Sibel Brozat über ihr Unternehmen taeshy

Sibel Brozat über ihr Unternehmen taeshy

Sibel Brozat über ihr Unternehmen taeshy

Von der Bank ins eigene Unternehmen – die Gründerin von taeshy Sibel Brozat im Interview

Sie schaffte den Sprung vom sicheren Bankjob zum eigenen Unternehmen und ist heute mit ihrer Idee, Handtaschenhalter zu entwerfen, erfolgreicher denn je. Dabei legt sie vor allem Wert auf gute Qualität und ansprechendes Design.
 

Sibel Brozat
 

taeshys sind hübsche, kleine Handtaschenhalter, die praktisch überall zum Einsatz kommen können. Sie sind quasi „aus der Not heraus“ auf die Idee gekommen, eigene Handtaschenhalter zu entwerfen. Erzählen Sie uns, wie es dazu kam?

Zugegeben, es gibt natürlich kritischere Notlagen. Doch für viele Frauen sind der richtige Stil und die dazu passende Handtasche nun einmal sehr wichtig. Wir geben viel Geld dafür aus. Und dann sollen wir sie in Ecken stapeln, über Stuhllehnen hängen oder auf den Boden legen? Passend zum Style findet die teure Tasche mit taeshy einen angemessenen Platz, die Handtasche ist sicher im Blick.

Die Verbindung von Funktionalität und Design steht bei Ihnen im Vordergrund. Ihre taeshys sollen den Lieblingstaschen Ihrer Kundinnen in Nichts nachstehen. Woher nehmen Sie Ihre Inspiration für die Designs?

Ich liebe es zu reisen, bin vielseitig interessiert und bleibe neugierig. Wir alle sind umgeben von Anregungen. Die Inspiration für die style charms stammt zum Beispiel aus New York und taeshy nazar, mit dem beschützenden Auge, habe ich direkt aus Istanbul mitgebracht. Besonders bereichernd ist für mich die enge Zusammenarbeit mit anderen Kreativen. So ist mit Modedesigner Hien Le beispielsweise ein besonderes taeshy entstanden, inspiriert von seiner Mode-Kollektion. Damit kam taeshy erstmals auf den Catwalk bei der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin.
 

taeshy hien le
 

Im ersten Moment könnte man denken, dass Ihre Produkte sehr speziell sind. Doch wenn man sich die Markenbotschafter von taeshy anschaut, stellt man fest, dass diese doch sehr verschieden sind. Ist das Geheimnis Ihres Erfolges also, dass Ihre Handtaschenhalter an keine bestimmte Zielgruppe geknüpft sind, da wirklich jeder sie gebrauchen kann?

Ja, richtig. Denn eigentlich braucht jeder taeshy. Als Geschenk oder natürlich zum Eigengebrauch. Stimmige Accessoires sind Ausdruck von Individualität, sie runden den Style ab. Und für Firmen, in Hotels und Restaurants, bietet sich mit dem eignen Logo im taeshy zudem eine feine Möglichkeit, einprägsam, nachhaltig und dabei unaufdringlich zu werben – weit besser als mit den etablieren Giveaways. Wir arbeiten derzeit übrigens auch an einer maskulinen Variante, dem taeshy für Männer.

Sie achten bei der Auswahl der Materialien sehr auf die Qualität. Außerdem werden alle taeshys bei Ihnen in der Manufaktur gefertigt und von Ihnen persönlich geprüft. Woher stammt dieser hohe Qualitätsanspruch?

Ich persönlich umgebe mich gern mit guten Dingen. Es gibt weniger anspruchsvolle Anbieter. Doch angelaufene Metalle, schlechte Verarbeitung und mangelnder Service machen einfach keinen Spaß. Qualität verträgt keine Kompromisse. Es gibt schon genug Gründe, sich zu ärgern. Ich verstehe Made-in-Germany als Versprechen, das ich als Verpflichtung ansehe.
 

taeshy
 

Von der Bankerin zur Unternehmerin. Das ist ein ziemlich großer Schritt. Gibt es Momente, in denen Sie sich fragen, ob das alles so richtig war?

Natürlich ist nicht jeder meiner Tage ein voller Genuss. Der Druck ist hoch und die Herausforderungen als Selbständige sind extrem. Richtig ist, was sich richtig anfühlt. Ich bin nun einmal fest von taeshy überzeugt. Meine Kraftquellen sind die vielen Bestätigungen und die positiven Rückmeldungen der Kundinnen – wer taeshy kennt, mag taeshy. Das zeigt sich vor allem auch bei den Nachbestellungen. All das hilft gegen aufkommende Zweifel.

Was schätzen Sie am „neuen“ Arbeitsalltag am meisten?

Als Selbständige arbeite ich in gewisser Weise selbst und ständig. Lieferungen kommen verspätet, Materialien entsprechen nicht den Erwartungen, Geschäftspartner stehen auch nicht immer zu ihrem Wort. Und trotz aller Anstrengungen: die vielen Herausforderungen zu meistern erfüllt mich. Das treibt mich an. So geht’s weiter, immer weiter. Vor allem ist es so, dass ich voll eigenverantwortlich und selbstbestimmt arbeite, meine Prioritäten für den Tag selbst entscheide. Das tut gut, passt zu mir.
 

taeshy Oktoberfest
 


Sind Sie vor der Gründung von taeshy schon einmal mit dem Accessoire-Business in Berührung gekommen oder sind Sie, überzeugt von Ihrem Produkt, einfach ins kalte Wasser gesprungen?

Naja, wohl eher vom Sonnenbaden am Strand langsam ins Wasser gegangen. Schritt für Schritt, schließlich im Tieferen geschwommen. Denn ich hatte keine Branchenerfahrung, und zur Geschäftsgründung gehört sehr viel Vorbereitung. Da verbindet sich meine strukturierte Denke der Bankmanagerin aus dem Schwabenland, mit jener der ambitionierten Kreativen. Zu dieser Rezeptur halte ich mittlerweile übrigens auch Vorträge und berate Unternehmerinnen und Gründerinnen. Es ist schön, diese Erfahrung zu teilen, Mut zu machen.

Wie oft entwerfen Sie neue Designs? Gestalten Sie den Kreativprozess gemeinsam im Team oder obliegt die Gestaltung der Designs Ihnen allein?

Ich habe keine festen Entwicklungszyklen. Pro Jahr entstehen ungefähr zehn bis 15 neue Kreationen. Dabei ist mir die Arbeit im Team und in Netzwerken sehr wichtig. Das sind Begegnungen aus denen Neues entsteht. Zum Beispiel auch mit Swarovski für den Glitzerlook unserer beliebten glam charms. Mit Porzellan-Experten die taeshy porcelain charms zu ermöglichen, war ohne Kreativprozess nicht denkbar. So etwas fällt einem nicht mal so beim Kaffeetrinken ein. Derzeit entwickeln wir mit dem Team vom Modelabel Chili Bang Bang eine coole Kooperation. Da stimmt die Energie, da geht was. Und in der Kollektion taeshy my charms arbeiten wir ausschließlich mit Individualisierungen. Da ist jede Designentwicklung so individuell wie der Kunde selbst. Außerdem gibt es saisonale Themen, wie derzeit das Oktoberfest-taeshy fürs Festzelt.

Können Sie sich vorstellen, irgendwann wieder als Bankerin zu arbeiten? Oder wäre das nur der Plan B falls es auf Dauer mit dem Unternehmen doch nicht klappt?

Meine hundert Prozent widme ich taeshy. Ich bin seit vier Jahren selbständig, habe mir etwas aufgebaut, Diese Erfahrung hat meiner persönlichen Entwicklung einen starken Schub versetzt, mich gefordert und gefördert. Ohne diese intensive Eigenerfahrung habe ich zuvor über ein Jahrzehnt lang als Bankerin Firmenkunden betreut. Wo dies hinführt? Ich bleibe offen. Es wird sich zeigen, was sich künftig daraus machen lässt.
 

taeshy Frosch
 

Fotos: taeshy PR

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