Vivie Ann im Interview

Eigentlich wollte Vivie Ann Weltbeschützerin werden. Wie das Leben aber so ist, kommt oftmals alles anders, als man denkt. So wurde sie Musikerin und zehrt in ihren Texten von ihrem selbsterlebten Leben. Nur wenige schaffen es, ihre Zuhörer so in den Bann zu ziehen. Ihre Texte sind ehrlich. Sie sind mitreißend und fordern unweigerlich zum Nachdenken auf. „Manchmal lebt man sich einfach auseinander“, sagt sie, und beschreibt das Ende einer ihrer Beziehungen, aus dem am Ende des Tages der Song „Obsolete Majesty“ entstand. Es hat also alles sein Gutes. Im Interview erzählt sie uns mehr von ihr, mehr von ihren Texten und alles rund um ihr neues Album „When The Harbour Becomes The Sea“.

Am 15.03.19 erschien dein zweites Album „When The Harbour Becomes The Sea“. Auf was dürfen sich deine Fans freuen?

Dieses Album ist auf jeden Fall vollkommen anders als meine erstes. Eine der wenigen Gemeinsamkeiten ist, dass es in Eigenregie entstanden ist. Wir haben in der Produktion etwas sehr Verrücktes ausprobiert. Wir haben mit ganz vielen unterschiedlichen Produzenten zusammengearbeitet. Eigentlich ist das sehr unüblich, weil dann immer die Angst besteht, dass das Album so gesehen auseinanderfällt. Wir haben allerdings schon eine Menge Arbeit von uns aus im Vorfeld erledigt.

So mussten die Produzenten nicht von Null anfangen. Das Rohmaterial, welches wir ihnen gegeben haben, musste also nur geschliffen werden. Wir hatten das Glück, viele Produzenten gefunden zu haben, die unsere Ecken und Kanten nicht komplett abgeschliffen haben. Ihnen gefiel, dass unser Album nicht glattgebügelt ist. Dementsprechend ist das Album ein wenig düster und kantig.

Meine letzten Jahre waren sehr aufreibend und turbulent. Zwischendurch dachte ich wirklich, dass ich am Ende der Straße angekommen sei. Auf der anderen Seite der Medaille hatte ich aber auch wieder Momente, in denen ich dachte, dass ich nicht lebendiger sein könnte. Das ist ein ziemlich harter Clash für mich persönlich. Dieses Chaotische, was sich durch mein Leben zieht, hört man ganz klar aus den Lyrics heraus. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, uns nicht nach den typischen Pop-Regeln zu richten. Gefühlt war die Arbeit am Album sehr frei und ungezwungen.

Die Songs standen insgesamt relativ schnell. Ich hatte einen richtigen Schreib-Erguss, weil ich zu dieser Zeit so voller Emotionen war, die ich einfach rauslassen musste. Zeit hatte ich ausreichend, denn viele Hobbies habe ich nicht wirklich. Ich bouldere ab und zu ein wenig, aber ansonsten bin ich der unsportlichste Mensch der Welt. Die Energie, die sich in mir anstaut, muss sich ja schließlich irgendwo entladen.

Ich gebe dir ein Beispiel: In dem Moment, in dem du deprimiert bist, hast du natürlich jede Menge Futter für einen Song. Irgendetwas stört dich und das muss raus. Ich habe mich aber selber dabei ertappt, dass ich mich nicht hinsetzen und mir vornehmen kann, einen Song zu schreiben. Wenn ich für jemand anderen etwas texte, dann ist das etwas anderes. Songs, die von meinem Leben handeln, kommen aber einfach so raus. Das Klischee, mit einer Kerze besser schreiben zu können, könnte in meinem Fall nicht weiter von der Realität abweichen. Kollegen von mir buchen sich gleich ein ganzes Ferienhaus, bei dem alles auf Gemütlichkeit getrimmt ist. So etwas geht bei mir gar nicht.

Wenn ich abends in einem ranzigen Bus sitze oder im Regen nach Hause gehe und meine Lieblingsmusik höre, kommt eine Zeile Text mit der passenden Melodie in meinen Sinn. Um diese Melodie herum baue ich dann alles weitere auf. Der erste Song auf dem Album heißt „No Start“ und der hat eine Line, die „We’re not the one we thought we were.“ lautet. Das ist ein gutes Beispiel für so eine erste Line. Als ich dann zu Hause war, ist der Track einfach aus mir herausgeschwappt. Das sind die Songs, die am besten widerspiegeln, was ich empfinde.

Ich bin ziemlich verliebt in den Song „Obsolete Majesty“, weil er sehr, sehr ehrlich ist. Der Titel legt alle Karten auf den Tisch und er verschönert nichts.

Bereits am 31. Januar erschien die erste Singleauskopplung „Obsolete Majesty“. Worum geht es und wie kam es zu diesem unkonventionellen Musik-Video mit überraschendem Ende?

Das endgültige Ergebnis war totaler Zufall. Man kennt ja diese Musikvideos, in denen das Video genau das zeigt, was auch im Song erzählt wird. Wir sind nicht unbedingt Fans von dieser Methode. Ich habe bei einigen Jungs angefragt, mit denen ich vorher noch nie zusammengearbeitet habe und die ich auch vorher gar nicht kannte. Ihre Arbeit habe ich aber sehr geschätzt. Wir hatten zwar nur ein super kleines Budget, sind aber zu einer Zusammenarbeit gekommen. Sie haben mir dann geantwortet und nur gemeint, dass sie eine tolle Idee haben und wir dazu nach Island fliegen müssten. Mit besorgtem Blick in Richtung Video-Kasse haben wir tatsächlich Flüge für 48€ gefunden. Bei dieser CO2-Belastung schon fast nicht mehr lustig.

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Für das Video musste ich den Song rückwärts und doppelt so schnell lernen. Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, haben wir natürlich einen One-Take gedreht. Mit jeder Handbewegung habe ich dem Kameramann und auch dem restlichen Team ein Zeichen gegeben, welcher Schritt als nächstes in der Choreografie kommt. Das Wetter war natürlich auch Bombe… bei minus 13 Grad. Wir waren einen Tag vorher dort, um zu proben, allerdings hat gerade an diesem Tag ein Schneesturm regelrecht gewütet. Ich konnte die Hand vor Augen nicht sehen.

Dieses ganze Video war eine riesen Herausforderung. Außerdem ärgere ich mich total darüber, dass es eine Szene nicht mit in das Video geschafft hat. Eigentlich hätte man noch sehen sollen, wie ich aus dem Wasser laufe. Bei den bereits angesprochenen Minusgraden war das aber ein Hindernis. Außerdem hätte ich nach jedem Take neu geschminkt werden müssen. Ich kann ja schließlich nicht so aussehen, als ob ich gerade erfrieren würde.

Das Lied ist so ehrlich, weil es folgende Thematik ziemlich gut wiedergibt. Du bist in einer Beziehung und es ist eigentlich alles okay. Aber man entwöhnt sich komplett voneinander. Heißt, man legt sich abends nebeneinander ins Bett und unterhält sich gar nicht mit seinem Partner. Es muss keine riesige Streiterei passieren. Es ist ein eher schleichender Prozess, der sich über die Jahre ergibt und an dem sich im ersten Moment auch keiner stört. Das lässt dich unheimlich einsam werden. Das war die größte Einsamkeit, die ich jemals gespürt habe. Ihr steht morgens gemeinsam auf, sagt euch guten Morgen und seid aber gar nicht mehr zusammen.

Du lebst in so einem System nur noch die negativen Seiten einer Beziehung aus, die eine Beziehung nun einmal hat. Die positiven Aspekte, wie Nähe und Zärtlichkeit, sind quasi abgestorben. Das war bei mir der Fall und ich habe mir die Frage gestellt, was ich brauche. Beim Song habe ich mich dann gefragt, wie ich dieses Kind beim Namen nenne. Wir haben es einfach nicht geschafft, uns über die Jahre zu erhalten und daran sind wir beide auch beteiligt. Ich bin ein Mensch, der Leidenschaft an anderen Menschen liebt. Diese obsolete Majestät, die ich anspreche, steht sinnbildlich für die Liebe.

Vivie Ann

Wie aufgeregt bist du denn vor dem Release? Gibt es eine besondere Erwartungshaltung oder bist du tiefenentspannt?

Ehrlich gesagt ist es mir egal. Wenn ich anfange, mich damit zu beschäftigen, ist es ein einziges Trauerspiel. Du bist von vornherein nicht zu einem fairen Spiel eingeladen, wenn du das, so wie ich, alleine machst. Ein großes Label hat Connections und kann sich, wenn es sein muss, auch irgendwo reinkaufen. Ich glaube, dass alle Independent-Künstler daran zerbrechen, wenn sie hoffen, ihr Werk müsste besonders gut ankommen oder besser als ihre vorherige Arbeit sein. Ich musste mich sehr früh von dem Gedanken trennen, mich mit anderen Leuten zu vergleichen. Es gibt nämlich immer jemanden, der besser ist als du. Du kannst so erfolgreich sein wie Ariana Grande und trotzdem gibt es irgendwo noch jemanden, der eine Schippe oben drauflegt. Dieser Gedanke nach Erfolg behindert dich nur.

Was ich hoffe, ist, dass ich meine geplante Message mit dem Album vernünftig an den Hörer bringe. Die Produzenten haben eine tolle Arbeit beim Verpacken der Songs geleistet. Es ist überhaupt nicht verfälscht. Deshalb bin ich wirklich sehr aufgeregt über die Meinungen der Leute. Ich sage immer, ich bin freudig erregt, weil ich sehen will, wie die Emotionen aufgenommen werden, die ich in meinen letzten Jahren erlebt habe.

In der Zeit, als damals viele Labels nur nach deutschsprachigen Sängern und Sängerinnen gesucht haben, bliebst du standhaft und hast weiter auf Englisch dein eigenes Ding durchgezogen. Durchaus mit Erfolg. Warst du immer so und wie wichtig ist es dir, an dem eigenen Willen festzuhalten, auch wenn jemand etwas Anderes von dir will?

Ich bin davon überzeugt, dass es eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten ist, wenn ich in dieser Situation „Nein“ sage und mir selbst treu bleibe. Ich könnte es tatsächlich nicht authentisch rüberbringen. Mein ganzes Leben schon mache ich sehr viel Cover-Music. Am Anfang habe ich meinen Eltern gesagt, dass ich unbedingt reinschnuppern will, um Grunderfahrung zu sammeln. Du kopierst dabei immer große Künstler. Im besten Fall merken die Leute nicht nur, dass es beispielsweise ein Amy Winehouse-Song ist, sondern sich auch danach anhört.

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Ich mache bei sehr vielen Shows mit, bei denen mich meine Freundinnen nicht mehr wiedererkennen. Das sind Themenshows, wie zum Beispiel die 80er Jahre. Da werde ich mit Theatermasken hergerichtet. Das macht mir persönlich sehr viel Spaß. Bei meiner eigenen Musik möchte ich aber keine Abstriche machen. In meinem Leben habe ich festgestellt, dass es super wichtig ist, sich selbst treu zu bleiben. Stell dir vor, du gießt eine Pflanze nicht mehr mit Wasser, sondern mit Cola. Im ersten Moment würde sie wahrscheinlich einen kurzen Schub bekommen und sich wie auf Droge fühlen, danach aber eingehen und sterben.

In eine Rolle zu schlüpfen ist kein Problem. Meine eigene Musik zu verzerren und nicht ich selbst zu sein, ist aber ein No-go.

Dadurch, dass meine Eltern auch Künstler sind, sind wir alle zusammen quer durch ganz Europa gereist, seitdem ich ein kleines Kind war. Ich bin natürlich auch viel in Kontakt mit anderen Künstlern gekommen, die von überallher kamen. Die Verständigungssprache war da nun einmal Englisch. Wir hatten ganz viele Au-pair-Mädchen, die aus Frankreich, Ungarn usw. kamen. Die haben auch alle „nur“ Englisch gesprochen. Für mich ist das die Sprache, die zu dieser Welt der Musik gehört. Ein Stück weit steht sie für mein Zuhause. Die Magie, die mit dieser Musikwelt zusammenhängt, hängt für mich auch mit der Sprache Englisch zusammen.

Die deutsche Sprache ist im Gegensatz sehr hart. Bestes Beispiel ist der Schmetterling. So ein zartes Wesen, mit so einem harten Namen. Es liegt vielleicht ein bisschen in unserer deutschen Natur, dass wir sehr verkopft an die Dinge herangehen. In der Schule beschäftigen wir uns jahrelang damit, wunderschöne Gedichte zu analysieren, die eigentlich nur für sich selbst stehen müssten. Nach meiner Auffassung der Dinge wollten die Dichter wahrscheinlich nur, dass die Gefühle ihrer Kunstwerke aufgenommen werden.

Außerdem geraten viele Worte, die wunderschön sind, in der deutschen Sprache zum einen in die Vergessenheit und zum anderen werden sie gleichzeitig als altbacken abgestempelt. Wenn ich zum Beispiel zu jemanden auf Englisch „You’re wonderful“ sage, dann ist das viel reicher an Emotionen und nicht so altmodisch hochgestochen wie „Du bist wundervoll“. In der englischen Sprache gibt es viel mehr Synonyme. Sie hat also einen größeren Wortschatz als die deutsche Sprache.

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Wie kommt es, dass du in deinen Songs so absolut ehrlich bist und du auch vor dem Erzählen von persönlichen Schicksalsschlägen nicht zurückschreckst?

Auf der einen Seite ist es für mich auf jeden Fall gut, sich so etwas von der Seele zu singen. Wenn ich über ein Thema schreibe, welches mich berührt oder mich interessiert, dann wird es immer besser. Es klingt etwas hart, aber es ist fast wie eine kleine Selbsttherapie. Auf der anderen Seite ist Ehrlichkeit eines der größten Geschenke, welches man heutzutage jemandem machen kann. Wir sind so oft nicht ehrlich in unserem Leben. Das heißt ja nicht, dass man kleine Notlügen gar nicht mehr machen darf. Ich habe aber für mich ganz einfach entschieden, dass ich so etwas unbedingt schenken möchte.

Es gibt so viele Künstler da draußen, die Emotionen vorgaukeln und von Situationen singen, die sie gar nicht durchlebt haben. Das ist auch vollkommen in Ordnung, denn manche Leute wollen auf die Bühne gehen und einfach nur Künstler sein. Ich persönlich möchte keine Fassade aufrechterhalten müssen. Das könnte ich auch gar nicht. Für mich wäre das eine Art Lüge. Wenn du meinen Song anhörst und ihn fühlst, dann kann ich dir versprechen, dass ich das auch tatsächlich erlebt habe und weiß, von was ich singe.

Wenn mein Lied etwas in den Leuten bewirkt, was ja das Schönste ist, wenn ich jemandem helfen kann, dann kann ich sagen, dass wir auf einer Wellenlänge sind. Über Social-Media kommen immer wieder Nachrichten von Leuten, dir mir sagen, dass meine Musik ihnen weitergeholfen hat. Das sind Momente, in denen mein Herz aufgeht. Genau deswegen mache ich Musik. Nicht um zwei Wochen nach dem Release zu gucken, wie das Album gechartet ist. Einen Plan B habe ich übrigens nicht. (lacht)

Du scheinst ja etwas wie ein Magnet für alles das zu sein, was skurril, kompliziert und mysteriös ist. Dein Ventil, um all dies zu verarbeiten, ist die Musik. Deine Texte entsprechen alle der Wahrheit. Hattest du niemals Angst, dass Menschen zu viel von dir erfahren?

Ich bin ein Mensch, der sich gerne mitteilt. Es liegt ein wenig in meiner Natur, über mich selbst zu reden. Interaktionen zwischen Menschen sind schön und interessant. Das hat man heute kaum noch in Zeiten von Facebook. Du triffst dich mit Freunden und du wirst gefragt, wie es dir geht. Darauf antwortest du nur: „Ja, ok.“ Obwohl du gestern einen absolut bescheuerten Tag hattest. Eine Frage zu stellen, ohne überhaupt eine Antwort zu wollen, hat sich in den letzten Jahren irgendwie eingebürgert. Das finde ich richtig schade. Sobald du aber mit der Wahrheit rausrückst, entsteht auf einmal ein richtiges Gespräch und du bekommst richtige Emotionen erwidert. Ganz plötzlich entsteht eine Unterhaltung mit Inhalt und du hast das Gefühl, dass dein Gegenüber dir zuhört.

Diese Ehrlichkeit sind wir uns alle irgendwo schuldig. Ich habe das Gefühl, dass die Welt um uns herum nur noch aus Zuckerwatte besteht. Scroll nur mal Instagram durch und schau dir an, was für durch die Blume geschriebene Texte dort stehen. Mitunter habe ich Tage, an denen ich einfach nur richtig groggy drauf bin und bildlich gesprochen in ein krasses Loch falle. Die Zeit, als ich gerade mit dem Album fertig war, hat sich genauso angefühlt. Ich habe 24 Stunden am Tag daran gearbeitet und meine allergrößte Mühe in das Projekt gesteckt. Als dann die Nachricht kam, dass die letzte Mail rausgeschickt ist, war das ein Gefühl der Erschöpfung. In diesem Moment habe ich mich richtig geschafft gefühlt. Ich bin ineinander gesackt und habe gemerkt wie anstrengend das war. Dieser Augenblick der Realisierung war schon wirklich überwältigend.

Inzwischen arbeiten wir schon wieder an etwas. Die komplette Grafik mache ich auch selber. Als wir unser Label gegründet haben, haben wir gemerkt, dass wir nicht die Schiene der großen Labels nachmachen können.

Aufgewachsen im Odenwald mit dem Berufswunsch „Weltbeschützerin“. Heute in Hamburg und Sängerin. Haben sich deine Wünsche und Pläne denn erfüllt oder hast du zwischenzeitlich an allem gezweifelt?

Es gab einen Moment, in dem ich wirklich ganz stark gezweifelt habe. Du arbeitest dir einen Ast ab und natürlich kriegst du zwischendurch Rückschläge zu spüren. Dann kommt der Gedanke, dass du dich nicht richtig entschieden hast, in jedem auf. Das ist ganz normal. Wie gesagt habe ich keinen Plan B und den will ich auch gar nicht. Trotzdem denke ich mir zwischendurch: „Was soll das denn alles? Warum wollt ihr mir das kaputt machen?“ Das fühlt sich so an, als wäre ich wieder zwölf und mein Dad sagt mir, dass der Song, den ich geschrieben habe, echt nicht so gut ist. Zweifel zu haben ist aber trotzdem eine generell gute Sache. Das gehört irgendwo mit dazu.

Zwischen dem 18.03. und 20.05. tourst du durch Deutschland. Unter anderem wirst du in Hamburg, Frankfurt, Berlin, Köln und München sein. Was erwartet dein Publikum?

Ich habe die beste Band der Welt mit dabei. Das ist nicht mal gelogen, weil sie wirklich die besten Musiker der Welt und außerdem enge Freunde von mir sind. Deswegen darf man das auf keinen Fall verpassen. In den letzten Jahren waren wir als Trio unterwegs. Auf der Bühne musste ich immer ganz viel multitasken. Aber jetzt bin ich ganz froh darüber, dass ich „nur“ noch das Singen übernehme. Insgesamt sind wir zu fünft.

Die Songs sind mit der aktuellen Band unglaublich gut umgesetzt. Wir werden außerdem einige Songs vom alten Album spielen, weil ich diese Lieder einfach gerne habe und ich sie mitnehmen möchte. Bei manchen Titeln arbeiten wir sogar nur mit der Stimme. Wir spielen auf eher kleinen Bühnen, was aber gar nicht schlecht ist. Auf einer großen Stage verliert man sich so schnell. Als Musiker ist man dann so weit voneinander entfernt.

Liebe Vivie Ann, vielen Dank für die Zeit, die du dir genommen hast.

 

Fotos: Marie Hochhaus