Laila Maria Witt: „Meine Familie steht für mich immer an erster Stelle!“

Laila Maria Witt: „Meine Familie steht für mich immer an erster Stelle!“

Im Interview

Laila Maria Witt: „Meine Familie steht für mich immer an erster Stelle!“

Laila Maria Witt verriet uns im Interview wie es ist, als dreifache Mutter fleißig an der eigenen Schauspielkarriere zu arbeiten, ohne dass das private Glück dabei zu kurz kommt.
 

Ajouré: Wie bist du zur Schauspielerei gekommen und was macht diesen Beruf für dich aus?

Laila: Für mich war und ist es nach wie vor ein wichtiger Baustein meiner Persönlichkeit. Seit ich bereits in der Schulzeit mit den ersten Tanzrollen und kleinen Wettbewerben begonnen hatte, hat mich die Möglichkeit, mich in andere Personen psychisch hineinzuversetzen und mich dann als diese Person physisch auszudrücken, immer wieder aufs Neue fasziniert. Deswegen mag ich auch Casting-Situationen sehr gerne, obwohl die ja vielfach mit einer Enttäuschung enden, nämlich dann, wenn man nicht besetzt wird. Trotzdem macht es Spaß sich in kurzer Zeit mit wenig Vorbereitung in eine Rolle hineinzuversetzen bzw. diese sogar im Rahmen des Casting weiterzuentwickeln.

Ajouré: Du bist außerdem auch in der Werbung tätig und warst u.a. in einer deutschlandweiten HRS-Kampagne sowie in der aktuellen Brunch Fernsehwerbung zu sehen. Wie sehr unterscheiden sich die Werbe-Dreharbeiten zu Filmrollen?

Laila: Eigentlich ist das aus meiner Sicht nicht so viel anders, natürlich kommt es bei Werbe-Drehs zusätzlich auf viele Details der Produktpräsentation an, aber moderne Werbung versucht ja ebenso kleine Geschichten zu erzählen – sie muss diese ja noch viel mehr verdichten, da nur wenige Sekunden zur Verfügung stehen. Insofern muss aus der Sicht des Darstellers alles noch mehr auf den Punkt gebracht werden.

Ajouré: Hast du schon einmal Zweifel an deiner Berufswahl gehabt?

Laila: Gezweifelt nicht, aber es gibt sicher Momente, in denen man frustriert ist oder sich sozusagen über die „Ungerechtigkeit der Welt“ beklagt. Speziell, wenn man seine Karriere nach drei Schwangerschaften jedes Mal quasi wieder neu aufbauen muss.
Ohne ein etablierter Superstar zu sein, gerät man während der 12 bis 18 Monate, die man mit der Schwangerschaft und dem Baby beschäftigt ist, schnell in Vergessenheit. Unsere Branche ist nun mal stark durch dauernde Präsenz und persönliche Kontakte geprägt.

Aber natürlich würde ich keine Rolle der Welt für meine drei Kinder tauschen wollen, meine Familie stand und steht immer an erster Stelle. Als absoluter Familienmensch bin ich sehr dankbar für mein privates Glück. Sicher frage ich mich immer wieder, wie man beides miteinander vereinbaren kann, also den Spagat hinzukriegen, den viele berufstätige Mütter heutzutage leisten müssen. Andere Schauspielerinnen meiner Generation ohne Kinder haben natürlich fünf bis sechs Jahre mehr in ihre Karriere investieren können. Trotzdem habe ich so viel Freude an dem Weg, den ich gerade gehe – an jedem Casting, an jeder Rolle, ja auch an jedem Interview, dass ich mich wirklich nicht beklagen möchte. Im Gegenteil: Ich finde, das ist ein guter Moment dankbar zu sein.
 

Laila Maria Witt
Foto: Paul Partyzimmer
 

Ajouré: Muss man heutzutage als Person des öffentlichen Lebens tatsächlich Social-Media-Kanäle betreiben, um immer wieder mal im Gespräch zu sein und interessant zu bleiben?

Laila: Ich habe mich schon immer für alternative, moderne Kommunikationsformen interessiert. Nicht zuletzt die Briefwünsche der Autogrammkarten-Jäger haben mich dann überlegen lassen, dass es im Zeitalter des Internets doch etwas Besseres geben sollte als Autogrammkarten in Freiumschlägen mit der Post zu verschicken. Als einige Caster von mir wissen wollten, wie viele Follower ich auf meinen Accounts hätte, habe ich begonnen meinen Instagram-Account etwas aktiver zu „bewirtschaften“. Und mittlerweile habe ich richtig Spaß daran gefunden, jeden Tag etwas aus meinem Leben zu posten. Und obwohl ich mit knapp 40.000 Followers sicher noch zu den kleinen „Lichtern“ in diesem Bereich gehöre, bin ich schon ein bisschen stolz darauf, weil ich mir eine sehr herzliche und treue Community aufgebaut habe, mit der ich in lebhaftem Kontakt stehe.

Ajouré: Wie viel gibst du auf deinen Accounts von dir preis?

Laila: Ich versuche Fotos und Kommentare mit Bezug zu meinem Alltag als Schauspielerin und zu mir als Person hochzuladen. Ich teile meinen persönlichen Lifestyle über alles, was mich interessiert, und besonders versuche ich meine Follower, soweit es praktikabel ist, hinter die Kulissen der Schauspiel- und Casting-Welt mitzunehmen. Meine Kinder und meine unmittelbare Privatsphäre bleiben dabei aber immer tabu.

Ajouré: Neben der Schauspielerei ist Mode eine weitere Leidenschaft von dir. Wie würdest du deinen eigenen Stil beschreiben und was sind für dich absolute Fashion-No-Gos?

Laila: Mode ist ein weiteres Element meiner Ausdrucksmöglichkeiten. Mir geht es da wie vielen: Oftmals fühle ich mich, wie ich mich anziehe oder ich ziehe mich an, wie ich mich fühle. Das ist ein interessantes Wechselspiel – dementsprechend lasse ich mich immer wieder gerne von neuen Trends und Ideen beeinflussen, aber entscheide mich manchmal auch gegen etwas, obwohl es gerade mega hip ist.

Ajouré: Der Herbst steht bevor: Worauf freust du dich modemäßig am meisten in der neuen Saison?

Laila: Darauf, dass man immer wieder neue Stil-Elemente kombinieren und durch gezielte Stilbrüche interessante Akzente setzen kann.
 

Schauspielerin Laila Maria Witt
Foto: Paul Partyzimmer
 

Ajouré: In welchen Rollen werden wir dich demnächst sehen?

Laila: Na, ich will doch hoffen in vielen! (lacht) Aber ernsthaft: Als letztes habe ich im deutschen Kinofilm „Die Unsichtbaren“ mitgespielt, der sollte nächstes Jahr ins Kino kommen und anschließend ins Weihnachtsprogramm der ARD. Weiterhin habe ich eine Nebenrolle in der zweiten Staffel der ZDF-Serie „Schuld“ an der Seite von Moritz Bleibtreu übernommen. Ende des Jahres drehen wir die nächste Episode von „Berlin I Love You“ unter der Regie von Jan Ole Gerster. Und außer in einigen Werbespots spiele ich momentan viel Theater. Mit dem Theater 89 bin ich auf einer Sommer-Theater-Tournee durch Brandenburg. Wir spielen zwei Einakter des irischen Dramatikers Sean O’Casey.

Ajouré: Was sind deine Wünsche für die Zukunft?

Laila: Ich versuche mir nicht zu viel zu wünschen und stattdessen dankbar zu sein. Vor dem Hintergrund der wirklichen Herausforderungen auf unserer Welt – Kriege, Religionskonflikte und der existenziellen Not von vielen einzelnen Menschen – wäre jeder meiner individuellen Wünsche relativ lächerlich. Aber sagen wir es mal so: Ich hätte nichts dagegen, wenn sich mein Leben so weiterentwickelt.

Ajouré: Danke, Laila.

 

Fotos: Paul Partyzimmer

WEITERE ARTIKEL, DIE DICH INTERESSIEREN KÖNNTEN

Michael Michalsky: Ein Designer in der Katzen-Branche

Michael Michalsky: Ein Designer in der Katzen-Branche

Er ist wohl einer der Berliner Designer, den absolut jeder kennt. Sei es durch seine Marke Michalsky oder durch sei

MEHR
Jessica Schwarz: „You Are Wanted war eine Herausforderung“

Jessica Schwarz: „You Are Wanted war eine Herausforderung“

Die erste Staffel von „You Are Wanted“ ist die erfolgreichste deutsche Serie auf Amazon. In diversen Ländern d

MEHR
LOUKA: Sie kam, sah und sang

LOUKA: Sie kam, sah und sang

Selten haben wir in einem Interview so viel gelacht, wie mit Louka. Die wortgewandte, quirlige Wahlberlinerin fand

MEHR
Almila Bagriacik: „Die zweite Staffel 4 Blocks wird noch krasser!“

Almila Bagriacik: „Die zweite Staffel 4 Blocks wird noch krasser!“

Sie ist aus der deutschen Mega-Serie „4 Blocks“ nicht wegzudenken und spielt eine der tragenden weiblichen Nebe

MEHR

Kommentieren