Sarah Alles: „Schau dir schlechte Situationen von außen an, wie ein Regisseur.“

Sarah Alles: „Schau dir schlechte Situationen von außen an, wie ein Regisseur.“

Interview

Sarah Alles: „Schau dir schlechte Situationen von außen an, wie ein Regisseur.“

Schauspielerin Sarah Alles wird in der neuen santinis-Produktion neben Maria Furtwängler und Jerry Hoffmann im „Theater am Kurfürstendamm“ in Berlin spielen. Das Stück „ALLES MUSS GLÄNZEN – THE HOMEMAKER“ feierte am 25. Februar Premiere.
 

… was war dein erster Eindruck, als du die Story gelesen hast?

Mich hat sofort die absurde Parallelwelt fasziniert. Im Stück tobt draußen die apokalyptische Flut und die Welt droht unterzugehen, doch in den eigenen vier Wänden geht die Familie ihrem ganz normalen Alltagsleben nach. Gleichzeitig hat es mich aber sehr nachdenklich gestimmt, denn ich glaube – leider – hat dieses Szenario auch etwas sehr Aktuelles.

Erzähl uns etwas über deine Rolle in dem Stück!

Ich spiele Rachel, die Tochter von Rebecca, eine passionierte Hausfrau gespielt von Maria Furtwängler. Rachel ist eine ganz besondere Figur. Sie ist die kritische Komponente in dieser scheinbar heiligen heilen Welt. Sie ist diejenige, die die unangenehmen Dinge ausspricht. „Wieso geben wir uns so viel Mühe mit dem Abendessen, wenn draußen die Welt untergeht?“ „Nein Mom, Dad wird nicht zurückkommen. (…) Er kommt weder heute noch irgendwann zum Abendessen nach Hause.“ Im Grunde verleiht Rachel dem Familienleben die nötige Prise Realität. Diesen rebellischen Charakter spielen zu dürfen, macht natürlich einen Heidenspaß.

Wie gehst du mit nicht so glanzvollen Situationen oder gar Zeiten um?

Ich versuche sie mit Humor zu nehmen und zu meistern. Wenn ich kurz darüber lachen kann, ist es danach nur noch halb so schlimm. Und für den Fall, dass selbst das nicht funktioniert, hat mir mein Coach Karin Kuschik einen wertvollen Tipp gegeben: Schau dir die Situation von außen an, wie ein Regisseur eine Szene. Was würde dir dieser Regisseur dann raten?

Wie ist die Stimmung im Team?

Sehr euphorisch. Alle sind aufgeregt und freuen sich schon, das Stück vor Publikum spielen zu dürfen. Bei den Proben hatten wir keine Berührungsängste und konnten in viele Richtungen experimentieren. Bei der Umsetzung vertraue ich unserem Regisseur Ilan Ronen voll und ganz. Er ist wie ein Spürhund für tolle Momente.
 

Sarah Alles im Interview
 

Worin liegt für dich der besondere Reiz auf einer Theaterbühne zu stehen?

Unmittelbar zu spüren, wie gut die Szenen funktionieren.

Was ist darüber hinaus für die nahe Zukunft noch geplant?

Ein weiteres spannendes Projekt: Zusammen mit Schauspielerin Nicole Marischka und Regisseur/Autor Jan Bolender habe ich im letzten Jahr ein Theaterstück entwickelt. Wir haben über Monate hinweg immer wieder improvisiert und diskutiert. Jan hat das Ganze dann in eine Form gebracht. Uns drei hat der Gedanke beschäftigt, welche Dinge man wohl in seiner Vergangenheit anders gestalten würde, wenn man könnte. Und so lassen wir in unserem Stück „Life is a bitch – Wie ich gestern meine Zukunft fand“ eine Frau auf sich selbst treffen. Als Ende 40-Jährige begegnet sie ihrem Anfang 20-jährigen Ich. Wir haben uns sehr gefreut, dass die Vaganten Bühne in Berlin unser Vorhaben unterstützt und so werden wir dort schon am 19. April Premiere feiern.

Und für die Kleinen gibt es ab dem 31.3. eine neue KiKa-Serie mit mir als Synchronstimme. In Digby-Dragon spreche ich die schusselige Fee Fizzy, die so manches Abenteuer fabriziert, indem sie sich „verzaubert“.

 

Alles muss glänzen – The Homemaker
von Noah Haidle
Deutsch: Brigitte Landes
Regie: Ilan Ronen
Cast: Maria Furtwängler, Ludger Pistor, Anna Stieblich, Jerry Hoffmann, Sarah Alles und Daniel Mühe
vom 25. Februar bis 26. März am Theater am Kurfürstendamm

 

Fotos: Jamie Capewell; marcelweisheit.com


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