Bahar Kizil: „Individualität ist ein Must-have!“

Bahar Kizil: „Individualität ist ein Must-have!“

#Interview

Bahar Kizil: „Individualität ist ein Must-have!“

Durch ihre Teilnahme an der Casting-Show „Popstars“ wurden die Deutsch-Türkin Bahar Kizil und ihre Bandkolleginnen 2006 über Nacht berühmt. Es regnete Gold und Platin. 2011 war dann plötzlich Schluss mit Monrose und die drei Sängerinnen gingen getrennte Wege. Uns verriet Bahar, wie es danach bei ihr weiterging und welche neuen Projekte bevorstehen.
 

Ajouré: Hallo Bahar, nach der Auflösung von Monrose vor sechs Jahren hast du dich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, wie ging es dir nach der Trennung?

Bahar: Eigentlich ging es mir ganz gut. Nur hat mir oft etwas gefehlt … die Mädchen – Mandy und Senna – aber auch unser damaliges Management … nach den Shows nicht allein zu sein, jemanden zum Reden zu haben. Vor allem aber haben mir die großen Bühnen und unsere Fans gefehlt. Menschen, die uns bedingungslos geliebt haben, immer für uns da waren und uns immer das Gefühl gegeben haben, alles sei machbar.

Unsere Fans haben uns – und mir persönlich – sehr viel Power gegeben, Durchhaltevermögen und unheimlich viel Liebe. Auch wenn man nicht alle persönlich kannte, man hatte immer ein vertrautes Gefühl, wenn man sie um sich hatte.

Ajouré: Wenn du jetzt zurückblickst: Hättest du etwas anders gemacht?

Bahar: Nein, ich hätte alles genauso gemacht. Vielleicht hier und da Kleinigkeiten verändert, aber im Großen und Ganzen hätte ich alles so durchleben wollen. Auch die schlechten Zeiten. Denn nur durch die wurde ich stärker. Alle Erfahrungen im Leben prägen uns. Immer nur erfolgreich zu sein würde uns vielleicht vergessen lassen, wie wertvoll schöne Momente sein können und dass wir das Leben in all seinen Facetten schätzen sollten.

Ajouré: Seitdem hat sich eine Menge getan – du hast zum Beispiel dein Abitur nachgeholt. Hat dich der Faktor Schule damals eigentlich einen Moment zögern lassen, am Casting teilzunehmen bzw. dann sogar der Band beizutreten?

Bahar: Zu Beginn dachte ich öfters an die Schule und was werden würde, wenn ich sie abbrechen müsste. Doch nach den ersten Erfolgen sah ich, dass es möglich sein kann, Musik ausleben zu können, Bühnen zu beleben und etwas Großes aufbauen zu können. Ich hatte von der Schule immer eine gute Rückenstärkung und wusste, dass egal was passieren würde, ich jederzeit zurückgehen könnte und irgendwann meine Schule beenden würde.
 

Bahar Interview
 

Ajouré: Gerade erst bist du mit Sandy Mölling bei der Tanz-Show „Dance Dance Dance“ an den Start gegangen. Wie lange habt ihr euch auf die Sendung vorbereiten können und wie sah euer Training dazu aus?

Bahar: Das Training begann bereits Ende April und war mit Abstand das Härteste, was ich je gemacht habe. Täglich von morgens bis abends zu tanzen beansprucht deinen Körper bis in jede Muskelfaser und verlangt abnormal viel Geduld von einem. Wir sind alle keine Profis, aber ich war sehr happy, dass Sandy meine Tanzpartnerin war. Wir haben uns gegenseitig gestützt, motiviert und nach vorne getanzt. Ich hätte mir keine bessere Partnerin vorstellen können.

Ajouré: Ihr zwei habt eine ähnliche Vergangenheit. Verbindet das?

Bahar: Das verbindet ganz stark. Wir haben eine ähnliche Vergangenheit und konnten immer wieder aus unseren Erfahrungswerten schöpfen. Mir wurde schnell klar, dass wir in uns in vielen Punkten ähnlich sind. Den Ehrgeiz, die Willenskraft dabei zu haben und ohne dabei den Spaß und Humor zu verlieren. Sehr oft habe ich Parallelen zwischen Sandy und mir gesehen und ich war dankbar dafür. Es machte alles so einfach. Wir haben uns gegenseitig Zeit und Raum gegeben, sind miteinander respektvoll und tolerant umgegangen. Und haben uns gegenseitig gepusht, um nach vorne zu kommen.

Die Bühnenerfahrung hat uns auch enorm geholfen und es war schön, dass man nicht allein war. Man war immer zu zweit in den Trainingseinheiten und dann auf der Bühne mit den Tänzern … das war unbeschreiblich. Ich kann es nicht in Worte fassen. Einfach viel zu magisch.

Ajouré: „Bullets of Love“ heißt dein erstes Solo-Album, das 2015 erschienen ist. Planst du musikalisch bereits etwas Neues?

Bullets of LoveBullets of Love
Bahar: Oh ja! Definitiv plane ich neue Musik. Dance Dance Dance hat mir das Gefühl zurückgegeben, auf der Bühne stehen zu wollen. Das Tanzen hat wieder die Leidenschaft in mir geweckt, die ich irgendwann verloren hatte. Ich bin dankbar für diese wundervolle Erfahrung, die ich machen durfte und freue mich auf neue musikalische Abschnitte in meinem Leben. Ich freue mich schon unheimlich auf die Studio-Zeit, endlich wieder kreativ zu sein, meine Gefühle auf Papier zu bringen und etwas Neues zu kreieren.

Ajouré: Nächstes Jahr wirst du 30. Für viele Frauen ein „Problem“. Wie siehst du der „magischen Zahl“ und der Zukunft entgegen?

Bahar: Hahaha, ich muss lachen! 🙂
Tatsächlich werde ich schon 30 kommendes Jahr. Ich konzentriere mich erstmal noch auf die 29, aber ich habe keine Panik vor der 30. Ich freue mich darauf. Ich fühle mich jung und gut. Und bin gespannt, was das Leben noch so mit sich bringt! 😉

Ajouré: Deine Bilder sind wunderschön und sehr sexy. Hast du dich schon immer wohl in deinen Körper gefühlt?

Bahar: Meistens ja. Es gibt aber immer Tage oder Phasen, an oder in denen ich mich auch nicht mag. Das ist normal und menschlich, denke ich. Wichtig aber ist, es sich immer wieder hervorzurufen, dass man toll ist und sich lieben sollte. Und wenn einen etwas extrem stört, hat man immer die Möglichkeit, etwas daran zu ändern. Ich denke, vor allem ist es wichtig, seine Umgebung positiv zu halten. Gute Emotionen, sodass man glücklich ist, und liebevolle Menschen um einen herum machen das Leben immer leichter.
 

Bahar Kizil
 

Ajouré: Wie gehst du generell mit den Schönheitsidealen und dem Druck, immer perfekt aussehen zu müssen, um? Und was würdest du anderen raten?

Bahar: Ich bin eine Frau und auch ich stehe auf Fashion, Beauty und Lifestyle. Doch ich versuche mir beizubehalten, dass Natürlichkeit sexy sein kann. Man muss nicht immer perfekt aussehen und perfekt gestylt sein. Man sollte nie vergessen, dass man sich im natürlichen Körper wohl fühlen sollte. Wenn man sich selber mag, dann strahlt man das auch aus. Nur dann können einen auch die Mitmenschen mögen. Unsere Gesellschaft ist so stark von visuellen Bildern, von Schönheit und Perfektion geprägt, dass es uns meist schwer fällt menschlich, natürlich zu bleiben.

Man sollte versuchen, den äußeren Druck beiseite zu legen, sich nur auf sich selbst zu konzentrieren und anders zu sein. Individualität ist ein Must-have!
Apropos Aussehen: Was sind deine Fashion- und Beauty-Must-haves jetzt für den Herbst?

Bahar: Oh, da gibt es vieles! Aber was wirklich nicht fehlen sollte: Overknees! Looks in Samt, Leder, Fell und auch Lack finde ich mega. Ich mag es gern sporty und chic gleichzeitig zu sein – zum Beispiel eine lässige Adidas-Hose mit High Heels zu verbinden.

Schmuck ja, aber gerne minimalistisch. Oder ein Element aus Eyecatcher. Sonnenbrillen sind wichtig, auch an nicht-sonnigen Tagen – pimpt jedes Outfit. Bei Beauty und Make-up bin ich immer noch ein großer Fan von roten und rostfarbenen Tönen auf den Augen, guten Highlightern und matten Lippen.
 

Bahar Kizil bei Dance, Dance, Dance
Bahar Kizil bei Dance, Dance, Dance
 

Ajouré: Welche Projekte stehen bei dir als nächstes an?

Bahar: Dance Dance Dance ist nun seit ein paar Tagen zu Ende, aber musikalisch bin ich schon am planen. Ich freue mich auf die kommende Zeit und hoffe, dass wir uns mal persönlich begegnen werden. Danke für das nette Interview

Ajouré: Wir danken dir, liebe Bahar.

 

Fotos: Laura Palm

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