The L.A. Diaries: Undercover in LA

The L.A. Diaries: Undercover in LA

by Katharina Kowalewski

The L.A. Diaries: Undercover in LA

Ich wohne ja schon eine Weile in L.A., aber obwohl es nach außen scheint, als wäre Hollywood ein einziges Blitzlichtgewitter von Stars, bin ich wirklich die allerletzte, die sich für Klatsch und Tratsch interessiert. Ich erkenne nie jemanden, selbst nicht George Clooney, wenn ich mit ihm im Aufzug feststecke (wahre Geschichte). Es sei denn, ich bin gerade auf einer Filmpremiere und selbst dann interessiert mich das Privatleben der Stars überhaupt nicht.

Umso überraschter war ich, als in meinem Buchclub „According to a Source“ besprochen wurde – ein Roman, geschrieben von einer People-Journalistin. Ich habe mir nie darüber Gedanken gemacht, wie die Gossip-Zeitschriften ihre Stories bekommen. Anscheinend schicken sie Undercover-Reporter wie Spione auf Parties, in Restaurants wie das Chateau Marmont und in Clubs. Diese warten, bis etwas passiert, jemand Drogen nimmt, sich betrinkt oder sonst danebenbenimmt.

Mir fällt spontan eine entfernte Bekannte ein, die immer ausgeht – das wäre ein super Job für sie! Aber ganz im Ernst: Warum sind Menschen fasziniert davon, was Celebrities machen? Ich kann es nicht nachvollziehen. Die Autorin Abby Stern verrät mir, dass es eine ganze PR-Mafia gibt, von bezahlten Informanten, von Freunden von Stars, Agenten und Managern. Manche werden noch nicht einmal vergütet und beliefern People Magazine mit Storys nur, weil es ihr Hobby ist.

In ihrem Buch packt Abby nicht über die Stars aus, denn alle Star-Namen werden immer wiederkehrenden Stereotypen zugeordnet, wie „Reality TV-Sternchen, die mit einem Sex-Tape bekannt wurde“, sondern über das Leben hinter den Kulissen, in dem die Protagonistin schnell merkt, dass ihr Job Karrieren zerstören kann und jeden Abend mit Stars auf Parties abzuhängen und ihnen beim Feiern zuzuschauen schnell oberflächlich und langweilig werden kann.
 

According to a Source
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Wahrscheinlich war es ein wenig autobiographisch, denn Abby will eigentlich selbst kreativ sein und hat gemerkt, dass man in Hollywood nicht einfach entdeckt wird. An ihrem Buch hat sie zehn Jahre gearbeitet. Man kommt nicht hierher und wartet am Pool darauf, dass das Telefon klingelt. Die Realität ist, dass man früh aufsteht, an Projekten arbeitet, schreibt, zu Castings fährt und selbst Filme produziert. Jemand sagte einmal, es ist die Olympiade für Schauspiel. Die Besten sind hier extrem gut ausgebildet, setzen auf jahrelanges Training und sind wie Extremsportler.

Auf einem Netflix-Panel habe ich neulich Brit Marling sprechen hören, die mein absolutes Vorbild ist, was Hollywood-Karriere angeht. Es gab keine passenden Rollen für sie und sie hat ihren ersten Film „Another Earth“ selbst geschrieben. Sie dachte, danach würden die guten Angebote kommen, was natürlich nicht der Fall war. Nun hat sie die Serie „the OA“ für Netflix geschrieben, produziert und erkannt, dass es wohl immer so weitergeht, wenn sie nicht selbst ihre Karriere in die Hand nimmt.

Ihr Tag ist nicht ein Nine-to five-Office-Job, sondern viel länger. Sie ist nun sogar näher an ihr Büro gezogen, um morgens sofort loslegen zu können. Was viele nicht wissen ist, dass Stars wie Mark Wahlberg um drei Uhr morgens aufstehen, um noch ein Workout in den vollen Arbeitstag zu bekommen. Willkommen im echten Hollywood-Alltag!
 

 

Katharina Baron Kowalewski

Katharina Baron Kowalewski

Unsere L.A.-Kolumnistin und Schauspielerin Katharina Baron Kowalewski
findest du auch auf Instagram: @katharinabaron

 

Fotos: Fotos: Alex Elena; Martina Tolot ; PR/Amazon


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