Laura Vandervoort im Interview

Laura Vandervoort im Interview

Laura Vandervoort im Interview

Laura, in Bitten spielst du die Rolle der Elena Michaels, eine junge Frau mit einer ganz besonderen Geschichte. Durch einen Biss verwandelt sie sich eines Tages zum Werwolf. Ihr Leben wird völlig auf den Kopf gestellt. Was hat dich an diesem Charakter besonders gereizt?

Mich reizen schon immer Rollen, in denen Frauen in einem Konflikt sind oder besondere Macht haben. Der Aspekt des Werwolf seins war gar nicht so wichtig, dafür vielmehr ihr Hintergrund. Als adoptiertes Kind hatte Elena mit Belästigung und dem Gefühl verlassen zu sein zu kämpfen. Jetzt ist Elena eine starke und selbständige Frau, intelligent und belastbar.

Glaubst du selbst an mystische Wesen wie Werwölfe oder Vampire?

Nein, das tue ich nicht. Ich glaube an Leben auf anderen Planeten, Wiedergeburt…Spiritualität. Aber an Vampire und Werwölfe nicht so sehr. Als Heranwachsende liebte ich Horrorfilme und ich bin sicher, dass ich damals große Angst hatte, wenn ich danach schlafen gehen musste. Ich habe bestimmt gedacht, dass sie existieren müssen, wenn sie mir so große Angst bereiten können. Heute sehe ich diese Charaktere eher als eine Flucht für das Publikum an und eine Herausforderung für mich, sie realistisch darzustellen, so dass man sich mit ihnen identifizieren kann, die mir großen Spaß macht.
 

Laura Vandervoort
 

Das ungewöhnliche an Elena ist nicht nur, dass sie ein Werwolf ist, sondern dass sie ein weiblicher Werwolf ist. Der einzige weltweit. Gleichzeitig fühlt sie sich nach wie vor sehr stark an die menschliche Welt gebunden. Das klingt nach großer Einsamkeit und Zerrissenheit. Wie schafft man es, sich in einen solchen Charakter einzufühlen?

In der ersten Staffel war Elena wirklich zerrissen. Zwischen dem „normalen“ Lebensweg, der vor ihr lag und dem Werwolf-Blut, dass in ihr gekämpft hat. Im Verlauf der zweiten Staffel erkennt man, dass sie den Werwolf in sich akzeptiert hat, den animalischen Instinkt. Um sich in Elenas Denkweise einzufühlen, musste ich ihr in den Bereichen nahe kommen, die ich nachvollziehen konnte: ihre Einsamkeit, ihre Konfusion über die Welt um sie herum, Vertrauen, Liebe, Verlust, Traurigkeit, Schmerz und ihre Stärke. Sie ist wirklich gar nicht so anders als die meisten. Die Umstände, ihre Umgebung und ihre Erziehung haben sie zu der Frau gemacht, die sie heute ist. Ironischerweise schaue ich auf ihre Menschlichkeit, sie ist kein „Superman“. Elena ist zerbrechlich und verletzlich. Wenn überhaupt, sind all diese Gefühle in ihr noch ausgeprägter…wie auch immer, sie kämpft wie der Teufel innerlich und oft auch tatsächlich, um damit zurechtzukommen, wie die meisten von uns.

Was dürfen wir von der zweiten Staffel erwarten?

Elena auf der Jagd nach Rache. Sie will Blut. In dieser Staffel ist sie für eine Zeit von dem Rudel getrennt und muss einiges allein bewältigen. Außerdem gibt es jetzt auch noch Hexen. Diese Damen bringen eine wunderbare Dynamik in das Geschehen.
 

Laura Vandervoort
 


2012 haben wir dich in Ted gesehen, an der Seite von Mark Wahlberg. Wie war die Zusammenarbeit und inwiefern unterscheidet sich die Arbeit an einer TV-Serie und einem großen Kinofilm?

Es ist wunderbar mit ihm zu arbeiten, er ist professionell und lustig. Der offensichtlichste Unterschied bei Kinofilmen zu Serien ist, dass das Budget sehr viel größer ist. Du hast mehr Zeit die Szenen richtig einzustellen. Du arbeitest hart mit den Kollegen für einige Monate und dann zieht man weiter. Im TV dagegen ist es schnelllebiger, ständig verändern sich Szenen, in der letzten Minute gibt es Korrekturen. Aber bei Serien bist du auch für eine lange Zeit mit deiner festen Crew zusammen und es entwickeln sich Dynamiken wie in einer Familie. Es ist eine Möglichkeit sich sicher zu fühlen und als Schauspieler zu wachsen.

Du hast auch in zahlreichen Serien mitgespielt wie Smallville oder V. Welcher Charakter war dir persönlich am ähnlichsten?

Ich muss sagen: Elena. Ihre kämpferischen Instinkte, ihre tiefe emotionale Bindung zu anderen und wie sie denkt, ist mir häufig sehr ähnlich. Der Wunsch irgendwo hin zu gehören.

Für das Video-Spiel Spider-Man: Edge of Time hast du der Figur Mary Jane deine Stimme geliehen. Das klingt nach viel Spaß. Wie hast du dich darauf vorbereitet?

Es gab wirklich keine Vorbereitung. Es war das erste Mal, dass ich ein Videospiel eingesprochen habe. Also bin ich einfach ins Studio und hatte Spaß.

Neben der Schauspielerei engagierst du dich ja sehr stark für PETA und hast bei der Be Cruelty Free Kampagne von Humane Society International mitgewirkt. Was ist deine Motivation?

Ich bin ein Tierschützer. Wenn ich die kleinste Möglichkeit habe zu helfen, dann bin ich bei jeder Organisation dabei, an deren Werte ich glaube. Peta, World Vision Canada und The Humane Society sind solche Organisationen. Kürzlich bin ich mit World Vision Canada nach Afrika gereist, um mehr über die Starting Strong Kampagne und ihre weltweite Arbeit zu lernen.

 

Laura Vandervoort
 

Wir haben gelesen, dass du den Schwarzen Gürtel in Karate hast. Beeindruckend. Und auch sonst hast du viele Sportarten ausprobiert. Womit hältst du dich heute fit?

Ja, ich habe mit Martial Arts sehr früh begonnen. Als ich 20 wurde, hatte ich bereits den zweiten schwarzen Gürtel. Dann nahm die Schauspielerei immer mehr Zeit ein und ich kam nicht mehr dazu zu trainieren. Ich war damals ein Wildfang und Sport war meine Passion. Jetzt halte ich mich mit Spinning, Hot Yoga, Wandern fit und meine Trainerin und Freundin Michelle Loveitt tritt mir oft in den Hintern.

Das Magazin Maxim hat dich zwei Jahre in Folge unter die Top 100 der heißesten Frauen gewählt. Was macht das mit den Männern um dich herum? Sind sie eher eingeschüchtert oder besonders motiviert dich zu beeindrucken?

Haha, ganz ehrlich, es hat sich gar nichts verändert.

Wie muss der Mann sein, für den Laura Vandervoort sich begeistern kann?

Motiviert, intelligent, aufmerksam, mitfühlend, rücksichtsvoll, lustig. Jemand, der mir neue Dinge über die Welt beibringen kann, der mich herausfordert, jemand, bei dem ich mein unbeholfenes Ich sein kann…aber am allerwichtigsten, jemand, der mich respektiert und meine Schwächen mag.

Worauf dürfen wir uns in Zukunft freuen?

Bald startet der Dreh zur dritten Staffel von Bitten, also werde ich eine Weile damit beschäftigt sein. Außerdem habe ich eine Kinder-Serie entwickelt, die „Super Duper Deelia“ heißt. Wir arbeiten daran, die Idee jetzt auf die Bildschirme zu bringen. Es handelt von einem jungen Mädchen, dass herausfindet, dass sie Superkräfte hat und damit auch all die Vorzüge und Schwierigkeiten dieser kennenlernt. Sie ist etwas verschroben, intelligent und starrsinnig, stolpert oft über ihre eigenen Füße mit nicht passenden Schnürsenkeln und zieht dann wieder in den Kampf gegen die bösen Kräfte in ihrer eigenen Stadt und Schule.

 
Laura Vandervoort
 

Fotos: Quavondo.com / Cliché; Vince Trupsin

WEITERE ARTIKEL, DIE DICH INTERESSIEREN KÖNNTEN

Was wurde eigentlich aus Jim Carrey?

Was wurde eigentlich aus Jim Carrey?

Es gab mal eine Zeit, da gehörte Jim Carrey zu den begnadetsten Komikern der Welt. Sein Markenzeichen waren Blöde

MEHR
Amanda Da Gloria: Die SOKO-Kommissarin auf der Suche nach Veränderung

Amanda Da Gloria: Die SOKO-Kommissarin auf der Suche nach Veränderung

Kaum startete die neue Staffel von SOKO MÜNCHEN, schon erzählt uns die Hauptdarstellerin Amanda Da Gloria, die hi

MEHR
Kate Hall: Der Stern am Body-Secret-Himmel

Kate Hall: Der Stern am Body-Secret-Himmel

Sie ist sportlich, liebt Yoga, kocht wie eine Weltmeisterin, kümmert sich um ihre Familie, spielt Theater und sieh

MEHR
Was wurde eigentlich aus Sarah Michelle Gellar?

Was wurde eigentlich aus Sarah Michelle Gellar?

Sie war der große Teenie-Star der 90er Jahre. Sarah Michelle Gellar hat es in ihrer Rolle in „Buffy – im Bann

MEHR

Kommentieren