arbeit eingesetzt.
Wenn die Dosierung dann aber gehört wird, ändert sich die Wirkung. Bei hohen Dosen sind tiefe körperliche Entspannung bis zur Sedierung berichtet, manche Menschen sprechen darüber, dass ihr Nervensystem gedämpft wird.
Einige Anwender benutzen Kratom dazu, chronische Schmerzen oder Schlafstörungen zu lindern, allerdings gibt es bislang keine validen Studien, die einen echten Effekt belegen.
Wo kommt Kratom ursprünglich her?
Der Baum ist in den tropischen Regenwäldern Südostasiens beheimatet, wobei die Hauptvorkommen in Thailand, Malaysia, Myanmar und Indonesien liegen.
In den Herkunftsländern gehört die Nutzung von Kratom zur Volksmedizin, die meisten Bauern und Feldarbeiter kauen einfach auf den Blättern herum, um sich davon stimulieren zu lassen. In der Vergangenheit soll das Mittel vor allem dazu verwendet worden sein, Hunger und Hitze zu ertragen.
In einigen Ländern wie Thailand war der Baum streng verboten, dann wurde der Status aber gelockert und ist in einen staatlichen Markt übergegangen.
Wie wird Kratompulver gewonnen?
Im Handel findest du vor allem grünes Pulver, das ein bisschen an Matcha erinnert. Gewonnen wird es in einem mehrstufigen Prozess, bei dem die Blätter von Hand gepflückt werden. Je nach Alter und Färbung der Blattadern ist das Pulver später zusammengesetzt.
Nach der Ernte werden die Blätter gründlich gewaschen und je nach Sorte entweder im Dunkeln oder unter direkter Sonneneinstrahlung getrocknet. Durch diesen Fermentationsprozess verändern sich die chemischen Eigenschaften der Wirkstoffe.
Ist das Material komplett trocken und bröselig, entfernt man die harten Blattadern und vermahlt den Rest zum gewohnten Pulver, das in den Handel kommt.
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