Jasmin Lord: „Eigene Geschichten zu erzählen ist einfach ein großartiges Gefühl.“

Jasmin Lord: „Eigene Geschichten zu erzählen ist einfach ein großartiges Gefühl.“

Im Interview

Jasmin Lord: „Eigene Geschichten zu erzählen ist  einfach ein großartiges Gefühl.“

Im Interview mit der schönen und gleichermaßen talentierten Jasmin Lord sprachen wir über ihre zwei großen Leidenschaften – Schauspiel und Regie.
 

Ajouré: Du bist bereits im jungen Alter von 16 Jahren nach New York gezogen, um Schauspiel zu studieren. Scheint, als wusstest du schon ziemlich früh genau was du willst …

Ich denke, wenn man etwas gefunden hat, dass einen erfüllt und man es wirklich von Herzen gerne macht, gibt es einem den nötigen Antrieb. Ich war damals aber vielleicht auch ein klein wenig überambitioniert. Ich wollte zur Schauspielschule und gleichzeitig perfekt Englisch lernen – das hätte ich mir auch etwas leichter machen können.

Ajouré: Was hat dich in dieser Zeit am meisten geprägt?

Das Selbständigsein hat mich am meisten geprägt – plötzlich für alles selbst die Verantwortung zu übernehmen. Wenn man jung ist, dann kann man es kaum erwarten, endlich erwachsen zu werden und auszuziehen. Doch so weit weg von zu Hause, ohne die Sprache richtig zu beherrschen und ohne wirklich jemanden in New York zu kennen, war dann doch erstmal ein seltsames Gefühl.

Ajouré: Was hat dich dazu bewogen zurück nach Deutschland zu kommen und hier als Schauspielerin durchzustarten?

Ich habe ehrlich gesagt von Anfang an geplant gehabt, nach dem Studium nach Deutschland zurückzukehren. Ich dachte mir immer, südländisch aussehende Schauspielerinnen gibt es in Amerika wie Sand am Meer, in Deutschland hingegen gibt es sie eher weniger. Am Ende des Studiums habe ich dann auch noch meine Liebe für die Regie entdeckt und wollte zurück in Deutschland dann auch unbedingt meine eigenen kleinen Filme drehen.

Ajouré: Wo fühlst du dich zu Hause?

Momentan fühle ich mich in Ludwigsburg zu Hause. Ich habe dort letztes Jahr an der Filmakademie Ludwigsburg angefangen Regie zu studieren und habe mich wirklich gut eingelebt.
 

Jasmin Lord
 

Ajouré: Deine Mutter ist Kolumbianerin – hast du selber einen innigen Bezug zum Land und zur Kultur?

Ja, auf jeden Fall. Ich war als Kind sehr oft in Kolumbien und ich liebe einfach diese herzliche Mentalität. Obwohl die Menschen dort oft nicht viel besitzen, haben sie trotzdem so eine Grundzufriedenheit.

Ajouré: Wie bist du eigentlich zu deinem Künstlernamen „Lord“ gekommen?

Das werde ich witziger Weise oft gefragt, aber das ist nicht mein Künstlername, sondern mein Geburtsname. Meine Mutter heißt Carmen Lord Lora. In Kolumbien hat man so skurrile Nachnamen.

Ajouré: 2011 hast du den „German Soap Award“ als „Sexiest Woman“ verliehen bekommen. Was bedeutet dir diese Auszeichnung und ist Schönheit in diesem Geschäft manchmal vielleicht sogar von Nachteil?

Oh, das ist schon ziemlich lange her. Da es ein Publikumspreis war, hätte ich mich damals für jede Kategorie gleichermaßen gefreut. Man muss aber dazu sagen, „Verbotene Liebe“ war eine Glamour-Serie und man wurde jeden Tag stundenlang aufgehübscht. Was die Zuschauer da am Ende sahen, hatte wenig mit der Wirklichkeit zu tun. Ich habe immer darüber Witze gerissen, dass mich ohne das ganze Make-up kein Mensch erkennen würde. Ich denke generell ist Aussehen als Schauspieler nicht so wichtig. So wie im richtigen Leben braucht man auch im Film so viele unterschiedliche Menschen wie möglich.

Ajouré: Hast du ein Lieblingsfilmgenre?

Nicht wirklich. Wenn eine Geschichte gut erzählt wird, ist mir egal ob es sich um Horror, Drama oder eine Komödie handelt.
 

Jasmin Lord im Gespräch
 

Ajouré: Neben der Schauspielerei führst du auch selber Regie. Widmest du beidem gleich viel Zeit?

Momentan widme ich durch mein Studium der Regie etwas mehr Zeit. Ich drehe jedoch auch Projekte zwischendurch als Schauspielerin – es lässt sich ganz gut miteinander verbinden.

Ajouré: Was fasziniert dich so an der Regie?

Eigene Geschichten zu erzählen ist einfach ein großartiges Gefühl. Man ist von Anfang an dabei und bestimmt somit vieles selbst, vom Drehbuch bis zur Besetzung der Schauspieler bis zum fertigen Schnitt. Es ist ein langer und harter Prozess, bei dem man oft viele Kompromisse eingehen muss – aber am Ende ist es dein eigener Film.

Ajouré: Dein erster Langfilm als Regisseurin ist eine Dokumentation über einen Holocaust-Überlebenden in Australien. Was ist das Besondere an dem Film?

Meine Dokumentation „The Happiest Man“ erzählt die Geschichte von dem Holocaust-Überlebenden Eddie Jaku, der angesichts des ihm zugefügten Leids bewusst entschieden hat, nicht zu hassen. Ohne Verbitterung, voller Liebe und sogar mit Humor erzählt er seine Geschichte und verwandelt so den Schmerz der Vergangenheit in Freude und Glück. In unserer heutigen Zeit, in der das Trennende zwischen uns Menschen stärker empfunden wird, als das Verbindende, regt das Beispiel von Eddie Jaku zum Nachdenken an.

Ajouré: Hin und wieder standest du bereits auch auf Theater-Bühnen. Was macht für dich den Reiz dabei aus?

Leider stehe ich momentan gar nicht mehr auf der Bühne. Was ich am Theater spielen jedoch sehr vermisse, ist der direkte Kontakt mit dem Publikum.

Ajouré: Welche Pläne hast du für 2017?

Bully Herbigs neuster Film „Bullyparade – der Film“, in dem ich die Rolle „Susirella“ übernehmen durfte, kommt am 20.07.2017 in die Kinos – darauf freue ich mich sehr.

 

Fotos: Fabian Stürtz

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